»Handgepäck an Gebeten«

Wie Margot Käßmann das Gespräch mit Gott sucht

Margot Käßmann ist Luther-Botschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland. Gerade hat sie ein Buch herausgebracht mit dem Titel »Beten mit Luther. Texte für den Alltag«. Andrea Seeger und Martin Vorländer haben mit ihr über das Thema Gebet gesprochen.

Frau Käßmann, wie beten Sie?
Käßmann:
Mir sind vor allem das Morgen- und das Abendgebet wichtig. Martin Luther hat das sehr schön mit dem Morgen- und Abendsegen in Worte gefasst. Mir tut es gut, den Tag zu beginnen mit einem kurzen Innehalten: Ich nehme diesen Tag aus Gottes Hand. Und abends den Tag zurückzugeben in Gottes Hand. Natürlich schaffe ich das nicht jeden Tag. Aber ich finde es einen schönen Rhythmus, und ich bemühe mich darum. Dann spreche ich gern ein Tischgebet, um vor dem Essen innezuhalten und Dankbarkeit Gott gegenüber zu zeigen dafür, dass wir essen können.

Margot Käßmann – Lutherbotschafterin und Beterin. Foto: ekd

Margot Käßmann – Lutherbotschafterin und Beterin. Foto: ekd

Haben Sie ein Lieblingsgebet?
Käßmann:
Mein Lieblingsgebet ist und bleibt das Vaterunser. Ich bin immer wieder fasziniert, dass alles in so wenigen Worten zusammengefasst ist. Wir kennen ja Gebete, die lang sind und länger werden. Das Vaterunser sagt in sieben Bitten alles. Und es wird durch zwei Jahrtausende hindurch gebetet. Da fühle ich mich verbunden mit Menschen, die beten: mit denen, die zu anderen Zeiten gebetet haben, und denen, die heute an anderen Orten beten. Dieses Gebet geht um die Welt.

Luthers Morgen- und Abendsegen konnte die Generation unserer Großeltern oft noch auswendig …
Käßmann:
Ich wünsche mir, dass jeder Mensch ein paar Gebete auswendig kann. In Situationen, in denen es dir die Sprache verschlägt, brauchst du die Worte anderer. Worte, die manchmal größer sind als die Worte, die wir in so einer Situation finden. Als ich mit Eltern an der Bahre ihres toten Kindes stand, war ich froh, das Vaterunser sprechen zu können. Alles, was ich gesagt hätte, wäre völlig fehl am Platz gewesen. In das Vaterunser konnten die Eltern einstimmen. Ich finde, so ein kleines Handgepäck an drei, vier Gebeten, die der Mensch mit ins Leben nimmt, für Zeiten großer Dankbarkeit und Zeiten großer Not oder großer Angst – das hilft.

Und Ihr Handgepäck wäre das Vaterunser, das Morgen- und Abendgebet?
Käßmann:
Ja, das ist mein Handgepäck. Und der Psalm 23 wäre noch schön.

Die andere Seite der Reformation

13. Mai 2014 von Gemeinsame Redaktion  
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Ausstellung: Auf dem sächsischen Schloss Rochlitz werden die Frauen der Reformation geehrt

Eine Ausstellung auf Schloss Rochlitz stellt weibliche Persönlichkeiten des 16. Jahrhunderts vor. Im Fokus steht Elisabeth von Rochlitz.

Die Geschichte der Reformation in Deutschland wird bislang von Männern dominiert. Spätestens mit der aktuellen Sonderausstellung auf Schloss Rochlitz (Landkreis Mittelsachen) muss umgedacht werden. Unter dem Motto »eine STARKE FRAUENgeschichte« kann der Besucher auf dem für 18,5 Millionen Euro sanierten Schloss Lebenswege von Frauen des 16. Jahrhunderts verfolgen. Mit der am 1. Mai eröffneten Schau dürfte sich das Bild der Reformation als einem rein männlich geprägten Ereignis verändern. Bis Oktober werden rund 50 000 Besucher erwartet.

Insgesamt rund 300 Exponate zeigt die Reformationsausstellung, vor allem Gemälde und Dokumente. Foto: epd-bild

Insgesamt rund 300 Exponate zeigt die Reformationsausstellung, vor allem Gemälde und Dokumente. Foto: epd-bild

Im Fokus stehen unangepasste und lange Zeit vergessene Frauen der Reformation. Eine Ausnahme ist wohl Luthers Frau, die weithin bekannte Katharina von Bora (1499–1552). Die Ausstellung würdigt die ehemalige Nonne als Teil der reformatorischen Bewegung. Zu sehen sind etwa drei Kopien des Eherings der »Lutherin« aus Gold und Rubin von 1525 und ein Teil des Weihwasserbeckens aus dem Kloster Nimbschen bei Grimma, wo sie einst lebte.

Im Zentrum der Schau aber steht Herzogin Elisabeth von Rochlitz (1502 bis 1557), die vor Ort zwischen 1537 und 1547 wirkte und eine der einflussreichsten Frauen der reformatorischen Aufbruchszeit war. Die Tochter eines hessischen Landgrafen wurde bereits mit drei Jahren dem damals fünfjährigen Sohn Johann des sächsischen Herzogs Georg, einem Gegner der Reformation, versprochen. Im original erhaltenen Ehevertrag von 1505 sind zahlreiche Einzelheiten festgehalten. Kaum zu glauben, dass dieses Papier ihr später die persönliche Freiheit brachte. Denn Elisabeth überlebte ihren Mann und laut Vertrag durfte sie nach seinem Tod auf Schloss Rochlitz residieren. Die sogenannte Eheberedung würde heute rund zehn A4-Seiten füllen, sagt der Dresdner Historiker André Thieme. Vor allem wegen seiner Ausführlichkeit sei das Pergament so wertvoll.

Im Prolog der Ausstellung wird aber auch der zeitgenössische Protest aufgegriffen, etwa der von Femen in Paris. Nicht zuletzt erklären bewegte Comics die Errungenschaften der Reformation kurzweilig und witzig, auf eine angenehm unkonventionelle Weise. Hier wird Geschichte mit Strichmännchen verständlich erzählt. Auch Elisabeths Leben ist mit einem Comic animiert.

Insgesamt rund 300 Exponate zeigt die Reformationsausstellung auf rund 1 300 Quadratmetern. 200 Originale sind zu sehen, darunter vor allem Gemälde und Dokumente. 83 Leihgeber haben sich beteiligt.

Inhaltliche Grundlage der Präsentation sind zahlreiche überlieferte Briefe der Herzogin. Dabei stehe die Erforschung ihrer Korrespondenz erst am Anfang, sagt Thieme. Schätzungsweise 10 000 Briefe der Reformatorin, die für brisante Botschaften sogar eine Geheimschrift entwickelte, seien erhalten. Empfänger ihrer Schreiben waren etwa die mächtigsten Fürsten der damaligen Zeit.

Die wissenschaftliche Aufbereitung ist Thieme zufolge eine »Herkulesaufgabe«. Bisher seien erst etwa 200 Briefe ediert. Sie seien jedoch eine »fantastische Quelle für den höfischen Alltag und die damalige Mentalität«. Zugleich ermöglichten die Briefe eine späte Rehabilitierung der Elisabeth von Rochlitz, die 1537 in ihrem Gebiet die Reformation einführte.

Ein Höhepunkt der Ausstellung ist der Raum, wo die Reformatorin vermutlich ihre Texte verfasst hat. Neben einigen Originalen werden auch ihre einflussreichen Adressaten vorgestellt. »Die Briefe werden eine steile Karriere machen«, ist Thieme überzeugt. »Es wird keine Geschichte der Reformation mehr geben ohne die Elisabeth und ihre Briefe.«

Die Schau widmet sich auch der neuen Kunst der Reformationszeit, eine Folge veränderter Rollenbilder der Geschlechter. Die Frau als Verführerin spiele eine Rolle oder etwa die Familie als ein Ergebnis der reformatorischen Bewegung, so Kurator Dirk Welich. Auffallend für diese Zeit seien zahlreiche Darstellungen der biblischen Heldin Judith, die durch verführerische List dem assyrischen Heerführer Holofernes den Kopf abschlug und so eine ganze Stadt vor der völligen Zerstörung bewahrte. Zu sehen sind mehrere Judith-Gemälde, darunter von Lucas Cranach d. Ä. (1472 bis 1553), aber auch Darstellungen der Heldin auf Alltagsgegenständen wie Ofenkacheln oder Bierkrügen.

Katharina Rögner (epd)

Die Ausstellung »eine STARKE FRAUENgeschichte – 500 Jahre Reformation« auf Schloss Rochlitz ist vom 2. Mai bis 31. Oktober, täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Die Stadt der Bibel und ihre Schätze

4. Februar 2014 von Gemeinsame Redaktion  
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Die Heilige Schrift: In Stuttgart befindet sich die drittgrößte Bibelsammlung der Welt

Hinter einer dicken Panzertür lagern alte Drucke mit Millionenwert. Ein Besuch im unterirdischen Reich der überirdischen Schriften.

Nur zwei Worte brauchte ein britischer Experte im Herbst 1996, um den Sensationsfund zu bestätigen, der bald darauf die Fachkreise in Aufruhr versetzte: »No doubt.« –

»Kein Zweifel.« Soeben hatte man die einzige vollständige Ausgabe der ersten gedruckten englischen Bibel entdeckt, die schon Shakespeare verwendete. Sie lag in der Württembergischen Landesbibliothek und war über Jahrhunderte hinweg unerkannt geblieben. Seither ist die Übersetzung des Neuen Testaments von William Tyndale aus dem Jahr 1526 wohl das wichtigste Buch von Stuttgart. Doch das Wertvollste ist es keineswegs.

Christian Herrmann, Leiter der Abteilung Alte und Wertvolle Drucke, mit einer kolorierten Koberger-Bibel (Nürnberg 1483). Foto: Fabian Kramer

Christian Herrmann, Leiter der Abteilung Alte und Wertvolle Drucke, mit einer kolorierten Koberger-Bibel (Nürnberg 1483). Foto: Fabian Kramer

Umgeben von grünen Metallgittern erstreckt sich der Bereich der berühmten Bibelsammlung im zweiten Untergeschoss des Bibliotheksgebäudes. Die Luft ist 18 Grad kühl. Besucher haben hier keinen Zutritt. Mehr als einen Laufkilometer an Regalen füllen die fast 20 000 Bände. Lediglich in London und Cambridge gibt es noch größere Bestände. Den Grundstein für diese einzigartige Kollektion legte der württembergische Herzog Karl Eugen (1728–1793), der ein notorischer Bücher- und Frauennarr war. »Böse Zungen behaupten, dass er bei seinem Tod 8 000 Bibeln und 250 uneheliche Kinder hinterließ«, meint der jetzige Abteilungsleiter Christian Herrmann schmunzelnd.

Und er erzählt, wie die Sammlung weiter wächst. Das liegt vor allem an der langen Tradition der Bibelherstellung in dieser Gegend, die mit dem schwäbischen Luthertum und Pietismus begann und bis heute andauert. Ungefähr drei Viertel aller deutschsprachigen Ausgaben der Heiligen Schrift stammen aus Stuttgart, das sich selber »Stadt der Bibel« nennt. Die ortsansässige Deutsche Bibelgesellschaft, die 2012 ihren 200. Geburtstag feierte, gibt neben unzähligen Übersetzungen nicht zuletzt jene Editionen des hebräischen und griechischen Originaltextes heraus, mit denen Wissenschaftler in aller Welt arbeiten. Auch das Katholische Bibelwerk hat sich am Neckar niedergelassen.

Deshalb findet man das göttliche Wort in den Stuttgarter Katakomben in mehr als 640 Sprachen. Seine kostbarsten Schätze verbirgt Bibliothekar Herrmann in einem mehrfach gesicherten, extra klimatisierten Tresorraum, den er nur ausnahmsweise öffnet. Dort liegt auch ein Band aus den Anfangsjahren der Druckkunst, dessen bloßer Kurzname das Herz von Philologen höher schlagen lässt, eine »B36«. So lautet der Fachbegriff für eine 36-zeilige Bibel, die um 1461 in Bamberg entstand. Aufgrund ihrer Seltenheit ist sie wahrscheinlich das teuerste gedruckte Buch überhaupt. Der Versicherungswert beträgt 15 Millionen Euro.

Für den Fall, dass eines der Sammlungsstücke alterungs- oder benutzungsbedingt beschädigt ist, betreibt die Bibliothek eine eigene Restaurierungswerkstatt. Dort werden mit Zahnarztbesteck Wurmlöcher gefüllt, mit selbst gekochtem Weizenkleister Buchrücken geklebt, mit Pergamenten aus Schafs-, Ziegen- und Kalbsleder Seiten ausgebessert. Doch eigentlich sind die Bände von früher oft langlebiger als solche jüngeren Datums, da das Papier ehemals nicht aus säurehaltigem Holzstoff, sondern aus gebrauchten Textilien, mittelhochdeutsch »Hadern«, hergestellt wurde.

Kürzlich lag hier auf der Werkbank eine der neuen Bibliothekserwerbungen, die sogenannte Prinzessinnenbibel von 1591, mit abgeschabtem Ledereinband, angebrochener Deckelverbindung und Wasserschäden. Inzwischen ist sie restauriert und in den Bestand aufgenommen. Eine Eigentümerliste auf der ersten Seite erinnert noch immer an die bewegte Vergangenheit des Folianten, der einst von einer hiesigen Adelstochter an eine Schweizer Familie verkauft worden war.

Allerdings gab es auch Zeiten, in denen die Herkunft mancher Heiligen Schrift bewusst verschleiert wurde, gerade wenn es sich um eine jener landessprachlichen Fassungen handelte, welche vielerorts die Reformatoren anfertigten. Sammlungsleiter Herrmann erläutert, wie einige dieser Ausgaben, die anfangs kirchlich verboten waren, zur Tarnung ein falsches oder gar kein Titelblatt trugen. Inzwischen kann man bisweilen anhand von Illustrationen oder Ähnlichem nachvollziehen, wer die Urheber waren.

Von den Wirren der Epoche der Kirchenspaltung zeugt ein kleines, unscheinbares Bändchen, das Christian Herrmann aus dem Regal zieht. Es ist ein kroatisches Neues Testament, geschrieben im ersten slawischen Alphabet, aus einer schwäbischen Druckerei. Sein Übersetzer Primus Truber musste nach Deutschland fliehen, nachdem er in seiner Heimat Slowenien exkommuniziert worden war. Er starb in Tübingen bei Stuttgart. »Und Truber ist der einzige Theologe, dessen Gesicht eine Euro-Münze ziert«, ergänzt Herrmann.

Weniger Glück hatte der zu Beginn erwähnte William Tyndale. Ihn ereilte am Ende dasselbe Schicksal wie die meisten seiner Bibelübersetzungen vor ihm: Er wurde verbrannt. Indes fanden seine letzten Worte Erhörung: »Herr, öffne die Augen des Königs von England!« Mittlerweile ist die 1611 erschienene King James Bible, die zu 80 Prozent auf Tyndales Version beruht, wohl das meistgedruckte Buch der Welt.

Fabian Kramer

Unsere Existenz – Gottes Treuebeweis

28. Juli 2013 von Gemeinsame Redaktion  
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Von der Treue im Kleinen und von Gottes großer Treue

Unübersehbar erinnert ein großes Transparent vom Kirchturm in Borna bei Leipzig an: »500 Jahre Martin Luther – 1517 – Thesenanschlag zu Wittenberg.« Das nenne ich »Treue«! Treue des Protestantismus. Unsere evangelische Kirche bekennt sich also bis heute zu den Protesten Luthers, die sich gegen Verzerrung und willkürliche Auslegung biblischer Lehren richteten. Luther weist auf die Bibel. Die Treue zur Heiligen Schrift bedeutete dem Reformator alles. Er war dafür bereit, in Worms sein Leben aufs Spiel zu setzen. Nur ein biblischer Gegenbeweis hätte ihn zum Widerruf bewegt. Welch Lehrstück!

Luther Treue zur Heiligen Schrift prägt den Protestantismus bis heute: Ein Relief am Sockel des Eislebener Lutherdenkmals zeigt den Reformator bei der Übersetzung der Bibel auf der Wartburg. Foto: Archiv

Luther Treue zur Heiligen Schrift prägt den Protestantismus bis heute: Ein Relief am Sockel des Eislebener Lutherdenkmals zeigt den Reformator bei der Übersetzung der Bibel auf der Wartburg. Foto: Archiv

Sein »Vierfaches Allein« prägen den Protestantismus wie den Pietismus bis heute: Allein die Gnade; Allein Jesus Christus; Allein der Glaube; Allein die Heilige Schrift.

Bei aller Positionssuche heute hat sich diese Lutherposition nicht geändert. Unter dem Wort »Treue« im Internet steht: »fest sein, sicher sein, vertrauen, hoffen, glauben, wagen«. Treue wird als eine Tugend bezeichnet, welche Verlässlichkeit einem anderen gegenüber ausdrückt.

In der revidierten Fassung der Lutherbibel von 1984 begegnet »Treue« im Guten etwa 220-mal, wobei die Treue Gottes überwiegt. Wie ein roter Faden zieht sie sich durch beide Testamente. Das »Lied des Mose« in 5. Mose 32,3/4, jubelt: »Denn ich will den Namen des Herrn preisen. Gebt unserm Gott allein die Ehre! Er ist ein Fels. Seine Werke sind vollkommen; denn alles, was er tut, das ist recht. Treu ist Gott und kein Böses an ihm, gerecht und wahrhaftig ist er.«

Treue in Familie und Gesellschaft

Paulus schreibt als erstes den Korinthern (1. Kor. 1,9): »Denn Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn.«

Ein Treuebeweis Gottes ist unsere Existenz. Hätte Gott nicht allen Grund, die Geduld mit uns Menschen zu verlieren? Wie oft schenkte er uns eine »zweite Chance« und wie selten haben wir aus Erfahrung gelernt. In den Klageliedern Jeremias 3,22f heißt es: »Die Güte des Herrn ist’s, dass wir nicht gar aus sind, seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß.« Wir haben unser Leben der Treue Gottes zu verdanken!

Treue ist der biblische Qualifikationsmaßstab für Mitarbeiter. »Nun fordert man nicht mehr von den Haushaltern, als dass sie für treu befunden werden.« (1. Korinther 4,2) Dazu gehört die Treue im Alltag, im Miteinander der Familie, Gemeinde und Gesellschaft. »Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Geringsten ungerecht ist, der ist auch im Großen ungerecht.« (Lukas 16,10)

Als Junge musste ich einmal auf Anweisung meiner Mutter fünf Pfennige, die ich beim Wechseln vom Bäcker zu viel erhalten hatte, zurückbringen. Das war ein heilsames Lehrstück für mein ganzes Leben.

Die »Treue im Kleinen« ist ein Übungsfeld für große Aufgaben.

Zur Treue gehören noch andere göttliche Eigenschaften. Was wäre Liebe ohne Treue? Schwächelt die Liebe, stabilisiert die Treue oder umgekehrt. Schon Jakob bat seinen Sohn Josef ihn aus Liebe und Treue nicht in Ägypten zu begraben (1. Mose 47,29).

Als David seinen Gegner Saul zur Rede stellt, spricht er von Gerechtigkeit und Treue. Ein andermal von Barmherzigkeit und Treue oder von Gnade und Treue. Die Psalmen erzählen von Güte und Treue Gottes. Welch ein treuer Gott!

Wie lange hält er das durch? Wird unsere Untreue seine Treue begrenzen? Paulus klärt das: »Dass aber einige nicht treu waren, was liegt daran? Sollte ihre Untreue Gottes Treue aufheben? Das sei ferne!« (Römer 3,3/4a)

Dennoch gilt hier Dietrich Bonhoeffers Warnung von der »Billigen Gnade«. Jesus stand als Einziger zur Ehebrecherin, aber er sagte ihr auch: »Tu’s nicht wieder.« (Johannes 8,11)
Unmissverständlich steht in der Bibel: »Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.« (1. Johannes 1,9)

Hervorzuheben ist auch Gottes Treue zu seinem Wort und zu seinem Volk. »Denn der HERR wird sich über Jakob erbarmen und Israel noch einmal erwählen und sie in ihr Land setzen.« (Jesaja 14,1) – Welch eine Liebes­erklärung!

Weil Gottes Treue berechtigte Hoffnung bewirkt, abschließend ein Vers aus dem Hebräerbrief 10,23: »Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken; denn er ist treu, der sie verheißen hat.«

Stefan Püschmann

Der Autor lebt in Chemnitz. Vor dem Eintritt in den Ruhestand war er Referent im Sächsischen Jugendverband »Entschieden für Christus« des sächsischen Gemeinschaftsverbandes.

Luther feierte Neujahr gleich zweimal

7. Januar 2013 von Gemeinsame Redaktion  
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Brauchtum: Der lange Weg zur Einheit – Katholiken und Protestanten hatten einst unterschiedliche Kalender

Was den Kalender und den Jahresbeginn anbetraf, so herrschte im mittelalterlichen Europa ein heilloses Durcheinander. Ein Beitrag über den Siegeszug des ­Gregorianischen Kalenders.

Der Kalender teilt unsere Zeit in Tage, Monate und Jahre. Er ist meist am Sonnenlauf oder Mondstand orientiert. Zwölf Monate weist das Jahr heute aus, das gewöhnlich aus 365 Tagen besteht. Doch weil das Jahr einen Viertel Tag länger ist, schieben wir alle vier Jahre ein Schaltjahr ein. Jahresschluss ist der 31. Dezember, Jahresbeginn der 1. Januar. Silvester und Neujahr aber markierten diese Daten nicht immer.

Ausgestattet mit Kostümen aus Pflanzenteilen und Kuhglocken ziehen die sogenannten »Silvesterchläuse« am 13. Januar durch die Dörfer im schweizerischen Kanton Sankt Gallen. Der Brauch erinnert daran, dass auch in Europa das neue Jahr längst nicht immer am gleichen Termin begann. Foto: picture alliance

Ausgestattet mit Kostümen aus Pflanzenteilen und Kuhglocken ziehen die sogenannten »Silvesterchläuse« am 13. Januar durch die Dörfer im schweizerischen Kanton Sankt Gallen. Der Brauch erinnert daran, dass auch in Europa das neue Jahr längst nicht immer am gleichen Termin begann. Foto: picture alliance

»Silvesterchläuse« nennt sich der bunte Maskentrupp, der noch heute jährlich am 13. Januar singend und lärmend durch die Täler im Schweizer Kanton Appenzell streift. Dann erst nämlich feiert das protestantische ­Urnäsch dort den Jahresschluss. Der eidgenössische Mummenschanz ist für jeden sichtbarer Beleg, dass der Jahresbeginn nicht immer gleich war. Schon in der Steinzeit hatten die Menschen ihr Leben an Phänomenen wie der Tagundnachtgleiche oder der Winter- und Sommersonnenwende orientiert. Zu den ersten ­richtigen Kalendermachern gehörten schließlich Babylonier und Ägypter. Auch Juden und Römer hatten ihre ­eigene Zeitrechnung.

Das römische Jahr begann am 1. März

So begann das römische Jahr einst am ersten März. Daran erinnern bis heute unsere Monatsnamen. So wurde der siebte Monat zum September, der achte zum Oktober und der zehnte zum Dezember. Januar und Februar gab es damals im Kalender offiziell nicht, da in dieser Zeit nicht gearbeitet wurde. Sogenannte »ungezählte Tage« füllten diese Lücke. Erst anno 720 vor Christus traten Januar und Februar an ihre Stelle. Mit 355 Tagen aber war das Jahr damals erheblich kürzer als heute, sodass man alle zwei Jahre mitten in den Februar einen Schaltmonat setzte. Ein kompliziertes und vom Volk kaum verstandenes Kalendersystem!

Mitte des zweiten vorchristlichen Jahrhunderts wurde der Kalender reformiert, der Jahresbeginn auf den ersten Januar gesetzt. Doch die römischen Herrscher verlängerten oder kürzten immer wieder den Jahreslauf nach Gutdünken, ehe Julius Cäsar dem Wirrwarr ein Ende machte. Um das altrömische Jahr von seinen zehn Schalttagen zu befreien, verlängerte er die einzelnen Monate und fügte einmalig zwei Schaltmonate von zusammen 67 Tagen in den Kalender ein. Damit war der Julianische Kalender geboren, der aus dem Mondjahr endgültig ein Sonnenjahr gemacht hatte.

Festlegung des Geburtsfestes Christi

Die römischen Provinzen aber feierten den Jahreswechsel unterschiedlich weiter. So terminierte man in Kleinasien den Jahresbeginn auf den 23. September, den Geburtstag des Kaisers Augustus. In Ägypten fiel das Neujahrsfest auf den 29. August, an dem die Koptische Kirche im Oberen Niltal noch heute ihr liturgisches Jahr beginnt.

Aber auch im Kern Europas war der Jahresauftakt nicht einheitlich: Nachdem die Kirche im 4. Jahrhundert die Geburt Jesu auf den 25. Dezember festgelegt und damit die Grundlagen für unser Weihnachtsfest geschaffen hatte, galt in den kirchlichen Kanzleien der Geburtstag des Herrn als Neujahrstag. Vermutlich wollte die Kirche mit der Festlegung des Geburtsfestes Christi auf den 25. Dezember die am gleichen Tag stattfindenden Feiern zu Ehren des heidnischen Sonnengottes Mithras abwerten, den vor allem die römischen Soldaten verehrten. Der Feiertag für den Sonnengott wurde zum »Geburtstag der unbesiegbaren Sonne« umgedeutet, mit der damals Christus gemeint war.

Den Konflikt um den Beginn des Jahres aber löste auch die Festsetzung des Christ-Geburts-Festes nicht. Im Gegenteil: Während in den meisten deutschen und polnischen Erzbistümern, in Oberitalien, Ungarn und der Nordschweiz, Weihnachten zum neuen Jahresanfang wurde, fiel er in Teilen Frankreichs, später auch in England auf den 25. März, den Tag Mariä Verkündigung. Die Engländer hielten an dieser Zählung übrigens bis 1752 offiziell fest. Ähnlich ging es im Bistum Lausanne und im niederländischen Delft zu, wo man ebenfalls, wie in weiten Teilen Spaniens und Portugals, den 25. März als Neujahrstag feierte. Wieder eine andere Jahreseinteilung gab es in Köln, wo Kurienbeamte den Jahresauftakt auf Ostern gelegt hatten – eine Zählung, der sich Frankreich, Burgund, das Bistum Genf und Teile der Niederlande anschlossen.

Der von den heidnischen Römern bestimmte 1. Januar jedenfalls, darin waren sich fast alle Länder einig, war als Jahresauftakt eines Christenmenschen unwürdig. Eine Meinung, die 576 auch das Konzil von Tours teilte, das jedem, der an diesem Datum festhielt, mit der Exkommunikation drohte. Erst im 13. Jahrhundert besannen sich die ersten deutschen Städte auf die Vorzüge des Julianischen Kalenders. Zuerst Frankfurt, dann auch Münster und Augsburg. Länder wie Frankreich und die Spanischen Niederlande folgten. Für Martin Luther gab es deshalb gleich zwei Jahresanfänge, einen weltlichen am 1. Januar (»newer iars tag«) und einen geistlichen am 6. Januar, dem Fest der Taufe Jesu (»unsers Herrn Tauftag, der recht New jars tag«).

Um 11 Minuten und 14 Sekunden zu lang

Der Julianische Kalender aber hatte das Problem, dass nach seiner Rechnung das Jahr um 11 Minuten und 14 Sekunden zu lang war, was zu einer zunehmenden Abweichung vom Sonnenlauf führte. Papst Gregor XIII. schuf deshalb einen neuen Kalender, bei dem auf den 4. Oktober (julianisch) anno 1582 direkt der 15. Oktober (gregorianisch) folgte. Allerdings nahmen anfangs nur die katholischen Länder – voran Spanien, Portugal, Italien und Polen – die Reform an. Frankreich und Lothringen folgten. Die Niederlande konnten sich nicht eindeutig entscheiden – und in Skandinavien hörte ohnehin kaum jemand auf den Papst. Auch im Deutschen Reich war der Widerstand der Protestanten gegen den Gregorianischen Kalender groß. Folglich feierten Katholiken und Protestanten nebeneinander her, fand Weihnachten in katholischen Haushalten zehn Tage vor dem Fest in protestantischen Familien statt. Schließlich legten die protestantischen deutschen Fürsten einen eigenen »verbesserten Kalender« vor, den auch die protestantischen Kantone der Schweiz und die Skandinavier schließlich übernahmen.

Ausdehnung der Woche auf zehn Tage
Heillos durcheinander waren im Mittelalter so Europas Kalender. Auch als Papst Innozenz XII anno 1691 den Jahresbeginn seitens der katholischen Kirche offiziell auf den 1. Januar festlegte, bestärkte das die protestantischen Regionen erneut in ihrer Ablehnung des päpstlichen Kalenders. Zuletzt starteten die Franzosen eine Kalenderreform, deren Revolutionstruppen 1793 gesetzlich eine neue Jahreseinteilung verfügten. Zwölf Monate mit jeweils 30 Tagen hatte ihr Kalender, dem fünf (in Schaltjahren sechs) Tage angehängt wurden. Zum Jahresbeginn wurde die herbstliche Tagundnachtgleiche Mitte September bestimmt. Außerdem wurde die Woche auf zehn Tage ausgedehnt, der Tag nicht mehr in 24, sondern nur noch in zehn Stunden eingeteilt, die aus je 100 Minuten bestanden.

Doch schon wenig später musste Napoleon den Kalender und seine ­Dezimaluhr wieder abschaffen, hatten sich doch Bauern und Handwerker nicht mit der langen Arbeitswoche abfinden können. Auf Dauer war so der Siegeszug des Gregorianischen Kalenders nicht zu stoppen, zumal die päpstliche Kalenderreform auch auf der anderen Seite der Erdkugel immer mehr Wirkung zeigte. Japan rechnet seit 1872 gregorianisch, Griechenland seit 1923. Türken, Ägypter und Araber übernahmen 1972 die gregorianische Zählweise. Spätestens als China 1949 die neue Zeitrechnung einführte, war der 1. Januar rund um die Welt zum Neujahrstag geworden.

Günter Schenk

Den Glauben zum Klingen bringen

10. Juni 2012 von Gemeinsame Redaktion  
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Dirigent der Reformation: Martin Luther – Glaubensmusiker (Teil 1)

Die Evangelische Kirche in Deutschland hat im Vorfeld des Reformationsjubiläums 2017 den Schwerpunkt in diesem Jahr auf »Reformation und Musik« gelegt. Eine Serie stellt Komponisten und Liederdichter von der Reformation bis zur Gegenwart vor, deren Kunst ein reformatorisch inspirierter Glaube geprägt hat.

Ob als Bläserklang, Orgelsatz oder in einer Kantate – der Choral ist ein wichtiges Element eines reformatorisch inspirierten Glaubens, der klingen will. Entscheidenden Einfluss auf das Kirchenlied hatte Martin Luther (1483–1546), ohne dessen Musikalität die Reformation gewiss einen anderen Verlauf genommen hätte. Theologie war für den Mönch und Professor der Bibelwissenschaft keine kühle Kopfarbeit, sondern leidenschaftlich. Die Kraft der Bibel entfaltet sich seiner Ansicht nach gerade dann, wenn sie hörbar wird. Das sollte auch für den Gottesdienst gelten. 1525 schrieb der Reformator: »Ich möchte, wir hätten möglichst viele deutsche Lieder, die das Volk in der Messe singt, aber noch fehlt es an Dichtern.« Er regt Freunde an, dichtet und komponiert auch selbst. Ihn leitet ein Gedanke, der sich heute vielleicht als Konsumkritik bezeichnen ließe: Die Gläubigen sollten nicht etwa gehorsame Empfänger im Gottesdienst sein, sondern den Glauben selbst zum Klingen bringen können. So entstand das auf Deutsch gesungene Kirchenlied. Diese von Luther initiierte neue musikalische Farbe zog ihre Kraft aber doch auch wieder aus dem Alten. Er erfand nämlich eine Liedgattung, die ihm die biblischen Psalmen bescherten, die sogenannten Psalmgesänge. »Aus tiefer Not schrei ich zu dir« (EG 299), »Ach Gott, vom Himmel sieh darein« (EG 273) und weitere Psalmgesänge sind bis heute im Evangelischen Gesangbuch zu finden.

Foto: wikipedia

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Für Luther ist das Buch der Psalmen der musikalischste Ausdruck der Bibel, eine Kurzform des Christentums, ein »Sturmwind der Gefühle«, in dem »Saft, Kraft, Brunst und Feuer« zu finden sind. Auch Luthers wohl bekanntestes Lied »Ein feste Burg ist unser Gott« (EG 362) ist von einem Psalm inspiriert. Dieser Choral ist ­allerdings zuweilen als reformatorisches Kampflied missverstanden worden, Soldaten sollen das Lied singend in den Kampf gezogen sein. Die ursprüngliche Melodie, die heute leider nur noch selten gesungen wird, ist aber eigentümlich schwebend, von rhythmischer Energie und einer fast zerbrechlich wirkenden Grazie. Marschieren lässt sich darauf nicht.

»Ich liebe die Musik«, schrieb Luther 1530 in seiner Skizze über die Musik, die viel von seinem Gespür verrät, die Heilige Schrift als klangvoll zu ­erleben. Die Musik mache die Seelen fröhlich, verjage den Teufel, sie komme für ihn gleich nach der Theologie. »Das ergibt sich aus dem Beispiel Davids und aller Propheten, weil sie all das Ihre in Metren und Gesängen überliefert haben.«

Auch Luther selbst hat das Seine in Metren und Gesängen überliefert, denn seine Sprache ist rhythmisch, bildreich und oftmals sehr poetisch. Theologie in seinem Sinn ist ansatzweise immer musikalisch, kein abstraktes System, sondern immerwährende Auslegung der Bibel, ist soteriologisch orientiert und fragt damit stets danach, was das theologisch Gesagte und Gedachte für den Menschen bedeutet, ob es berührt, hilft, anrührt, rettet. Luthers Sprache ist den Psalmen und dem biblischen Hebräisch nicht unähnlich. Denn die hebräische Bibel ist ursprünglich niemals nur gelesen, sondern immer auch gesungen oder zumindest gemurmelt worden. Das ist der Ausgangspunkt eines reformatorisch inspirierten Glaubens: Niemand soll ohne Stimme sein. Die Musik ist dabei nicht etwa nur Dekoration oder Vermittlungshilfe ohnehin bereits feststehender Glaubenswahrheiten, sondern gehört konstitutiv zur Religion dazu.

Georg Magirius

Der Autor ist evangelischer Theologe. Seit 2000 arbeitet er als freier Schriftsteller und Journalist.

Literaturempfehlung
Magirius, Georg: Meister der Kirchenmusik, Agentur des Rauhen Hauses Hamburg, 48 S., ISBN 978-3-7600-0978-0, 3,00 Euro

Erleben, sehen und schmecken, wie gnädig der Herr ist

Jeden Sonntag zum Abendmahl – Ein Plädoyer für die regelmäßige und häufige Feier


 Das Abendmahl, wie es Christus ­eingesetzt hat,  ist das Zeichen,  das zum Wort  dazukommt und das Wort erklärt.  Ein Zeichen für die Gegenwart Christi. (Foto: epd-bild)

Das Abendmahl, wie es Christus ­eingesetzt hat, ist das Zeichen, das zum Wort dazukommt und das Wort erklärt. Ein Zeichen für die Gegenwart Christi. (Foto: epd-bild)

Eigentlich könnte in einer Kirche der Reformation alles so einfach sein. Verbum dei manet in aeternum. Gottes Wort gilt in Ewigkeit. So steht es an Hunderten von Kanzeln überall nicht nur in Europa. Und dann steht da glasklar am Anfang der Apostelgeschichte, dass die erste Gemeinde »in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten verharrte«.

Und für die Starrköpfigen steht es vier Verse später noch einmal und noch deutlicher, dass »sie täglich einmütig im Tempel verharrten und abwechselnd von Haus zu Haus das Brot brachen«.

Nun treffen sich die Gemeinden heute nicht mehr täglich, aber man dürfte annehmen, dass zumindest immer dann Abendmahl gefeiert wird, wenn sich die Gemeinde sonntags trifft. Denn für die Urchristen gehörte das Abendmahl, also das Zeichen für die Gegenwart Christi, so zum Gottesdienst wie das Wort und die Predigt und das Gebet.

Es gab Zeiten, in denen in den ­reformatorischen Kirchen ein oder zweimal im Jahr Abendmahl gefeiert wurde. Als ich 1988 meinen Dienst als Pfarrer begann, schlug ich im Gemeindekirchenrat vor, dass wir öfter, vielleicht einmal im Monat, Abendmahl feiern sollten. Die freundliche Stimmung kippte daraufhin sofort auf den absoluten Gefrierpunkt. Die mir herzlich verbundene Vorsitzende des Gemeindekirchenrates konnte sich zuerst wieder fassen und klagte bitter, verwundert und mit Entsetzen in der Stimme: »So sündig, Herr Pfarrer, sind wir nicht.«

In anderen evangelischen Gemeinden Deutschlands sagte man noch vor einiger Zeit: »Wer mehr als einmal im Jahr das Abendmahl nimmt, ist ­katholisch. Und die haben es nötig.« Das meint: Wer Gottes Wort hört, ist schon erlöst und gerechtfertigt und braucht dafür nicht auch noch das ­Sakrament. Das muss man heilighalten und sollte es nur selten und auch dann nur nach gründlicher Vorbereitung genießen.

Heute ist uns allen klar, dass das eine genauso falsche Lehre, also Irrlehre ist, wie eine andere. Diese katholische Lehre besagt, dass das Abendmahl ein Opfer der Kirche ist und dass es nur männliche, unverheiratete, in der durch Handauflegung bestätigten Nachfolge von Petrus tätige Priester spenden können.

Auch in der evangelischen Kirche ist die Irrlehre vom Abendmahl als der Arznei zur ewigen Seligkeit oder zur Unsterblichkeit weitverbreitet. Das Abendmahl aber, wie es Christus eingesetzt hat, ist das Zeichen, das zum Wort dazukommt und das Wort erklärt. Ein Zeichen, das dem Gläubigen nach dem Hören des Wortes nun auch ermöglicht, zu schmecken und zu sehen wie gnädig der Herr ist. Der Gottesdienstbesucher hat Gott durch sein Wort und, wenn er Glück und ­einen guten Pfarrer hat, auch in der Predigt gehört, nun kann er ihn im Abendmahl spüren.

Man könnte scharf sagen: Unsere Kirchen sind nicht nur leer gepredigt worden. Sondern weil man dort den Herrn auch in der Weise so wenig zu sehen und zu spüren bekommt, wie er es doch selber eingesetzt hat, kommen die Menschen nicht mehr gern in unsere Gottesdienste. Mir zumindest geht es so, dass ein Gottesdienst am Sonntag erst dann wirklich ein gültiges Erlebnis ist, wenn ich Abendmahl feiern konnte. Da das aber in evangelischen Kirchen meist eher Glück ist, haben mich meine Beine schon oft in die katholische Gemeinde getragen, weil man dort mittlerweile ebenso oft gute Predigten hört wie bei uns, aber in Bezug auf das Abendmahl eben ­sicher sein kann. Zudem haben in den vollen katholischen Kirchen die meisten auch ein lutherisches Abendmahlsverständnis, während es in unseren Kirchen mehrheitlich eher reformiert sein dürfte.

Für Luther war Jesus in, mit und unter Brot und Wein wirklich anwesend, während es für Zwingli und Calvin nur ein Zeichen ist.

Jesus wurde zu Lebzeiten als Fresser und Weinsäufer bezeichnet. Er hat in der nahen Erwartung des Reiches Gottes mit den Menschen, auch den ansonsten Ausgeschlossenen wie Zöllnern und Huren zusammengegessen und getrunken. Abendmahl und Gottes Wort gehört also sowohl nach Gottes Wort als auch nach unserem menschlichen Gefühl zueinander. Abendmahl gehört zur Fülle, ja mehr noch zur Vollkommenheit des Gottesdienstes. Gottesdienst ohne Abendmahl ist eigentlich eher nur Andacht. Denn das Wort braucht das Zeichen, weil das Wort Gottes uns Menschen zuliebe Mensch geworden ist.

Gott hat eben nicht nur geredet, sondern ist Mensch geworden. Dieser Mensch gehört zur Glaubhaftigkeit des Wortes dazu. Das Abendmahl ist nicht nur das Ausrufezeichen nach dem Wort, sondern es ist die Bestätigung des Wortes in unserer Wirklichkeit. Die, die oft zum Gottesdienst ­gehen, haben Hunger nach dem Zeichen, nach dem Abendmahl, ihnen ist die Zeit dafür nicht zu schade.

In meiner Kindheit war es üblich, dass im Anschluss an den Gottesdienst mit denen die noch blieben, die Sakramente gefeiert wurden, also Taufe oder Abendmahl. Diese unwürdige Praxis ist beendet worden. Es gibt erste Kirchen, in denen jeden Sonntag Abendmahl gefeiert wird. Die Sorge, dass weniger Menschen kämen, wenn Abendmahl gefeiert wird, hat sich als genauso falsch herausgestellt, wie die dahinterstehende Irrlehre.

Eine andere Abendmahlspraxis in unseren Kirchen wäre zudem ein Schritt nach vorn in der Ökumene. Nicht nur weil die anderen sehen würden, dass wir das Abendmahl so ernst nehmen wie sie, sondern weil auch wir uns ändern würden. Nicht mehr so intellektuell und wortbezogen, so weltabgewandt und abgehoben, würden wir unsere Gottesdienste feiern und unseren Glauben leben, sondern aus der uns mit Gottes Wort geschenkten Fülle.

Was werden da oft für seltsame, manchmal absurde Klimmzüge unternommen, um auf anderem Wege zu erreichen, was man verloren hat, als man auf das regelmäßige Abendmahl im Gottesdienst verzichtete. Mit dem Abendmahl erlebt man – oder könnte es zumindest –, dass die kommende Welt Gottes wirklich im Kommen ist.

Überall beginnen solche Prozesse zu häufigeren Abendmahlsfeiern oder werden zumindest Gespräche darüber geführt. Aber warum so zaghaft und langsam? Kirche die nicht regelmäßig Abendmahl feiert, ist nicht regelmäßig Kirche.

Steffen Reiche

Der Autor ist evangelischer Pfarrer in ­Berlin, bis 2009 war er Bundestagsabgeordneter.

Gott mutet auch sehr Schweres zu

11. September 2009 von Gemeinsame Redaktion  
Abgelegt unter Glaube und Alltag

Gottesbilder im Alten Testament (4): Gott und das Böse

In einer mehrteiligen Serie beschäftigen wir uns mit der Frage, wie die Bibel von Gott redet.

Die Bibel, vor allem das Erste Testament, interessiert sich nur ­wenig für den Teufel. In manche der biblischen Texte wird er hineinge-
deutet, ohne dass dies sachlich begründet wäre, wie bei der Schlange in 1. Mose 3.

Die Tatsache, dass im Christentum und teilweise auch im Judentum die Schlange mit dem Teufel identifiziert wird, führte zu einem sicherlich falschen Verständnis dessen, was sie in der Versuchungsgeschichte bedeutet. Hier wird gesagt: Der Mensch kann sich für Gut oder Böse entscheiden. Die Verantwortung liegt bei ihm, nicht bei einer externen bösen Macht.

Nachdenkenswert ist es, dass die Vorstellung vom personifizierten Bösen erst spät auftritt. In älteren Texten werden mit Gott gelegentlich »böse« Taten in Verbindung gebracht, die später auf den Teufel übertragen ­wurden: In 2. Samuel 24 ist es Gott, der David zur Volkszählung reizt, in 1. Chronik 21 der Satan. Der spätere Erzähler konnte sich Gott nicht mehr als denjenigen vorstellen, der etwas Böses, Verführerisches tut, deshalb nennt er den »Gegenspieler« als Verursacher. Aber es fällt auf, dass der hier »eingeführte« Satan im weiteren Lauf der Geschichte nicht mehr vorkommt. Offenbar ist er für ihr Verständnis nicht nötig.

Bemerkenswert bleibt: Beide Berichte wurden in die Bibel übernommen und dabei nicht angeglichen. Der Widerspruch wird ausgehalten, nicht ausgeblendet. Schwerer fiel es den Gläubigen in der Zeit, als die Chronik-Geschichte entstand, dagegen ganz offenbar, in Gott auch den Verursacher des Bösen auf der Welt zu ­sehen. Gott als der ausschließlich Gute – ein Glaubenssatz, der bis in ­unsere Zeit reicht und nicht wenige Texte des ­Alten Testamentes ausblendet. Dass Gott das Böse zulässt, ist ­unstrittig. Dass er es aber verursachen kann, mag uns eine fremde Vorstellung sein.

Und doch findet sie sich schon beim ältesten Propheten der Bibel, bei Amos im dritten Kapitel. Im Rahmen diverser Fragen, bei denen die richtige Antwort auf der Hand liegt, wird auch das Unheil auf Gott als den Verursacher zurückgeführt: »Ist etwa ein Unglück in der Stadt, das der Herr nicht tut?« Das mag uns befremden und ­erschrecken, ist aber eine Aussage der Bibel, für die sich viele Beispiele finden lassen.

Die biblische Figur des Hiob - in einer Darstellung des französischen Malers Léon Bonnat (1833 bis 1922). Repro: Uni Leipzig

Die biblische Figur des Hiob - in einer Darstellung des französischen Malers Léon Bonnat (1833 bis 1922). Repro: Uni Leipzig

Besonders eindrücklich ist die Darstellung Satans im Buch Hiob. Er gehört zum Hofstaat Gottes, zieht über die Erde und richtet keineswegs ohne Erlaubnis Gottes Böses an, sondern sucht auf der Erde Dinge, die Gott missfallen müssten. Wenn es zutreffen sollte, dass das Buch Hiob eine Art ­Gerichtsverhandlung darstellt – in manchen neueren Forschungen wird das so gesehen –, dann hätte Satan ­gewissermaßen die Rolle des Staatsanwaltes inne, des Vertreters der Anklage. Dies entspräche übrigens an nicht wenigen Stellen dem, was sonst im Ersten Testament über ihn gesagt oder gedacht wird.

Beim Gespräch zwischen ihm und Gott über den frommen Hiob kommt es bekanntlich zu einer »Wette«: Während Satan sich zutraut, Hiob vom Glauben abzubringen, hält Gott das für unwahrscheinlich. Er gesteht Satan eine begrenzte Macht über Hiob zu – aber eben nur eine begrenzte. Im Hiob-Buch ist sogar die spannende Frage möglich: Wenn hier die Gestalt des Satans gar nicht vorkäme – würde das etwas verändern? Mir scheint: nein. Wenn die harten, ja brutalen Prüfungen der Titelfigur dieses Buches allein aus der Hand Gottes kämen und nicht einer Wette zwischen Gott und dem Satan entsprängen, gäbe es durchaus Vergleichbarkeiten mit der Geschichte von der Opferung Isaaks (1. Mose 22), in der Gott Unbegreifliches fordert, und anderen biblischen Texten, in ­denen der »verborgene, unheimliche Gott« geschildert wird.

Gott ruft Menschen in seinen Dienst – diese Erfahrung gilt seit Jahrtausenden. Er mutet ihnen dabei auch schwerste Erfahrungen zu, und aus dem Ersten Testament können wir lernen, die unterschiedlichsten Gottesbilder auszuhalten und nebeneinander stehen zu lassen. Israel hat sich diese Freiheit genommen und bewahrt, vielleicht ist das auch für uns hilfreich.

Noch ein Aspekt: Wie geht, pauschal gesagt, das Erste Testament mit dem Bösen im Menschen um? Eine zentrale Stelle ist hier Psalm 99, Vers 8: »Du, Gott, vergabst ihnen und straftest ihr Tun«, so übersetzt Luther. Noch besser sind hier andere Übersetzungen, etwa die eines katholischen Theologen: »Vergebergott«, schreibt er – und weist so darauf hin, dass Gott im Alten Testament Sünde vergibt. Aber dennoch muss der Mensch mit den Konsequenzen seines Tuns leben, auch mit dem, was er als Strafe empfindet. Für all das ist kein Gegenspieler Gottes nötig. Nach all dem Unheil, das die Teufelsvorstellungen angerichtet haben, ist es Zeit zu sagen: Weg mit dem Teufel!

Ulrich Tietze

Die graue Eminenz hinter unserem Tun

3. September 2009 von Gemeinsame Redaktion  
Abgelegt unter Im Blickpunkt

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Glaube und Ethik: Das Gewissen beeinflusst unser Entscheiden und Handeln, aber es ist weder definiert noch hinterfragbar

»Ein gutes Gewissen ist das beste Ruhekissen«, sagt der Volksmund. Doch was verbirgt sich hinter dieser ominösen ­Instanz eigentlich? Und wie ­sicher ist dieses Ruhekissen?

Nicht immer ist unser Gewissen ein ­sanftes Ruhekissen. Das Gewissen kann uns auch quälen – und sogar täuschen und verführen …  (Foto: Begsteiger)

Nicht immer ist unser Gewissen ein ­sanftes Ruhekissen. Das Gewissen kann uns auch quälen – und sogar täuschen und verführen … (Foto: Begsteiger)

Das Gewissen ist für unser Menschsein wesensbestimmend. Dass es existiert, aber wegen seiner komplexen Natur begrifflich nur schwer zu fassen ist, ist im Grunde genommen beinahe schon alles, was sich mit allgemeingültiger Bestimmtheit sagen lässt. Denn niemand, der auf intellektuelle Redlichkeit Wert legt, vermag ruhigen Gewissens zu sagen, was das eigentliche Wesen dieser »inneren Instanz« ist.

Während Theologen das Gewissen als ein Zeichen unserer Gottebenbildlichkeit deuten, handelt es sich für Psychologen und Soziologen lediglich um ein Produkt individueller und gesellschaftlicher Erfahrungen. Und unter manchen Hirnforschern sind sowohl der »freie Wille« als auch das »Gewissen« ohnehin nichts als pure Illusion. Gleich dem »Ich«, der ­»Moral« oder »Gott« ist auch unser »Gewissen« lediglich ein Konstrukt unseres Gehirns – also eines genetisch vorprogrammierten Ensembles von neuronalen Verschaltungen und biochemischen Prozessen.

Trotz aufsehenerregender Befunde der modernen Hirnforschung, bleibt das ­Gewissen aus philosophischer Sicht ein ursprüngliches Phänomen. Das heißt, es kann weder definiert noch hinterfragt – allenfalls befragt werden. Und zwar allein hinsichtlich seiner »tatsächlichen« – faktisch erlebbaren – Bedeutung. Unstrittig unter Geistes-, Sozial und Biowissenschaftlern ist immerhin, dass dem Gewissen eine fundamentale Bedeutung für die Sittlichkeit einer Person zukommt. Denn wie die Erfahrung lehrt, führt der Ausfall des Gewissens als Ganzes unweigerlich zur Perversion der Personalität.

In Sachen »Gewissen« erscheint also nur eines gewiss: Ohne Gewissen geht es nicht! Das Dilemma solch »negativer« Bestimmung ist, dass wir auf eine allgemeingültige »positive« Bestimmung, was denn nun ein »intaktes Gewissen« ausmacht, verzichten müssen. Weder wissen wir zu sagen, woher denn genau jene ­»innere Stimme« kommt, noch was sie uns eigentlich mitzuteilen hat. Doch diese auf den ersten Blick so unbefriedigende begriffliche Unschärfe hat auch ihr Gutes: Sie ist ein Hinweis darauf, dass »Gewissen« im engeren Bezug zur »Freiheit« steht.

Zwar gibt es mancherlei kollektive Übereinkünfte, die das soziale Zusammenleben in einer Gesellschaft regeln; die mehr oder weniger verbindlich festlegen, was »gut« oder »böse« ist. Doch diese von »außen« kommenden Normen sind nur Teil unseres erst im Lebensvollzug ­individuell erworbenen »inneren« sittlichen Bewusstseins. So vermag eine gelungene Sozialisation und Erziehung ­unsere Moral zwar mit Inhalten zu versorgen, doch das Gewissen selbst kennt keine konkreten Inhalte, sondern ausschließlich konkrete Situationen. Allein in der konkreten Situation, in der es sich bewährt, ist unser individuelles Gewissen »tatsächlich« gegenwärtig und geht dennoch nicht in der Situation auf. Anders ausgedrückt: Ohne sittliches Bewusstsein ist auch das Gewissen nichts. Aber ­seinem Gewissen zu folgen, bedeutet ungleich mehr als ein sittliches Bewusstsein zu haben.

Einer der Ersten, der im Gewissen eine individuelle, von aller kaiserlichen und päpstlichen Macht unabhängige Instanz erkannte, war Martin Luther. Auf dem Reichstag zu Worms 1521 trotzte er Kaiser und Papst mit den Worten: »Mein Gewissen ist gefangen in den Worten Gottes«. Dies war die Geburtsstunde des freien Individuums – des freien Christenmenschen, dessen Gewissen weder weltlicher noch kirchlicher Macht, sondern allein dem Willen Gottes unterworfen ist. Die Folgen jenes individuellen Gewissens- und Glaubensaktes auf die Geistesgeschichte des Abendlandes können gar nicht überschätzt werden. Auch unser Bundesverfassungsgericht steht gewissermaßen noch in der Nachfolge Luthers, wenn es der Stimme des Gewissens »den Charakter eines unabweisbaren, den Ernst eines die ganze Persönlichkeit ergreifenden sittlichen Gebotes« zubilligt.

Der Mensch hat indes die Freiheit, sein Gewissen zu verleugnen. Er kann die Verantwortung für sein Handeln »verpachten«, indem er sich etwa zum Instrument und Funktionär einer Partei, Institution oder Gruppe macht. Auch bedeutet ­»Gewissensfreiheit« keineswegs, dass die Stimme des Gewissens immer recht hat. Unser Gewissen ist vage und keineswegs vor Irrtümern gefeit.

Auch Gewissensentscheidungen bedürfen einer glaubhaften Begründung. Der Christ findet diese Begründung in der Bibel. Doch bedeutet dies nun ­keineswegs, dass sein Gewissen nun etwa automatisch eine direkte Verbindung zu Gottes Willen eingeht. Ach das christliche Gewissen bleibt vage.

Auch der Christ, sofern er nicht zur pharisäerhaften Selbstgerechtigkeit neigt, kann vom Gewissen gequält, verführt und in die Irre geleitet werden.

Auch der Christ hat Anteil an der Fragwürdigkeit menschlicher Existenz in einer gefallenen Welt. Sofern sich das Gewissen als ein Zug unserer Gottebenbildlichkeit, als ein ­Zeichen unserer besonderen Würde und Freiheit erweist, geschieht dies allein aus göttlicher Gnade.

Ein »gutes Gewissen« – so steht es im Hebräerbrief, Kapitel 9,13-14 – gewähren allein der Glaube an die Versöhnungstat Christi und das Wort der Vergebung.

Von Reinhard Lassek