»I like Germany – es ist gut hier zu sein«

15. August 2010 von Gemeinsame Redaktion  
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Bischof  Giegere Wenge aus Papua- Neuguinea liegt die ­Ausbildung  der Jugend sehr am Herzen. (Foto: Armin Kühne)

Bischof Giegere Wenge aus Papua- Neuguinea liegt die ­Ausbildung der Jugend sehr am Herzen. (Foto: Armin Kühne)

»I like Germany – es ist gut hier zu sein«, sagt Giegere Wenge. Der neue Bischof von Papua-Neuguinea ist zum Antrittsbesuch nach Leipzig zum Lutherischen Missionswerk gekommen – am 7. März hatte ihn die ­Synode seiner Landeskirche zum Bischof gewählt. Und er ist beeindruckt davon, dass er vieles, was er über die Geschichte Deutschlands und die Reformation wusste, nun mit eigenen Augen sehen kann.

Neuguinea verstehe sich als christliches Land, erzählt er. Als es 1975 seine Unabhängigkeit erklärte, wurde das in der Verfassung festgeschrieben. 1,3 Millionen der 6,5 Millionen Einwohner sind Lutheraner. Ende des 19. Jahrhunderts sind die ersten Missionare ins Land gekommen – zunächst aus dem bayerischen Neuendettelsau, später aus Leipzig. »Sie ­haben bis in die 1960er Jahre die pastorale Arbeit in unserer Kirche geleistet«, so der Bischof. Erst danach habe die Kirche auch Einheimische ausgebildet. Heute tun 1000 Pfarrer in dem drittgrößten Inselstaat der Welt Dienst.

Gut ausgebildete Mitarbeiter sind dem Bischof wichtig. Und dafür zählt er auf die Unterstützung seiner Partner in Deutschland. Drei Deutsche sind zurzeit als Ausbilder und Lehrer in Papua-Neuguinea: die Pfarrer Rolf Strobelt und Uwe Hummel als Dozenten am Theologischen Seminar Ogelbeng in Mount Hagen und Robert ­Vogel, um die Computer der Kirche zu betreuen und die Mitarbeiter dafür zu schulen.

Überhaupt ist die Fürsorge für seine Mitarbeiter ein großes Anliegen des Bischofs. »Sie bekommen wenig Geld und können sich deshalb nicht hundertprozentig ihren Aufgaben widmen«, erzählt er. Denn die Pfarrer werden von ihren Gemeinden bezahlt und die haben selbst wenig. Dazu kommt, dass sich die Menschen in ­Papua-Neuguinea von dem ernähren, was auf dem eigenen Land wächst. »Aber die Pfarrer werden ausgesendet und verlassen ihre Heimat.«

Dass seine Kirche wirtschaftlich auf eigenen Füßen stehen muss, ist dem Bischof bewusst. Hilfe von den deutschen Partnern erwartet er vor allem bei einzelnen Projekten wie der Aktion »Licht ins dunkle Tal«, bei der 3000 Solarlampen mit Hilfe von Spenden aus Deutschland in die entlegenen Dörfer des Hochlands gebracht und dort montiert wurden. Neuestes Projekt ist die Anschaffung von Musikinstrumenten für die Jugendarbeit. Dafür ist das Jugenddankopfer der Evangelischen Jugend Sachsens von 2009 bestimmt. Überhaupt liegt die Jugendarbeit dem Bischof sehr am Herzen. Die Kirche lege sehr viel Wert darauf, dass Jugendliche nicht nur eine gute Ausbildung erhielten, sondern auch eine christliche Erziehung, sagt er. Dabei unterstütze die Regierung die Schulen in kirchlicher Trägerschaft.

Dass die Frauen in seinem Land noch unter strukturellen Ungerechtigkeiten leiden, ist dem Bischof besonders bewusst. Es sei eine sehr von Männern dominierte Gesellschaft. »Dass muss geändert werden«, so ­Bischof Wenge. Immerhin könnten Frauen unterdessen auch eine theologische Ausbildung absolvieren. Ins Pfarramt ordiniert werden sie jedoch noch nicht. »Das muss Schritt für Schritt passieren.« Überstürztes Handeln nützte den Frauen nichts.

Christine Reuther