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	<title>Mitteldeutsche Kirchenzeitungen &#187; Interview</title>
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	<description>Gemeinsames Portal von „Glaube + Heimat“ und „Der Sonntag“</description>
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		<title>Katastrophe des Wegschauens</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Aug 2011 07:16:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eine Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Brot für die Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Cornelia Füllkrug-­Weitzel]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Süd- und Zentral-Somalia]]></category>
		<category><![CDATA[Sudan]]></category>
		<category><![CDATA[­Diakonie Katastrophenhilfe]]></category>

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		<description><![CDATA[Für Cornelia Füllkrug-­Weitzel, die Leiterin der evangelischen Hilfswerke »Brot für die Welt« und ­Diakonie Katastrophenhilfe, ist im Blick auf Ostafrika schnelles Handeln nötig. ­Elvira Treffinger sprach mit ihr.

rau Füllkrug-Weitzel, aus Ostafrika kommen schreckliche Bilder von abgemagerten Menschen. Zwölf Millionen Männer, Frauen und Kinder sind von Hunger bedroht. Bahnt sich dort eine riesige Katastrophe mit vielen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h5>Für Cornelia Füllkrug-­Weitzel, die Leiterin der evangelischen Hilfswerke »Brot für die Welt« und ­Diakonie Katastrophenhilfe, ist im Blick auf Ostafrika schnelles Handeln nötig. ­Elvira Treffinger sprach mit ihr.</h5>
<p><strong><br />
<div id="attachment_3905" class="wp-caption alignright" style="width: 200px"><img src="http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/files/2011/08/Fuellkrug-Weitzel.jpg" alt="Cornelia Füllkrug-Weitzel (Foto:&#xA0;Brot&#xA0;für&#xA0;die&#xA0;Welt)" title="Fuellkrug-Weitzel" width="190" height="300" class="size-full wp-image-3905" /><p class="wp-caption-text">Cornelia Füllkrug-Weitzel (Foto:&#xA0;Brot&#xA0;für&#xA0;die&#xA0;Welt)</p></div>Frau Füllkrug-Weitzel, aus Ostafrika kommen schreckliche Bilder von abgemagerten Menschen. Zwölf Millionen Männer, Frauen und Kinder sind von Hunger bedroht. Bahnt sich dort eine riesige Katastrophe mit vielen Toten an?</strong><br />
<em>Füllkrug-Weitzel: </em>Anbahnen scheint mir das falsche Wort. Die Katastrophe hat längst begonnen, Menschen und Herden sterben schon in der Region, die die größte Dürre seit 60&#xA0;Jahren verzeichnet. Eine Dürre, die zum Beispiel in Somalia und im Sudan Menschen trifft, die durch Jahrzehnte gewaltsamer Konflikte, Zerstörung und Flucht ohnehin extrem arm, geschwächt und wenig widerstandsfähig sind.</p>
<p><strong>In den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts bewegten dramatische Hungersnöte am Horn von Afrika die Welt. Hat man daraus nichts gelernt?</strong><br />
<em>Füllkrug-Weitzel: </em>Leider muss man sagen: Es ist zu wenig geschehen! Die Gewaltkonflikte am Horn von Afrika haben nicht nur keine Gelegenheit gelassen, in Entwicklung&#xA0;– das heißt in Bildung, die Stärkung der Menschenrechte, die soziale Infrastruktur und in Einkommensmöglichkeiten&#xA0;– zu investieren. Sie haben im Gegenteil die Voraussetzungen dafür noch weiter ruiniert. </p>
<p>Schon länger wären entschiedene Anstrengungen zur Anpassung an die Erderwärmung notwendig gewesen. Denn dass die Region im Zuge des Klimawandels zunehmend mehr unter Dürren, unmäßigen und ­un­regelmäßigen Regenfällen leiden würde, war abzusehen. Jetzt muss zugleich mit der Nothilfe auch an langfristigen, nachhaltigen Lösungen gearbeitet werden.</p>
<p><strong>In Kenia leben bereits mehrere Hunderttausend Somalier im größten Flüchtlingslager der Welt. Wie können die Menschen in den Dürregebieten gerettet werden?</strong><br />
<em>Füllkrug-Weitzel:</em> Tatsächlich ist jetzt kurzfristig in sehr großem Stil internationale Hilfe bei der Versorgung mit Wasser und Lebensmitteln notwendig. Die ausländischen Summen, die bisher in die Unterstützung der Menschen in der Region geflossen sind, sind lächerlich. Die größte Katastrophe ist das Vergessen und Wegschauen. Jetzt ist es an der Zeit, das zu ändern! Wir brauchen Spenden und Zusagen der Regierungen des Westens, die Mittel für die UN-Hilfswerke aufzustocken.</p>
<p>Die Krieg führenden Parteien in Süd- und Zentral-Somalia, wo die Dürre besonders dramatisch in den fruchtbarsten Gebieten des Landes wütet, müssen dazu gebracht werden, freien Zugang für humanitäre Helfer zu garantieren und deren Neutralität zu akzeptieren. Wir und unsere Partner werden weiterhin nicht bereit sein, unsere Hilfe politisch instrumentalisieren zu lassen. Alle Menschen, die hungern in der Region&#xA0;– egal welcher religiösen, ethnischen oder politischen Zugehörigkeit&#xA0;– brauchen Hilfe!</p>
<blockquote><h3>Spendenkonten</h3>
<p><a href="http://www.diakonie-mitteldeutschland.de">Diakonie Mitteldeutschland</a>, Konto 800 8000 bei der Evangelischen Kreditgenossenschaft, BLZ 52060410, Kennwort: Ostafrika</p>
<p><a href="http://www.diakonie-sachsen.de">Diakonie Sachsen</a>, Konto 100100100 bei der LKG Sachsen – Bank für Kirche und Diakonie, BLZ 35060190, Kennwort: Ostafrika</p></blockquote>
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		<title>Als West-Journalist im Osten verwurzelt</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Feb 2011 21:00:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gemeinsame Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[DDR-Korrespondent]]></category>
		<category><![CDATA[epd]]></category>
		<category><![CDATA[Hans-Jürgen Röder]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Staatssicherheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Medien: Interview mit Hans-Jürgen Röder, scheidender Chefredakteur des Landesdienstes Ost des Evangelischen Pressedienstes&#xA0;(epd).
&#xA0;

Hans-Jürgen Röder gehört zu den wenigen Journalisten, die DDR-Korrespondenten waren. In&#xA0;einem Gespräch erinnert er sich an diese spannende&#xA0;Zeit.

Herr Röder, als Korrespondent aus dem Ausland zu berichten, ist für manche Journalisten ein erstrebenswertes Ziel. Sie waren DDR-Korrespondent. Ihr Traumjob?
Röder: Ja, es war mein Traumjob. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h5><strong>Medien: </strong><em>Interview mit Hans-Jürgen Röder, scheidender Chefredakteur des Landesdienstes Ost des Evangelischen Pressedienstes&#xA0;(epd).</em></h5>
<p><em>&#xA0;</em></p>
<div id="attachment_3045" class="wp-caption alignright" style="width: 232px"><img src="http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/files/2011/02/roeder.jpg" alt="Hans-Jürgen Röder ist Chefredakteur des Landesdienstes Ost des Evangelischen  Pressedienstes&#xA0;(epd). Geboren wurde er am 16. Februar&#xA0;1946 im thüringischen Suhl. 1954&#xA0;flüchteten seine Eltern mit ihren Kindern nach Westdeutschland. Röder studierte Geschichte, Politik und Publizistik. 1975&#xA0;wurde er in Westberlin Redakteur der Zeitschrift »Kirche im Sozialismus«. Zu dieser Aufgabe gehörte die ­Berichterstattung für den Evangelischen Pressedienst (epd) über kirchliches Leben in der DDR. Von&#xA0;1979 bis zum Ende der DDR war er als DDR-Korrespondent für epd in Ost-Berlin akkreditiert. Nach der Wende baute er in Ostdeutschland den Landesdienst&#xA0;Ost auf und leitet ihn seit seiner Gründung im Jahr&#xA0;1990. Ende Mai geht er in den Ruhestand. (Foto:&#xA0;epd)" title="roeder" width="222" height="409" class="size-full wp-image-3045" /><p class="wp-caption-text">Hans-Jürgen Röder ist Chefredakteur des Landesdienstes Ost des Evangelischen  Pressedienstes&#xA0;(epd). Geboren wurde er am 16. Februar&#xA0;1946 im thüringischen Suhl. 1954&#xA0;flüchteten seine Eltern mit ihren Kindern nach Westdeutschland. Röder studierte Geschichte, Politik und Publizistik. 1975&#xA0;wurde er in Westberlin Redakteur der Zeitschrift »Kirche im Sozialismus«. Zu dieser Aufgabe gehörte die ­Berichterstattung für den Evangelischen Pressedienst (epd) über kirchliches Leben in der DDR. Von&#xA0;1979 bis zum Ende der DDR war er als DDR-Korrespondent für epd in Ost-Berlin akkreditiert. Nach der Wende baute er in Ostdeutschland den Landesdienst&#xA0;Ost auf und leitet ihn seit seiner Gründung im Jahr&#xA0;1990. Ende Mai geht er in den Ruhestand. (Foto:&#xA0;epd)</p></div>
<h5>
Hans-Jürgen Röder gehört zu den wenigen Journalisten, die DDR-Korrespondenten waren. In&#xA0;einem Gespräch erinnert er sich an diese spannende&#xA0;Zeit.</h5>
<p><strong><br />
Herr Röder, als Korrespondent aus dem Ausland zu berichten, ist für manche Journalisten ein erstrebenswertes Ziel. Sie waren DDR-Korrespondent. Ihr Traumjob?</strong><br />
<em>Röder:</em> Ja, es war mein Traumjob. Ich fühlte mich in der DDR verwurzelt, obwohl ich gar keine verwandtschaftlichen oder freundschaftlichen Beziehungen mehr in meine Heimatstadt Suhl hatte. Ich hatte eine Beziehung zu dieser eigenwilligen DDR mit ihren sympathischen Menschen und mit der mehr als unsympathischen politischen Führung.</p>
<p><strong>Mit dem Grundlagenvertrag zwischen der BRD und der DDR von 1972 wird es für Journalisten aus dem Westen und Osten möglich, aus dem jeweils anderen Teil Deutschlands zu berichten. Wie ging das?</strong><br />
<em>Röder: </em>Ich fuhr zum Teil als Reisekorrespondent, meistens aber privat zu Veranstaltungen in die DDR. Das betraf die Zeit von 1975 bis 1979. Als West-Berliner konnte ich ja zu Privatbesuchen oder als Tourist Tagesreisen in die DDR unternehmen. Man konnte frühmorgens einreisen, war in zweieinhalb bis drei Stunden in Magdeburg, Dresden oder Rostock, blieb dort bis zum Abend und fuhr dann wieder zurück. Bis 24 Uhr musste man am Grenzübergang sein, sonst gab es Ärger.<br />
<strong><br />
Ab 1979 waren Sie dann als Ostkorrespondent akkreditiert und konnten ohne Kontrollen die Grenze passieren?</strong><br />
<em>Röder: </em>Das war der ganz, ganz große Vorteil. Vorher musste ich immer beim Ein- und Ausreisen überlegen: sind die Taschen frei von Dingen, die sie nicht sehen sollen. Für mein Auto bekam ich ein Sonderkennzeichen, an dem zu erkennen war, dass ich westdeutscher Journalist bin. Das hieß, dass ich beim Grenzverkehr an den normalen Besucherschlangen vorbei über die Grenze gelassen wurde.</p>
<p><strong>Ostkorrespondent in der DDR&#xA0;– ein aufregendes, spannendes Geschäft!</strong><br />
<em>Röder:</em> Spannend war es. Mir lag sehr daran, möglichst viele Kontakte zu den Menschen in der DDR zu schaffen und zu halten. Telefonrecherche war ohnehin nicht möglich. Ich hätte die Leute nicht am Telefon fragen können: Sagt mal, stimmt das, war das<br />
so? Könnt Ihr mir den Hintergrund erzählen?<br />
Ich habe Leute angerufen und gefragt: Kann ich mal vorbeikommen? Das war möglich. Ich bin oft zu ganz banalen Veranstaltungen nach Erfurt, Dresden oder Greifswald gefahren, wenn ich wusste, dass ich dort bestimmte Leute treffe. Das waren meine Hauptrecherchemöglichkeiten neben den Synoden.<br />
<strong><br />
Ihre Berichterstattung war den DDR-Behörden ein Dorn im Auge. Synodale und andere Kirchenvertreter gerieten zuweilen auch unter Druck, wenn kritische Äußerungen über brisante politische Themen in den westlichen Medien zitiert wurden&#xA0;…</strong><br />
<em>Röder:</em> Es gab unterschiedliche Naturelle. Menschen, die immer große Sorgen hatten, wenn die Synode oder sie selbst in westlichen Medien zitiert wurden. Sie ahnten, dass sie von staatlichen Vertretern dafür zur Rechenschaft gezogen werden. Ich habe ­unzählige Gespräche mit solchen Menschen geführt. Dabei habe ich versucht, sie davon zu überzeugen, dass sie sich für die Berichterstattung von westlichen Korrespondenten nicht zu verantworten hatten. Schon gar nicht gegenüber Funktionären des Staates, der die Korrespondenten ins Land gelassen hat. Das haben manche verstanden, aber nicht alle. Leider war die Verständnisbereitschaft umso geringer, je höher jemand in der kirchlichen Hierarchie stand.<br />
Es gab Leute, die stabil genug waren und entsprechend gegenhalten konnten, wenn sie unter Druck gesetzt wurden. Aber das Grundproblem war, ob Kirchenleute und Synodale bereit waren, Verantwortung zu übernehmen für das, was sie in einer öffentlichen Veranstaltung gesagt hatten und ob sie zu ihren Aussagen auch standen.<br />
Es gab Leute, bei denen hatte ich immer das Gefühl, es war ihnen unangenehm, wenn ich auftauchte. Sie hätten es offenbar lieber gesehen, wenn bestimmte politische Themen nicht in der Synode thematisiert werden.<br />
<strong><br />
Sie haben die deutsche Einheit vorweggenommen, sind aus dem Westen in den Osten gekommen, haben hier Ihre Frau kennengelernt, 1984 geheiratet.</strong><br />
<em>Röder: </em>Sehr zur Verwunderung der Leiterin des zuständigen Standesamtes. Sie konnte nicht begreifen, wieso wir heiraten wollten, meine Frau aber die DDR-Bürgerin bleiben wollte. Andernfalls aber hätte sie in West-Berlin gelebt und für zwei Jahre nicht in die DDR einreisen dürfen. Und ich hätte mir die Arbeit von West-Berlin aus nicht vorstellen können. Wir haben davon profitiert, dass wir hier lebten. Das hat auch dem epd eine Menge Vorteile gebracht, denn wir hatten am Abend ein reges Besuchsleben. Das war eine wunderbare Möglichkeit, sich über die Lebenssituation der Menschen in der DDR zu informieren.<br />
<strong><br />
Sicher mit reger Anteilnahme auch der Stasi?</strong><br />
<em>Röder: </em>Wir wurden ziemlich auffällig von der Stasi beobachtet und bewacht. Wenn ich aus dem Fenster sah, konnte ich meist mehrere Mitarbeiter der Staatssicherheit und der Volkspolizei bei der Arbeit beobachten. Gelegentlich wurden auch unsere Gäste kontrolliert, wenn sie zu Fuß oder mit dem Wagen um die Ecke gebogen waren. Ich bin, wenn das zu befürchten stand, hinterher gegangen oder gefahren, um die »Herrschaften« zu fragen, warum sie meine Gäste kontrollieren. Das erwies sich immer wieder als hilfreich.<br />
<strong><br />
Sie konnten nicht sicher sein, dass nicht auch Spitzel unter Ihren Gästen sind und Sie abgehört werden&#xA0;…</strong><br />
<em>Röder: </em>Wir hatten bestimmte Verhaltensvereinbarungen mit unseren Gästen getroffen. In der Wohnung wurden Namen, bestimmte Begriffe und Zusammenhänge nie laut genannt. Wir hatten auf dem Tisch immer einen Stapel Zettel, einen Stift, einen Aschenbecher und ein Feuerzeug. Das heißt, man schrieb dann die Namen mal kurz auf und verbrannte das Zettelchen im Aschenbecher.</p>
<p><strong>Glücklicherweise ging diese Ära zu Ende. Die Wende kam.</strong><br />
<em>Röder: </em>Sie kam, ja. Das waren nun wirklich die verrücktesten Zeiten in meinem Beruf und im Leben überhaupt. Aber das geht, glaube ich, mehreren so. Das war so verrückt wie es nur verrückt sein konnte. Rund um die Uhr jeden Tag und jede Nacht unterwegs. Ich bekam fast gar nicht mit, dass sich alles veränderte.</p>
<p><em>Das Gespräch führte Sabine Kuschel.</em></p>
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		<title>»Es gibt Zeichen für das Kommen Gottes«</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Dec 2010 05:30:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de</dc:creator>
				<category><![CDATA[Glaube und Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Advent]]></category>
		<category><![CDATA[Altbischof Roland Hoffmann]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Warten]]></category>

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		<description><![CDATA[Warten ist ein Thema der Adventszeit. Es gibt ein Warten voller Vorfreude und ein ungeduldiges banges Hoffen. Wie er Warten erlebt, erzählt der ehemalige Thüringer Landesbischof&#xA0;Roland&#xA0;Hoffmann.&#xA0;

strong>Herr Altbischof Hoffmann, gibt es ­etwas, worauf Sie warten?
Hoffmann: Als Großeltern warten wir, meine Frau und ich, immer auf die Enkel und freuen uns auf sie. Wenn die angesprungen kommen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h5><em>Warten ist ein Thema der Adventszeit. Es gibt ein Warten voller Vorfreude und ein ungeduldiges banges Hoffen. Wie er Warten erlebt, erzählt der ehemalige Thüringer Landesbischof&#xA0;Roland&#xA0;Hoffmann.</em>&#xA0;<br />
</h5>
<p><div id="attachment_2696" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img src="http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/files/2010/12/Hoffmann-1.jpg" alt="Roland Hoffmann ist seit 2001 im Ruhestand. Er lebt in Jena. (Foto:&#xA0;Jürgen&#xA0;Scheere)" title="Hoffmann-1" width="300" height="422" class="size-full wp-image-2696" /><p class="wp-caption-text">Roland Hoffmann ist seit 2001 im Ruhestand. Er lebt in Jena. (Foto:&#xA0;Jürgen&#xA0;Scheere)</p></div><strong>Herr Altbischof Hoffmann, gibt es ­etwas, worauf Sie warten?<br />
<em>Hoffmann: </em></strong>Als Großeltern warten wir, meine Frau und ich, immer auf die Enkel und freuen uns auf sie. Wenn die angesprungen kommen, ist das eine Freude.</p>
<p><strong>Ein Warten voller Vorfreude. Doch Warten kann mitunter so schwer sein&#xA0;…<br />
<em>Hoffmann:</em></strong> Ja, es gibt negatives und positives Warten. Positives Warten ist gefüllte Zeit. Negatives Warten heißt tatenlos und ohnmächtig warten. Nichts tun können außer hilflos zu warten, das ist für mich ganz, ganz schwer. Ich habe Anfang September mein Gleichgewicht verloren und nun warte ich, dass es wieder besser wird. Lange musste ich warten, bis die Ärzte die Ursache gefunden hatten. Jetzt warte ich, dass der Druck im Ohr verschwindet. Wenn ich den Kopf schnell hin- und herbewege, dreht sich alles. Dagegen kann ich nichts tun. Menschenskind, denke ich, es ist fast ein viertel Jahr herum. Und ich kann nur warten.</p>
<p>Ansonsten habe ich bei allem Warten in meinem Leben noch nie die Hände in den Schoß gelegt. Wenn wir Besuch erwarten, gibt es immer noch etwas zu tun. Wenn wir auf Termine und Ereignisse warten, ist die Zeit bis dahin ausgefüllt. Aber es gibt doch auch dieses negative Warten. Ich sage immer: »Gott ist ein böser Mensch. Er lässt uns immer das lernen, was uns am schwersten fällt.«</p>
<p><strong>Machen Sie Fortschritte?<br />
<em>Hoffmann:</em></strong> Ich habe wenig Hoffnung, dass ich mit dem Älterwerden automatisch geduldiger und gelassener warten könnte. Aber im Umgang mit meinem Enkel beobachte ich, dass ich ihm länger zugucken kann, wenn er etwas ausprobiert. Da denke ich: Guck, solche Geduld hattest du bei deinen Töchtern nie. Wenn meine Kinder&#xA0;– als sie klein waren&#xA0;–, etwas nicht gleich konnten, habe ich es ihnen aus der Hand genommen, habe es selber gemacht oder sie angetrieben. Dem vierjährigen Enkel kann ich zugucken. Da merke ich, dass ich ruhiger werde.</p>
<p>Auch wenn ich mit jungen Kollegen zu tun habe, bin ich gelassener geworden. Wenn ich sehe, dass et-<br />
was schief läuft, muss ich nicht mehr eingreifen. Und den umständlichen Kollegen muss ich nicht mehr korrigieren. Ich sage mir dann: Ach guck, so rum geht es auch. Schön. Darauf wärst du nie gekommen.</p>
<p><strong>Zum Amt des Landesbischofs gehört das Ringen um gute Entscheidungen. Dazu braucht es viel Geduld&#xA0;…<br />
<em>Hoffmann:</em> </strong>Wenn ich für ein Problem keine Lösung wusste, habe ich gebetet, es möge uns gelingen, dass sich dieses oder jenes Problem löst. Ich habe manchmal im Gebet gesagt: Christus, was soll ich mir einen Kopf machen? Es ist deine Kirche. Gib uns einen Impuls. Zeige uns einen Weg. Und am nächsten Morgen gab es oft eine Idee. Probleme, die mich bedrängen, überlasse ich dem Herrn, denn ich kann erwarten, dass er sie auf sich nimmt. Und ich habe erfahren, dass Probleme, die ich Gott überlasse, auch gelöst werden.</p>
<p><strong>Und wenn Sie vergeblich warten mussten?<br />
<em>Hoffmann:</em> </strong>Dass sich Ereignisse so entwickeln, wie ich es nicht gewünscht oder angestrebt habe, klar, das habe ich erlebt. Auch dass ich meinen Willen nicht durchsetzen konnte. Dann denke ich: Na, lieber Gott, du wirst dahinter stehen und wissen, warum das jetzt so läuft.<br />
Wenn etwas nicht so wird, wie ich es will, dann sage ich mir den Satz von Martin Luther: »Wenn nicht passiert, was du willst, passiert etwas Besseres.« Dann bin ich richtig gespannt darauf, was denn Besseres passieren wird. Hoffnung und Geduld sind Schwestern der Erwartung.</p>
<p><strong>Im Advent hat Warten noch eine viel tiefere Bedeutung. Warten auf das Kommen Gottes&#xA0;…<br />
<em>Hoffmann:</em></strong> Ich hoffe darauf, dass Gott sich in bestimmte Situationen einmengt, und ich begreife, hier handelt der Herr. Wenn ich auf den Herrn warte, heißt das: Ich bin voller Vertrauen. Dieses Erwarten ist nichts ­Ungewisses, sondern ich rechne fest mit ihm.</p>
<p>Ich habe einige Erlebnisse, die ich als Zeichen und Wunder deute. Ich glaube, dass das Reich Gottes in ­unsere Welt hereinragt. Ich werde es dann, wenn ich diese Welt verlassen muss und hoffentlich in seinem Reich lande, noch ganz anders erleben. Aber immerhin erlebe ich sein Wirken schon hier und heute auf dieser Erde. In meinem Leben, im Leben Anderer gibt es Zeichen für das Kommen und Wirken des Herrn.</p>
<p><em>Das Gespräch führte Sabine Kuschel.</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Verhältnis der EKD zur Russisch-Orthodoxen Kirche</title>
		<link>http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/2009/12/30/verhaltnis-der-evangelischen-kirche-in-deutschland-zur-russisch-orthodoxen-kirche-wir-bleiben-okumenisch-offen/</link>
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		<pubDate>Wed, 30 Dec 2009 12:53:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de</dc:creator>
				<category><![CDATA[Glaube und Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Erzbischof Hilarion Alfejew]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Margot Käßmann]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Schindehütte]]></category>
		<category><![CDATA[Ökumene]]></category>

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		<description><![CDATA[ 
Zwischen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Russisch-Orthodoxen Kirche (ROK) kriselt es. Was die EKD darüber denkt, erklärt Auslandsbischof Martin Schindehütte im Gespräch mit Benjamin Lassiwe.


Herr Bischof Schindehütte, nach der Wahl der geschiedenen Frau Margot Käßmann zur EKD-Ratsvorsitzenden kündigte der Leiter des Außenamtes der ROK, Erzbischof Hilarion Alfeyev, an, die Kontakte zur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1097" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/files/2009/12/Schindehuette.jpg"><img class="size-full wp-image-1097" title="Schindehuette" src="http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/files/2009/12/Schindehuette.jpg" alt="Martin Schindehütte, Vizepräsident des Kirchenamtes der EKD, ist als Leiter der Hauptabteilung »Ökumene und Auslandsarbeit« seit September 2006 Auslandsbischof der EKD.  (Foto: EKD)" width="200" height="440" /></a><p class="wp-caption-text">Martin Schindehütte, Vizepräsident des Kirchenamtes der EKD, ist als Leiter der Hauptabteilung »Ökumene und Auslandsarbeit« seit September 2006 Auslandsbischof der EKD.  (Foto: EKD)</p></div>
<p><em> </em></p>
<p><em><strong>Zwischen der <a href="http://www.ekd.de">Evangelischen Kirche in Deutschland</a> (EKD) und der <a href="http://www.mospat.ru/">Russisch-Orthodoxen Kirche</a> (ROK) kriselt es. Was die EKD darüber denkt, erklärt Auslandsbischof <a href="http://www.ekd.de/personen/schindehuette.html">Martin Schindehütte</a> im Gespräch mit Benjamin Lassiwe.<br />
</strong><br />
</em></p>
<p><strong>Herr Bischof Schindehütte, nach der Wahl der geschiedenen Frau Margot Käßmann zur EKD-Ratsvorsitzenden kündigte der Leiter des Außenamtes der ROK, Erzbischof Hilarion Alfeyev, an, die Kontakte zur EKD abzubrechen. Wie sieht die EKD zurzeit ihr Verhältnis zur Russisch-Orthodoxen Kirche?<br />
Schindehütte:</strong> Unser Verhältnis zur Russisch-Orthodoxen Kirche darf man nicht eindimensional sehen. Wir haben derzeit einen offenkundigen ­Konflikt mit Erzbischof Hilarion und dem Außenamt der ROK, aus dem ein Problem für die Beziehungen mit der ROK insgesamt entstehen kann, aber nicht muss, denn wir hören auch Stimmen aus der Russisch-Orthodoxen Kirche, die an einer Fortsetzung des Dialogs interessiert sind. Dabei ist uns klar, dass wir keinen Dialog an unserer Ratsvorsitzenden Margot Käßmann vorbeiführen werden. Wenn Hilarion zur Bedingung macht, den Dialog nur mit mir als Auslandsbischof fortzusetzen, um Margot Käßmann zu umgehen, dann geht das nicht.</p>
<p><strong>Was hat denn der Dialog der letzten 50 Jahre eigentlich gebracht, wenn man jetzt in so eine Situation gerät?<br />
Schindehütte: </strong>Was wir jetzt erleben, ist eigentlich nichts Neues. Der Dialog mit der Russisch-Orthodoxen Kirche war immer auch schwierig. Meine Vorgänger Rolf Koppe und Heinz-Joachim Held standen als Auslandsbischöfe der EKD mehrfach vor Situationen, in denen die ROK damit drohte, den Dialog abzubrechen. Aber es ist immer weitergegangen – gerade zuzeiten des Eisernen Vorhangs waren die Gespräche mit der Russisch-Orthodoxen Kirche wichtige Brücken zwischen Ost und West.<br />
<strong><br />
Worum geht es denn bei den Dialogen mit der Russisch-Orthodoxen Kirche überhaupt?<br />
Schindehütte: </strong>Ich will mal Beispiele nennen: 2008 haben wir über die Menschenrechte als christliche Verpflichtung gesprochen. Auch die Themen Säkularisierung und Globalisierung waren von Bedeutung. Russland befindet sich zurzeit in einem gewal­tigen Säkularisierungsprozess. Wir in Deutschland haben bereits Erfahrungen damit, wie wir unter diesen Bedingungen unseren Glauben bezeugen können. Wir behandeln auch aktuelle Themen, von denen wir denken, dass wir voneinander lernen können.</p>
<p><strong>Wie stellt sich die EKD eine Fortsetzung dieser Gespräche vor?<br />
Schindehütte: </strong>Wir hoffen, dass die Russisch-Orthodoxe Kirche zur ökumenischen Grundhaltung zurückkehrt, wonach wir als Kirchen trotz ­aller Unterschiede miteinander reden, und akzeptieren, dass der ökumenische Partner manches anders macht als wir selbst. Dass russisch-orthodoxe Bischöfe im Dialog auf Margot Käßmann treffen, heißt ja nicht, dass sie deswegen in der eigenen Kirche Priesterinnen einführen müssen. Aber wir erwarten von ihnen, dass sie akzeptieren, dass wir uns für eine Bischöfin als Ratsvorsitzende entschieden haben – so wie wir es nicht zur Vorbedingung für einen Dialog machen, dass die Russisch-Orthodoxe ­Kirche Frauen im Priesterinnenamt zulässt.</p>
<p><strong>Ende Januar findet vielerorts die Gebetswoche für die Einheit der Christen statt. Wie sollen evangelische ­Kirchengemeinden reagieren, wenn russisch-orthodoxe Geistliche und Gemeinden teilnehmen?<br />
Schindehütte: </strong>Von evangelischer Seite gilt: Wir bleiben einladend und offen und freuen uns über jedes gemeinsame Gebet, das bei dieser Gelegenheit gesprochen wird. Wenn Geistliche der Russisch-Orthodoxen Kirche an der Gebetswoche teilnehmen wollen, sind sie dazu herzlich eingeladen. Wir werden definitiv niemanden in die Ecke stellen – denn wir sind ökumenisch offen, und wollen das auch bleiben, trotz aller Spannungen, die wir zurzeit mit Moskau haben.</p>
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