Kühlende spirituelle Erfahrungen
29. Juli 2010 von Gemeinsame Redaktion
Abgelegt unter Glaube und Alltag
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Unter dem Schirm Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem Herrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe. Psalm 91, Vers 1 bis 2
Wie heiße Tage gut überstanden werden – Hitze-Tipps der Bibel
Die derzeitigen Temperaturen in Deutschland gehören im Heiligen Land seit biblischen Zeiten zum Sommeralltag. Bis auf 40 Grad Celsius klettert das Thermometer im sommerlichen Jerusalem hoch; an der Küste und im Jordangraben kann es noch heißer werden. Besonders der Ostwind (»Schirokko«) treibt die Temperaturen in die Höhe und ist wegen seiner Trockenheit berüchtigt.
Die Bibel hält Tipps bereit, wie man sich gegen die Hitze wehren kann.
Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer
und Winter, Tag und Nacht.
1 Mose 8,22
Auch wenn uns die Hitze nervt: Wir müssen wohl oder übel mit ihr leben. Denn in biblischen Urzeiten hat Gott angekündigt, dass es auf der Erde ständig den Wechsel von Frost und Hitze geben wird. Nachdem die Sintflut weggetrocknet war, hatte Gott reumütig gelobt, dass er die Erde hinfort nicht mehr verfluchen, sondern schonen wolle. Dazu gehört auch, die Voraussetzung für gute Ernten zu schaffen. So wie Saat und Ernte aufeinander folgen, ist die Natur vom steten Wechsel geprägt: Sommer und Winter, Tag und Nacht – und eben auch Frost und Hitze.
Wie der Tau die Hitze kühlt,
so ist ein gutes Wort
besser als eine Gabe.
Sirach 18,16
Wenn die Sonne gnadenlos vom Himmel niederknallt, fürchtet man: So bleibt es immer. Keine Wolke am Himmel, kein Baum verheißt Schatten. Wo Hoffnung ist? Im Warten auf die Abkühlung in der Nacht. Der Morgentau wird für frische Luft sorgen.
Denn du bist der Geringen Schutz gewesen, der Armen Schutz in der Trübsal, eine Zuflucht vor dem Ungewitter, ein Schatten vor der Hitze.
Jesaja 25,4f.; Jesus Sirach 14,27; 34,19
Wer auf Gott vertraut, kann in heißen Zeiten kühlende Erfahrungen der spirituellen Art machen. Gott biete wie ein Schatten Schutz vor Hitze, meint unter anderem der Prophet Jesaja. Wie ein »gewaltiger Schild« oder wie »ein schützendes Dach am heißen Mittag« würde Gott die Hitze vom Gläubigen fernhalten, schreibt der weise Jesus Sirach.
Doch leider gilt auch andersherum: Gott kann auch mit Hitze strafen. Das kündigt der Seher Johannes an, der die Geschehnisse im Endgericht beschreibt:
Und die Menschen wurden versengt von der großen Hitze und lästerten den Namen Gottes, der Macht hat über diese Plagen, und bekehrten sich nicht, ihm die Ehre zu geben. Offenbarung 16,9
Die Sonne gibt so hellen Glanz von sich, dass sie die Augen blendet.
Sirach 38,29; 43,3
Biblische Schmiede stöhnen über die Hitze ihrer Glutöfen, die das Erz schmelzen. Die Handwerker werden oft »vom Feuer versengt« und arbeiten sich »in der Hitze des Ofens müde«. Weil es in der Schmiede schon so unvorstellbar heiß zugeht, wirkt der Vergleich zwischen einem Schmelzofen und der Sonne besonders eindrücklich. »Dreimal mehr« erhitze die Sonne die Berge, erklärt der lebenserfahrene Jesus Sirach. Und mahnt die Menschen, die Augen vor der grellen Sonne zu schützen.
Sie werden nicht mehr hungern noch dürsten;
es wird auch nicht auf ihnen lasten die Sonne oder irgendeine Hitze.
Jesaja 49,10; 2. Petrus 3,10-12; Offenbarung 7,16
Am Ende aller Tage wird eine apokalyptische Hitze die Erde heimsuchen; Feuer wird die Himmel durchzüngeln, die Elemente werden »vor Hitze schmelzen«. Den wahrhaft Gläubigen allerdings wird die sengende Hitze nichts anhaben können; »in heiligem Wandel und frommem Wesen« stehen sie die endzeitlichen Katastrophen durch, wartend »auf einen neuen Himmel und eine neue Erde«. Das Warten lohnt sich. Denn danach werden sie nie wieder unter Hitze leiden müssen, kündigt der Prophet Jesaja an.
Uwe Birnstein
Buchtipp
Birnstein, Uwe: Das Beste aus der Bibel,
Echter Verlag, 224 S., ISBN 978-3-429-03211-1,
12 Euro
