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	<title>Mitteldeutsche Kirchenzeitungen</title>
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	<description>Gemeinsames Portal von „Glaube + Heimat“ und „Der Sonntag“</description>
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		<title>Leidensgeschichten schlichten Konflikte</title>
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		<pubDate>Sun, 13 May 2012 11:53:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gemeinsame Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eine Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Dresden]]></category>
		<category><![CDATA[Dresdner Frauenkirche]]></category>
		<category><![CDATA[EVA-­Jugend­festivals]]></category>
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		<category><![CDATA[internationalen Peace Academy zu Pfingsten]]></category>

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		<description><![CDATA[Weltblick: Bei der internationalen Peace Academy zu Pfingsten in Dresden sind auch zwei Pfarrer aus Indien dabei

Der Umgang mit globalen wie persönlichen ­Konflikt­feldern steht im Mittelpunkt des diesjährigen EVA-­Jugend­festivals rund um die Dresdner Frauenkirche.
Die zwei Pfarrer Dinesh Kumar Chand und Jakhin Kumar Huika legen einen weiten Weg nach Dresden zurück. Zur EVA 2012 Peace Academy [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h5>Weltblick: Bei der internationalen Peace Academy zu Pfingsten in Dresden sind auch zwei Pfarrer aus Indien dabei</h5>
<p><strong><br />
Der Umgang mit globalen wie persönlichen ­Konflikt­feldern steht im Mittelpunkt des diesjährigen EVA-­Jugend­festivals rund um die Dresdner Frauenkirche.</strong></p>
<p>Die zwei Pfarrer Dinesh Kumar Chand und Jakhin Kumar Huika legen einen weiten Weg nach Dresden zurück. Zur EVA 2012 Peace Academy zu Pfingsten in der Frauenkirche reisen sie aus einer Region blutiger Konflikte im Osten Indiens an. Dort, im Bundesstaat Orissa, in einer der abgelegensten Regionen, sind Christen eine Minderheit von wenig mehr als zwei Prozent. Die meisten Bewohner sind Hindus. Immer wieder flammen Auseinandersetzungen auf zwischen Adivasi, den Angehörigen der indigenen Stammesbevölkerung, und den Dalits, den »Unberührbaren« oder »Kastenlosen«, unter denen einige vom Hinduismus zum Christentum konvertiert sind.</p>
<div id="attachment_6066" class="wp-caption aligncenter" style="width: 590px"><img class="size-full wp-image-6066 " title="Welt-20-2012" src="http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/files/2012/05/Welt-20-2012.jpg" alt="Wenn aus Feinden Partner werden: Vor allem jugendliche Christen und Hindus, Angehörige der Dalits und des Volksstammes der Adivasi lernen in der Friedensarbeit der indischen Pfarrer Chand und Huika, ihre elementaren Interessen gemeinsam und nicht gegeneinander durchzusetzen. Fotos: privat" width="580" height="387" /><p class="wp-caption-text">Die beiden Pfarrer Dinesh Kumar Chand (l.) und Jakhin Kumar Huika, Friedensaktivisten aus Indien, reisen zur EVA 2012 Peace Academy nach Dresden in die Frauenkirche. Foto: privat</p></div>
<p>Ethnische und religiöse Konflikte vermischen sich hier. Die beiden Pfarrer, selbst Angehörige der beiden verfeindeten Gruppen, versuchen zwischen ihnen zu vermitteln. »Und ebenso wollen wir für gegenseitiges Verständnis und Achtung zwischen Hindus und Christen wirken«, berichten sie. Gestritten werde vor allem um Landbesitz, erzählt Chand. Eine Organisation von Bauern und Arbeitern wolle den Ureinwohnern den Boden gewaltsam nehmen. Unterstützung bekämen die von gewalttätigen maoistischen Rebellen. In den benachbarten Bundesstaaten führen die seit Jahrzehnten einen Guerillakrieg. Seit 2004 hat er mehr als 5000 Menschenleben gefordert.</p>
<p>»Wir wollen die ­Bevölkerung dazu ermuntern, auf ­Gewalt zu verzichten und auf friedliche Weise für ihre elementaren Menschenrechte zu kämpfen«, sagt Chand.<br />
Das tun sie, indem sie Angehörige beider Seiten, Jugendliche vor allem, in den Dörfern zusammenbringen und sie ihre Geschichten erzählen lassen. »So begreifen sie, dass die andere Gruppe nicht, wie sie meinen, Ursache des Problems ist, sondern dass ­jeder eine Leidensgeschichte zu erzählen hat.«</p>
<p>Ihre Erfahrungen möchten die ­beiden Pfarrer beim internationalen ­Jugendfestival vom 25. bis 28. Mai in ­einem der 16 Workshops weitergeben. Schon das Festival-Motto »Friedenstreiber – Zwischen Küchentisch und Krisenherd« deutet darauf hin, dass die Organisatoren ein möglichst breites Spektrum an Interessen bedienen. Es reicht von globalen Problemen wie die Zukunft der Welternährung, zivile und militärische Konfliktlösung über Auseinandersetzungen in anderen Weltregionen wie Sudan, Tansania, ­Israel und arabischen Ländern bis hin zum Alltag in Deutschland, dem Verhalten bei Beleidigungen, Streit oder Schlägereien. Dazu gibt es Workshops, wo Gospel geprobt oder Songs geschrieben werden. Noch sind einige Plätze für kurzentschlossene Jugendliche frei.</p>
<p>Gleich nach der Eröffnung in der Frauenkirche fahren die Teilnehmer am Sonnabend in das Militärhistorische Museum. Dort diskutieren sie über »Pazifismus versus militärische Intervention – was treibt Frieden voran?«. Für die Diskussionen und Beratungen stehen eine Reihe engagierter Fachleute zur Verfügung: EKD-Beauftragte, Trainerinnen für Gewaltprävention, Militärdekane, Nahostexperten, Jugendreferenten und Chorleiterinnen. Geplant sind auch ein Internationaler Abend, Andachten auf dem Turm der Frauenkirche und Nachtgebete, ein Pfingstgottesdienst und ein spiritueller Erfahrungsweg. Bei Konzerten sind zum Beispiel Tikwa Tanz Pantomime zu erleben, d:projekt (Dresden), die kroatische Ska-Band October Light und fünf Singer-Songwriter mit einem Überraschungsgast.<br />
<em>Tomas Gärtner</em></p>
<p><strong>Weitere Informationen sowie Anmeldung im Internet:</strong><br />
<a href="http://www.eva-festival.de" target="_blank">www.eva-festival.de</a></p>
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		<title>Beten ist eine Lebenshaltung</title>
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		<pubDate>Sun, 13 May 2012 08:02:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gemeinsame Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Glaube und Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Beten]]></category>
		<category><![CDATA[Gebet]]></category>
		<category><![CDATA[Lebenshaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntags Rogate]]></category>

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		<description><![CDATA[Erwachsen beten lernen! – Anregungen, um die Sprachlosigkeit gegenüber Gott zu überwinden

Anlässlich des Sonntags Rogate widmen wir uns dem Gebet. In dieser Ausgabe geht es um Tipps für Erwachsene, in der nächsten um Beten mit Kindern.

Nicht, dass er nicht an Gott geglaubt hätte, aber irgendwann ­redete er nicht mehr mit ihm. Es gab kaum eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h5>Erwachsen beten lernen! – Anregungen, um die Sprachlosigkeit gegenüber Gott zu überwinden</h5>
<p><strong><br />
Anlässlich des Sonntags Rogate widmen wir uns dem Gebet. In dieser Ausgabe geht es um Tipps für Erwachsene, in der nächsten um Beten mit Kindern.<br />
</strong><br />
Nicht, dass er nicht an Gott geglaubt hätte, aber irgendwann ­redete er nicht mehr mit ihm. Es gab kaum eine ruhige Minute im Getriebe des Alltags und irgendwie auch keinen Bedarf. Sein Alltag verlief in geordneten Bahnen, und es fehlte ihm nichts ohne Gebet. Gewiss, gelegentlich ein Stoßgebet – als der Sohn so schlimm gestürzt war und nicht feststand, ob er seine Hand je wieder würde gebrauchen können. »Gott, lass ihn wieder gesund werden.«</p>
<div id="attachment_6062" class="wp-caption alignright" style="width: 590px"><img class="size-full wp-image-6062" title="Glaube-Alltag-20-2012" src="http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/files/2012/05/Glaube-Alltag-20-2012.jpg" alt="Foto: picture-alliance/dpa" width="580" height="309" /><p class="wp-caption-text">Foto: picture-alliance/dpa</p></div>
<p>Aber jetzt: Quälende Sprachlosigkeit, mühsames Suchen nach Worten angesichts der eigenen Krankheit. Nein, die Kindergebete, »Ich bin klein, mein Herz mach rein«, »Müde bin ich geh zur Ruh«, die plötzlich wieder präsent waren, waren nicht die Worte, die er jetzt sprechen konnte. Aber welche dann? Das Vaterunser vielleicht? Oder die Bitte, wieder gesund zu werden? Wo doch die Diagnose eindeutig »nicht heilbar« lautete.</p>
<p>Bruno Pflugschmidt (82) und sein Sohn Werner (51) waren dankbar, dass die Krankenhausseelsorgerin an ihrer Stelle Gebetsworte fand. Die beiden Männer sind keine Ausnahmen. Bei vielen Menschen reißt der Faden des Gebets – auch wenn sie keineswegs Atheisten sind.</p>
<p>Rüdiger Maschwitz, der gemeinsam mit seiner Frau Gerda das »Kursbuch Beten« geschrieben hat, macht als Seelsorger immer wieder die Erfahrung, dass viele Menschen angesichts einer Krise, eines Umbruchs, ­einer Krankheit oder in Situationen der Neuorientierung die Frage nach dem persönlichen Gebet stellen. Die meisten kennen das Gebet aus Kindertagen. »Wer als Kind das Beten nicht gelernt hat, lernt es später kaum noch«, weiß Rüdiger Maschwitz aus der Begleitung vieler Erwachsener. Aber wie wieder anfangen?</p>
<p>Viele Menschen erleben es als ­hilfreich, sich ein festes Ritual zu schaffen. Denn Formen formen. Wer formlos lebt, lebt wehrlos gegenüber Zeitmangel oder der eigenen Trägheit. Solche Rituale können sehr verschieden aussehen. Dietmar H. (46) etwa nutzt die Zeit, die er morgens auf dem Weg zur Arbeit regelmäßig im Stau steht zur Fürbitte für die Menschen, die ihm nahe sind.<br />
Renate L. (62) ­zündet nach dem Frühstück für eine viertel Stunde eine Kerze an und hört Taizé Musik. »Ich bin einfach still vor Gott – ohne Worte«.</p>
<p>Georgine und Ralf B. (beide 82) nennen jeden Sonntagmorgen vor dem Frühstück die Namen ihrer Enkelkinder im Gebet. Und Günther H. (77) ist der frommen Tradition der »Stillen Zeit« treu geblieben. Jeden Morgen liest er allein für sich die ­Losung, einen Bibeltext – und die ­Zeitung. Wenn ihm das aktuelle Zeitgeschehen die Gebets-Sprache verschlägt, betet er mit Worten aus dem Gesangbuch oder aus den Psalmen.</p>
<p>Rüdiger Maschwitz ist es wichtig, sich selbst beim Einhalten solcher selbst geschaffener Rituale nicht unter Druck zu setzen. »Es gibt Zeiten, in denen es gelingt, regelmäßig inne zu halten und Zeiten, in denen wir hinter unseren Vorsätzen zurückbleiben.« Er warnt vor dem »spirituellen Hamsterrad«, ermutigt aber dazu, »sich immer wieder aus dem Alltag auszuklingen«.<br />
Beten ist mehr als Dank, Bitte oder Klage. Beten ist etwas Grundlegendes: Beten heißt, sich Gott hinhalten!</p>
<p>Damit ist gesagt, dass Beten nicht zuerst ein Reden ist, weder laut noch leise. Beten ist ein Lebensvollzug, eine Daseinshaltung: Ich bin Gottes! Ich lebe unter dem Blick seiner Güte mit jedem Atemzug. Und ich tue das bewusst. Ich bete mich in das Leben vor Gott hinein und ich lebe mich in dieses Beten hinein; es bestimmt mein ganzes Dasein.</p>
<p>Um zu begreifen und leben zu ­können, dass Beten heißt, sich Gott hinzuhalten, dafür muss man die ­Erfahrung des Überwältigtseins oder die Erfahrung großer Angst und Ausweglosigkeit gemacht haben und dem eigenen Sterbenmüssen begegnet sein. Oder zu der Einsicht gelangt sein, dass man den Weg der eigenen Kinder nicht mehr beeinflussen, die eigene Lebensbilanz nicht mehr umschreiben kann. Wer so an das Ende aller Worte gelangt, wird sich ohne Worte Gott hinhalten!</p>
<p>Wenn das Beten ein Akt meines ganzen Daseins ist, dann werde ich für das Gespräch mit Gott immer wieder Zeiten und Orte finden. Ich höre mehr und mehr auf, Gott Vorschläge zu machen, wenn ich ihn um etwas bitte. Was habe ich als junger Mensch Gott alles nahegelegt, wie er mein Beten ­erhören soll! Und wie froh bin ich im Nachhinein, dass Gott sich oft nicht an meine Vorschläge gehalten hat!<br />
<em>Karin Vorländer</em></p>
<p><strong>Maschwitz, Gerda/Maschwitz, Rüdiger: Kursbuch Beten. Anregungen für alle Lebenslagen, Kösel Verlag, 288 S., ISBN 978-3-466-36826-6, 17,95 Euro</strong></p>
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		<title>Im Wandel der Zeiten</title>
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		<pubDate>Sat, 12 May 2012 10:31:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gemeinsame Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Im Blickpunkt]]></category>
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		<description><![CDATA[Eisenachs Lutherhaus lädt zur Zeitreise durch das protestantische Pfarrhaus ein
Unter den Schritten der Besucher knarrt der Fußboden in der oberen Etage des Eisenacher Lutherhauses. Das Knarren begleitet den Besucher bei der »Zeitreise durch die Geschichte des evangelischen Pfarrhauses«, einer Dauerausstellung im Lutherhaus.
Die Geschichte der Pfarrhäuser beginnt mit der Reformation. Dem lutherischen Angriff auf das Zölibat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eisenachs Lutherhaus lädt zur Zeitreise durch das protestantische Pfarrhaus ein</strong></p>
<p>Unter den Schritten der Besucher knarrt der Fußboden in der oberen Etage des Eisenacher Lutherhauses. Das Knarren begleitet den Besucher bei der »Zeitreise durch die Geschichte des evangelischen Pfarrhauses«, einer Dauerausstellung im Lutherhaus.</p>
<div id="attachment_6094" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-full wp-image-6094" title="Blickpunkt-20-2012" src="http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/files/2012/05/Blickpunkt-20-2012.jpg" alt="Pfarrerstochter und Pfarrer: Bundeskanz- lerin Angela Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck. Fotos: Bundespresseamt" width="300" height="214" /><p class="wp-caption-text">Pfarrerstochter und Pfarrer: Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck. Fotos: Bundespresseamt</p></div>
<p>Die Geschichte der Pfarrhäuser beginnt mit der Reformation. Dem lutherischen Angriff auf das Zölibat folgte die Großfamilie im Pfarrhaus. Luther selbst war allerdings nicht der erste Priester bzw. Pfarrer, der gegen den Willen der Kirche heiratete. Dies war vermutlich ­Bartholomäus Bernhardi, der Propst von Kemberg, der am 24. August 1521 trotz Priestergelübde eine Familie gründete.</p>
<p>1525 heiratete Martin Luther seine Katharina von Bora. Das ehemalige Kloster in Wittenberg, ihre gemeinsame Heimstatt, galt seither als Prototyp des evangelischen Pfarrhauses. Hier waren fortan die Familie, die seelsorgerische Arbeit und der Glauben unter einem Dach vereint. Durch das nachgebildete Katherinenportal – einst ein Geschenk Katharinas an ihren Mann – tritt der Besucher der Ausstellung in die Geschichte des Pfarrhauses ein. Wie gestaltete sich das Leben in den Pfarrhäusern? Welche Rollen spielten die Pfarrfrauen? All das wird in der umfangreichen Sammlung von Bild- und Textdokumenten dargestellt. Dabei fehlt nicht der Blick in die heutige Zeit und die Zukunft des Pfarrhauses.</p>
<p>Im klassischen Pfarrhaus übte der Mann den Pfarrersberuf aus, die Pfarrersfrau kümmerte sich um Haushalt, Familie und arbeitete zudem in der Gemeinde mit. Heute gibt es auch hier eine Vielzahl von Lebensformen – Ehefrauen von Pfarrern, die selbst im beruflichen Leben stehen, Frauen als Pfarrerinnen, Pfarrer und Pfarrerinnen als Single, der Pfarrberuf in Teilzeit, die Gemeinde ohne Pfarrhaus …<br />
Die Zeitreise macht auch deutlich, dass die Pfarrhäuser Orte der Bildung und der Forschung waren. Viele bekannte Namen aus Gesellschaft, Wissenschaft und Kunst haben ihre Wurzeln in Pfarrhäusern: Entweder waren sie selber ­Pfarrer oder sind in Pfarrersfamilien ­aufgewachsen – man denke nur an den derzeitigen Bundespräsidenten und die Kanzlerin.</p>
<p>Möglich ist die Ausstellung vor allem deshalb, weil einst Pfarrer August Angermann begann, sich mit der Geschichte der Pfarrhäuser zu beschäftigen. Er gründete 1925 das evangelische Pfarrhausarchiv. Angesiedelt zunächst in Wittenberg kam es nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nach Eisenach. Aus seinen vielfältigen Beständen speist sich die »Zeitreise durch die Geschichte der evangelischen Pfarrhäuser«.</p>
<p><em>Silvia Rost</em></p>
<p><strong>Das Lutherhaus am Lutherplatz 8 in unmittelbarer Nähe zum Eisenacher Marktplatz ist täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet.</strong><br />
<a href="http://www.lutherhaus-eisenach.de" target="_blank">www.lutherhaus-eisenach.de</a></p>
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		</item>
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		<title>Parabel für den Lebenskampf</title>
		<link>http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/2012/05/11/parabel-fur-den-lebenskampf/</link>
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		<pubDate>Fri, 11 May 2012 16:20:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gemeinsame Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Lebenskampf]]></category>
		<category><![CDATA[Meiningen]]></category>
		<category><![CDATA[Theatergottesdienst]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Meininger Theatergottesdienst ging es um die Tiefschläge des Lebens

Das Leben meint es nicht unbedingt freundlich mit Jojo. Keine Lehrstelle, kein Glück mit den Mädchen und dann auch noch Sozialstunden im Altersheim. Für ein krummes Ding, das er gar nicht gedreht hat. Jojo – großmäulig und doch irgendwie liebenswert – ist eine der beiden Hauptfiguren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im Meininger Theatergottesdienst ging es um die Tiefschläge des Lebens<br />
</strong></p>
<p>Das Leben meint es nicht unbedingt freundlich mit Jojo. Keine Lehrstelle, kein Glück mit den Mädchen und dann auch noch Sozialstunden im Altersheim. Für ein krummes Ding, das er gar nicht gedreht hat. Jojo – großmäulig und doch irgendwie liebenswert – ist eine der beiden Hauptfiguren des Zweipersonen-Stückes <a href="http://www.das-meininger-theater.de/index.php?m=116&amp;f=03_werkdetail&amp;ID_Vorstellungsart=19&amp;ID_Stueck=786" target="_blank">»Das Herz eines Boxers«</a>. Anfang März hatte es seine Premiere in den Kammerspielen des Meininger Theaters, eine zweite erlebte es vergangenen Sonntag beim Theatergottesdienst im Großen Haus.</p>
<div id="attachment_6064" class="wp-caption alignright" style="width: 590px"><img class="size-full wp-image-6064" title="Kultur-20-2012" src="http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/files/2012/05/Kultur-20-2012.jpg" alt="Reinhard Bock (li.) und Raphael Kübler in »Das Herz eines Boxers«. Foto: Susann Winkel" width="580" height="385" /><p class="wp-caption-text">Reinhard Bock (li.) und Raphael Kübler in »Das Herz eines Boxers«. Foto: Susann Winkel</p></div>
<p>Einige Hundert Zuschauer waren trotz scheußlichem Regenwetter gekommen, um die besondere Kombination von Andacht und Schauspiel zu erleben. Im Mittelpunkt des ökumenischen Gottesdienstes, der gemeinsam von der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Meiningen und der Evangelisch-freikirchlichen Gemeinde auf der Theaterbühne gefeiert wurde, stand die Geschichte von Jojo und Leo. Von dem Jungen, der keine Perspektive sieht, und dem Alten, der seine beste Zeit längst hinter sich hat. Beide angezählt, beide strauchelnd, kurz vor dem Fall. Was sie eint, ist die Liebe zum Boxen. Jener Sport, der so bildhaft für das Leben steht. In dem es um Austeilen und Einstecken geht, um Courage und Durchhaltevermögen, um Tiefschläge und das Aufrappeln danach.</p>
<p>Lutz Hübners Bühnenstück thematisiert den Konflikt zwischen Jung und Alt. Sowohl die Liturgie als auch die musikalischen Darbietungen unter der Leitung von Kantor Sebastian Fuhrmann nahmen unmittelbar Bezug auf die gleichnishaften Erlebnisse von Leo und Jojo. »Das Ringen nimmt uns niemand ab«, betonte Pfarrer Christoph Knoll in seiner Predigt, einmal mehr die Sport-Rhetorik aufgreifend. Auch Superintendentin Beate Marwede und Pastor Friedemann Heinrich kamen nicht umhin, ein ums andere Mal Bezüge zwischen der Philosophie des aufrichtigen Boxers und dem Lebenskampf an sich herzustellen.</p>
<p>Dem Schauspiel zur Seite gestellt wurde als biblische Grundlage die ­alttestamentliche Erzählung »Jakobs Kampf am Jabbok« – auch ein Ringen, mit dem Leben und mit Gott. Viel zum Gelingen des Vormittags trugen neben Reinhard Bock und Raphael Kübler, den beiden Darstellern vom Meininger Ensemble, auch die Kantorei – ausnahmsweise einmal über der Gemeinde im Ersten Rang singend – und der Jugendchor bei. Letztgenannter hatte gemeinsam mit der Band »S!X:30« der Baptistengemeinde Bob Dylans schwermütiges »Knockin’ on Heaven’s Door« vorbereitet.</p>
<p>Kirche und Theater – diese Verbindung glückt in Meiningen in vielfältiger Weise. Sei es, wenn das Gotteshaus in Umbauzeiten zur Spielstätte für das Theater wird. Sei es, wenn die Mädchen und Jungen vom Kinderchor der Kirchengemeinde als singende Statisten auf der Opernbühne agieren. Oder sei es, wenn Kirchen- und Theaterleute gemeinsam zum wortgewandten Nachsinnen über die Tiefschläge des Lebens aufrufen.<br />
<em>Susann Winkel </em></p>
<p><strong>Am 13. Mai, 14.30 Uhr, hält der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof a. D. Wolfgang Huber eine Theaterpredigt in der Dessauer Kirche St. Johannis. Er spricht über die ­Inszenierung von Richard Wagners Musikdrama »Götterdämmerung« am Anhaltischen Theater. Premiere ist am 12. Mai, 17 Uhr.</strong></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Elend, Angst und Gewalt</title>
		<link>http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/2012/05/07/elend-angst-und-gewalt/</link>
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		<pubDate>Mon, 07 May 2012 16:22:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gemeinsame Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eine Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
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		<category><![CDATA[Elendsvierteln]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball-WM]]></category>
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		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensrisiko]]></category>

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		<description><![CDATA[Brasilien: In den Elendsvierteln an den Peripherien der Millionenstädte wirken Geistliche mit hohem Lebensrisiko
2014 trägt Brasilien die ­Fußball-WM aus. Viel Geld wird für neue Stadien und in die notwendige Infrastruktur gesteckt. Auf der anderen Seite fehlt Geld für die ­sozialen Probleme an den Rändern der Großstädte.

Provisorisch zusammengezimmerte Katen aus Holz- und Pappabfällen im Labyrinth der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h5>Brasilien: In den Elendsvierteln an den Peripherien der Millionenstädte wirken Geistliche mit hohem Lebensrisiko</h5>
<p><strong>2014 trägt Brasilien die ­Fußball-WM aus. Viel Geld wird für neue Stadien und in die notwendige Infrastruktur gesteckt. Auf der anderen Seite fehlt Geld für die ­sozialen Probleme an den Rändern der Großstädte.<br />
</strong></p>
<p>Provisorisch zusammengezimmerte Katen aus Holz- und Pappabfällen im Labyrinth der Favela Cachoeirinha von Sao Paulo, stinkende Kloakegräben, Schwärme von Fiebermücken und Scharen von großen braunen Kakerlaken, dazu Ratten. »Die Leute hier im Slum beten sehr viel – bitten Gott um spirituelle Kraft, um Hilfe in dieser Misere«, sagt Gelegenheitsarbeiter Pedro, der seine Kate notgedrungen auf Pfählen mitten in einen Abwasserbach baute. »Nachts klettern Ratten und sogar Kobras zu uns hinauf, müssen wir unheimlich aufpassen.« Über andere ­Gefahren redet auch er lieber nicht.<strong><br />
</strong></p>
<p><strong></p>
<div id="attachment_6008" class="wp-caption alignleft" style="width: 590px"><img class="size-full wp-image-6008" title="Welt-19-2012" src="http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/files/2012/05/Welt-19-2012.jpg" alt="Gelegenheitsarbeiter Pedro mit seiner Tochter. Foto: Klaus Hart" width="580" height="387" /><p class="wp-caption-text">Gelegenheitsarbeiter Pedro mit seiner Tochter. Foto: Klaus Hart</p></div>
<p></strong></p>
<p>Denn überall in den mehr als 2600 Favelas von Sao Paulo wird man von bewaffneten Drogengangstern beäugt, die die Slums als Hochburgen und Verstecke nutzen, neufeudal die Regeln bestimmen, sogar Ausgangssperren verhängen. »Gewalt und Drogenkriminalität sind unglaublich hoch«, erläutert Gemeindepriester Aecio Cordeiro da Silva. »Es gibt Hunger und Elend, die Menschen haben Angst«, ergänzt der irische Geistliche Bernardo Daly, der sich in seiner eigenen Kirchengemeinde, zu der die Favela Cachoeirinha gehört, keineswegs frei bewegen kann.</p>
<p>Orlando Barbie zählt zu seinen aktivsten Gemeindegliedern: »Die starke Mafia der Drogengangster beobachtet alles und jeden – einfach furchtbar. Wer wie wir von der Kirche jemanden aus dem Drogenmilieu, aus der Sucht rausholen will, also jemanden, der für deren Profit sorgt – da werden die böse, da wird man gnadenlos verfolgt. Die Polizei kommt und geht wieder – aber die Banditenkommandos bleiben, terrorisieren, zwingen den Bewohnern das Gesetz des Schweigens auf. Wer sich nicht unterwirft, weiß, was ihn erwartet.«</p>
<p>Laut Weltstatistik ist Brasilien das Land mit der höchsten Zahl an Morden – über 50000 sind es jährlich laut amtlichen Angaben. Die Dunkelziffer dürfte sehr hoch sein, da Verbrechen in den Slums, wo der Staat nicht oder kaum präsent ist, gewöhnlich nicht ­registriert werden. Landesweit agierende Todesschwadrone richten besonders in den Elendsvierteln regelmäßig Blutbäder an. Nur etwa fünf Prozent der Mörder werden gefasst.<br />
Nicht zufällig belegt Brasilien in der UNO-Statistik für menschliche Entwicklung lediglich Platz 84, Chile dagegen Platz 44, Argentinien Platz 45. Kommen Vertreter kirchlicher Hilfswerke aus Deutschland, die in Brasilien Projekte finanzieren, bereitet das Erzdiözesen wie in Sao Paulo oder Rio de Janeiro enormes Kopfzerbrechen. Welche Slums kann man den Gästen zeigen, ohne deren Leben zu gefährden?<br />
Padre Juarez de Castro, jahrelang Sprecher der Erzdiözese Sao Paulos, kennt diese Probleme nur zu gut: »Die Regierung sorgt nicht für die Einhaltung der Gesetze, lässt in den Favelas ein Machtvakuum, eine Banditendiktatur zu. Wir haben regelrechte Parallelstaaten mit Parallelregierungen. Die Kirche wird landesweit frontal von der Gewaltkriminalität attackiert. Vor allem in Nordbrasilien stehen zudem viele Bischöfe und Priester auf einer Todesliste, weil sie die Armen und ­deren Rechte verteidigen.«</p>
<p>2006 drohte Brasiliens führende Verbrecherorganisation PCC erstmals den Slumgeistlichen Sao Paulos ganz offen die Ermordung an. Der PCC ­unterhält in den Slums sogar Sondergerichte, verhängt Todesurteile, verscharrt Opfer auf geheimen Friedhöfen. Bedrückend für den deutschstämmigen Kardinal Odilo Scherer, dass Banditen jedes Jahr Geistliche ­ermorden, weil sie deren seelsorgerische Tätigkeit als geschäftsschädigend ansehen. »Wir als Kirche dürfen angesichts dieser Realität nicht die Courage verlieren, müssen immer wieder Initiativen ­ergreifen, die Zustände ­anprangern. So viele Menschenleben gehen ver-<br />
loren«, sagt Scherer.</p>
<p>Besonders in Rio liefern sich riva­lisierende Gangstersyndikate teils monatelang heftige Gefechte um die Vorherrschaft in Elendsvierteln. »Dann bleiben unsere Sozialprojekte, Kindergärten geschlossen, niemand traut sich aus den Katen«, so Slum-Seel­sorger Luis Antonio Pereira Silva.<br />
Derzeit leben noch über 30 Millionen Brasilianer in extremer Armut. Dank der Unterstützung deutscher kirchlicher Hilfswerke ist es in den Slums von Sao Paulo aber gelungen, wenigstens einen Teil der Mädchen und Jungen schulisch zu fördern – manche besuchen sogar die Salesianer-Universität, schaffen den Absprung aus der Favela. »Solche Bildungsförderung müsste es in diesem reichen Land massenhaft geben – was wir von der Kirche aber alleine nicht leisten können«, betont der Slumgeistliche Aecio Cordeiro da Silva in Cachoeirinha.</p>
<p>Immerhin ist Brasilien inzwischen die sechstgrößte Volkswirtschaft der Welt. Das Pro-Kopf-Einkommen betrug 2011 ca. 12600 US-Dollar. Allerdings ist der relative Reichtum des Landes sehr ungleichmäßig verteilt. Und er wird nicht zuletzt auch für Prestigeprojekte eingesetzt: »Die Politiker wollen große teure Bauten wie dieses neue WM-Stadion in Sao Paulo, weil ihnen die Baufirmen dann ihre Wahlkampagnen finanzieren«, resümiert da Silva. Doch es regt sich Protest: Zwei Busstunden von den Favelas entfernt, in der City Sao Paulos, fordern Demonstranten vor Präfektur und Bankpalästen lautstark Gelder für die Bildung, statt für die Fußball-WM.<br />
<em>Klaus Hart</em></p>
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		<title>»Bete für einen besseren Tag«</title>
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		<pubDate>Mon, 07 May 2012 10:03:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gemeinsame Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Glaube und Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Musiker]]></category>
		<category><![CDATA[Paddy Kelly]]></category>
		<category><![CDATA[Solo-Tournee]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Musiker Paddy Kelly startet im Mai seine Solo-Tournee in zehn deutschen Kirchen
Hinter ihm hängt ein großes Kruzifix, vor den Bauch hat er sich eine Gitarre geschnallt. Mit Ringelpulli, Lederjacke und weißer Jeans fängt Paddy Kelly an zu singen. Der einstige Frauenschwarm der »Kelly ­Family« ist wieder im Geschäft: Nach sechs Jahren in einem französischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Musiker Paddy Kelly startet im Mai seine Solo-Tournee in zehn deutschen Kirchen</strong></p>
<p>Hinter ihm hängt ein großes Kruzifix, vor den Bauch hat er sich eine Gitarre geschnallt. Mit Ringelpulli, Lederjacke und weißer Jeans fängt Paddy Kelly an zu singen. Der einstige Frauenschwarm der »Kelly ­Family« ist wieder im Geschäft: Nach sechs Jahren in einem französischen Kloster startet er im Mai eine Deutschlandtournee. In einer Düsseldorfer Kirche gab er kurz vor Ostern einigen Journalisten eine Kostprobe seiner Kunst. »Pray, Pray, Pray, for a happier day«, sang Paddy Kelly. »Bete, bete, bete, für einen besseren Tag.«</p>
<div id="attachment_6010" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-full wp-image-6010" title="Glaube-Alltag-19-2012" src="http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/files/2012/05/Glaube-Alltag-19-2012.jpg" alt="Paddy Kelly Foto: picture-alliance/dpa" width="300" height="300" /><p class="wp-caption-text">Paddy Kelly Foto: picture-alliance/dpa</p></div>
<p>Der Musiker ist ein neuer Mensch geworden. Aus dem gelockten Blondschopf wurde ein ernsthaft wirkender junger Mann, ein Musiker unterwegs in Sachen Glauben. Im Kloster hat er Lieder geschrieben, sie führt er nun in Deutschlands Kirchen auf. Zusammen mit dem »Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken« will er Jugendliche für den Glauben begeistern und Spenden sammeln für Caritas-Hilfsprojekte in Äthiopien. »Als ich vor sieben Jahren ins Kloster ging, hatte ich die Oberflächlichkeit des Show-Business satt«, erinnert sich Kelly. »Ich hatte materiell gesehen alles, was Leute heute als Symbol für Glück ­sehen – ich war ein Star.« Doch das Showgeschäft zehrte an den Nerven. »90 Prozent meiner Kollegen sind doch auf Drogen, Ecstasy, Alkohol«, sagt Paddy Kelly.</p>
<p>Im Kloster erlebte er eine andere Welt. »Ich habe Gott erfahren dürfen«, sagt Paddy Kelly. »Ich habe erfahren dürfen, dass es kein Zufall ist, dass ich auf der Welt bin – dass Gott mich geschaffen hat, und ich von ihm geliebt werde.« Doch während mancher Protestant Respekt vor solchen tiefgehenden Aussagen möglicherweise Respekt hat, könnte Kellys Katholizismus bei evangelischen Fans auch manches Stirnrunzeln hervorrufen: Nach jedem seiner Konzerte soll es ­einen Gebetsabend geben, und zwar vor einer Monstranz, in der das »Allerheiligste«, die nach katholischer Lehre gewandelte Hostie, zu sehen ist. »Ich glaube an die Realpräsenz der Eucharistie«, sagt Kelly. Da macht es sich dann bemerkbar, das Theologie- und Philosophiestudium im eher konservativen Orden der »Gemeinschaft des Heiligen Johannes«. Doch der Musiker erklärt auch, einmal über ökumenische Gebetsabende nachdenken zu wollen.</p>
<p>Warum er überhaupt seine Ordensgemeinschaft nach Ablauf des zeitlichen Gelübdes verließ? Das alte ­Leben habe er schon vermisst, sagt Paddy Kelly. Nun versuche er, beides miteinander zu verbinden: die Musik und seinen Glauben. Doch auch das Schicksal der Menschen in Afrika liegt dem Musiker am Herzen: »Bei einem Gottesdienst habe ich einen Flyer von der Caritas gefunden, in dem es um die Armut in Äthiopien ging«, berichtet Paddy Kelly. So sei die Idee für die Konzertreise entstanden. Erst kürzlich sei er dann auch selbst dorthin gereist, und habe die Armut mit eigenen Augen gesehen. »Wir haben als Musiker früher auch von der Straße gelebt«, erinnerte sich Kelly an die Zeit, als er mit seinem Vater und seinen ­Geschwistern durch Deutschland tourte. »Aber die Kinder in Afrika ­leben auf der Straße, und das ist ein Unterschied.« Die Musiker der »Kelly Family« hätten immer ein Dach über dem Kopf gehabt – den Straßenkindern in Äthiopien dagegen fehle es an Allem: Nahrung, Trinkwasser und medizinische Versorgung.</p>
<p>Für sie, wie für Deutschlands Katholiken muss das Engagement des Musikers wie ein Hauptgewinn im Lotto sein: »Als im letzten Jahr die Hungersnot am Horn von Afrika herrschte, gingen die Fernsehbilder um die Welt«, sagt Michael Brücker vom Deutschen Caritasverband. Heute gebe es solche Bilder nicht mehr, aber die Not in Afrika sei groß. »Da sind wir natürlich dankbar für so viel Engagement.« Und auch das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken freut sich über einen Sympathieträger. »Wir brauchen authentische Persönlichkeiten«, sagt dessen Direktor Georg Austen. »Und Paddy Kelly ist ein Musiker, der auch Menschen außerhalb der Kirchenmauern erreichen kann.«<br />
<em>Benjamin Lassiwe </em></p>
<p><strong>Konzerttermine unter: </strong><a href="http://www.bonifatiuswerk.de" target="_blank">www.bonifatiuswerk.de</a></p>
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		<title>Weiße Flecken auf der Landkarte?</title>
		<link>http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/2012/05/06/weise-flecken-auf-der-landkarte/</link>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 09:44:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gemeinsame Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Im Blickpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[christlichen Widerstand]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalsozialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Ausstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Widerstand]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgeschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Zeitgeschichte: Ausstellung im Internet beleuchtet den christlichen Widerstand im Nationalsozialismus
Im vergangenen Jahr wurde eine einzigartige Online-Ausstellung zum Widerstand von Christen im Nationalsozialismus gestartet. Jetzt werden dazu Informationen und Zeugnisse aus der mitteldeutschen Kirche gesucht.

Es hat sich tief in unser Bewusstsein eingegraben: Zu den Verbrechen des Nationalsozialismus, der Verfolgung und Tötung von Juden, zu der Auslösung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zeitgeschichte: Ausstellung im Internet beleuchtet den christlichen Widerstand im Nationalsozialismus</p>
<p><strong>Im vergangenen Jahr wurde eine einzigartige Online-Ausstellung zum Widerstand von Christen im Nationalsozialismus gestartet. Jetzt werden dazu Informationen und Zeugnisse aus der mitteldeutschen Kirche gesucht.<br />
</strong><br />
Es hat sich tief in unser Bewusstsein eingegraben: Zu den Verbrechen des Nationalsozialismus, der Verfolgung und Tötung von Juden, zu der Auslösung des Zweiten Weltkrieges gehört als Spiegelbild die erschreckende Wahrheit, dass Hitler Begeisterung auslöste und »freiwillige Helfer« fand – und dass Millionen Deutsche selbst antisemitisch eingestellt waren. Das beschämt uns Nachgeborene. Umso mehr fragen wir, ob es nicht auch Widerstand gab? Haben sich Christinnen und Christen nicht widersetzt? Waren das nur sehr wenige?</p>
<div id="attachment_6023" class="wp-caption alignleft" style="width: 590px"><img class="size-full wp-image-6023" title="Blickpunkt-19-2012" src="http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/files/2012/05/Blickpunkt-19-2012.jpg" alt="Erstellt hat die Online-Ausstellung die Forschungsstelle für Kirchliche Zeitgeschichte an der Ludwig-Maximilians- Universität München. Foto: screenshot: www.evangelischer-widerstand.de" width="580" height="386" /><p class="wp-caption-text">Erstellt hat die Online-Ausstellung die Forschungsstelle für Kirchliche Zeitgeschichte an der Ludwig-Maximilians- Universität München. Foto: screenshot: www.evangelischer-widerstand.de</p></div>
<p>Es ist an der Zeit, dass diesen Fragen erneut nachgegangenen wird. »Widerstand!? Evangelische Christinnen und Christen im Nationalsozialismus« ist der Titel einer Ausstellung im Internet, die von einer Arbeitsgruppe von Wissenschaftlern im Auftrag der Evangelischen Kirche in Deutschland erarbeitet wurde. Das ist ein ungewohntes, neuartiges Angebot. Unter der Internet-Adresse www.evangelischer-widerstand.de öffnet sich auf dem Computer eine Fülle von Material – Fotos, Dokumente, Informationen und Kommentare. Biografien von Frauen und Männern, die in höchst unterschiedlicher Weise dem NS-Regime Widerstand geleistet haben, werden gezeigt.</p>
<p>So zum Beispiel Werner Sylten, Pfarrer in Bad ­Köstritz, Eisenach, der später als Mitarbeiter im Berliner »Büro Grüber« ­Juden geholfen hat – und schließlich im KZ Dachau ermordet wurde. Oder Paul Schneider, der Prediger von ­Buchenwald. Natürlich auch Dietrich Bonhoeffer. Grundsatzfragen werden in eigenen Tafeln erörtert, um die ­Dimensionen widerständigen Verhaltens zu diskutieren. Denn was nennen wir Widerstand? Er geschah nicht nur dort, wo ein Attentat vorbereitet wurde, sondern oft in Protesten oder Verweigerung von Anpassung. Gegliedert nach »Zeiten« werden Kontexte und Reaktionen der Kirchen in den einzelnen Phasen der NS-Zeit vorgestellt.</p>
<p>Im Unterschied zu gewöhnlichen Ausstellungen kann man dies Material jederzeit anschauen, in Ruhe vergleichen. Ein großer Vorzug besteht darin, dass Fotos und Dokumente heruntergeladen und kostenlos ausgedruckt werden können. Wenn Schüler und Studenten dies entdecken, werden sie für Unterricht und Seminararbeiten davon Gebrauch machen.<br />
Diese neue Form der Ausstellung ermöglicht Ergänzungen. Es ist vorgesehen, dass aus den Landeskirchen weiteres Material erarbeitet und eingestellt wird. Auch die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) will sich daran beteiligen. Das ist ­Herausforderung und Chance zugleich.</p>
<p>Die Leitung der Thüringer Kirche wurde von Deutschen Christen geprägt; die Kirchenprovinz Sachsen wurde vom Evangelischen Oberkirchenrat in Berlin bestimmt, der einen (vorsichtigen) Anpassungskurs steuerte. Die Bekennende Kirche (BK) vertrat in beiden Regionen eine wache, profilierte Minderheit. Von maßgeblichen Personen aus diesem Umfeld fehlen in der Ausstellung noch die Biografien – so vom späteren Bischof Ludolf Müller (Heiligenstadt), von Wolfgang Staemm­ler, dem Verantwortlichen für die Vikare und Hilfsprediger der BK, oder von Rechtsanwalt Bernhard Hofmann (Magdeburg), der unermüdlich in Gerichtsverfahren für Inhaftierte eintrat.</p>
<p>Über das Schicksal der nichtarischen Christen in unserer Region ist noch viel zu wenig erforscht worden. Exemplarisch war die Zwangspensionierung von Dr. Friedrich Weissler am Landgericht Magdeburg bereits 1933 – er wurde 1937 im KZ Sachsenhausen ermordet. Auch über evangelische Christen aus der Provinz Sachsen, die sich an der Vorbereitung des Hitler-Attentats vom 20. Juli beteiligt hatten, müsste berichtet werden. Und: Wer kennt noch die mutigen Entscheidungen von Gemeindekirchenräten, die sich der Zwangsversetzung ihres Pfarrers widersetzten – oder die vergeblichen Anstrengungen in der Gemeinde der Quedlinburger Stiftskirche gegen die Umwandlung ihrer Kirche in eine Weihestätte der SS? Wissen wir von Diakonissen und Mitarbeitern in diakonischen Einrichtungen, die vergeblich versuchten, den Transport von Patienten in die Gaskammern der Euthanasie zu verhindern?<br />
Eine Arbeitsgruppe der EKM will solche Ereignisse und Taten des Widerstands sammeln und – soweit dies möglich ist – für die Übernahme in die Internetausstellung aufbereiten. Darum bittet die Arbeitsgruppe um die Mithilfe aus allen Regionen der Landeskirche.<br />
<em>Harald Schultze</em></p>
<p><strong>Informationen, Aufsätze, Fotos von Menschen und von Dokumenten, die den ­Widerstand anschaulich machen, können direkt geschickt werden an: Dr. Harald Schultze, Zaunkönigstr. 36A, 39110 Magdeburg, E-Mail &lt;hs.schultze@web.de&gt;.</strong></p>
<p><a href="http://www.evangelischer-widerstand.de" target="_blank">www.evangelischer-widerstand.de</a></p>
<h4>Widerstand in seiner ganzen Breite</h4>
<p>Unter dem Titel »Widerstand!?« informiert eine Online-Ausstellung über »Evangelische Christinnen und Christen im Nationalsozialismus«. 600 historische ­Dokumente werden unter der Adresse »www.evangelischer-­widerstand.de« im Internet ­präsentiert. Die Ausstellung wendet sich gegen eine einseitige Betrachtung christlicher ­Widerstandsformen. Der Widerstand in der NS-Zeit soll vielmehr in seiner ganzen Breite ­differenziert und mit seinen teils widersprüchlichen Beweggründen dargestellt werden.<br />
Anhand einer Karte des ehemaligen Deutschen Reiches beleuchtet die Ausstellung drei Bereiche: Zum einen werden die Biografien von prominenten und teils weniger bekannten Personen aus dem christlich motivierten Widerstand vorgestellt.<br />
Der Nutzer bekommt zudem die Möglichkeit, sich die Inhalte über eine Zeitschiene zu erschließen.<br />
Ein dritter Bereich behandelt schließlich Grundfragen wie den Einfluss konfessioneller Prägungen sowie Widersprüche zwischen christlichem Glauben und Widerstand.</p>
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		<title>Nachwuchs gefragt? – Ja</title>
		<link>http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/2012/05/04/nachwuchs-gefragt-%e2%80%93-ja/</link>
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		<pubDate>Fri, 04 May 2012 10:14:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gemeinsame Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Dietrich Ehrenwerth]]></category>
		<category><![CDATA[Kantoren]]></category>
		<category><![CDATA[Kirchenmusik]]></category>
		<category><![CDATA[Landeskirchenmusikdirektor]]></category>
		<category><![CDATA[Nachwuchs]]></category>

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		<description><![CDATA[Kirchenmusik: Die Ausbildungsstätten haben keine Nachwuchssorgen, aber der Bedarf an Kantoren und Organisten ist groß
Gibt es zu wenige Kantoren in den Gemeinden und ­wurden zu viele Stellen ­abgebaut? Wie ist es um die Kirchenmusik bestellt? Ein Blick auf die Situation in Mitteldeutschland

Wir können die Leute nur richtig in Anspruch nehmen, wenn wir sie auch ­angemessen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h5>Kirchenmusik: Die Ausbildungsstätten haben keine Nachwuchssorgen, aber der Bedarf an Kantoren und Organisten ist groß</h5>
<p><strong>Gibt es zu wenige Kantoren in den Gemeinden und ­wurden zu viele Stellen ­abgebaut? Wie ist es um die Kirchenmusik bestellt? Ein Blick auf die Situation in Mitteldeutschland<br />
</strong><br />
Wir können die Leute nur richtig in Anspruch nehmen, wenn wir sie auch ­angemessen bezahlen«, sagt Landeskirchenmusikdirektor Dietrich Ehrenwerth im Blick auf die Anzahl hauptamtlicher A- und B-Kirchenmusiker innerhalb der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM). Dass trotz Sparzwängen im letzten Jahrzehnt kaum Kantorenstellen abgebaut worden sind, sieht er als positives Zeichen. Dabei soll nicht verschwiegen werden, dass manche volle Anstellung bis auf die Hälfte reduziert wurde. Der Geschäftsführer des Erfurter Zentrums für Kirchenmusik, Jürgen Dubslaff, kann dies mit einer Statistik belegen. Er hat dafür die Anzahl der vorhandenen Stellen in den Jahren 2008, 2010 und 2012 aufgelistet und auf Vollzeitstellen umgerechnet. So sind in diesem Zeitraum 41 A-Stellen auf 40 gesunken, und 144 B-Stellen wurden auf 143 reduziert. Gab es 2008 insgesamt 185 A- und B-Kantoren, sind es 2012 noch 183. Obwohl dies keineswegs dramatisch klingt, sei die Stimmung unter den Kirchenmusikern im Lande gedämpft. Zudem habe es in den letzten Jahren immer wieder Irritationen gegeben, wenn sich Kirchenmusiker genötigt sahen, bei der Legitimation ihrer Stelle jeden Arbeitsgang aufzuschreiben und zeitlich zu erfassen. »Bei der Auflistung ist oft eine höhere Stundenzahl zustande gekommen«, weiß der Landeskirchenmusikdirektor zu berichten. Oft werde danach gefragt, ob das Kirchenmusikstudium noch zukunfsfähig sei.</p>
<div id="attachment_6012" class="wp-caption alignleft" style="width: 590px"><img class="size-full wp-image-6012" title="Kultur-19-2012" src="http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/files/2012/05/Kultur-19-2012.jpg" alt="Zu den kirchenmusikalischen Talenteschmieden gehören die in Saalfeld beheimateten Thüringer Sängerknaben. 1950 von KMD Walter Schönheit gegründet, sind aus ihnen mehrere Kirchenmusiker hervorgegangen.  Unser Foto zeigt sie unter der Leitung von Dietrich Modersohn, der selbst Mitglied des Chores war und von 2003 bis 2011 als Kantor an der Johanneskirche wirkte. Seit seiner Berufung zum Dirigenten der »Wuppertaler Kurrende« ist die Saalfelder Kantorenstelle vakant. Sie wird kommissarisch von den Kirchenmusikern Andreas ­Marquardt und Klaus-Peter Marquardt betreut, die den Sängerknaben seit Jahren eng verbunden sind. Foto: Maik Schuck" width="580" height="386" /><p class="wp-caption-text">Zu den kirchenmusikalischen Talenteschmieden gehören die in Saalfeld beheimateten Thüringer Sängerknaben. 1950 von KMD Walter Schönheit gegründet, sind aus ihnen mehrere Kirchenmusiker hervorgegangen.  Unser Foto zeigt sie unter der Leitung von Dietrich Modersohn, der selbst Mitglied des Chores war und von 2003 bis 2011 als Kantor an der Johanneskirche wirkte. Seit seiner Berufung zum Dirigenten der »Wuppertaler Kurrende« ist die Saalfelder Kantorenstelle vakant. Sie wird kommissarisch von den Kirchenmusikern Andreas ­Marquardt und Klaus-Peter Marquardt betreut, die den Sängerknaben seit Jahren eng verbunden sind. Foto: Maik Schuck</p></div>
<p>Die Ausbildungsstätten in Mitteldeutschland indessen haben keine Nachwuchssorgen. In der Hochschule für Kirchenmusik in Halle – sie ist die älteste und die größte in Deutschland – gibt es momentan 61 Studierende. Die Umstellung der A- und B-Studiengänge auf den Bachelor bzw. Master of Church Music habe große Anstrengungen erfordert, erzählt Rektor Prof. Wolfgang Kupke. Die Hochschule sei sehr gut aufgestellt, um die Absolventen »allumfassend fit zu machen« für ihre künftigen Aufgaben. Durch die Kooperation mit der Martin-Luther-Universi­tät sei es auch möglich, als Schulmusiker »aufzusatteln«, um zusätzlich an Schulen als Musiklehrer arbeiten zu können. Während die Jungstudenten zumeist in Mitteldeutschland zu Hause sind, kämen die reiferen Jahrgänge aus ganz Deutschland, Österreich, Armenien, Taiwan, Korea, Japan und den USA.</p>
<p>Im Institut für Kirchenmusik der Weimarer Musikhochschule gibt es momentan 14 Kirchenmusik-Studierende, einen Konzertexaminanten im Fach Orgel sowie fünf Orgel-Schüler aus dem Musikgymnasium Belvedere. Außerdem belegen vier Schulmusiker eine Orgelausbildung (drei davon als Schwerpunktfach). Sie stammen aus dem gesamten Bundesgebiet und Italien.</p>
<p>Doch was wäre die Kirchenmusik in der Fläche ohne das kontinuier­liche Wirken der zahlreichen ehrenamtlichen Organisten und Chorleiter? Die Befähigung des Nachwuchses ist hierbei die zentrale Aufgabe. Seit 60 Jahren widmet sich in der einstigen Kirchenprovinz Sachsen das Kirchenmusikalische Seminar Halberstadt dieser Aufgabe, in dem nach zwei Semestern Direktstudium die C-Prüfung abgelegt werden kann. Im letzten Jahrzehnt gab es hier jährlich sieben bis elf Absolventen.</p>
<p>Im Erfurter Zentrum für Kirchenmusik ist es an Sonnabenden möglich, alle zwei oder drei Wochen von 9 bis 17 Uhr den Kurs von Kirchenmusik­direktor Martin Meier (Jena) zu besuchen, der nach einunddreiviertel Jahren mit dem C-Abschluss endet. Hinzu kommt die D-Ausbildung für Chorleiter, Organisten und Posaunenchorleiter. Den C-Kurs besuchen momentan zwölf Teilnehmer, die D-Qualifikation streben 17 Kandidaten an. »Die Frage, ob es genug Nachwuchs gibt, muss seit Jahrzehnten stets mit ›Nein!‹ beantwortet werden«, so Meier. Gemessen am Bedarf, der sich in den nächsten zehn Jahren abzeichnet, müssten viel mehr Leute ausgebildet werden!« Dafür tun sich neue Wege auf. In der Propstei Meiningen-Suhl laufe zurzeit »eine Grundausbildung für Chorleitung unterhalb der D-Anforderung«, ähnliche Ansätze gäbe es bereits seit längerer Zeit bei der Orgel. »Falls die Erfahrung positiv ausfällt, könnte man das Modell auch in anderen Regionen probieren«, ist sich Meier sicher. Dafür müssten aber die Stellenanteile zur Nachwuchsförderung erhöht werden, »um wirklich wirksam etwas zu unternehmen.«<br />
<em>Michael von Hintzenstern</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Insel der Ratlosigkeit</title>
		<link>http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/2012/05/01/insel-der-ratlosigkeit/</link>
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		<pubDate>Tue, 01 May 2012 09:05:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gemeinsame Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eine Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Missionswerk]]></category>
		<category><![CDATA[Bischof Markus Dröge]]></category>
		<category><![CDATA[Joachim Liebig]]></category>
		<category><![CDATA[Kuba]]></category>
		<category><![CDATA[Kubareise]]></category>
		<category><![CDATA[Roland Herpich]]></category>

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		<description><![CDATA[Kuba: Ernüchternde Bilanz – Berliner Missionswerk besuchte Partnerkirche im sozialistischen Inselstaat

Die Bilanz der deutschen Reisegruppe nach ihrer Rückkehr von Kuba ist ernüchternd. Die gesellschaftliche Situation in dem Land ist Anlass zur Beunruhigung.
 
»Kuba ist ein Land vor großen und grundlegenden Veränderungen, aber auch mit einer großen Ratlosigkeit, wie und wohin diese Veränderungen gehen sollen.« Es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h5><strong>Kuba:</strong> Ernüchternde Bilanz – Berliner Missionswerk besuchte Partnerkirche im sozialistischen Inselstaat</h5>
<p><strong><br />
Die Bilanz der deutschen Reisegruppe nach ihrer Rückkehr von Kuba ist ernüchternd. Die gesellschaftliche Situation in dem Land ist Anlass zur Beunruhigung.</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>»<a href="http://www.cubainfo.de/" target="_parent">Kuba</a> ist ein Land vor großen und grundlegenden Veränderungen, aber auch mit einer großen Ratlosigkeit, wie und wohin diese Veränderungen gehen sollen.« Es ist eine eher ernüchternde Bilanz, die Anhalts Kirchenpräsident Joachim Liebig zieht. Gemeinsam mit dem Berliner Bischof Markus Dröge, dem Direktor des Berliner Missionswerkes Roland Herpich sowie weiteren Mitarbeitern des Werkes war er mehr als zwei Wochen auf der Karibikinsel. Es war der erste offizielle Besuch von ostdeutschen Kirchenleitern bei der kubanischen Partnerkirche, der Evangelisch-Reformierten Kirche in Kuba.</p>
<p>Mit etwa 15000 Mitgliedern ist sie eine Minderheit unter der Minderheit. Denn immerhin gehören etwa 60 Prozent der rund elf Millionen Kubaner zur katholischen Kirche. Diese gibt zwar selbst an, dass nur rund 200000 ihren Glauben auch aktiv praktizieren. Dennoch hat sie nach dem Eindruck aller Beobachter – nicht zuletzt durch die beiden Papstbesuche auf der Insel – deutlich an Einfluss und Selbstbewusstsein gewonnen. Die wenigen Protestanten fühlten sich oft eher »an die Wand gedrängt«, wie Liebig erfuhr. Zweitgrößte Kirche des Landes ist die freikirchliche »Vereinigung Gottes« mit rund 100000 Anhängern, gefolgt von den Methodisten mit 27000 Mitgliedern, sowie etlichen weiteren Kirchen und Gruppierungen. Rund zwei Dutzend von ihnen sind im kubanischen Christenrat zusammengeschlossen, auch die Evangelisch-Reformierte Kirche. Der Rat vertritt etwa ein Drittel der fünf Prozent evangelischen Christen. Kritiker bezeichnen ihn allerdings als staatsnah.</p>
<div id="attachment_6001" class="wp-caption aligncenter" style="width: 590px"><img class="size-full wp-image-6001" title="Welt-18-2012" src="http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/files/2012/04/Welt-18-2012.jpg" alt="Schöne Häuser, die leider kaputt gehen. – Foto: Berliner Missionswerk" width="580" height="387" /><p class="wp-caption-text">Schöne Häuser, die leider kaputt gehen. – Foto: Berliner Missionswerk</p></div>
<p>Auf wirkliche Oppositionelle mit Visionen für ein anderes Kuba sei man in all den Gesprächen mit Pfarrern und Mitarbeitern in diversen Entwicklungsprogrammen, die vom Missionswerk, von »Brot für die Welt« beziehungsweise dem Evangelischen Entwicklungsdienst unterstützt werden, auch nicht gestoßen. »Höchstens auf verhalten kritische Stimmen, um es vorsichtig auszudrücken«, sagt Liebig. Dabei gibt die gesellschaftliche Situation durchaus Anlass zur Beunruhigung. So gibt es seit längerem praktisch zwei Währungen – den offiziellen Kubanischen Peso und den Peso Convertible, den CUC, der eins zu eins mit dem Dollar gehandelt wird und derzeit etwa 26 regulären Pesos entspricht. »Für CUC kann man in dem traumhaft schönen Land alles kaufen«, haben die Besucher erfahren. Für die reguläre Währung freilich gibt es kaum etwas. »Ein Dollar Trinkgeld für einen Kellner im Hotel entspricht dem Tagesverdienst eines Straßenarbeiters«, resümiert Liebig. Dieses Ungleichgewicht zeige neben den vielen Industrieruinen deutlich, wie kaputt Wirtschaft und Gesellschaft des sozialistischen Inselstaates sind.</p>
<p>Offiziell gibt es dennoch kein Abweichen vom sozialistischen Weg. Dies versicherte zumindest die Staatssekretärin für Kirchenfragen den Besuchern aus Deutschland. Keine Veränderung, höchstens Anpassungen. Dazu gehören zaghafte Schritte in Richtung von Eigeninitiative und Marktwirtschaft. So ist es mittlerweile möglich, privat bis zu 80 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche relativ preiswert zu erwerben und zu bewirtschaften. Eine Möglichkeit, die auch protestantische Christen nutzen: Unterstützt vom Evangelischen Entwicklungsdienst wird etwa auf einer solchen Fläche ein Gartenbauprojekt betrieben. Dort lernen Kubaner die Anlage von Kleingärten und den Anbau von Obst und Gemüse zur Verbesserung der eigenen Versorgung. Dazu gehört auch, wie man unabhängig vom oft fehlenden Strom und damit auch ohne Gefrierschränke Obst und Gemüse durch Einkochen haltbar machen kann. Viele grundlegende Fertigkeiten der Selbstversorgung und der Landwirtschaft jenseits der früheren Agrar-Staatsbetriebe müssten neu vermittelt werden, so der Kirchenpräsident.</p>
<p>Kubas Protestanten nehmen durchaus ihre soziale Verantwortung wahr. Nicht nur durch das erwähnte Gartenbauprojekt. Darüber hinaus habe die Reisegruppe wichtige andere Projekte besucht, etwa zur AIDS-Prävention oder auch zur Stärkung bürgerschaftlichen Engagements. Dass allerdings die Christen ähnlich wie in der ehemaligen DDR eine wichtige Rolle bei einer aktiven Umgestaltung der Gesellschaft leisten könnten, hält Liebig nach seinen Erfahrungen für kaum denkbar. So sei auch das Angebot zum Austausch über die Erfahrungen aus der DDR-Wendezeit nur auf sehr verhaltenes Interesse gestoßen.</p>
<p>»Dennoch«, so das Resümee von Liebig, »wir wollen und wir müssen unsere kubanischen Partner weiter unterstützen.« Niemand wisse derzeit, wohin die Entwicklung Kubas gehe. Deshalb sei es um so wichtiger, kleine Punkte der Hoffnung zu setzen. Nicht zuletzt, um die weitere Abwanderung junger Menschen von der Insel einzudämmen. Obwohl niemand auf der Insel hungern muss, verlassen rund 30000 jährlich das Land, das, so Liebig, trotz aller Schwierigkeiten von »Warmherzigkeit, Gastfreundschaft und einer bunten Lebensatmosphäre geprägt ist«.</p>
<p><em>Harald Krille</em></p>
<p><a href="http://www.berliner-missionswerk.de" target="_parent">www.berliner-missionswerk.de</a></p>
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		<title>Musik für fröhliche Seelen</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Apr 2012 09:53:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gemeinsame Redaktion</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Erfurter Enchiridion]]></category>
		<category><![CDATA[evangelisches Gesangbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Franckesche Stiftungen Halle]]></category>
		<category><![CDATA[Lutherdekade]]></category>

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		<description><![CDATA[Ausstellung: Die Franckeschen Stiftungen in Halle widmen sich dem evangelischen Liedgut

Eines der wichtigsten Ausstellungsstücke ist das Erfurter Enchiridion von 1524. Es gilt als das erste evangelische Gesangbuch, das Lieder von Martin Luther enthält.
Es ist eine Schau für die Ohren, die jetzt in den Franckeschen Stiftungen in Halle eröffnet wurde: Lautenmusik, so wie sie Martin Luther [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h5><strong>Ausstellung:</strong> Die Franckeschen Stiftungen in Halle widmen sich dem evangelischen Liedgut</h5>
<p><strong><br />
Eines der wichtigsten Ausstellungsstücke ist das Erfurter Enchiridion von 1524. Es gilt als das erste evangelische Gesangbuch, das Lieder von Martin Luther enthält.</strong></p>
<p>Es ist eine Schau für die Ohren, die jetzt in den Franckeschen Stiftungen in Halle eröffnet wurde: Lautenmusik, so wie sie Martin Luther gespielt hat, über die geistliche Musik von Telemann, Gerhard und Schütz bis hin zu einem modernen Gospel-Flashmob sind zu hören – ergänzt durch Bilder, Noten und Instrumente. »Weil sie Seelen fröhlich macht. Protestantische Musikkultur seit Martin Luther«, heißt die neue Jahresausstellung, die bis 23. September im Historischen Waisenhaus der Stiftungen zu sehen ist.</p>
<div id="attachment_5990" class="wp-caption aligncenter" style="width: 590px"><img class="size-full wp-image-5990" title="Kultur-18-2012" src="http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/files/2012/04/Kultur-18-2012.jpg" alt="Erhalt uns Herr bei deinem Wort, Einblattdruck von Martin Luther, kolorierter Holzschnitt, um 1546. – Foto: Frankesche Stiftungen" width="580" height="367" /><p class="wp-caption-text">Erhalt uns Herr bei deinem Wort, Einblattdruck von Martin Luther, kolorierter Holzschnitt, um 1546. – Foto: Frankesche Stiftungen</p></div>
<p>Zahllose Schätze hat Kuratorin Cordula Timm-Hartmann für die Präsentation aus 500 Jahren protestantischer Musik zusammengetragen. Star ist das weltweit einzige erhaltene Erfurter Enchiridon aus dem Jahr 1524 – das erste evangelische Gesangbuch, das unter anderem 18 Lieder von Martin Luther enthält. Viertelstündlich können die Besucher der Musik einer Harfenuhr aus dem Jahr 1758 lauschen, die abwechselnd zwei Choräle spielt. An Original-Notenblättern von Johannes Brahms und Max Reger können nicht nur Musikexperten ablesen, wie unterschiedlich ihre Art zu komponieren war. Und auch Musikinstrumente von einer Laute aus dem 17. Jahrhundert bis zu einer Hausmusikorgel aus dem Jahr 1938 zeigen den Wandel der kirchlichen Instrumentenwelt.</p>
<p>Rund 200 Exponate von Leihgebern aus Deutschland – besonders das Händelhaus in Halle stellte eine Vielzahl von Objekten bereit –, aber auch aus Österreich, den USA, Schweden und Polen zeichnen ein umfassendes Bild der Entwicklung von der Reformation bis heute. Clou sind die zahllosen Hörstationen, unter anderem auf drei nachgebauten Kirchenbänken. Hier wird die Ausstellung für jeden Besucher ganz persönlich ein Erlebnis. Eine Stunde, so Kuratorin Timm-Hartmann, sollte man für einen Rundgang mindestens einrechnen.</p>
<p>Anlass für die Ausstellung ist das Themenjahr der Lutherdekade »Reformation und Musik«. Und genau darauf weist auch der Ausstellungskatalog mit einem Lutherwort hin: »Ich liebe die Musik, und es gefallen mir die Schwärmern nicht, die sie verdammen.« Denn für den Reformator, der selbst ein begnadeter Lautenspieler und Sänger war, war die Musik ein Geschenk Gottes, weil sie die Menschen fröhlich macht – wie der Titel der Ausstellung betont. Musik, so Luther, sei nicht nur eine Möglichkeit, gesungen das Evangelium zu verkünden, sondern auch ein Botschafter wider den Zorn, die Begierden und den Hochmut »weil sie in der Zeit des Friedens herrscht«. Heute, darauf weist Stiftungsdirektor Thomas Müller-Bahlke hin, habe die Kirchenmusik sogar noch eine weitere Funktion: »Sie ist die Brücke zur Kirche.« Denn das Weihnachtsoratorium oder andere Höhepunkte seien auch für Nicht-Konfessionelle ein Grund, eine Kirche zu besuchen.</p>
<p>Begleitend zur Jahresausstellung gibt es mehrere Konzerte und Vorträge mit Musik, die einzelne Epochen beleuchten. Auftakt hierzu ist am 9. Mai: Dann werden Funktion und Provenienz der Melodien zu Luthers Chorälen von Hans-Otto Korth erläutert und der Stadtsingechor unter Leitung von Frank-Steffen Elster gibt hierzu musikalische Kostproben. Beginn ist um 18 Uhr im Proberaum des Stadtsingechors im Haus 21 der Franckeschen Stiftungen.</p>
<p>Wer sich noch mehr mit der protestantischen Musik in Halle auseinander setzen möchte, dem bieten sich gleich mehrere Möglichkeiten: Parallel zur Jahresausstellung zeigen die Franckeschen Stiftungen eine Kabinettausstellung zur Geschichte des Stadtsingechors ab 1808; im Händelhaus sind derzeit eine Ausstellung zum Händel-Lehrer und Marktkirchenkantor Friedrich Wilhelm Zachow zu sehen sowie eine Schau »Singe, Seele, Gott zum Preise« über den Hamburger Dichter Barthold Heinrich Brockes, dessen Passion »Der für die Sünde der Welt gemarterte und sterbende Jesus« von Händel vertont wurde (Brockes-Passion). Am 27. April eröffnet die Marienbibliothek Halle eine Ausstellung zu Gesangbüchern und Musikdrucken aus 500 Jahren.</p>
<p><em>Silvia Zöller</em></p>
<p>Die Schau ist dienstags bis sonntags und feiertags von 10 bis 17 Uhr zu sehen.</p>
<p><a href="http://www.francke-halle.de" target="_parent">www.francke-halle.de</a></p>
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