Ab und zu nehme ich ab

13. März 2018 von Gemeinsame Redaktion  
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In allen Kulturen der Welt gibt es Techniken, um den Pfad der Erleuchtung abzukürzen: schweigen, beten oder hierzulande am häufigsten – mit Hilfe des Körpers Wein in Wasser zu verwandeln. Essen macht glücklich – aber angeblich auch das Nichtessen, das Fasten. Dem Körper etwas zu hungern zu geben, soll die Seele nähren.

Wenn nicht die Passionszeit einem das Fasten nahelegt, ist es das drohende Frühjahr, wo einem eine unchristlich knappe Badeklamotte wieder passen soll, die einem genau genommen schon das letzte Frühjahr nicht mehr gepasst hat.

Ich bin jetzt gerade 50 geworden und als ich das Porträt des Westdeutschen Rundfunks über mein bisheriges Leben sah, erschrak ich, wie dünn ich zu Beginn meiner Karriere war. Wobei es ja auch normal ist, über die Lebensspanne zuzunehmen. Ganz ehrlich: Ich habe mal drei Kilo gewogen – seitdem habe ich eigentlich nur zugenommen.

Es gibt ja diese seltsame Zahl BMI, Body Mass Index, errechnet aus Körpergröße und Gewicht. Und da lag ich schon länger über der goldenen Zahl 25. Frei nach dem Motto »Hab mich heute Morgen gewogen – bin zu klein!« Wäre ich zehn Zentimeter größer, hätte ich »Normalgewicht«. Täten es vielleicht auch Plateauschuhe? Frauen können da optisch einiges anstellen, aber ich fürchte, Stöckelschuhe machen bei mir keinen schlanken Fuß, zumal ich mich damit sofort auf die Nase legen würde. Streckbank kommt nicht in Frage – was tun? Andere Folterinstrumente? Fitnessstudio? Hungern?

Weiter geht es in der Reihe »7 Wochen ohne«, der Fastenaktion der Kirchenzeitung: In dieser Ausgabe mit dem Mediziner, Fernsehmoderator, Autor und Komiker Eckart von Hirschhausen. Seine Spezialität: medizinische Inhalte auf humorvolle Art und Weise zu vermitteln und gesundes Lachen mit nachhaltigen Botschaften  zu verbinden. Foto: Paul Ripke

Weiter geht es in der Reihe »7 Wochen ohne«, der Fastenaktion der Kirchenzeitung: In dieser Ausgabe mit dem Mediziner, Fernsehmoderator, Autor und Komiker Eckart von Hirschhausen. Seine Spezialität: medizinische Inhalte auf humorvolle Art und Weise zu vermitteln und gesundes Lachen mit nachhaltigen Botschaften zu verbinden. Foto: Paul Ripke

Ab 30 beginnt die Adipositas, die »Fettsucht«. Die Vorstufe »Übergewicht« ist schnell erreicht, und in Deutschland das neue Normal. Normal heißt aber nicht gesund.

Im Hinterkopf wusste ich das schon länger: Meine Wampe kostet mich Lebenszeit. Das Bauchfett ist nicht so träge, wie es scheint, es sendet die ganze Zeit böse Botenstoffe in die Blutbahn und vergiftet mich von innen. Das gefährliche an den Pommes war noch nie das Acrylamid, sondern das gesättigte Bratfett und die Kalorien. Und der ganze Zucker aus dem Ketchup. Der Schrott muss ja irgendwo bleiben, lagert sich ab, zwischen den Organen.

Deswegen finde ich den Ausdruck »Schnitzelfriedhof« für das Bauchfett auch so treffend. Aber ich will nicht meinen Tod auf den Hüften haben. Ich will leben. Möglichst lange und gesund. Unsere Willenskraft ist begrenzt, kaum jemand bringt die Disziplin auf, sich ständig an irgendwelche Regeln und Vorschriften zu halten. Der Rückschlag ist vorprogrammiert. Also konzentrier dich drauf, Pausen zu machen, damit dein Körper in der Zeit seine Reserven verbrennen kann. Dafür darfst du dann auch essen, worauf du Lust hast. Aber eben nicht ständig. Denn wenn laufend Nachschub kommt und im Blut Zucker, Fett und Insulin im Überfluss vorhanden sind, fehlt der Bauchfettzelle die Motivation etwas herzugeben.

Den Rhythmus kann jeder selber für sich finden, ob tageweise pausiert wird oder einzelne Mahlzeiten entfallen. »Fünf plus zwei« heißt zwei Fastentage die Woche, »16 zu 8« heißt 8 Stunden essen, 16 Stunden nicht. Was dramatisch klingt, aber in den 16 Stunden wird ja der Schlaf mitgezählt. Konkretes Beispiel: Wer von 22 Uhr bis 6 Uhr acht Stunden schläft, isst schlichtweg nach 18 Uhr nichts mehr und fängt vor 10 nicht mit dem Frühstück an.

Während ich das hier schreibe, knurrt mein Magen wie ein Löwe, weil es noch vor 10 ist, aber die Raubtierfütterung ist erst in einer halben Stunde dran. Interessanterweise ist meine Stimmung aber nicht knurrig, ich fühle mich gerade leicht, wach und konzentriert. Ok, Kaffee ist erlaubt. Es geht. Dafür ist unser Körper sogar geschaffen! In der Steinzeit stand nicht immer um 12.30 Uhr das Essen auf dem Tisch, sondern rannte vielleicht noch einen halben Tag vor einem her.

Ist Intervallfasten einfach? Nein. Es war noch nie einfach, Muster und Verhalten zu ändern, die sich über Jahrzehnte eingeschlichen und eingeschliffen haben. Essen hat halt so viele Dimensionen. Warum feiern Christen das Abendmahl und nicht das gemeinsame Entschlacken? Weil Essen Leib und Seele nährt. Weil es Gemeinschaft stiftet, miteinander das Brot zu teilen, ohne über Low Carb-Alternativen nachzudenken. Nicht-Essen ist schlicht asozial. Und wer Wert auf eine Tischgemeinschaft legt, legt besser die wegzulassenden Mahlzeiten so, dass sie weniger ins Gewicht fallen.

Hier sind sieben ganz einfache Regeln, die ich für sinnvoll halte:
1.    Jeder kann so sein, wie er will.
2.    Wer abnehmen will, spart besser beim freien Zucker.
3.    Gute Fette machen nicht fett, sondern satt.
4.    Eiweiß macht auch satt, nicht nur Brot.
5.    Mach längere Essenspausen. Finde deinen Rhythmus. Iss erst wieder, wenn du hungrig bist. Dein Körper liebt dich dafür.
6.     Hör auf zu essen, bevor du ganz satt bist. 80 Prozent reichen dicke.
7.    Essen darf Freude machen. Entspann dich. Genieße.

Wann bin ich attraktiv für andere? Wenn ich mich selbst attraktiv finden kann. Und das hat mit der äußeren Form viel weniger zu tun als mit der inneren Haltung. Das steht schon in der Bibel: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Genau übersetzt: Liebe deinen Nächsten, denn er ist wie du. Oder salopper: »Liebe dich selbst, dann können die anderen dich gern haben!«

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Sie will, er muss

5. März 2018 von Gemeinsame Redaktion  
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Fastenaktion der Kirchenzeitung: Mit dem Publizisten Christian Nürnberger setzen wir unsere Reihe fort. In jeder Ausgabe während der Passionszeit berichtet eine prominente Persönlichkeit, ob sie fastet oder nicht und was ihr die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern bedeutet.


Im Kloster bei kärglicher Kost »zu sich selbst finden«? Daheim dem Bier, Wein und Braten entsagen, um dem lieben Gott irgendwie näherzukommen? Ja, weiß die Menschheit denn nicht, dass Gottesnähe auch zu verspüren ist, wenn man sich dem nächsten Wirtshaus oder Biergarten nähert? Mich jedenfalls versetzen solch heilige Orte sofort in meditative Stimmung, aus der heraus ich dann nur noch eine frische Maß Bier und ein paar Bratwürstl mit Kraut kommen lassen muss, und schon bin ich mit der Schöpfung einverstanden, lobe den Herrn und schmecke die lutherische Freiheit eines Christenmenschen.

Selbstkasteiungen hingegen führen mich in die größte Gottesferne, in der ich frage, warum der liebe Gott ungerecht ist bis hinein in die kleinsten Verästelungen des Menschseins. Man denke nur an die ungleiche Futterverwertung von uns armen Sündern – ein Problem, das seit Anbeginn meine Ehe überschattet, denn meine Frau isst, was sie will. Ich auch, und darüber regt sie sich dann so auf, dass sie gleich wieder abnimmt, während mir ein weiterer Fettring wächst. Sie kann in Gesellschaft drei Stück Kuchen essen, und hat am nächsten Tag ein Kilo weniger, weil die Gespräche sie so angestrengt haben, während ich vom bloßen Ansehen des Kuchens zunehme.

Was denkt sich der liebe Gott dabei? Warum lässt er zu, dass meine Frau mich verantwortlich macht für meinen Bauch, an dem doch er schuld ist? Wieso gibt es dazu keinen einzigen Aufsatz eines Theodizeeproblem-Theologen? Und was sagt eigentlich Thomas von Aquin dazu, von dem es heißt, wegen seiner Körperfülle hätte sein Schreibtisch halbkreisförmig ausgesägt werden müssen? Darüber müsste mal gepredigt werden in den Kirchen, statt immer nur übers Maßhalten.

Kontrovers: Ob fasten gut ist oder nicht, darüber haben die Eheleute – Moderatorin Petra Gerster und Christian Nürnberger – unterschiedliche Auffassungen. Foto: Random House/Kay Blaschke

Kontrovers: Ob fasten gut ist oder nicht, darüber haben die Eheleute – Moderatorin Petra Gerster und Christian Nürnberger – unterschiedliche Auffassungen. Foto: Random House/Kay Blaschke

Trotzdem habe ich – aber ich kann das erklären – seit Anfang Januar rund sechs Kilo abgenommen. Nicht aus spirituellen Gründen, nein, der Hirschhausen ist schuld. Und meine Frau. Die nötigte mich wieder, wie an jedem Jahresbeginn, diese unsäglich langweiligen, absolut nutzlosen Abnehm- und Diät-Tipps zu lesen, obwohl doch längst erwiesen ist, dass man nur die Wahl hat zwischen lebenslangem Hungern und lebenslangem Dicksein. Weshalb ich es seit je mit Curd Jürgens halte, der einmal gesagt haben soll, es komme nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben – denn zu was kann ein exzess-freies, freudlos sich hinziehendes Fit-for-Fun-Leben schon führen? Am Ende stirbt auch der Dünne, nur halt ein wenig später, fitter und mit dem Gefühl, einiges versäumt zu haben. Fit statt lebenssatt zu sterben, überlasse ich gern den Wellness-Aposteln.

Dank dieser gesunden Einstellung zum guten Leben habe ich es im Lauf der Jahre auf ein Kampfgewicht von 96 Kilo gebracht – bei einer Körpergröße von 1,76 m. Nein, das ist nicht zu schwer, sage ich meiner Frau, ich bin nur zu kurz, und dafür kann ich nichts, weil der liebe Gott … – siehe oben.

Dann aber hat sie mich überlistet. Sie gibt ja nicht auf, scheut nicht einmal davor zurück, mir Artikel aus der Bildzeitung(!) hinzulegen. Und eines Tages lag da was aus dieser Zeitung vor meiner Nase, geschrieben vom Hirschhausen. Den wird er lesen, dachte meine Frau. Und hatte Recht.

Hirschhausen berichtete von seiner Gewichtsabnahme. Der also jetzt auch. Ist denn gar keiner mehr gegen die Seuche des Schlankheitswahns gefeit? Hirschhausen verlor nun zwar stark in meinem Ansehen, aber andererseits ist er so ein raffinierter Hund, dass etwas mit mir geschah, während ich mürrisch über seine Einlassungen zur neuen Mode des »Intervall-Fastens« – neudeutsch-hip und schick: intermittent fasting – hinweglas. Das Geheimnis seines Erfolgs besteht ja darin, dass er sein kotzlangweiliges Medizinthema immerzu mit humorig-philosophischen Bemerkungen über das Leib-Seele-Problem würzt, und zwischen den Zeilen versteckte Botschaften unterbringt, die sogleich ihre Wühlarbeit im Unterbewusstsein beginnen. So auch bei mir.

Plötzlich fielen mir – während ich noch las – ein paar meiner älteren Freunde ein, die es ebenfalls ein Leben lang mit Curd Jürgens gehalten hatten. Konrad, ein paar Jahre älter als ich, müsste eigentlich eine neue Hüfte bekommen, kann aber nicht operiert werden, weil er zu fett ist, müsste erst 30 Kilo abnehmen, schafft immer nur fünfzehn, dann lässt er sich wieder gehen, sitzt nur noch bewegungslos herum, nimmt zu viel zu und zu wenig ab, und braucht jetzt den Rollstuhl. Günter, zehn Jahre älter als ich, starker Raucher, schon drei Herzinfarkte, lebt mit Herzschrittmachern und allerlei Stents freudlos vor sich hin. Harry, fünfzehn Jahre älter als ich, Schlaganfall, Rollator. Wäre das Alter für meine älteren Freunde leichter und erträglicher, wenn sie ihr Leben rechtzeitig in etwas gemäßigtere Bahnen gelenkt hätten?

Ich weiß es nicht. Aber plötzlich hatte dieser Hirschhausen mit seinem Zeug über die neue Fastenmode den Gedanken in mir erzeugt: Zwei statt drei Mahlzeiten pro Tag – das schafft doch jeder Depp, und man spart noch Zeit dabei. Könnte man mal probieren.

Und: Ein kurzes, aber intensives Curd-Jürgens-Leben mag ja ganz schön sein, aber was kommt danach? Dann trete ich kräftig und wohlgenährt durch die Himmelspforte, und sie werden sagen: Der soll dem Petrus beim Donnern helfen. Träte ich jedoch viele Jahre später schwach und abgemagert vor sie hin, würden sie sagen, der soll den Frauen ein wenig zur Hand gehen. Das motivierte. Einerseits.

Andererseits kenne ich die Hauptsätze der Thermodynamik, die sich auf den Nenner bringen lassen: Wenn du mehr Kalorien aufnimmst als du verbrauchst, nimmst du zu, egal mit welcher »Diät«. Weiß der Hirschhausen natürlich auch. Warum meint er dann trotzdem, die Gesetze der Physik aushebeln zu können? Nun ja, er hat abgenommen. Das Argument schlägt die besten Theorien.

Also begann ich morgens um zehn mit dem Frühstück. Abendessen um 18 Uhr. In den darauffolgenden 16 Stunden bis zur nächsten Mahlzeit, so die Theorie, soll es geschehen. Während dieser Zeit nimmt man angeblich ab, auch dann, wenn man beim Frühstück und Abendessen so richtig zugeschlagen hat.

Und tatsächlich: Das Wunder geschah. Die Physik dieses Glibbers aus Herz, Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse, Insulin- und Hormoncocktail-Shaker ist offenbar noch mysteriöser als die des sauberen Dieselmotors. Nein, sagt der Hirschhausen, es sei ganz einfach: In den sechzehn Stunden Ebbe leeren sich die Kohlehydratspeicher, und dann muss der Körper ans Fett.

Meine verlorenen sechs Kilo sind allerdings Stand von letzter Woche. Seitdem stagniert die Sache. Der Hirschhausen schuldet mir jetzt eine Erklärung. Und wehe, er hat keine.

Oder ich beweise halt meiner Frau meine Liebe. Seit Aschermittwoch lässt sie nämlich den Wein weg, wie jedes Jahr. Ich – ein vor Gott gerechtfertigter Lutheraner – habe dafür noch nie einen Grund gesehen. Was es für sie doppelt schwer macht, dem Wein zu entsagen. Unsolidarisch sei das, sagt sie. Gut, werde ich halt mal solidarisch sein.

Und wenn trotzdem weiter alles stagniert? Dann können sie sich auf was gefasst machen, der Hirschhausen und meine Frau.

Buchtipp
Gerster, Petra, Nürnberger, Christian: Die Meinungsmaschine. Wie Informationen gemacht werden – und wem wir noch glauben können, Random House, 384 S., ISBN 978-3-453-28047-2, 19,99 Euro

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Stefanie zeigt Flagge

21. Februar 2018 von Gemeinsame Redaktion  
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Fastenaktion der Kirchenzeitung: Mit Schlagerstar Stefanie Hertel setzen wir unsere Reihe fort. In jeder Ausgabe während der Passionszeit berichtet eine prominente Persönlichkeit, ob sie fastet oder nicht und was ihr die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern bedeutet.

Zeig dich: Dem Motto der Fastenaktion der evangelischen Kirche entsprechend gibt die Sängerin und Moderatorin Stefanie Hertel Auskunft, was ihr der Glaube bedeutet. Foto: Jan Adler

Zeig dich: Dem Motto der Fastenaktion der evangelischen Kirche entsprechend gibt die Sängerin und Moderatorin Stefanie Hertel Auskunft, was ihr der Glaube bedeutet. Foto: Jan Adler

Frau Hertel, in der Fastenzeit verzichten viele Christen auf etwas, um ein Stück bewusster zu leben. Pflegen Sie auch solch einen Fastenbrauch?
Hertel:
Ja, sogar mehrmals im Jahr, aber nicht zu besonderen Anlässen, eher wenn ich denke, jetzt tut es mal gut, einen Gang zurück zu schalten. Ich höre da ganz einfach auf meinen Körper und fühl mich dann wieder wohl. Auf Süßes und alkoholische Getränke zu verzichten, ist meine Art zu fasten, aber das kann für jeden etwas an-
deres sein.

Die Fastenaktion der Kirche steht in diesem Jahr unter dem Motto »Zeig Dich! 7 Wochen ohne Kneifen!«. Sie müssen sich als Bühnenstar oft zeigen und dürfen nicht »kneifen«. Kennen Sie aber das Gefühl, am liebsten kneifen zu wollen?
Hertel:
Nun ja, da ich schon bereits mit vier Jahren auf der Bühne stand, ist das Leben in der Öffentlichkeit für mich zwar immer noch spannend und eine Herausforderung, aber positiv und mit Freude besetzt. Mein Privatleben ist mir dafür umso kostbarer geworden. Sich eben auch mal nicht zu zeigen. Das hat aber nichts mit »kneifen« zu tun, sondern mit einem Freiraum, den ich mir für meine Familie und mich erhalte. Für die karitativen Projekte, die ich durch den Verein »Stefanie Hertel hilft« unterstütze, zeige ich gerne auch mal Kante! Wenn Tiere oder Menschen in Not sind und auf unsere Hilfe angewiesen, dann darf man nicht »kneifen«, da muss man Flagge zeigen.

In der Fastenzeit steht die Frage im Mittelpunkt, worum es eigentlich geht im Leben, was wirklich zählt und worauf es letztlich ankommt. Was »zählt« für Sie im Leben?
Hertel:
Für mich zählt im Leben, das Hier und das Jetzt zu leben. Die Familie ist mir sehr wichtig, ich pflege Freundschaften und versuche im Einklang mit der Natur und der Umwelt zu leben: rücksichtsvoll und respektvoll allem Leben gegenüber und mit einem Blick über den Tellerrand hinaus. Außerdem sollte jeder ein Stück vom eigenen Glück an diejenigen weitergeben, denen es nicht so gut geht. Ob das eine helfende Hand ist, ein liebes Wort, eine Spende oder einfach nur Aufmerksamkeit, indem man zuhört.

Was bedeutet Ihnen der Glaube?
Hertel:
Mein Glaube gibt mir Kraft und erdet mich. Ein Leben ohne Glauben könnte ich mir nicht vorstellen.

Logo-7-Wochen-ohne-07-2018Wie finden Sie zur Ruhe inmitten Ihres sicher turbulenten Berufslebens?
Hertel:
Indem ich mir Auszeiten nehme und mich manchmal ganz bewusst aus allem völlig raus ziehe. Dann schalte ich das Handy aus, lese keine Mails, bin einfach nicht erreichbar und unternehme in aller Ruhe etwas in der Natur. Im Winter liebe ich es, mir die Langlauf-Skier anzuschnallen und direkt vor der Haustür loslaufen zu können. Im Sommer zieht es mich mit dem Radl oder zu Fuß auf den Berg. So einen taufrischen Sonnenaufgang am frühen Morgen auf einem Berggipfel zu erleben, ist
gewaltig und atemberaubend schön.

Gibt es eine Botschaft, die Sie mit Ihren Liedern und Ihrer Musik vermitteln wollen?
Hertel:
Mit meinen Liedern greife ich Themen aus dem Leben auf, aus meinem, aber auch aus anderen Perspektiven. Manchmal mit dem nötigen Quentchen Ernst, aber gerne auch humorvoll. Viele erzählen auch von der Liebe, aber in erster Linie sollen sie einfach gefallen und unterhalten.

Schon mal geblickt auf Ostern: Pflegen Sie einen bestimmten Osterbrauch?
Hertel:
Seit ich mit meinem Mann Lanny zusammen lebe, gibt es bei uns zu Hause an Ostern immer einen süßen Kärntner Reindling und etwas Herzhaftes dazu. Außerdem verstecken wir immer noch innerhalb der Familie ein Osternest, machen einen Osterspaziergang und der Kirchgang an Ostern gehört bei uns natürlich dazu. Denn genau darum geht’s ja!

Das Gespräch führte Stefan Seidel.

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Sieben Wochen ohne Kneifen und mit der Kirchenzeitung

23. Januar 2018 von Gemeinsame Redaktion  
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Geschenkt: Ein lohnender Verzicht – die Fastenzeit bewusst gestalten


Am Aschermittwoch, dem 14. Februar 2018, beginnt die Fastenaktion der evangelischen Kirche »7 Wochen Ohne«. Sie steht unter dem Motto »Zeig dich! Sieben Wochen ohne Kneifen«.
Glaube-Alltag-03-2018Die Fastenzeit ist für Christen eine Periode des Nachdenkens über die eigene Existenz. In Zeiten, in denen unerschrockene Debatten wieder dringend geboten sind und auch die Schwachen in der Gesellschaft gehört werden müssen, sollten sich der Botschaft Jesu Christi zugewandte Menschen nicht verstecken, nicht untertauchen oder wegducken.

Seit mehr als 30 Jahren lädt »7 Wochen Ohne« als Fastenaktion der evangelischen Kirche dazu ein, die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern bewusst zu erleben und zu gestalten. Millionen Menschen in ganz Deutschland lassen sich darauf ein: für sich allein, in Familien oder als Fastengruppe in Gemeinden. Der Eröffnungsgottesdienst der diesjährigen Aktion findet am Sonntag, 18. Februar 2018, 9.30 Uhr, in der Thomaskirche in Hofheim am Taunus statt. Das ZDF überträgt live.

Die Tageswand- und Tagestischkalender der edition chrismon bilden wieder das zentrale Element der Aktion. Sie begleiten die Teilnehmer durch die Fastenzeit und die Ostertage. Sieben Fotografen haben sich mit je einem Wochenthema beschäftigt. Zu jedem Thema gibt es eine Bibelstelle mit einer Auslegung von Susanne Breit-Keßler, Regionalbischöfin des Kirchenkreises München-Oberbayern.

Die Wochenthemen lauten für die Aktion 2018: »Gott zeigt sich« (Genesis 32,25–30), »Zeig dein Mitgefühl« (Lukas 10,30–35), »Zeig deine Liebe« (Markus 14,3–9), »Zeig deine Fehlbarkeit« (Genesis 3,7–11), »Zeig deine Hoffnung« (Markus 10,46–52), »Zeig, wofür du stehst« (Matthäus 26,69–75) und »Zeig dich Gott« (Jona 2,1–11). Ergänzt werden die Wochenthemen durch Zitate, Gedichte und Geschichten von Schriftstellern, Theologen und Journalisten.

www.7-wochen-ohne.de

Die Kirchenzeitung startet eine eigene Fastenaktion. In den Ausgaben während der Passionszeit wird jede Woche eine prominente Persönlichkeit von ihren Erfahrungen mit dem Fasten berichten. Mit dabei sind unter anderem Dieter Falk, Petra Gerster und Christian Nürnberger, Harald Glööckler, Stefanie Hertel, Dr. Eckart von Hirschhausen, Tiki Küstenmacher und Ulf Poschardt. Sie geben Auskunft, ob sie fasten oder nicht, was ihnen die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern bedeutet und wie sie selbst die sieben Wochen gestalten.

Wir laden Sie zu der Fastenaktion ein. Werben Sie einen neuen Leser oder verschenken Sie ein Fastenabo. Den Coupon dazu finden Sie auf Seite 14. Wer sich für dieses Abonnement unserer Kirchenzeitung entscheidet, bekommt sieben Ausgaben – von Sonntag Estomihi bis Palmarum – mit interessanten Beiträgen geschenkt. Bezahlt wird das Abonnement erst ab Ostern.

Sabine Kuschel

www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de

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Gott ins Herz geblickt

29. Februar 2016 von Gemeinsame Redaktion  
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Wie die Bibel über unser wichtigstes Organ denkt

Großes Herz! Sieben Wochen ohne Enge«, lautet das Motto der diesjährigen Fastenaktion der evangelischen Kirche. Das Herz kommt oft in der Bibel vor. Es ist Zentrum, Wesen und Charakter einer Person. Die Bibel ist weniger am Herz als Organ der Blutversorgung interessiert. Vielmehr am Herzen als Begriff für das Innere des Menschen. Da ist die Heilige Schrift ganz zu Hause in der antiken Kultur des Orients. Sie nimmt die Sprache seiner Poesie auf und tritt in Dialog mit seinen Weisheitstraditionen. Liebe und Hass, Angst und Freude, Zufriedenheit und Genuss, Egoismus, Bosheit und Mitmenschlichkeit – all das lässt sich knapp als jeweiliges »Herz« charakterisieren.

Foto: Cora Müller – Fotolia.com

Foto: Cora Müller – Fotolia.com

Das Herz freut sich oder wird erfreut, durch Gott, seine Gaben und Segnungen (Psalm 4,8; 19,9; 33,21; 104,15; 105,3). Wein steht nicht für Betäubung bei Problemen, sondern »der Wein erfreue des Menschen Herz«.

Ist man umgekehrt voller Angst, verzagt das Herz, weil in einem große Kräfte toben. Das Herz bebt und zittert, wie Bäume im Sturm beben. Solch ein Herz verliert seine Festigkeit, seine Form und jeden Halt, der Mensch fühlt sich verloren wie verschüttetes Wasser und wie zerschmolzenes Wachs (Psalm 22,15).

Alles aus seinem Innersten ehrlich, vertrauensvoll und ohne Hintergedanken mitteilen, wird zur plastisch anschaulichen Formulierung »sein Herz ausschütten«. Das ist als Redewendung ins Deutsche eingegangen. »Hoffet auf Gott allezeit, liebe Leute, schüttet euer Herz vor ihm aus; Gott ist unsre Zuversicht.« (Psalm 62,9). Als Ausdruck für Selbstgespräche fand die Bibel »in seinem Herzen sprechen«. Wenn man Worten nicht glauben kann, heißt es: »Aber sein Herz blieb kalt« (1. Mose 45,26).

Die Bibel benutzt das Wort »Herz« auch, um die Erfahrungen mit der Welt der Intrigen zu beschreiben: »Sie denken nur, wie sie ihn stürzen, haben Gefallen am Lügen; mit dem Munde segnen sie, aber im Herzen fluchen sie« (Psalm 62,5). Wo wir heutzutage sagen würden, »Ihr Kopf steckt voller böser Pläne«, heißt das in der Psalmensprache: »Errette mich, Herr, von den bösen Menschen; behüte mich vor den Gewalttätigen, die Böses planen in ihrem Herzen und täglich Streit erregen« (Psalm 140,2+3).

Die Bibel kennt ein aufrichtiges, ein reines Herz, ein weises, frommes, demütiges, ein feiges Herz, geängstet, zerschlagen. Das Herz sei unverzagt, getrost, fest und mutig. Ein »hartes Herz« aber steht für Starrsinn. Wer ohne jedes Mitgefühl ist, dessen Herz »ist verschlossen« (Psalm 17,10). Wo sind Solidarität, Großzügigkeit mit Empathie zu Hause? »Wenn einer deiner Brüder arm ist in irgendeiner Stadt in deinem Lande, das der Herr, dein Gott, dir geben wird, so sollst du dein Herz nicht verhärten und deine Hand nicht zuhalten gegenüber deinem armen Bruder, sondern sollst sie ihm auftun und ihm leihen, so viel er Mangel hat« (5. Mose 15,7+8).

Jesus rät, lieber Schätze bei Gott zu sammeln. Dort werden sie nicht von Motten und Rost zerfressen und können auch nicht von Einbrechern gestohlen werden, »denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz« (Matthäus 6,21). Martin Luther bringt es auf den Punkt und kann zur Auslegung des ersten Gebots im Großen Katechismus formulieren: »Woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott.«

Das Hohelied wurde auch gelesen als poetischer Ausdruck von Gottes Liebe zu seinem Volk Israel und kam deshalb in die Bibel. Kann man Liebe erklären? Beschreiben kann man die Auswirkungen ihrer Macht, die Verzauberung. Stellen wir uns einmal vor, Gott spricht verliebt über Israel: »Du hast mir das Herz genommen, meine Schwester, liebe Braut« (Hohe-
lied 4,9).

Damit sind wir gedanklich bei etwas Einzigartigem angekommen, was es in der Umwelt des Alten Testaments nicht gibt. Die Bibel wagt es, in Gottes Herz zu blicken. Sie erzählt, wie Gott sah, dass die Menschen auf der Erde völlig verdorben waren. Alles, was aus ihrem Herzen kam, ihr Denken und Planen, war durch und durch böse. Das tat ihm weh, und Gott bereute, dass er sie erschaffen hatte. Der Mensch – eine Fehlkonstruktion. Doch am Ende der Sintflutgeschichte lesen wir, wie Noah einen Opferaltar für den Herrn baut. Und auch wenn Diagnose und Urteil über den Menschen nicht besser ausfallen können, heißt es: Und der Herr roch den lieblichen Geruch und sprach in seinem Herzen: »Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen; denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf. Und ich will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt, wie ich getan habe.«

Roland Spur

Teuflische Macht gegen das Schöne

11. März 2015 von Gemeinsame Redaktion  
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Eine Meditation zum Thema der Fastenaktion »Du bist schön«

Ich bin in einem Gefängnis. Und mein Körper ist die Mauer. Nein, das stimmt nicht ganz, auch wenn es sich so anfühlt. Die Mauer liegt tiefer. Gebaut ist sie aus Seelenbrocken, die sich auftürmen zu einem undurchdringlichen, uneinnehmbaren Ganzen. Keine Tür, kein Riss, keine Luke. Nur Mauer. Es ist die Mauer der Depression und der Angst. Seit Schulzeiten ist sie da. Es sind wohl schon 15 Jahre.

Durch die Mauer, in das Seelengefängnis, dringt kein Licht. Kein noch so kleiner Funken. Isolationshaft: Isoliert von mir, in mir. Und Gott? Gott schweigt. Wenn ich an ihn denke, sehe ich ein hässliches Gesicht. Er trägt meine, von der Depression entstellten, Züge.

»Du bist schön.« Die Stimmen von außen werden absorbiert. Nur ein dunkles Murmeln dringt hindurch in das mauerumwehrte Innen. Die Depression ist klug wie eine Schlange. Sie zieht sich die Worte von außen an und verdreht sie in das Gegenteil. Das »Du bist schön« klingt, gemurmelt und gebrochen: »Du bist hässlich. Nicht nur von außen. Alles an und in dir ist hässlich.« Die Depression ist perfide. Sie schafft, dass ich der gemurmelt, gebrochenen, der Schlangenstimme glaube. »Ja«, sage ich ergeben, »ja, du hast recht.«

In den vielen langen Momenten der Klarheit, in denen die Mauer zu einem Mäuerchen zusammengeschrumpft ist, ist die Welt schön. Schlicht schön. Und schön schlicht. Das Grün an meiner Küchenwand, das samtige Abendlicht am Klinker des Hauses auf der anderen Straßenseite, die Fotos mit eingefrorenen Erinnerungen, der vom Fett durchgeweichte Pizzakarton vom Italiener um die Ecke – schön.

Da liegt ein Vaterstolz in der Luft nach den ersten Atemzügen der Welt.

Das Schöne rutscht, bricht, reißt

Vielleicht hat Gott eine Träne verdrückt nach sechs Tagen des Schaffens. Mit seinen Händen hat er eine Ahnung von sich selbst in den Lehm, das Wasser, in Alles eingeschrieben. Als wollte er sagen: »Seht das Schöne, Menschenkinder. Und seht mich.« Schön gemeint. Und schön gemacht. Alles Lebendige atmet Schönheit. Doch nicht lange. Durch die erste Sünde versandet das Schöne, das Hässliche zieht ein und spielt sich auf als mächtiger Gegner des Schönen. Das Schöne Gottes, das die Schöpfung ist, erodiert. Es rutscht, bricht, reißt. Die Schönheit des Anfangs ist eine Schönheit ohne Ideal. Sie ist rein. Reine Schönheit. Die Schönheit nach dem Apfelbiss ist gebrochen. Da ist Scham, Angst, da sind Mauern. Sie verstellen den Blick.

Als Joseph Ratzinger noch Papst Benedikt XVI. war, schrieb er: »Die Wahrheit ist schön, Wahrheit und Schönheit gehören zusammen: Die Schönheit ist das Siegel der Wahrheit.« Schön, wer das sagen kann. Heißt das: Wenn ich mich ganz, und nicht nur meine Hülle, als schön empfinde, ist dann Eden in mir? Ist dann die Tür zum ersten reinen Schönen des Paradieses offen? Ein Stück weit, wenigstens? Meine Gedanken verheddern sich. Gott ist Wahrheit. Wahrheit ist Schönheit. Ich bin Ebenbild. Bin ich wahr? Bin ich schön?

Die Depression glaubt dies nicht. Sie hat ihre eigenen Gesetze. »Das Leben, dein Leben ist Falschheit. Und Falschheit ist hässlich. Beides gehört zusammen und besonders bei dir. Deine innere Hässlichkeit besiegelt deine Falschheit«, sagt sie und ich gebe ihr die Hand und gebe ihr recht. Sie wächst ein bisschen und grinst mich überlegen an.

Benedikt XVI. schreibt weiter: »Und es scheint gleichsam, als wolle der Teufel ständig die Schöpfung beschmutzen, um Gott zu widersprechen und seine Wahrheit und Schönheit unkenntlich zu machen.« Teuflisch ist es, was die Krankheit macht. Als trenne sie mich ab von allem, was Leben, was Schönheit spendet. Alles, was ich von Gott weiß, ist weg. Es wird unglaublich, unglaubbar. ER wird unglaubbar, unglaubwürdig.

Gerne würde ich die Krankheit abschneiden wie faules Fleisch. Und dem, was ich von Gott und mir weiß und glaube, wieder Glauben schenken. Zu mir sagen: »Du bist schön.« Aber ich kann sie nicht abschneiden, ohne zu verbluten. Denn das bin auch ich. Das Finstere, Dunkle ebenso wie das Helle und Leichte.

Die Stimme des vaterstolzen Gottes

Zufällig lese ich einen Satz, den ein guter Freund bei Facebook teilte. Er stammt von dem Komponisten Georg Alexander Albrecht: »Wo Menschen sind, wird geliebt. Wo geliebt wird, gibt es Schönheit.«

Einige Tage später sehe ich wieder auf diesen Text hier. Ich möchte ihn ändern, am liebsten löschen. Und rufen: »Das bin ich nicht.« Lange, lange höre ich in mich. Leise, ganz leise, sage ich: »Doch, das bist du.« Und von irgendwoher, ich weiß nicht woher, klingt ein Echo in meiner Seele. Flüsternd fast. Ich muss mich ausstrecken danach. »Ja, das bist du«, echot es in mir. Die Stimme des vaterstolzen, tränennassen, ahnungschenkenden Gottes. »Und so bist du schön.«

Stefan Körner

Liebe macht in Wahrheit sehend

24. Februar 2015 von Gemeinsame Redaktion  
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Dem Motto der Fastenaktion in der Bibel auf der Spur

»Du bist schön! – Sieben Wochen ohne Runtermachen«, heißt das diesjährige Motto der Fastenaktion »7 Wochen Ohne«. Das Motto ist biblisch. Schönheit kommt öfter in der Bibel vor als man denkt.

Zum einen gibt es die verführerische Schönheit: »Und die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon und er aß« (1. Mose 3,6). Schönheit weckt Neid und Bosheit. Da sind die Geschichten von Waschti und Esther am Hofe des Perserkönigs. Abram gibt Sarai sicherheitshalber als Schwester aus. Das Muster wiederholt sich bei Abrahams Sohn Isaak. Auch er gibt Rebekka, die ebenfalls sehr schön ist, als seine Schwester aus. Isaak hat Angst, sie könnten ihn umbringen, weil seine Frau so schön ist. Josef ist ein ausnehmend schöner Mann. So kommt es, dass Potifars Frau ein Auge auf ihn wirft. Saul, später der erste König Israels, fällt als jung und stattlich auf, schöner und einen Kopf größer als alle anderen jungen Männer in Israel. David »ist des Saitenspiels kundig, ein tapferer Mann und tüchtig zum Kampf, verständig in seinen Reden und schön gestaltet, und der Herr ist mit ihm« (1. Samuel 16,18). Er ist musikalisch, tapfer, sportlich, kämpferisch und klug. Und David sieht nicht nur gut aus. Gott steht ihm bei.

Zufrieden? Foto: Siunuwelle – fotolia.com

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Im Buch Judit (Kapitel 10) wird Judiths Schönheit beschrieben. Judith gegen Holofernes ist das weibliche Pendant zu David gegen Goliath: Schwach überwindet stark mit Gottes Hilfe! Was wäre äußerliche Schönheit ohne Charakter? Sie bedeutet nichts. Lieblich und schön sein ist nichts; eine Frau, die den Herrn fürchtet, soll man loben (Sprüche 31,30). Anmut und Schönheit sind vergänglich und kein Grund, eine Frau zu rühmen; aber wenn sie den Herrn ernst nimmt, dann verdient sie Lob. »Ein goldener Ring im Rüssel einer Wildsau? So ist eine schöne Frau ohne Benehmen!« (Sprüche 11,22)

»Du bist schön! – Sieben Wochen ohne Runtermachen«, so lautet das diesjährige Motto der Evangelischen Fastenaktion »7 Wochen Ohne«. »Du bist schön!« Was oberflächlich betrachtet wie der Werbeslogan einer Kosmetikserie aussehen mag, ist in Wirklichkeit ein fast unbekanntes Bibelzitat. Der Satz »Du bist schön!« kommt sechsmal im Hohelied vor. Das Hohelied, dem König Salomo gewidmet, beginnt mit dem Motiv des Kusses. Das Hohelied ist erotische Lyrik in der Bibel. Es gehört zu den schönsten Liebesgedichten der Weltliteratur. Wieso steht es in der Bibel? Es war vor allem Rabbi Akiba (um 100), der es zu den Heiligen Schriften rechnete. Zwei Liebende preisen gegenseitig die Schönheit des anderen. Um es biblisch zu sagen: Sie genießen, dass »Gott den Menschen zu seinem Bilde schuf, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und er schuf sie als Mann und Frau«. Wo Menschen sich lieben, bilden sie Gottes Wesen ab. Das Hohelied lässt sich auch in einem tieferen Sinn lesen: als Dokument der Liebe zwischen Gott und seinem Volk Israel. Der Bund, das Einswerden mit Gott, liebt Hochzeitsbilder. Rabbi Akibas Argumente überzeugten. Später haben Kirchenväter diese kollektive Interpretation des Hoheliedes individualisiert verstanden und übertragen auf das Liebesverhältnis zwischen dem Bräutigam Christus und der Anima, der Seele eines oder einer einzelnen Gläubigen. Und wieder eine gemeinschaftliche Interpretation: Kirche als Braut Christi. Seit dem Mittelalter beflügelte so das Hohelied Schmuck in Kirchen und Kathedralen, Malerei und Musik.

Liebe macht blind, wird immer wieder gesagt. Jeder weiß, dass man vor lauter Ego eine eingeschränkte Wahrnehmung bekommen kann. Solch ein Ego hat mit Liebe nichts zu tun. Liebe macht in Wahrheit sehend, für die Schönheit, die Gott in einen anderen Menschen gelegt hat. Liebe macht sehend und Schönheit entsteht im Auge des Betrachters. Wenn es überhaupt so etwas wie ein christliches Schönheitsideal gäbe, dann wäre es dieser Blick von Verliebten, von liebenden Menschen. Darum: »Du bist schön! – Sieben Wochen ohne Runtermachen.« Den anderen nicht. Und sich selbst genauso nicht.

Roland Spur

Sich selbst und andere schätzen

11. Februar 2015 von Gemeinsame Redaktion  
Abgelegt unter Glaube und Alltag

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Fastenaktion stellt Einzigartigkeit jedes Menschen in den Mittelpunkt

Bevor Mose die Zehn Gebote erhält, fastet er 40 Tage allein auf dem Berg Sinai (2. Mose 34,28). Jesus fastet 40 Tage in der Wüste, bevor er das nahe Reich Gottes verkündet (Matthäus 4,2). Die Bibel kennt viele Fastengeschichten. Nicht alle, die in den Wochen vor Ostern auf etwas verzichten, tun das mit Bezug auf die Bibel. Fasten steht heute für eine Auszeit, die sich jeder und jede individuell nehmen kann. Eine Auszeit von Gewohnheiten, Sehnsüchten und kleinen Süchten, vom Trott des Alltags, von lästigen oder lieb gewordenen Angewohnheiten. Sie bietet die Chance, eine neue Perspektive einzunehmen, verdrängte Gedanken in den Vordergrund treten zu lassen, sich selbst besser kennenzulernen. Materialien dazu bieten Interessierten unter anderem die Aktion »7 Wochen ohne« und der ökumenische Verein »Andere
Zeiten«.

Eine Uhr am Handgelenk zählt die Schritte, die pro Tag gelaufen werden müssen, um optimal bewegt zu sein. Pillen helfen, fit zu sein für das, was der Tag verlangt. Dem Älterwerden begegnen wir mit Diäten, jugendlicher Mode, mit Cremes und ausgefeilten Sportprogrammen. Aber der Optimierungswahn setzt schon lange nicht mehr nur Erwachsene unter Druck. Junge Menschen ordnen sich einem als allmächtig empfundenem Modediktat unter. Vor allem junge Frauen spielen immer früher mit dem Gedanken, sich die Brust vergrößern, die Schamlippen verkleinern oder die Nase begradigen zu lassen.

An diesem Streben nach Optimierung setzt die diesjährige Fastenaktion der evangelischen Kirche »7 Wochen ohne« an: »Du bist schön! Sieben Wochen ohne Runtermachen« ist sie überschrieben und meint damit, gleichermaßen sich selbst zu schätzen als auch die Mitmenschen.

In diesem Jahr beginnt die Fastenzeit am 18. Februar, Aschermittwoch, und dauert bis 5. April, Ostersonntag. Begleitet wird sie von einem Kalender, der fröhliche und nachdenklich stimmende Bilder bereithält. Im Mittelpunkt steht die Einzigartigkeit, die jedem Menschen gegeben ist. Einer lachenden älteren Dame scheint ein Geweih aus dem Kopf zu wachsen, eine junge Frau präsentiert fröhlich einen selbst gestrickten bunten Schal, ein Kind schaut ernst aus der Geborgenheit heraus, die ihm seine Schmusetiere geben. Zu den Bildern gibt es Texte aus Kirche, Kultur und Alltag. »Mich hat der liebe Gott aus allen Widersprüchen geschaffen, die er hatte, das ist sicher«, wird die Schriftstellerin Franziska Gräfin zu Reventlow zitiert. »Du aber liebe mich, auch wenn ich schmutzig bin; denn wenn ich weiß gewaschen wäre, liebten mich ja alle«, hat Fjodor M. Dostojewski aufgeschrieben.

Jede der Fastenwochen hat ein Thema: »Du bist fair«, »Du bist ein Talent« oder einfach »Du bist schön«. Jedem der Themen ist ein Bibelwort zugeordnet.

Geschichten von Menschen, die mit Problemen zu kämpfen haben, die nicht vordergründig perfekt sind, sind im Begleitheft der Aktion versammelt. Es sind Mut machende Geschichten. Weiter gibt es zu jeder Themenwoche einen Impuls für eine Andacht, die das Bibelwort aufgreift und ein Gebet dazu. Auch ein Gottesdienstentwurf findet sich in den Materialien.

Fastenaktion

Fastenaktion

Ein gemeinsames Motto gibt der Hamburger Verein »Andere Zeiten« für seine Fastenaktion »7 Wochen anders leben« nicht vor. Jeder überlegt sich selbst, was er in seinem Leben verändern möchte: Sieben Wochen kein Fleisch oder keine Süßigkeiten, sieben Wochen täglich einen Psalm lesen, Sport treiben oder besser zuhören. Ziel ist es zu »entdecken, was einen selbst ausmacht«, sagt Chefredakteur Frank Hofmann. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Person komme im Alltag oft zu kurz. Im besten Fall gelange jemand beim Fasten zu der Einsicht, was einem wirklich wichtig ist. »Verzicht muss gar nicht sein, auch wenn der Verzicht bei etwa 90 Prozent der Fastenden eine Rolle spielt«, sagt Hofmann. Vielmehr gehe es um eine Verhaltensänderung. Er nennt das Beispiel einer Frau, die sich vorgenommen hatte, sieben Wochen herumliegenden Müll einzusammeln. Sie habe das beibehalten und sei heute glücklich mit der Haltung, Dreck nicht einfach liegen zu lassen. Ein anderes Ziel könne sein, sich abends zu überlegen, wofür es am Tag Anlass zum Danken gab.

Wer sich für die Fastenaktion von »Andere Zeiten« anmeldet, bekommt zunächst eine Broschüre mit Informationen, Geschichten und Tipps rund um das Fasten. Während der Fastenzeit selbst erhalten die Teilnehmer jede Woche einen Brief mit Erfahrungsberichten, Anregungen, einer biblischen Geschichte und Gedichten. In den vergangenen Jahren habe sich die Zahl der Briefempfänger jährlich bei gut 20 000 eingependelt, so Hofmann.

Neu in diesem Jahr ist der Fastenwegweiser »wandeln«, den der Verein Andere Zeiten herausgibt. Jede Woche steht unter einem anderen Motto, für jeden Tag gibt es einen Impuls. Einen kurzen Text über Veränderungen, Atemübungen, Tipps zum Austausch und zum Rückzug. Dieser Wegweiser, so die Redaktion, richtet sich nicht nur an gläubige Christen, sondern auch an experimentierfreudige Zweifler.

Renate Haller

Weitere Informationen, Materialbestellung oder Anmeldung zur Fastenaktion im Internet unter www.7-wochen-ohne.de
oder unter www.anderezeiten.de.

Fastenaktion

23. Februar 2014 von Gemeinsame Redaktion  
Abgelegt unter Glaube und Alltag

Diskurs der freien Geister

Mit ihrem diesjährigen Motto »Selber denken! Sieben Wochen ohne falsche Gewissheiten« ermutigt die Fastenaktion der evangelischen Kirche unumstößliche Gewissheiten anzuzweifeln, Bekanntes zu hinterfragen und den eigenen Verstand zu gebrauchen. Das zentrale Element der Aktion ist der traditionelle Fastenkalender. Er begleitet die Teilnehmer mit Texten aus Kirche, Kultur und Alltagsleben durch die Fastenzeit und ermutigt in diesem Jahr dazu, die Dinge nicht so hinzunehmen, wie sie einem vorgesetzt werden. Die sieben Wochenthemen lauten diesmal: »Selber denken«, »Selber suchen«, »Selber reden«, »Selber handeln«, »Sich selber prüfen«, »Selber bekennen«, »Selber leuchten«.

Glaube-Alltag-8-2014Sieben Wochen lang, von Aschermittwoch, dem 5. März, bis zum Ostersonntag, dem 20. April 2014, ruft die Fastenaktion »7 Wochen Ohne« in bester reformatorischer Tradition zum Diskurs der freien Geister auf. Der Auftaktgottesdienst findet am Sonntag, dem 9. März, in der Martin-Luther-King-Kirche in Hürth bei Köln statt und wird ab 9.30 Uhr live im ZDF übertragen.

Wie in den vergangenen Jahren wird die Aktion wieder von einem zentralen Projektbüro in Frankfurt am Main koordiniert. Das Team bietet den Fastenden Begleitung an, beantwortet Fragen und betreut die Internetseite www.7-wochen-ohne.de. Dort können auf einer interaktiven Landkarte Fastengruppen veröffentlichen, wo sie fasten und was sie konkret tun. (mkz)

Sieben Wochen anders leben

Die Fülle des Lebens neu zu entdecken – dazu lädt der ökumenische Verein Andere Zeiten mit seiner Fastenaktion »7 Wochen anders leben« ein. Er begleitet alle, die von Aschermittwoch bis Ostern fasten möchten, mit wöchentlichen, persönlich gestalteten Briefen.

Glaube-Alltag-2-8-2014Worauf die Fastenden verzichten, entscheiden sie selbst. Um auf ihre Erlebnisse und Fragen eingehen zu können, werden die Fastenbriefe aktuell von Woche zu Woche geschrieben, gedruckt und versendet. Tipps helfen beim Durchhalten, Stimmen von anderen Fastenden laden zum Dialog, Gedichte zum Träumen ein. In den Briefen wird eine biblische Geschichte meditierend nacherzählt. Cartoons von Thomas Plassmann erinnern daran, dass auch in der Fastenzeit gelacht werden darf. Eine Broschüre stimmt vorab ins Thema Fasten ein und zeigt Ideen für Fastenvorhaben auf. Die Fastenaktion steht in diesem Jahr unter dem Motto: Eigentlich bin ich ganz anders, nur komme ich so selten dazu (Ödön von Horváth).

Möglichkeit zum Austausch mit Fastenden gibt es während der Fastenzeit auch im Internet. Auf der Seite www.anderezeiten.de bietet der christliche Verein ein begleitendes Fastenforum an.

Die Teilnahmegebühr für die Aktion »7 Wochen anders leben« beträgt 9,50 Euro inklusive Versandkosten.
(mkz)

Anmeldung: Andere Zeiten e.V., Fischers Allee 18, 22763 Hamburg, Telefon (040) 47 11 27-27, E-Mail vertrieb@anderezeiten.de

www.anderezeiten.de

Fastenzeit in England: Sieben Wochen gute Taten

19. März 2013 von Gemeinsame Redaktion  
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Haben Sie heute schon eine gute Tat getan?« Dies fragt die anglikanische Kirche derzeit ihre Mitglieder. Bei der Fastenaktion »Love life live lent« geht es nicht um sieben Wochen ohne, sondern um sieben Wochen mit. Mit einer guten Tat für jeden Tag nämlich. Wörtlich übersetzt heißt das Motto »Liebe das Leben, lebe die Fastenzeit«. Und gelebt (und geliebt) werden soll in dieser Fastenzeit. Dafür gibt es täglich eine neue Aufgabe, die es zu erfüllen gilt. Die Bandbreite der verschiedenen Anregungen ist weit. So wird man beispielsweise aufgefordert: »Rufen Sie jemanden an, mit dem Sie schon lange nicht mehr gesprochen haben.« Oder: »Schreiben Sie auf, was es Gutes in Ihrem Leben gibt und danken Sie Gott dafür.«

Julia Wohlgemuth berichtet für unsere ­Zeitung aus Großbritannien.

Julia Wohlgemuth berichtet für unsere ­Zeitung aus Großbritannien.

Die insgesamt 40 Aufgaben haben die Theologen Paula Gooder und Peter Babington zusammen mit einer kleinen Andacht für jeden Tag in einem Büchlein zusammengestellt. Auch speziell für Kinder gibt es kindgemäße Ideen. Dazu gehört zum Beispiel, Münzen für einen guten Zweck zu sammeln, für Freunde zu beten oder sich darüber Gedanken zu machen, was man falsch gemacht hat und sich zu entschuldigen.

Selbst erklärtes Ziel der Fasten­aktion ist es, die Welt um uns herum ein kleines Stückchen zu verbessern. Oder wie es John Sentamu, Erzbischof von York, bei der Eröffnung im britischen Parlament im Januar erklärte: »Dieses kleine Büchlein kommt mit einem Warnhinweis, dass die Aufgaben Sie und die Welt, in der Sie leben, ernsthaft verändern könnten.«

Die Aktion findet 2013 nicht zum ersten Mal statt. Bereits 2006 gab es »Love life live lent« im mittelenglischen Birmingham. 2007 wurde dann landesweit dazu eingeladen und es ­erfreut sich seitdem wachsender Beliebtheit: Insgesamt 400000 Menschen haben seit dem Beginn daran teilgenommen. In diesem Jahr erhofft man sich eine besonders positive und weitreichende Resonanz. Schließlich habe man im vergangenen Jahr bei der Olympiade und den Straßenpartys für das Jubiläum der Queen eine ­Wiederbelebung des Gemeinschaftssinnes gesehen, so Erzbischof Sentamu. Auch viele Kirchen haben in Verbindung mit den Olympischen Spielen einiges veranstaltet, um die Kommunen zu erreichen. Darauf möchte man aufbauen.

Die erste Aufgabe gab es in dieser Fastenzeit schon am Faschingsdienstag. An diesem Tag sollten die Kirchenmitglieder eine Eierkuchenparty veranstalten: Traditionellerweise isst man in Großbritannien am letzten Tag vor der Fastenzeit Eierkuchen. Seitdem gibt es täglich Ermutigung und Austausch nicht nur persönlich zwischen Kirchengemeindemitgliedern sondern auch durch die neuen Medien. Auf Twitter beispielsweise folgen der »Love life live lent«-Aktion schon mehr als 1000 Menschen. Und ich muss jetzt noch in den Park, Müll aufsammeln. Das ist nämlich die heutige Aufgabe der Fastenaktion.

Julia Wohlgemuth