»Alles Gute zum Alltag«

23. Juli 2010 von Gemeinsame Redaktion  
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Der Musiker Samuel Harfst hat Erfolg mit seinen Texten über Gott und die Welt

Der Musiker Samuel Harfst bei einem Auftritt mit seiner Band. 	Foto: epd-bild

Der Musiker Samuel Harfst bei einem Auftritt mit seiner Band. Foto: epd-bild

Entspannt sitzt Samuel Harfst in ­einem Gießener Café. Die beiden Mädchen hinter der Theke fragen nach seinem neuen Album. Harfst lächelt. »Hier in Gießen werde ich auf der Straße erkannt«, sagt der Musiker. Doch sonst kennen viele nur seinen Song Stefanie Walter aus der iPhone-Werbung. Trotzdem: Es läuft sehr gut für den 24-Jährigen aus dem mittelhessischen Hüttenberg. Gerade war seine Band als Vorgruppe mit Whitney Houston auf Deutschland-Tour, er bekam einen Plattenvertrag beim Musikkonzern EMI und das neue Album »Alles Gute zum Alltag« ist herausgekommen. Sein Theologiestudium hat Samuel Harfst abgebrochen und lebt ganz von der Musik.

In seinen Texten schreibt der Musiker auch über Gott: »Auch wenn du nicht mehr glaubst, Erwartungen zurückschraubst und sagst, an Gott glaub ich nicht, sag ich dir, Gott glaubt an dich, und er tut auch heute noch Wunder«, heißt es im Song »Das Privileg zu sein«. Harfst stammt aus einem christlichen Elternhaus. Er ist in einer freikirchlichen Gemeinde groß geworden und nutzte das vor allem als »Background«, wie er sagt, etwa für Proben in den Räumen der Gemeinde.

Samuel Harfst steht zu seinem Glauben, doch möchte er seine Band nicht als »christlich« bezeichnet sehen. Er mag keine Schubladen. Man nenne sie schließlich auch nicht »männliche Band«, obwohl sie ja nur aus Männern bestehe. Er will sich auch keiner Musikrichtung zuordnen lassen, beschreibt seinen Stil jedoch als »Singer Songwriter«. »Aber wir ­haben auch Klassik-Fans, die unsere Musik wegen des Cellos hören.«

Er tritt mit seinem Bruder David und dem Cellisten Dirk Menger auf. Samuel singt, spielt Gitarre und verfasst die Texte. »Ich schreibe über ­alles, was mich bewegt, bewusst und unbewusst.« In »Alles Gute zum Alltag« beispielsweise: »Nimm das Leben in die Hand, grab die Träume aus dem Sand, träume hellwach, träume groß, lass die Hoffnung niemals los.«

Dieses »groß träumen, aber hellwach sein« bedeutet für Harfst eine Art Leitmotiv, wie er sagt. Seit seiner Kindheit gehört Musik zu seinem ­Leben. Als ihm 2005, während eines Studiums in Australien, das Geld ausging, machte Harfst auf der Straße Musik. 2009 schaffte es die Band ins Finale des MTV-unplugged-Nachwuchswettbewerbs.

Dennoch stellte sich der Erfolg nicht von allein ein: »Wir haben uns schon immer gefragt: Was ist, wenn es richtig losgeht? Darauf waren wir vorbereitet.« Ohne ihr Wissen tauchte der Musikmanager Ralf Schroeter bei einem Konzert in Bremen auf. »Wir hatten vorher stundenlang an unseren Songs gefeilt.« Die Jungs arbeiten diszipliniert, aber nicht »angstgetrieben«. Harfst: »Bei uns steht die Freude am Erschaffen im Vordergrund.« Obwohl die Band auf großen Bühnen spielt, tritt sie hin und wieder auf der Straße auf, wie gerade erst in München und in Berlin.
Mit dem Erfolg geht Harfst gelassen um. »Haupt-Schwerpunkt ist nicht die Musik, sondern mein Leben. Wichtig ist, dass das Leben gelingt«, sagt er. »Im Moment machen wir mal weiter und gucken, wo es hingeht.«

Stefanie Walter (epd)