Hexenjagd im Inselreich

25. Februar 2013 von Gemeinsame Redaktion  
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Papua-Neuguinea: Die Mehrheit gehört christlichen Kirchen an – doch beim Lynchen sind viele mit dabei

Frauen werden als Hexen ­gejagt, gefoltert, bei ­lebendigem Leibe verbrannt. Es klingt wie finsteres ­Mittelalter, geschieht aber in unseren Tagen in Papua-Neuguinea.

Es war eine Horrornachricht, die da Anfang Februar um die Welt ging. In den frühen Morgenstunden des 6. Februar trieb eine johlende Meute – Männer, Frauen und Kinder – eine 20-jährige Frau vor sich her. Die Kleider wurden ihr vom Leib gerissen. Sie wurde gefesselt und mit glühenden Eisenstangen brutal gefoltert. Schließlich wurde ein Müllhaufen auf der Straße entzündet, die Frau mit Benzin übergossen und darauf bei ­lebendigen Leibe verbrannt. Damit es keine Chance auf Rettung gab, warf der Mob noch einen brennenden LKW-Reifen auf sie. Feuerwehr und Polizei wurden nach örtlichen Medienberichten von der Menge am Eingreifen gehindert.

Der Vorwurf gegen die Mutter eines acht Monate alten Mädchens: Sie sei eine Hexe und Schuld am Tod ­eines sechsjährigen Jungen. Dessen Angehörige hatten die Vorwürfe erhoben und die Menge zum Racheakt animiert.

Sieht für Europäer erschreckend aus, ist aber nur Folklore: In Mount Hagen, im Hochland Papua-Neuguineas, kommen jährlich melanesische Volksgruppen zu einem Kulturfestival zusammen. Foto: picture alliance

Sieht für Europäer erschreckend aus, ist aber nur Folklore: In Mount Hagen, im Hochland Papua-Neuguineas, kommen jährlich melanesische Volksgruppen zu einem Kulturfestival zusammen. Foto: picture alliance

All das geschah nicht in einem abgelegenen Dorf. Es geschah in der viertgrößten Stadt Papua-Neuguineas (PNG), in Mount Hagen im zentralen Hochland. Bekannt unter anderem durch ein jährliches Folklore-Festival, das Besucher aus der ganzen Welt anzieht. Und es ist kein Einzelfall. Immer wieder erscheinen in lokalen Medien Berichte ähnlich dramatischer Hexenjagden.

Das alles, obwohl sich nach offiziellen Angaben rund 96 Prozent der Bevölkerung in der ehemaligen deutschen und britischen Kolonie zum christlichen Glauben bekennen. Das Leipziger Missionswerk etwa hat bis heute enge Verbindungen zur Evangelisch-Lutherischen Kirche Papua-Neuguineas, die mit rund 900000 Mitgliedern zugleich die größte lutherische Kirche Asiens ist.

Entsprechend groß ist überall das Entsetzen. »Es ist in der Tat entmutigend, dass die meisten Beschuldigungen wegen Zauberei und Hexerei sowie die damit verbundenen Tötungen von Angehörigen christlicher Kirchen betrieben werden«, konstatiert Gabriel Kuman. Der einheimische Theologe ist Mitarbeiter des Melanesischen Instituts in Goroka, in der Nähe Mount Hagens. Das ökumenische Forschungs- und Bildungszentrum widmet sich unter anderem der Erforschung der alten melanesischen Kultur.

»Der Glaube an Zauberei und Hexerei ist in PNG heute immer noch ­allgegenwärtig. Seine Auswirkungen auf Leben und Besitz vieler unschuldiger Menschen sind erschreckend und vernichtend«, bestätigt Kuman. Und er verweist zugleich darauf, dass diese, auf uralte Glaubensüberzeugungen zurückgehende Einstellung nicht nur Familien zerrüttet. Sie behindert die Entwicklung der Gesellschaften der gesamten Inselregion nordöstlich von Australien.

Der Theologe sieht eine der Ursachen für die Probleme in den gewal­tigen sozialen, politischen, kulturellen und spirituellen Umbrüchen, die PNG seit Ankunft der Europäer und mit ­ihnen der christlichen Missionare durchlebt. »Obwohl PNG sich allmählich vorwärtsbewegt, um in seinen wirtschaftlichen, politischen, infrastrukturellen und menschlichen Entwicklungen mit der übrigen Welt Schritt zu halten, kann es viele seiner alten Glaubensüberzeugungen und Praktiken nicht abschütteln«, ist Kuman überzeugt. Hinzu komme, dass die christlichen Missionare die Zauber- und Hexenbräuche zwar verurteilten, den Menschen aber keine zufriedenstellende Aufklärung angeboten hätten, um die Mentalitäten im Blick auf Hexerei und Zauberei zu ändern.

»Die christlichen Kirchen in PNG müssen im Kampf gegen Zauber- und Hexenglauben und dessen Praktiken eine größere Rolle spielen«, so Kumans Forderung. Der Weg dazu führe vor allem über Aufklärung und Bildung. So hat etwa die katholische Kirche in der Provinz Chimbu, in der Hexenjagden weit verbreitet sind, damit begonnen, Kurse für Dorfleiter über die Hintergründe des Zauberei- und Hexenglaubens anzubieten. Zudem werden Priester und andere kirchliche Mitarbeiter ermutigt, beschuldigten Personen Zuflucht zu gewähren und jeden Fall einer Beschuldigung bei der Polizei zur Anzeige zu bringen.

Harald Krille

Etwas in Bewegung gesetzt

4. Juli 2011 von Gemeinsame Redaktion  
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Das Gottvertrauen gelernt: Rolf Strobelt mit einheimischen Mitarbeitern bei ­einer der wochenlangen Touren durch unwegsames Gelände. Foto:privat

Das Gottvertrauen gelernt: Rolf Strobelt mit einheimischen Mitarbeitern bei ­einer der wochenlangen Touren durch unwegsames Gelände. Foto:privat

Er ist der älteste Überseemitarbeiter des Leipziger Missionswerkes. 20 Jahre hat er anderen gegeben – und selbst gelernt. Denn nur so funktioniert heute Mission.

Es ist der letzte Rundbrief von vielen, die Rolf Strobelt 20 Jahre lang regelmäßig aus Papua-Neuguinea nach Deutschland schrieb. Nun muss er Worte für den Abschied finden: »Es kommt jetzt immer öfter vor, dass ich mir die Naturkonzerte des Morgens mit Wehmut anhöre.« Wenige Wochen später im Haus des Leipziger Missionswerkes (LMW) freut sich Strobelt, mit Gahanema Siniwin aus Papua-Neuguinea zu sprechen. Sie ist Teilnehmerin beim »Mission to the North«-Programm des LMW und gerade für zwei Monate in Sachsen zu Besuch. Dann zeigt er stolz auf eine schwarz-rot-gelbe Blumenkette, die er von Siniwin zur Begrüßung in Deutschland geschenkt bekommen hat – beide Länder vereinen die gleichen Farben auf ihren Flaggen. Strobelt muss nachdenken. »Es ist ein gewaltiger Schritt«, sagt er.

Ein gewaltiger Schritt, das war auch sein Weg als Missionar. Schon während seines Theologiestudiums in Leipzig steht für ihn fest, dass er missionarisch tätig sein will. Dann, kurz nach der friedlichen Revolution, wird der damals 32-Jährige vom Bayerischen Missionswerk in die Evangelisch-Lutherische Kirche Papua-Neuguineas entsandt. Dort soll der gelernte Krankenpfleger ein Krankenhaus im westlichen Hochland leiten. »Am Anfang, wenn man aus Deutschland kommt, will man alles perfekt machen«, erinnert er sich an die Anfangsjahre. »Aber mit der Zeit wird man abgeschliffen. Die Probleme der Menschen dort sind existenziell. Man lernt mit ihnen zusammen zu arbeiten, sie zu verstehen.«

1994 wird Rolf Strobelt nach Rabaul auf die Insel East New Britain versetzt. Schon kurz nach seiner Ankunft bricht der nahe gelegene Vulkan Tavurvur aus. Aus Strobelts Aufgabe, sich um das geistliche Leben in den verschiedenen Kirchgemeinden zu kümmern, wird zunächst ein Hilfseinsatz im Krisengebiet. Von der Stadt wechselt er 1999 in eine schwer erreichbare Station im Kirchenkreis Nomane. Dort bildet er kirchliches Personal aus, leistet Drogen- und Aids-Prävention, baut diakonische Hilfe für Kranke und Menschen mit Behinderung auf. 2007 wechselt er erneut und arbeitet bis 2011 als Dozent am Theologischen Seminar Ogelbeng.

Es sind vier Stationen in 20 Jahren, die seine Vorstellung von Mission geprägt haben: »Man denkt immer, dort, wo man gerade ist, wird man ganz dringend gebraucht. Aber es gibt immer Orte, an denen man noch dringender benötigt wird.« Mission bedeute deshalb, erst einmal etwas in Bewegung zu setzen, damit es von den Einheimischen fortgesetzt werden kann.

In Papua-Neuguinea leben rund fünf Millionen Menschen. Etwa eine Million gehören zur Evangelical Lutheran Church of Papua New Guinea (ELC-PNG), die nach der katholischen die zweitgrößte Kirche des Landes und die größte lutherische Kirche Asiens ist. »Es ist ein junges Land, aber die Jugend findet keine Arbeit.« Die Menschen hätten gespürt, dass sich durch die Hilfe der Kirche etwas entwickelt: Schulen, Krankenhäuser, Flugplätze wurden gebaut. »Von manchem Christ wird deshalb bedauert, dass die Überseemitarbeiter wieder gegangen sind.« Missionsarbeit, da ist sich Rolf Strobelt sicher, braucht Kontinuität in der Aufklärungsarbeit und Entwicklungshilfe und besonders in der theologischen Weiterbildung.

Es fiel ihm deshalb nicht leicht, ­denen den Rücken zu kehren, deren Rücken er jahrelang gestärkt hat. Nur mit Uwe Hummel als Nachfolger war es einfacher. Und schließlich war es seine bewusste Entscheidung. Der ­gebürtige Sosaer möchte wieder näher bei seinen Eltern im Erzgebirge sein. »Es war an der Zeit zurückzukommen, um etwas von der Unterstützung wiederzugeben, die ich jahrelang von hier erhalten habe«, sagt Rolf Strobelt.

Was nimmt er mit aus 20 Jahren in Papua-Neuguinea? »Von den Einheimischen habe ich dieses Gottvertrauen gelernt. Hier in Deutschland funktioniert ja alles. Aber wenn du wochenlang zu Fuß unterwegs bist in unwegsamen Gebieten ohne Infrastruktur, dann bist du einfach froh, lebend zurückzukommen.« Jetzt werde er die Annehmlichkeiten genießen, die seine Heimat zu bieten hat, und Rolf Strobelt ist gespannt auf neue Aufgaben, in die er seinen schwarz-rot-gelben Schatz an Erfahrungen in Zukunft einbringen kann.

Maxie Thielemann

www.lmw-mission.de

»I like Germany – es ist gut hier zu sein«

15. August 2010 von Gemeinsame Redaktion  
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Bischof  Giegere Wenge aus Papua- Neuguinea liegt die ­Ausbildung  der Jugend sehr am Herzen. (Foto: Armin Kühne)

Bischof Giegere Wenge aus Papua- Neuguinea liegt die ­Ausbildung der Jugend sehr am Herzen. (Foto: Armin Kühne)

»I like Germany – es ist gut hier zu sein«, sagt Giegere Wenge. Der neue Bischof von Papua-Neuguinea ist zum Antrittsbesuch nach Leipzig zum Lutherischen Missionswerk gekommen – am 7. März hatte ihn die ­Synode seiner Landeskirche zum Bischof gewählt. Und er ist beeindruckt davon, dass er vieles, was er über die Geschichte Deutschlands und die Reformation wusste, nun mit eigenen Augen sehen kann.

Neuguinea verstehe sich als christliches Land, erzählt er. Als es 1975 seine Unabhängigkeit erklärte, wurde das in der Verfassung festgeschrieben. 1,3 Millionen der 6,5 Millionen Einwohner sind Lutheraner. Ende des 19. Jahrhunderts sind die ersten Missionare ins Land gekommen – zunächst aus dem bayerischen Neuendettelsau, später aus Leipzig. »Sie ­haben bis in die 1960er Jahre die pastorale Arbeit in unserer Kirche geleistet«, so der Bischof. Erst danach habe die Kirche auch Einheimische ausgebildet. Heute tun 1000 Pfarrer in dem drittgrößten Inselstaat der Welt Dienst.

Gut ausgebildete Mitarbeiter sind dem Bischof wichtig. Und dafür zählt er auf die Unterstützung seiner Partner in Deutschland. Drei Deutsche sind zurzeit als Ausbilder und Lehrer in Papua-Neuguinea: die Pfarrer Rolf Strobelt und Uwe Hummel als Dozenten am Theologischen Seminar Ogelbeng in Mount Hagen und Robert ­Vogel, um die Computer der Kirche zu betreuen und die Mitarbeiter dafür zu schulen.

Überhaupt ist die Fürsorge für seine Mitarbeiter ein großes Anliegen des Bischofs. »Sie bekommen wenig Geld und können sich deshalb nicht hundertprozentig ihren Aufgaben widmen«, erzählt er. Denn die Pfarrer werden von ihren Gemeinden bezahlt und die haben selbst wenig. Dazu kommt, dass sich die Menschen in ­Papua-Neuguinea von dem ernähren, was auf dem eigenen Land wächst. »Aber die Pfarrer werden ausgesendet und verlassen ihre Heimat.«

Dass seine Kirche wirtschaftlich auf eigenen Füßen stehen muss, ist dem Bischof bewusst. Hilfe von den deutschen Partnern erwartet er vor allem bei einzelnen Projekten wie der Aktion »Licht ins dunkle Tal«, bei der 3000 Solarlampen mit Hilfe von Spenden aus Deutschland in die entlegenen Dörfer des Hochlands gebracht und dort montiert wurden. Neuestes Projekt ist die Anschaffung von Musikinstrumenten für die Jugendarbeit. Dafür ist das Jugenddankopfer der Evangelischen Jugend Sachsens von 2009 bestimmt. Überhaupt liegt die Jugendarbeit dem Bischof sehr am Herzen. Die Kirche lege sehr viel Wert darauf, dass Jugendliche nicht nur eine gute Ausbildung erhielten, sondern auch eine christliche Erziehung, sagt er. Dabei unterstütze die Regierung die Schulen in kirchlicher Trägerschaft.

Dass die Frauen in seinem Land noch unter strukturellen Ungerechtigkeiten leiden, ist dem Bischof besonders bewusst. Es sei eine sehr von Männern dominierte Gesellschaft. »Dass muss geändert werden«, so ­Bischof Wenge. Immerhin könnten Frauen unterdessen auch eine theologische Ausbildung absolvieren. Ins Pfarramt ordiniert werden sie jedoch noch nicht. »Das muss Schritt für Schritt passieren.« Überstürztes Handeln nützte den Frauen nichts.

Christine Reuther

Partnerschaft auf Augenhöhe

27. März 2010 von Gemeinsame Redaktion  
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Mission heute: Hans-Georg Tannhäuser ist im Leipziger Missionswerk neuer Referent für Papua-Neuguinea

Die protestantische Kirche in Papua-Neuguinea ist nicht zuletzt durch deutsche Missionare entstanden. Heute hat das Leipziger Missionswerk (LMW) feste Verbindungen in das Pazifikland.

Aidsaufklärung gehört zu den sozialdiakonischen Projekten der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Papua-Neuguinea, Unterstützung kommt dazu auch aus Leipzig. 	Fotos: LMW

Aidsaufklärung gehört zu den sozialdiakonischen Projekten der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Papua-Neuguinea, Unterstützung kommt dazu auch aus Leipzig. Fotos: LMW

Seit November des vergangenen Jahres ist der sächsische Pfarrer Hans-Georg Tannhäuser als neuer Referent für Papua-Neuguinea beim Leipziger Missionswerk tätig. Zu dem seit 1975 unabhängigen Land hat der 1958 im vogtländischen Klingenthal Geborene allerdings schon länger gute Beziehungen. Immerhin war er von 1994 bis 1998 als Missionar des LMW im südlichen Hochland des Landes tätig. Nicht als Missionar im klassischen Sinne, der mit der Bibel in der Hand Heiden bekehrt und zugleich die westliche Kultur verbreitet. Vielmehr unterstützte Tannhäuser die Aus- und Weiterbildung einheimischer Christen innerhalb der örtlichen LMW-Partnerkirche.

Zur Partnerkirche, der Evangelisch-Lutherische Kirche von Papua-Neuguinea (Evangelical Lutheran Church of Papua New Guinea – ELC-PNG), gehören rund eine Million der insgesamt etwa 5,9 Millionen Einwohner. Sie ist damit die größte lutherische Kirche Asiens und gehört seit 1976 zum ­Lutherischen Weltbund. Ihr Einfluss in der Gesellschaft sei hoch und ihr ­öffentlicher Ruf gut, berichtet Tannhäuser. Das hänge damit zusammen, dass sich die ELC-PNG durch sozial-diakonische Projekte stark für gesellschaftliche Belange und Probleme engagiert.

Insgesamt rechnet man, dass heute ca. 60 Prozent der Bevölkerung protestantischen Kirchen angehören. Rund 30 Prozent gehören zur katho­lischen Kirche. Im Gegensatz zu ­mancher Kritik aus den nördlichen Ländern, in der Mission als »kulturzerstörend« gesehen wird, sähen die Papua-Neuguineer diese erfolgreiche Glaubensverbreitung überaus positiv, berichtet Tannhäuser. Sie habe einen wichtigen Beitrag zur Gemeinschaftsbildung im Lande geleistet. Denn die Gesellschaft besteht bis heute aus fast 800 unterschiedlichen Ethnien mit fast ebenso vielen Sprachen. Ein ­ungesunder Ahnenglaube, Angst vor bösen Geistern und eine Kultur der gegenseitigen Rache seien der Grund für die selbst gewählte Isolation von Clans und Stämmen in den Tälern ­gewesen, so Tannhäuser. Der andere Stamm, das andere Dorf wurde als Feind, als Konkurrent gesehen. Für das Zurückdrängen dieser Kultur durch das Christentum und dessen Sicht des Nächsten als gottgeliebten Menschen und Bruder seien die Einheimischen bis heute dankbar.

»Eine echte Partnerschaft auf Augenhöhe leben«, nennt der Referent denn auch als Leitbild der weiteren Hilfe des LMW für die Partner­kirche. Ein Schwerpunkt wird dabei in den nächsten Jahren die Aus- und Weiterbildung bleiben. Sechs Ausbildungsstellen der Partnerkirche, in denen Pfarrer, Jugendarbeiter und Mitarbeiterinnen für die Frauenarbeit geschult werden, erhalten konkrete Förderung. »Technik im Dienst des Evangeliums« heißt ein weiterer Schwerpunkt, bei dem es vor allem um Unterstützung im Computerbereich geht. Mit Robert Vogel ist seit rund zwei Jahren ein junger sächsischer IT-Techniker im Land tätig, da auch in Papua-Neuguinea die Vernetzung von Projekten und Mitarbeitern über das Internet immer wichtiger wird. Und bei dem besonders von sächsischen Christen unterstützten Projekt »Solarlampen für Hochgebirgsdörfer« fühlt sich das Missionswerk auch nach Abschluss für die Folgekosten verantwortlich. Dazu gehöre etwa der Austausch defekter Akkumulatoren.

Doch Partnerschaft ist keine Einbahnstraße. Die Leipziger erwarten deshalb im kommenden Jahr Besuch aus verschiedenen Partnerländern, auch aus »PNG«. Im Rahmen des Projektes »Mission to the North« werden die Gäste zum 175-jährigen Bestehen des LMW im Jahr 2011 einen Blick hinter die Kulissen der deutschen Kirchen werfen und ihre Beobachtungen und Erfahrungen zum Thema Mission einbringen. »Da können wir mit Sicherheit viel lernen«, ist Tannhäuser überzeugt.

Harald Krille

www.lmw-mission.de