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	<title>Mitteldeutsche Kirchenzeitungen &#187; Christian König</title>
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		<title>Mode und Kirche passen zusammen</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Jan 2010 11:24:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gemeinsame Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Glaube und Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Christian König]]></category>
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		<description><![CDATA[Als zweite Haut ist Kleidung seit Urbeginn der Menschheit ein kleiner Trost in aller Sterblichkeit
Eine Modenschau in der Kirche? Mode ist doch Mode und Kirche ist Kirche. Oder haben beide doch ­etwas miteinander zu tun? Vor dieser Frage stand vor einiger Zeit der Kirchenvorstand einer deutschen Großstadt. Ein französisches Modehaus hatte angefragt: Man wolle die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Als zweite Haut ist Kleidung seit Urbeginn der Menschheit ein kleiner Trost in aller Sterblichkeit</strong></p>
<div id="attachment_1240" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/files/2010/01/70326424.jpg"><img class="size-full wp-image-1240 " style="margin: 2px" title="70326424" src="http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/files/2010/01/70326424.jpg" alt="Sich etwas gönnen! Wie wär’s mit ­einem neuen Kleid? Foto: BilderBox.com" width="300" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">Sich etwas gönnen! Wie wär’s mit ­einem neuen Kleid? Foto: BilderBox.com</p></div>
<p>Eine Modenschau in der Kirche? Mode ist doch Mode und Kirche ist Kirche. Oder haben beide doch ­etwas miteinander zu tun? Vor dieser Frage stand vor einiger Zeit der Kirchenvorstand einer deutschen Großstadt. Ein französisches Modehaus hatte angefragt: Man wolle die Winter- und Frühjahrskollektion in der Stadtkirche präsentieren. Ein nicht unerhebliches Honorar für die klamme Gemeindekasse stand in Aussicht, und dem Pfarrer wurde die Möglichkeit geboten, im Rahmen einer Andacht oder einer Ansprache die christliche Botschaft unter die Besucher zu bringen.</p>
<p><strong>Adam und Eva – die ersten Modeschöpfer</strong><br />
Mode und Religion: Geht denn das zusammen? Im biblischen Schöpfungsbericht sind es Adam und Eva, die nach der Versuchungsgeschichte als erste Modeschöpfer auftreten. Sie flechten sich Schurze aus Feigenblättern als sie ihre Nacktheit bemerken. Sie schämen sich. Sie kennen den ­Unterschied von Gut und Böse. Und sie wissen von nun an, dass sie sterblich sind. Kleidung, Scham und Tod stehen von nun an in Beziehung zueinander. Das ist das Geheimnis der Versuchungsgeschichte. Als zweite Haut ist Kleidung, ist Mode seit Urbeginn der Menschheit ein kleiner Trost in aller Sterblichkeit. Wenn schon die erste Haut, der Menschenkörper, vergänglich ist, warum nicht eine zweite Haut erfinden und anziehen, die diese Vergänglichkeit ein bisschen erträglicher macht?</p>
<p>Seit damals machen Menschen Mode, lieben das Schöne. Die bunten prächtigen Dome sind die Laufstege des Mittelalters. Denn der Kleidung und den Gottesdiensten der römischen Kirche konnte man eines jedenfalls nicht absprechen: die Lust am Schönen und Festlichen. Vor dem Hintergrund der mittelalterlichen Todesangst vor Pest oder Fegefeuer ist das eine einleuchtende Lust. Das Schöne ist immer auch Sehnsucht nach Erlösung, Sehnsucht nach einer anderen Welt.</p>
<p>Wer immer Sehnsucht hat, erweist sich und die Welt als bedürftig und verletzlich. So tragen bis heute die großen Modenschauen und die Prozessionen der Schönen auf den Laufstegen jene Sehnsucht in sich. Nach außen perfekt und glänzend, birgt die Glitzerwelt der Mode in ihrem Kern etwas zutiefst Humanes. Es ist die Schwäche des versehrlichen menschlichen Körpers.</p>
<p>Für die christliche Religion rückt dieser menschliche Körper ins Zentrum des Glaubens. In Jesus von ­Nazareth ist es Gott selbst, der einen Körper bekommt. Für Gott selbst ein Gang in die Fremde. Der Allmächtige wird Mensch, sterblich und bedürftig.<br />
<strong><br />
Die Lust am Schönen und Festlichen</strong><br />
Da sind sie plötzlich ganz nahe beieinander, die Modewelt und der christliche Gott. Ja, Mode und Religion gehen zusammen. Eine Gemeinde, ein Kirchenvorstand, der vor einer solchen Entscheidung steht, kann also zu ganz neuen Ergebnissen kommen. Und was heißt das für den Alltag?</p>
<p>Vielleicht eine Aufforderung, sich etwas zu gönnen, gleich heute. Das Lieblingskleid anzuziehen, das im Schrank geschont wurde. Die edlen Winterschuhe zu kaufen, um die man wochenlang herumgestrichen ist, weil sie ein bisschen mehr kosten. Die schöne Leinenbluse zu tragen, auch wenn es nur um die Ecke zum Einkaufen geht. Denn jeder Tag ist etwas besonderes, weil er einmalig ist. Darum dürfen auch wir Menschen einmalig und schön sein.<br />
<em><br />
Christian König</em></p>
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