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	<title>Mitteldeutsche Kirchenzeitungen &#187; Glaube und Alltag</title>
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	<description>Gemeinsames Portal von „Glaube + Heimat“ und „Der Sonntag“</description>
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		<title>Schiffbrüche in biblischen Zeiten</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Feb 2012 08:30:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gemeinsame Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Glaube und Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[biblische Schiffsgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Jona]]></category>
		<category><![CDATA[Kreuzfahrten]]></category>

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		<description><![CDATA[Mehr als heute waren die Seefahrer damals den Launen des Wetters ausgeliefert
Kreuzfahrten waren in biblischen Zeiten nicht bekannt. Wohl aber Schiffbrüche und die Ängste und Nöte, die sie auslösten.
Keine Kreuzfahrtschiffe, sondern Handelsschiffe durchkreuzten die Meere. Sie transportierten Steine und Stoffe, Gewürze und Nahrung, Tiere und Menschen. Noch mehr als heute waren die Seefahrer in ihren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mehr als heute waren die Seefahrer damals den Launen des Wetters ausgeliefert</strong></p>
<div id="attachment_5237" class="wp-caption alignleft" style="width: 610px"><img class="size-full wp-image-5237" title="Glaube-Alltag-06" src="http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/files/2012/02/Glaube-Alltag-06.jpg" alt="Glaube-Alltag-06" width="600" height="423" /><p class="wp-caption-text">Paulus erleidet Schiffbruch vor derr Insel Malta – Darstellung auf einem Mosaik nach einem Bild des Renaissance-Künstlers Nicolò Circignani, genannt &quot;il Pomarancio&quot;.</p></div>
<p>Kreuzfahrten waren in biblischen Zeiten nicht bekannt. Wohl aber Schiffbrüche und die Ängste und Nöte, die sie auslösten.</p>
<p>Keine Kreuzfahrtschiffe, sondern Handelsschiffe durchkreuzten die Meere. Sie transportierten Steine und Stoffe, Gewürze und Nahrung, Tiere und Menschen. Noch mehr als heute waren die Seefahrer in ihren einfachen Schiffen den Launen des Wetters ausgeliefert. Einige Handelsschiffe »zerschellten«. Ihrer Angst begegneten die Seeleute mit Vertrauen auf Gott. Wer in solchen bedrohlichen Stürmen und Wellentürmen zum Herrn schrie, den führte er aus Ängsten, indem er den Sturm stillte und sie »zum erwünschten Lande brachte«. (Psalm 107, 23-32; 1 Könige 22,49)</p>
<p>Eine der berühmten biblischen Schiffsgeschichten handelt von Jona. Dieser Prophet versucht, vor Gott zu fliehen&#xA0;– kein aussichtsreiches Unterfangen, betete doch schon der Psalmist: »Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen.« Jona besteigt ein Schiff, doch Gott vereitelt Jonas Fluchtpläne mit einem heftigen »Ungewitter«.</p>
<p>Die Seeleute versuchen, ans rettende Ufer zu rudern&#xA0;– »aber sie konnten nicht, denn das Meer ging immer ungestümer gegen sie an«. Auf eigenen Wunsch hin werfen die Seeleute Jona über Bord, der Prophet wird als menschlicher Ballast geopfert. Doch Gott rettet ihn, indem er »einen großen Fisch« kommen lässt, der den Flüchtling verschlingt und nach drei Tagen und Nächten an Land ausspeit. (Jona 1-2; Psalm 139, 9f.)</p>
<p>Die phönizische Hafenstadt Tyrus, »sehr reich und herrlich geworden«, war eigentlich ein Verbündeter und Handelspartner Israels. Dennoch prophezeite der Prophet Hesekiel ihr den Untergang. Dafür verwendet er Bilder, die die schifffahrtserfahrenen Menschen verstanden. Hesekiel schildert ein Angst einflößendes Schiffbruchsszenario, das dem Untergang der Titanic in nichts nachsteht. (Hesekiel 27)</p>
<p>Dass jemand in seinem Leben »Schiffbruch erleidet« ist eine bis heute gebräuchliche Redewendung für eine gescheiterte Existenz. In der Bibel verwendet sie der Apostel Paulus. Diejenigen, die gegen ihr Gewissen handeln, erleiden Schiffbruch am Glauben, erklärt Paulus und hat dabei Christen im Blick, die der Geldgier ­erliegen. Das menschliche Leben ­vergleicht er mit einem Schiff, das von »jedem Wind einer Lehre bewegt« werde und »umhertreibt«. (1. Timotheus 1,19; Epheser 4,14)</p>
<p>Mehrmals mussten Jesus und seine Jüngerschar den See Genezareth überqueren. Das Gewässer sieht friedlich aus, ist aber gefährlich. Als Jesus unterwegs war, erhob sich »ein großer Windwirbel«, der die Wellen ins Boot schwappen ließ. Während seine Jünger panisch das Wasser aus dem Boot schöpften, schlief Jesus seelenruhig auf einem Kissen weiter. Ängstlich ­wecken die Jünger ihren »Meister« und werfen ihm vor, er kümmere sich nicht um sie in dieser Notsituation. Sofort stand Jesus auf, »bedrohte den Wind und sprach zu dem Meer: Schweig und verstumme!« Tatsächlich legte sich der Wind »und es entstand eine große Stille«. (Markus 4,35-41)</p>
<p>Viele tausend Seemeilen hatte der Heidenmissionar Paulus auf seinen Reisen zurückgelegt. Nun war der Apostel als Gefangener an Bord eines Segelschiffes. In Rom sollte ihm der Prozess gemacht werden. Dem heftigen Wind entkam der Kapitän, indem er im Schutze Zyperns an der (heute türkischen) Küste entlangschipperte.</p>
<p>In Myra steigt Paulus unter Aufsicht des Hauptmanns Julius auf ein anderes Schiff um; an Kreta ging es vorbei mitten hinein in gewaltige Nordoststürme. Dramatische Szenen spielten sich ab: Ladung wurde über Bord geworfen, das Schiff trieb tagelang manövrierunfähig in der Adria. Schließlich erlitten sie Schiffbruch auf einer Sandbank vor Malta. Alle 276 Mann überlebten. Für den Vielreisenden Paulus selbst war es bereits der vierte Schiffbruch. (Apostelgeschichte 27; 2. Korinther 11,25)</p>
<p>In den Endzeitvisionen des Sehers Johannes spielt das Meer eine wichtige Rolle. Ein fürchterliches Monster steigt aus dem Meer, es hat zehn bekronte Hörner und sieben Köpfe. Dann gießt ein apokalyptischer Engel seine Schale ins Meer, woraufhin sich das Wasser in Blut verwandelt und alles Leben im Meer vernichtet wird. Weitere sieben Engel sorgen mit lautem Posaunenschall für Horror. Als der zweite sein Instrument bläst, wird ein Drittel aller Schiffe vernichtet. Das Endzeitgrauen endet mit der Aussicht auf das »neue Jerusalem«, in dem Gott alle Tränen abwischen wird. Zwei wichtige Dinge wird es in dieser neuen Welt nicht mehr geben: die Nacht und das Meer. Und damit auch keine Schiffbrüche. (Offenbarung 8,8f.; 13,1; 16,3; 21,1)</p>
<p><em>Uwe Birnstein</em></p>
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		<title>Wenn die Welt zu Ende geht?! – Na und</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 13:00:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gemeinsame Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Glaube und Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Depression]]></category>
		<category><![CDATA[Ulrich Giesekus]]></category>

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		<description><![CDATA[Was gegen Angst und Depression hilft und aus der Krise führt
Die Welt ist voller schlechter Nachrichten. Fragen bedrängen uns: Wird mich im Alter jemand pflegen? Gibt es dann überhaupt noch eine Rente, von der man auch leben kann? Werden wir, unsere Kinder und Enkel sauberes Wasser haben? Genügend Arbeit oder genügend bezahlte Arbeit? Das sind [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Was gegen Angst und Depression hilft und aus der Krise führt</strong></p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 250px"><img src="http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/files/2012/01/GuA0512.jpg" alt="" width="240" height="343" /><p class="wp-caption-text">»Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.« Paul Gerhardt – Foto: MEV</p></div>
<p>Die Welt ist voller schlechter Nachrichten. Fragen bedrängen uns: Wird mich im Alter jemand pflegen? Gibt es dann überhaupt noch eine Rente, von der man auch leben kann? Werden wir, unsere Kinder und Enkel sauberes Wasser haben? Genügend Arbeit oder genügend bezahlte Arbeit? Das sind bedrängende Fragen, wichtige Fragen. Wer hier zu schnell zum Jesus-Zitat »Sorget euch nicht um den morgigen Tag« (Matthäus 6,34) greift, übersieht, dass wir nicht auf Kosten des morgigen Tages leben dürfen. Für die Zukunft gilt: Keine Sorge, aber Fürsorge bestimmt!</p>
<p>Die Forschung hat gezeigt: Wenn ich begreife, dass ich dem Chaos nicht nur untätig zusehen muss, legen sich Ängste. Es ist nämlich nicht das zu erwartende Geschehen, was uns Angst macht und lähmt, sondern die Hilflosigkeit angesichts solcher Ereignisse. Wer sich hilflos fühlt, wird depressiv und sorgenvoll. Wer sich herausgefordert fühlt, wird dagegen mutig und kreativ. Der bedeutende Depressionsforscher Martin Seligmann nannte die Depression sogar »erlernte Hilflosigkeit«.</p>
<p>Jeder kann das selbst beobachten: Beifahrer zu sein ist viel stressiger als selbst am Steuer zu sitzen&#xA0;– obwohl das Risiko für beide gleich ist. Mit anderen Worten: Menschen, die glauben, dass das Wohl und Wehe ihres Lebens von ihrem Denken und Handeln abhängig ist, sind gesünder und leben besser. Nicht das Schicksal oder die Sterne, nicht die anonymen Mächtigen, nicht die Banken oder die Politik entscheiden, ob mein Leben wichtig und sinnvoll ist&#xA0;– sondern: Wie ich lebe, entscheidet darüber, ob mein Leben gelingt.</p>
<p>Das Gegenteil dazu bildet eine Einstellung, die sich sorgenvoll, aber hilflos ausliefert. Nach dem Motto »Da kann man eh nichts machen«. Aber diese Haltung übersieht: Gott lebt uns nicht&#xA0;– er hat uns Leben gegeben, damit wir es leben. Wir sind keine Marionetten eines himmlischen Puppenspielers, sondern Dialogpartner des Höchsten! Paul Gerhardt hat recht: »Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.« Und: »Auf sein Werk musst du schauen, wenn dein Werk soll bestehn«. Aber das heißt auch: Wenn es Wege gibt, muss ich die gehen.</p>
<p>Wenn wir uns also&#xA0;– durch globale Medien bestens über jedes Horrorszenario informiert&#xA0;– geschlagen geben, kommt die Angst. Und schnell fühlen wir uns überwältigt, ohnmächtig, ängstlich grübelnd blicken wir in eine düstere Zukunft. Das ist vielleicht der Zeitgeist: »Es geht eh alles den Bach runter&#xA0;– nimm mit, was du kriegen kannst«. Paulus fordert&#xA0;– ganz im Gegenteil dazu&#xA0;– auf, sich nicht den gesellschaftlichen Trends anzupassen&#xA0;– »seid nicht gleichförmig dieser Welt«&#xA0;–, sondern »werdet verwandelt«. Und das »durch die Erneuerung eures Sinnes« (Römer 12,2).</p>
<p>Wie kann ich mein Denken erneuern? Zuerst einmal sind die Krisen, die uns emotional erschlagen, meistens irgendwelche anonymen Monster. Anstatt uns Ideen für unser Leben heute zu geben, machen diese Monster uns handlungsunfähig. Trauen Sie sich einmal, nicht zu erstarren, sondern weiter zu denken: Was ist, wenn ich keine Rente mehr bekomme? Dann muss ich sehr bescheiden leben. Dann muss ich lernen, mich an den Dingen zu freuen, die da sind. Alle wirklich wichtigen Dinge im Leben aber kann der Mensch sich nicht kaufen. Also könnte ich jetzt schon üben, meine Lebensfreude konsumunabhängiger zu gestalten.</p>
<p>Und ganz mutig: Was ist, wenn die Welt zu Ende geht? Dann wartet Gottes neue Welt. Und da ich dort Bürgerrecht habe, kann ich mich darauf schon jetzt vorbereiten. Entscheiden Sie, wie Sie die Freundschaft mit dem Herrn der neuen Welt heute schon pflegen. Lernen Sie tanzen und singen. Besuchen Sie Gefangene, kleiden Nackte und speisen Hungrige.</p>
<p>Wenn wir unser Denken nicht mehr zwanghaft auf das Bewahren unseres Lebensstandards fixieren&#xA0;– geschieht »verwandelt werden«. Wer loslassen kann, wird gelassen. Der KZ-Überlebende Viktor Frankl beobachtete:</p>
<p>Wer den Sinn seines Lebens im Glück sucht, wird es niemals finden. Wer den Sinn seines Lebens aber in dem sucht, was größer ist als er selbst, wird dabei auch sein Glück finden. Jesus sagte es ganz ähnlich: »Wer sein Leben liebt, wird es verlieren. Aber wer sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es für das ewige Leben erhalten« (Johannes 12,25).</p>
<p><em> Ulrich Giesekus</em></p>
<p>Der Autor ist Professor für Psychologie und Counseling (psychosoziale Beratung) an der Internationalen Hochschule Liebenzell und führt eine Praxis für psychologische Beratung.</p>
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		<title>Ohne Reue Geld leihen und verleihen</title>
		<link>http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/2012/01/20/ohne-reue-geld-leihen-und-verleihen/</link>
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		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 10:44:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gemeinsame Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Glaube und Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[3. Buch Mose]]></category>
		<category><![CDATA[5. Buch Mose]]></category>
		<category><![CDATA[Bibel]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Bibelgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kreditratgeber]]></category>

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		<description><![CDATA[Der biblische Ratgeber für Kreditgeber und -nehmer
Ja, man kann viel falsch machen bei Krediten. Die Bibel gibt wertvolle Tipps, wie der private und geschäftliche Leihverkehr ohne weitreichende Folgen bleiben kann.
Du sollst Geld verleihen! (5. Mose 15,7-10; Lukas 6,34f.)
Zumindest wenn es sich um arme Mitmenschen handelt, gilt: Ein Mensch sollte Geld verleihen, und zwar so, »dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der biblische Ratgeber für Kreditgeber und -nehmer</strong></p>
<p><em>Ja, man kann viel falsch machen bei Krediten. Die Bibel gibt wertvolle Tipps, wie der private und geschäftliche Leihverkehr ohne weitreichende Folgen bleiben kann.</em></p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 439px"><img title="Ohne Reue Geld leihen und verleihen" src="http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/files/2012/01/Glaube-Alltag-Geld.jpg" alt="Foto: MEV" width="429" height="300" /><p class="wp-caption-text">Foto: MEV</p></div>
<p><strong>Du sollst Geld verleihen! (5. Mose 15,7-10; Lukas 6,34f.)</strong><br />
Zumindest wenn es sich um arme Mitmenschen handelt, gilt: Ein Mensch sollte Geld verleihen, und zwar so, »dass das Herz nicht verdrießt«. Der Grund ist nicht nur, jemandem aus der Patsche zu helfen, sondern um von Gott gesegnet zu werden. Hier vertritt die Bibel an einigen Stellen eine lupenreine Werkgerechtigkeit. Jesus treibt die Tugend des Leihens auf die Spitze und hinterfragt private Verleiher wie die gesamte ­Kreditwirtschaft: »Leiht, wo ihr nichts dafür zu bekommen hofft!« Wer Geld leiht, sollte also nicht automatisch ­davon ausgehen, das Verliehene zurückzubekommen; das sei vielmehr das Gebaren der »Sünder, »damit sie das Gleiche bekommen«.</p>
<p>Vorsicht bei Bürgschaften! Bei Geld hört die Freundschaft für einige Menschen nicht auf. Gerät ein Freund in Not, stellen sie sich als Bürgen für dessen Kredit zur Verfügung. Ein löbliches, aber riskantes Verhalten. Denn wenn der Freund seinen Kredit nicht bedienen kann, bittet der Geldverleiher den Bürgen zur Kasse. Das konnte schon vor 3000 Jahren fatale Folgen haben. Aus diesem Grund warnte der weise und ­lebenserfahrene König Salomo davor, Bürgschaften zu übernehmen. »Sei nicht einer von denen, die mit ihrer Hand haften und für Schulden Bürge werden; denn wenn du nicht bezahlen kannst, so wird man dir dein Bett unter dir wegnehmen.« (Sprüche 22,26f.)</p>
<p><strong>Erlasse die Schulden! (5 Mose 15,2; 1 Makkabäer 15,8)</strong><br />
Eine nette Geste oder pure Taktik? Eher das Zweite: Dass der Seleukidenkönig Antiochus dem jüdischen Makkabäerfürsten Simon die Schulden ­erlässt, hatte Hintersinn. Er wollte ihn als Verbündeten gegen einen Widersacher gewinnen. Wie hingegen ein selbstloser Schuldenerlass aussehen kann, schildert das Gesetz des Mose. Es fordert die gläubigen Gläubiger auf, alle sieben Jahre den Nächsten die Schulden zu erlassen. Einfach so, um Gottes willen.</p>
<p><strong>Nimm von Armen keine Zinsen! (3 Mose 25,35-37; 5 Mose 23,20f.; Sprüche 28,8; Sirach 29,2)</strong><br />
Verleihen ist gut. Zinsen nehmen im Prinzip auch. Allerdings soll man Arme vor der demütigenden Prozedur des Zinsenzahlens bewahren. Die Bibel begründet das nicht mit moralischem Zeigefinger, sondern theologisch: »Du sollst dich vor deinem Gott fürchten, dass dein Bruder neben dir leben könne!« Gott habe sein Volk aus der ägyptischen Gefangenschaft geführt – deswegen solle man sich seinem bedürftigen Nächsten gegenüber auch in befreiender Weise verhalten. Das kann auch so geschehen, dass eingenommene Zinsen hilfsbereiten Mitmenschen gespendet werden.</p>
<p><strong>Leg dein Geld gewinnbringend an! (Lukas 19,11-27)</strong><br />
Dies Gleichnis Jesu könnte ein Werbespruch für jeden Anlageberater sein. Vor seiner Abreise händigt ein Fürst jedem seiner zehn Knechte einen Geldbetrag in Höhe von einem Pfund aus mit der Aufforderung, damit zu handeln. Nach seiner Rückkehr ist er neugierig. Der erste Knecht hat das ihm anvertraute Pfund verzehnt-, der zweite verfünffacht. Die beiden kassieren dickes Lob vom Fürsten und erhalten machtvolle Positionen in seinem Reich. Der Dritte allerdings reicht dem Fürst sein Originalpfund zurück; aus Angst, etwas falsch machen zu können, hatte er es liebevoll in einem Tuch aufbewahrt. Erbost herrscht der Fürst den Knecht an, warum er das Geld denn nicht zur Bank gegeben hätte. Als Strafe nimmt er dem vorsichtigen Knecht das eine Pfund und gibt es dem erfolgreichsten Geldanleger.</p>
<p><strong>Leihe Mächtigen nichts! (Sprüche 22,7; Sirach 8,15)</strong><br />
Wer dem Rat des Jesus Sirach folgt, dürfte eigentlich keine Staatsanleihen kaufen. Denn ein Staat ist selbstverständlich mächtiger als ein einzelner Geldanleger. Auch mit seiner Prognose ist das weise Bibelbuch am Puls der Zeit: »Leihst du ihm aber etwas, so schreib es gleich ab.« Das Risiko ist groß, dass der Mächtige das Geld nicht zurückzahlt, sei es aus Willkür, sei es, weil er pleite ist. Dass es Griechenland so ergehen könnte, wusste der Apostel Paulus allerdings noch nicht, als in Athen »sein Geist ergrimmte«. (Apostelgeschichte 17,16) Und andersherum, sollte man sich von Mächtigen leihen? Tunlichst nicht, meint Salomo – denn »wer borgt, ist des Gläubigers Knecht«.</p>
<p><em>Uwe Birnstein</em></p>
<blockquote><p><strong>Zum Weiterlesen</strong><br />
Bauer, Dietrich: Geldgeschichten der Bibel, Deutsche Bibelgesellschaft, 168 S., ISBN 978-3-438-04806-6, 8,50 Euro</p></blockquote>
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		</item>
		<item>
		<title>Danke, dass mir Gott Kraft gegeben hat</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 13:15:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gemeinsame Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Glaube und Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Aus Schwächen Stärken machen.]]></category>
		<category><![CDATA[Jahreslosung 2012]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.]]></category>

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		<description><![CDATA[Betrachtung: Gedanken zur Jahreslosung 2012, die den Schwachen Stärke zuspricht
Stark sein ist in. Aber nicht jede und jeder hat die Kraft, die er oder sie sich wünscht. Manchmal entwickelt einer Kräfte, die ihm niemand ­zugetraut hätte. Und auch die scheinbar Schwächsten, können Stärke beweisen.
Schon immer habe ich die Starken besonders bewundert. Ach, diese Kräftigen mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Betrachtung: Gedanken zur Jahreslosung 2012, die den Schwachen Stärke zuspricht</strong></p>
<p>Stark sein ist in. Aber nicht jede und jeder hat die Kraft, die er oder sie sich wünscht. Manchmal entwickelt einer Kräfte, die ihm niemand ­zugetraut hätte. Und auch die scheinbar Schwächsten, können Stärke beweisen.</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="wp-caption-dd " title="Danke, dass mir Gott Kraft gegeben hat" src="http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/files/2012/01/4-kraft.jpg" alt="Foto: BilderBox.com" width="300" height="200" /><p class="wp-caption-text">Foto: BilderBox.com</p></div>
<p style="text-align: left">Schon immer habe ich die Starken besonders bewundert. Ach, diese Kräftigen mit ihrem breiten Rücken und den gespannten Muskeln! Schon als Kind war ich fasziniert von Männern, die große Gewichte stemmen und Lokomotiven ziehen konnten. Ich liebte Pippi Langstrumpf, die ein ausgewachsenes Pferd in die Höhe hob. Und natürlich habe ich sie beneidet. Das hätte ich auch gern geschafft!</p>
<p>Auf dem Rummelplatz stand ich immer lange bei der Hau–den–Lukas–Maschine. Nur die kräftigsten Männer schafften es, das Glöckchen oben bimmeln zu lassen. Mein Vater konnte das nicht. Auch der kluge Herr Doktor aus unserem Dorf hatte keine Chance. Aber der Willi mit seinem struppigen Vollbart&#xA0;– der bekam das spielend hin! Der Willi, der jeden Tag in den Wald ging, um Bäume zu fällen. Der holte nur einmal kurz aus&#xA0;– und schon krachte der Bolzen an das Glöckchen oben. Das war dann aber kein leises »Bim«, es war ein solcher Schlag, dass man um die Glocke fürchten musste. Willi durfte deshalb auch nur einmal zuschlagen. Der Besitzer hatte Angst um seine Maschine.</p>
<p>Aber da war noch ein Anderer.</p>
<p>Der hatte eine ebenso unglaubliche Stärke. Und das konnte ich eigentlich gar nicht glauben. Bei dem hätte ich das niemals erwartet.</p>
<p>Das war nämlich der Wolfgang. Der Wolfgang, den wir so gern gehänselt haben. Wie oft sind wir hinter ihm her­gelaufen und haben gerufen: »Wolfgang, Wolfgang, schaukel dich. Wolfgang, Wolfgang, brüll doch mal!« Die Kinder nannten ihn den »blöden Wolf«. »Der hat sie nicht alle«, sagten sie. »Bei dem ist nur Grütze im Kopf.« Und dann versuchten sie, ihn zu necken: »Wolfgang, sag doch mal ›Rotznase!‹« Und wenn sie Glück hatten, dann stammelte der arme Kerl: »Otzase« und lachte. Mein Onkel hatte mir verboten, mitzumachen. Aber ich habe es trotzdem getan. Auch ich habe gerufen: »Wolfgang, Wolfgang, schaukel dich!«</p>
<p>Dann beugte er nämlich seinen Oberkörper rhythmisch so weit nach beiden Seiten, dass es aussah wie bei einem Uhrpendel. Und alle haben ­gelacht. Ich auch.</p>
<p>Der Wolfgang lebte einfach so mit uns im Dorf. Er war halt dabei. Er schaukelte sich durch sein Leben.</p>
<p>Einmal im Jahr kam der Rummel. Dann war der Wolfgang nicht zu halten. Der Rummel&#xA0;– das war seine Welt: Die Karussells, die Schießbuden, die Gespensterbahn und vor allem: Die Hau–den–Lukas–Maschine. Also lief der Wolfgang im Sauseschritt die drei Kilometer in die Stadt. Keiner konnte ihn aufhalten. Niemand konnte ihn überholen.</p>
<p>Er sagte dann keine komischen Worte und schaukelte auch nicht. Er lief und lief bis er da war. Seine Mutter gab ihm immer genug Geld mit für zwei, drei Stunden. So hockte er dann mit einem seligen Gesicht auf dem Kettenkarussell und ließ die Beine baumeln. Er fuhr durch die Gespensterbahn und lachte die Geister aus. Er sagte »Wuckertatte« am Zuckerwattestand.</p>
<p>Und dann&#xA0;– ja dann ging er zur Hau–den–Lukas–Maschine. Aber der Besitzer sagte: »Na, mein Junge, das ist hier nichts für dich. Das schaffen nur die ganz Starken. Das musst du erst gar nicht versuchen.«</p>
<p>Ja, diese Worte weiß ich noch. Und beim ersten Mal war ich mir auch sicher, dass der Mann recht hatte. Wie sollte einer, den sie alle den »blöden Wolf« nannten, diesen Bolzen nach oben bekommen? Das schafften nur der Willi aus unserm Dorf und eine Handvoll Starke aus der Stadt. Die ­Maschine war mit Absicht so schwer eingestellt. Der Besitzer wollte seine Preise am liebsten behalten.</p>
<p>Und dann kam also der besondere Wolfgang aus meinem Dorf und alles grinste. So einer ohne Grips im Kopf&#xA0;– der kann das nicht. So einer, der ­dasteht wie ein Schaukelstuhl, der ­bekommt nicht mal den Hammer hoch. Nein, so ein Schwacher kann nicht stark sein. Das geht nun wirklich nicht.</p>
<p>Wolfgang bezahlte und hörte auf zu schaukeln. Er nahm den Hammer, der so schwer war, dass wir Kinder ihn nicht anheben konnten. Und dann ließ ihn der Wolfgang herabsausen. Plötzlich machte es »bing« da oben und noch mal »bing« und noch mal, bis der Besitzer rief: »He, Junge, du hast nur für zweimal bezahlt. Such dir deinen Preis aus!«</p>
<p>Aber da schritten die anderen ein. Das ließen sie nicht durchgehen. Denn man durfte so oft schlagen, wie es »bing« machte. Danach richtete sich die Größe des Preises. Und der Wolfgang hat es siebenmal geschafft. Siebenmal das Glöckchen klingen ­lassen! Und deshalb bekam er den Hauptpreis. Er konnte wählen zwischen einem Riesenteddy, einer Stoppuhr und einem Baukasten. Jedes Mal nahm er den Teddy, der ihm von den Füßen bis zum Bauch reichte. Und damit lief er ganz stolz über den ganzen Rummel.</p>
<p>Man sah den Wolfgang auf dem Kettenkarussell sitzen. Er hielt den Teddy auf dem Schoß. Wenn der Besitzer gnädig war, saß der Teddy sogar in einem extra Sitz neben Wolfgang. Und die Jungs aus meiner Schule lachten nicht mehr. Das ging ja nicht. Sie staunten noch. Sicher, das hat nicht lange angehalten. Irgendwann ging es mit dem Necken wieder los. Aber jetzt war auch Bewunderung dabei. Und Neid. Natürlich wollte keiner so komisch werden wie der Wolfgang. Aber so stark schon.</p>
<p>Ich ­natürlich auch. Klar. Einmal zur Hau–den–Lukas–Maschine gehen und siebenmal hintereinander das Glöckchen bimmeln lassen! Ein Lebenstraum für den kleinen Jungen, der nicht so richtig groß geworden ist. Geschafft habe ich es nie.</p>
<p>Ob mich das traurig macht? Ja</p>
<p>und nein. Ich hätte diese Kraft ganz gern. Daran hat sich nichts geändert. Natürlich kann ich jetzt besser mit diesem Wunsch umgehen. Aber es wurmt mich trotzdem. Denn der Traum ist geblieben, dass in mir schwachem Kerl einmal diese Kraft mächtig wäre. Ist sie nicht und wird sie wohl auch nie.</p>
<p>Aber vielleicht habe ich eine andere Kraft. Vielleicht liegt sie in meiner Fantasie. Oder darin, dass ich Menschen wie den Wolfgang mag. Dass ich sie lieb habe und niemals wieder etwas Gemeines hinter ihnen her rufen würde. Und dass ich versuche, meinen Konfirmanden die Achtung vor dem Wolfgang zu lehren. Vielleicht ist das meine Stärke, dass ich wahrnehme, welche göttliche Kraft in diesen Schwachen mächtig ist? Ja, das könnte sein. Ich denke, dass wir alle eine Stärke in uns haben. Jeder seine eigene, besondere. Vielleicht sogar dort, wo wir schwach sind.</p>
<p>Denn Christus spricht: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.</p>
<p>Dass wir uns manchmal nach ganz anderen Kräften sehnen, das bleibt trotzdem. Ich komme zum Beispiel immer noch schlecht an einer »Hau–den–Lukas–Maschine« vorbei. Aber wenn ich dann den Wolfgang wieder vor mir sehe, denke ich: Es ist gut, dass du das kannst, du kleiner Schaukelkönig meiner Kindheit. Dass gerade dir diese Kraft gegeben ist.</p>
<p>»Ach, Wolfgang, kannst du noch mal den Bolzen nach oben jagen? Kannst du noch mal das Glöckchen klingen lassen? Wenigstens in der Erinnerung. Na komm, bitte!« Und dann passiert es tatsächlich. In meinem Kopf. In meinem Erinnern. Ich sehe ihn, höre das »bing« und bin glücklich. Und danke Gott, dass er mir diese Kraft gegeben hat: Die Kraft der Fantasie und der Erinnerung. Was für eine kostbare Gabe!</p>
<p>»Jesus Christus spricht: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.«</p>
<p><em>Thomas Perlick</em><br />
Der Autor ist Pfarrer im südwestthüringischen Römhild.</p>
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		<title>Heute findet mein Leben statt</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Jan 2012 09:15:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gemeinsame Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Glaube und Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgeglichenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Feiertage]]></category>
		<category><![CDATA[Stress]]></category>
		<category><![CDATA[Zufriedenheit]]></category>

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		<description><![CDATA[strong>Zwischen Alltagstrott und Überraschungen: Vom Charme und von der Schönheit des Alltäglichen
Nun hat er uns wieder: der Alltag. Und der hat bei den meisten Menschen überhaupt keinen guten Ruf. Zu Unrecht, wie ich finde. Alltag kann guttun. Denn wir leben nicht von Höhenflügen und Höhepunkten. »Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von Feiertagen«, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div id="attachment_4994" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img src="http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/files/2012/01/GA212.jpg" alt="Foto: Harald Krille" title="G&amp;A212" width="300" height="313" class="size-full wp-image-4994" /><p class="wp-caption-text">Foto: Harald Krille</p></div><strong>Zwischen Alltagstrott und Überraschungen: Vom Charme und von der Schönheit des Alltäglichen</strong></p>
<p>Nun hat er uns wieder: der Alltag. Und der hat bei den meisten Menschen überhaupt keinen guten Ruf. Zu Unrecht, wie ich finde. Alltag kann guttun. Denn wir leben nicht von Höhenflügen und Höhepunkten. »Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von Feiertagen«, pflegte meine Großmutter zu sagen.</p>
<p>Dass wir uns auf das Vertraute, auf das Normale, eben auf den Alltag freuen, das merken wir womöglich erst, wenn dieser Alltag plötzlich ausfällt. Wir machen diese Erfahrung etwa bei einem Krankenhausaufenthalt oder dann, wenn wir uns unfreiwillig für längere Zeit an einem Ort aufhalten müssen, der nicht unser ­Zuhause ist. Plötzlich erscheint uns der vertraute Alltag als lebens- und erstrebenswert. Aber wenn der vorher ersehnte Alltag wieder da ist, wird er, je länger er anhält, zunehmend in ein schlechtes Licht gestellt. Alltag eben. »Wie geht’s?« – »Es muss.«</p>
<p><strong>Auf der Suche nach Alltagszufriedenheit</strong><br />
Aber wäre es nicht geradezu töricht, wenn wir den Alltag zum schlechteren Teil unseres Lebens erklärten? Denn meistens ist Alltag. Das Verhältnis ist sechs zu eins: Sechs Tage Alltag, ein Tag Sonntag. Und womöglich ein paar Tage Urlaub. Was kann helfen, den Charme und die Schönheit des Alltags zu entdecken und ihn so zu gestalten, dass er als schön erlebt wird?</p>
<p>Charme und Schönheit des Alltäglichen, das ist zu allererst die Lebenskunst der Dankbarkeit in kleinen Dingen. Ich beschränke mich auf ein einziges Beispiel, den Wocheneinkauf. Ich empfinde bei einem solchen Einkauf immer neues Staunen. Es hat keine Generation vor uns gegeben, die aus einer solchen Fülle schöpfen konnte. Selbst bei knappem Budget sind die meisten Menschen hierzulan­de von diesem Segen nicht rundweg ausgeschlossen.</p>
<p>Jeder sechste Weltbürger kann von solchen paradiesischen Verhältnissen nicht einmal träumen. Und es ist nicht mein Verdienst, dass ich hier und heute lebe. Das habe ich mir nicht aussuchen können, das ist mir zugefallen. Könnte dieser Zufall nicht dankbar und demütig zugleich machen? Bin ich es den Armen nicht geradezu schuldig, »alltagszufrieden« zu sein? Die Güter des Alltags dankbar genießen und in dem mir möglichen Maß zu teilen?</p>
<p><strong>Dieser Tag ist einmalig und ein kostbarer</strong><br />
Den Alltag schätzen lernen, könnte auch heißen: Ich entdecke, wie kostbar und zerbrechlich das Leben ist. Dieser All-Tag ist der erste Tag vom Rest meines Lebens. Ein Tag, an dem ich leben darf. Dieser einmalige Tag ist es wert, dass ich ihn nicht gering schätze. Was ich heute tue oder lasse, gehört unverlierbar zu meinem Lebensschatz. Dieser Tag ist es wert, dass ich ihn nicht nur hinter mich bringe. Wie wäre es, ihn am Morgen bewusst zu begrüßen? Bewusst aus dem Fenster und in den Spiegel zu schauen? Ich bin da&#xA0;– und die Welt um mich her ist auch da&#xA0;– immer noch und immer neu.</p>
<p>So im Heute zu leben, könnte auch heißen: Ich hänge nicht in der Vergangenheit herum und flüchte nicht ins Morgen. Denn weder über die Vergangenheit noch über die Zukunft kann ich im Mindesten verfügen! Das Vergangene entzieht sich meiner nachträglichen Beeinflussung; und das Zukünftige ist für unsere vielen Wünsche wie auch unsere vielen Sorgen stocktaub.</p>
<p><strong>Das eigene Leben bewohnen: Alltagsrituale schaffen</strong><br />
Der Alltag mit seiner Vorhersehbarkeit lässt mich in meinem eigenen Leben Platz nehmen und macht das Leben bewohnbar. Wer im Alltag angekommen ist, kann sich »erden« und den ­eigenen Ort finden. Und dabei geht es um mehr als den Ort, an dem ich arbeite und lebe. Es geht um das Bewohnen des eigenen Alltags und die Beheimatung im eigenen Dasein.</p>
<p>Es gibt die eigentümliche Schönheit einer verlässlichen Form, einer guten Ordnung und eines eingeübten Rhythmuses. Alltagsrituale können helfen, den Tag, die Woche und das Jahr zu gestalten: Die bewusst genossene Tasse Kaffee oder Tee am Morgen. Die kleine Pause nach dem Mittagessen, der abendliche abschließende Spaziergang, die einzelne Rose und die Kerze auf dem Tisch zum Wochenausklang, die Brötchen am Samstagmorgen, der Sonntag, an dem Zeit zum Durchatmen ist.</p>
<p>Jeder hat andere Gewohnheiten, in jeder Familie gibt es andere gute Sitten, die dem Alltag Struktur und Glanz geben können. Den Alltag würdigen, das könnte heißen: sich in der Kunst zu üben, dem eigenen Leben einen stillen Glanz zu verleihen und mit dem Alltag so liebevoll gestaltend und formend umzugehen wie das ein Kunsthandwerker bei seinem Werk tut. Dabei ist es mit dem vertrauten Alltags-Rhythmus wie in der Musik: Lebendig wird sie durch überraschende Pausen, Taktwechsel und Synkopen. Auch die Melodie des Alltags braucht die Ausnahme von der Regel, damit sie klingt.</p>
<p><strong>Der Langeweile das Handwerk legen</strong><br />
Wenn man sich langweilt, sobald weder die Arbeit ruft noch das Unterhaltsame lockt, findet man sich selbst offenbar ausgesprochen langweilig. In solchen Fällen kann folgende Übung Wunder wirken. Ich lade dazu ein, immer dann, wenn man den Alltag »zum Weglaufen« erlebt, sich für eine halbe Stunde auf einen Stuhl zu setzen, in aufrechter, achtsamer Haltung&#xA0;– ohne Radio, ohne Fernseher&#xA0;–, auf den eigenen Atem zu achten, und sich dem »puren Dasein« zuzuwenden.</p>
<p>»Ich bin da«&#xA0;– nichts fehlt! Ich kehre ein bei mir, beim Leben selbst. Ich setze mich einfach still hin und … komme bei mir an. Ich werde mir selbst zur Heimat, zu einem geliebten und liebenswerten Platz im Universum. Es versetzt der Langeweile den Todesstoß, wenn sie mitbekommt: Wer in der Lage ist, Einkehr zu halten dort, wo gar nichts los ist, bei dem hat soeben ein Fest begonnen. Aber man muss es üben. Einen Stuhl hat ja jeder zu Hause!</p>
<p><strong>Wenn aber der Alltag gelegentlich wehtut …</strong><br />
Aber hat alle Lebenskunst nicht dort ihre Grenze, wo sich Leid oder Krankheit oder ein schwieriges Schicksal einstellen? Wenn sich das Widrige einstellt, muss man manchmal regelrecht ein wenig »feierlich« werden. Das haben wir als Kinder immer dann erlebt, wenn wir krank waren. Auf einmal kamen wir in den Genuss von ein paar schönen Dingen, die es sonst nicht gab.</p>
<p>Wir bekamen Plätzchen und heißen Tee und kalte Wickel und Besuch. Und vielleicht wurde uns etwas vorgelesen. Wenn schwere Tage kommen, muss man wieder lernen, feierlich mit dem Leben umzugehen! Dazu gehört, sich von allem Ballast, auch vom Terminballast zu lösen. Viele Menschen erfahren ihr Leben deshalb als unbewohnbar, weil sie sich chronisch überfordern!</p>
<p>Es gibt den krankmachenden Alltag, zu dem es freilich selten ohne unsere eigene Mitverantwortung kommt. Aber es gibt auch das ganz normale Krankwerden, wofür ein eigentümlicher Ausdruck in der deutschen Sprache uns rät, »krankzufeiern«. Diese Weisheit lässt sich schlecht beziehen auf schwerste Krankheiten, Krisen oder wirkliche Horrorerfahrungen, das wäre zynisch. Aber für dasjenige Maß an Leiden, das in der einen oder anderen Weise eben auch zum Alltag gehört, lässt sich so eine Spur finden, sich mit dem Unangenehmen zu arrangieren.</p>
<p><em>Karin Vorländer</em></p>
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		<title>Heute mit Hoffnung leben</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Jan 2012 17:30:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gemeinsame Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Glaube und Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Bibel]]></category>
		<category><![CDATA[Jahresbeginn]]></category>
		<category><![CDATA[Silvester]]></category>

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		<description><![CDATA[Ganz im Jetzt, in der Gegenwart ankommen&#xA0;– Gedanken zum Jahresbeginn
Wer am Silvesterabend auf die Uhr schaut, tut das mit einem anderen Blick als sonst. In der Neujahrsnacht kommt in den Blick, dass meine Zeit nicht immer weiterläuft, sondern dass sie auch einmal ausläuft, dass sie endlich ist. Das könnte Anlass zur Angst oder zur Sorge [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ganz im Jetzt, in der Gegenwart ankommen&#xA0;– Gedanken zum Jahresbeginn</strong><br />
<div id="attachment_4971" class="wp-caption alignnone" style="width: 590px"><img src="http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/files/2012/01/GA_112.jpg" alt="Foto: MEV" title="G&amp;A_112" width="580" height="406" class="size-full wp-image-4971" /><p class="wp-caption-text">Foto: MEV</p></div></p>
<p>Wer am Silvesterabend auf die Uhr schaut, tut das mit einem anderen Blick als sonst. In der Neujahrsnacht kommt in den Blick, dass meine Zeit nicht immer weiterläuft, sondern dass sie auch einmal ausläuft, dass sie endlich ist. Das könnte Anlass zur Angst oder zur Sorge oder zur Rastlosigkeit sein. Wie viel Zeit bleibt mir noch? Oder: Wie kann ich in der verbleibenden Zeit möglichst viel erleben, schaffen, erledigen?</p>
<p>Der Jahresbeginn könnte Anlass sein, die Zeit und das eigene Leben neu zu verstehen: Gott sei Dank, dass es mich gibt. Gott sei Dank, dass ich dieses neue Jahr, und den neuen Tag sehen, erleben und gestalten darf. Die Zeit als Gelegenheit verstehen. Als Gelegenheit, ganz und gar im Heute zu leben. Wie wäre es, eine Spiritualität des Gegenwärtigseins einzuüben?</p>
<p>Um Missverständnisse zu vermeiden: Es geht nicht darum, dass die Vergangenheit gleichgültig wäre. Sie ist die Würde und die Bürde unseres Lebens. Sie ist das Bewährte, das Bestandene und Überstandene, das unserem Leben Tiefgang gibt. Auch die Zukunft ist keineswegs gleichgültig.</p>
<p>Im Heute zu leben, das ist ein Grundthema vieler spiritueller Traditionen. Die großen Meister sagen: »Hänge nicht in der Vergangenheit herum und flüchte nicht ins Morgen. Weder über die Vergangenheit noch über die Zukunft kannst du im Mindesten verfügen! Das Vergangene entzieht sich unserer nachträglichen Beeinflussung; und das Zukünftige ist für unsere vielen Wünsche wie auch unsere vielen Sorgen stocktaub.«</p>
<p>Wer im Heute leben möchte, muss üben, nicht bitter zu sein über das, was gewesen ist. Es geht darum, weder zu beschönigen noch zu verdrängen, was nicht gut gewesen ist. Alles, was gewesen ist, gehört zu meinem Leben, macht es einmalig und unverwechselbar, macht seine Würde und seine Bürde aus.</p>
<p>Es gibt Menschen, die die Wunden der Vergangenheit nicht heilen lassen. Sie fühlen sich gekränkt, weil sie schlechte Startbedingungen hatten, in unglücklichen Verhältnissen aufgewachsen sind, weil sie nicht die Zuwendung, Liebe und Zärtlichkeit bekommen haben, die sie gebraucht hätten. Oder sie sind von Menschen enttäuscht worden. Sie können denen nicht verzeihen, die sie verletzt haben. Sie können Gott nicht verzeihen, der ihnen diese Vergangenheit zugemutet hat. Wie befreiend könnte es sein, die Verbitterung loszulassen. Aufhören, mich an die Vergangenheit zu klammern, die eigene Verletztheit, die eigene Wut ansehen, sie annehmen und sie dann loslassen.</p>
<p>Nur, was ich angenommen habe, kann ich auch irgendwann abgeben und womöglich auch vergeben. Wer trägt eigentlich die Last, wenn man jemanden »etwas nachträgt«? Loslassen und vergeben, das erfordert zuallererst den Willen, solche Seelenarbeit zu leisten. Sie braucht Zeit, und gar nicht selten die Unterstützung und Hilfe eines vertrauenswürdigen Menschen.</p>
<p>Das Gestern ist vorbei, das Morgen ist noch nicht geboren. Wo wir in Reue, Trauer oder dem Zorn über das, was gestern war, leben, fehlt die Energie und die Aufmerksamkeit für das Heute.</p>
<p>Ob wir morgen noch leben, liegt nicht in unserer Hand. Aber ob wir üben, in Dankbarkeit, Gottvertrauen, Vergebung und Liebe jeden Tag als geschenkten Tag wahrzunehmen, das liegt sehr wohl in unserer Hand. Eine solche Lebenshaltung, die bewusst auf das Gute und Gelingende sieht, will geübt sein. So wie es die Geschichte von dem alten Grafen erzählt: Zu Tagesbeginn jedes Tages steckte er sich eine Handvoll Bohnen in die linke ­Jackentasche. Immer dann, wenn er etwas erlebte, das seinen Tag hell machte, einen freundlichen Gruß, ein Kinderlächeln, eine gute Mahlzeit, ließ er eine Bohne in die rechte ­Jackentasche wandern. Am Abend zählte er die »Hoffnungszeichen am Weg«. Schon eine Bohne genügte, damit der Tag für ihn ein guter Tag war.</p>
<p>Hoffnung im spirituellen Sinn beruht nicht auf angeborenem Optimismus, nach dem Motto »alles wird gut«. Sie will geübt und erworben werden.</p>
<p>Die Bibel mit ihren Verheißungen und Bildern von der neuen Welt, in der alle Tränen getrocknet werden, ist eine einzige große Hoffnungsgeschichte. Sie lädt ein, unter dem Blick der Güte Gottes zu leben, unter dem Menschen aufblühen und angesehen sind. Heute zu leben heißt nicht zuletzt, dem normalen Alltagstun Sinn abzuringen. Dabei geht es nicht um das Tun des Außergewöhnlichen, sondern darum, Schönheit und Wert des Alltäglichen zu entdecken.</p>
<p><em>Karin Vorländer</em></p>
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		<title>Menschen der Nacht</title>
		<link>http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/2011/12/25/menschen-der-nacht/</link>
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		<pubDate>Sun, 25 Dec 2011 19:00:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gemeinsame Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Glaube und Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Franz]]></category>
		<category><![CDATA[Nachtarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Sylvia Sädler]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie arbeiten, wenn andere schlafen.
&#xA0;
Sie sorgen für Geborgenheit in der Fremde, eilen bei ­Pannen zu Hilfe: Frauen und Männer, die nachts ­arbeiten. Eine Hotelportierin und ein Pannenhelfer sprechen über ihre ­Erfahrungen in der Nacht.
&#xA0;
Die Wächterin
&#xA0;
»Ich habe mir Nachtarbeit schlimmer vorgestellt«, sagt Sylvia Sädler (48). Sie arbeitet seit drei Jahren ausschließlich nachts in der Rezeption des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h5><strong>Sie arbeiten, wenn andere schlafen.</strong></h5>
<p>&#xA0;<br />
<em>Sie sorgen für Geborgenheit in der Fremde, eilen bei ­Pannen zu Hilfe: Frauen und Männer, die nachts ­arbeiten. Eine Hotelportierin und ein Pannenhelfer sprechen über ihre ­Erfahrungen in der Nacht.</em><br />
&#xA0;</p>
<h5><strong>Die Wächterin</strong></h5>
<p><div id="attachment_4904" class="wp-caption alignnone" style="width: 590px"><img src="http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/files/2011/12/Sädler.jpg" alt="Sylvia Sädler, Foto: Maik Schuck" title="Sädler" width="580" height="386" class="size-full wp-image-4904" /><p class="wp-caption-text">Sylvia Sädler, Foto: Maik Schuck</p></div><br />
&#xA0;</p>
<p>»Ich habe mir Nachtarbeit schlimmer vorgestellt«, sagt Sylvia Sädler (48). Sie arbeitet seit drei Jahren ausschließlich nachts in der Rezeption des Hotels Amalienhof in Weimar. Ihre Aufgaben: Von 22 bis 2 Uhr ist sie für die Gäste da und sorgt für Ordnung und Sauberkeit im Foyer. Nach 2 Uhr bereitet sie in der Küche das Frühstücksbüfett für den nächsten Morgen vor. »Das nimmt viel Zeit in Anspruch, 6 Uhr, wenn die Ablösung kommt, muss alles fertig sein.« Dann ist ihr Nachtdienst zu Ende. Doch wenn sie nach getaner Arbeit zu Hause ankommt, ist an Schlafen nicht zu denken. »Morgens bin ich immer aufgekratzt«, erzählt sie. Familiär trifft es sich gut, dass auch ihr Mann als Kraftfahrer immer nachts arbeitet. Wenn er gegen 10 Uhr von seiner Nachtschicht kommt, frühstücken die Eheleute, legen sich danach schlafen oder unternehmen bei schönem Wetter etwas im Freien.<br />
&#xA0;<br />
Die Stunden am Abend zwischen 18 und 21 Uhr sind für Sylvia Sädler ebenfalls Schlafenszeit. Anfangs sei es für sie ungewohnt gewesen, aufzustehen und zur Arbeit zu gehen, während andere sich bettfertig machen. Aber ihr Körper habe sich gut und schnell an den Rhythmus gewöhnt. Sie kann dem Nachtdienst sogar einige Vorteile abgewinnen. »Die Arbeit flutscht, es ist ruhig und angenehm, kein Stress.«<br />
&#xA0;<br />
Schön sei, dass sie bei ihrer Arbeit im Hotel mit Menschen zu tun habe. Und die Gäste wiederum seien freudig überrascht, dass nachts jemand an der Rezeption ist und ihnen ihre Wünsche erfüllt, etwas zu trinken reicht oder zu einem Gespräch aufgelegt ist.<br />
&#xA0;</p>
<h5><strong>Der Engel</strong></h5>
<p>&#xA0;<br />
<div id="attachment_4905" class="wp-caption alignnone" style="width: 590px"><img src="http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/files/2011/12/ADAC.jpg" alt="Michael Franz, Foto: Maik Schuck" title="Michael Franz" width="580" height="386" class="size-full wp-image-4905" /><p class="wp-caption-text">Michael Franz, Foto: Maik Schuck</p></div><br />
&#xA0;</p>
<p>Ob er am Tag oder in der Nacht auf den Straßen unterwegs ist, sei für ihn kein großer Unterschied, sagt Michael Franz (45) vom ADAC Hessen-Thüringen. Pannenhilfe auf der Autobahn zum Beispiel sei immer gefährlich, in der Dunkelheit wie am helllichten Tag. »Dort ist es wichtig, so schnell wie möglich fertig zu werden, um aus dem Gefahrenbereich herauszukommen.« Denn alle seine Kollegen würden Momente der Todesgefahr kennen, und es sei nicht selten, dass Gelbe Engel während ihres Dienstes tödlich verunglücken, bemerkt Franz.<br />
&#xA0;<br />
Durchschnittlich achtmal, bei Kälte bis zu 18 Mal wird er während einer Schicht zu Hilfe gerufen. Meistens, wenn ein Reifen gewechselt werden muss oder bei Kälte die Batterie streikt. Mitunter erlebt er kuriose Situationen. Franz erzählt zum Beispiel von einem Herrn, dessen Reisegruppe mit dem Bus von einer Raststätte ohne ihn weitergefahren war. Ein anderer hatte sich auf dem Parkplatz selbst ausgeschlossen.<br />
&#xA0;<br />
Als er nach einer ­Toilettenpause zu seinem Auto zurückgekommen sei, musste er mit Erschrecken feststellen, dass dieses verschlossen war, der Schlüssel aber im Fahrzeug lag. Kein Vergnügen bei winterlichen Temperaturen und ohne ­Jacke zu harren bis der Pannendienst kommt. In solchen Fällen versuchen die Gelben Engel schnell an Ort und Stelle zu sein.<br />
&#xA0;<br />
Wenn allerdings viele Leute zu gleicher Zeit Hilfe anfordern, könne sich die Wartezeit auf mehr als eine Stunde verlängern, so die Erfahrung des ADAC-Mitarbeiters. In mindestens 80 Prozent der Fälle, so Franz, sind die Gelben Engel in der glücklichen Lage, helfen zu können.<br />
&#xA0;<br />
<em>Sabine Kuschel</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Der trauernde Wirt</title>
		<link>http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/2011/12/15/der-trauernde-wirt/</link>
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		<pubDate>Thu, 15 Dec 2011 11:30:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gemeinsame Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Glaube und Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtsgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Wichern-Verlag]]></category>

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		<description><![CDATA[Erzählung: Eine Variation zur biblischen Weihnachtsgeschichte
Der Wirt spielt in der Geschichte von Jesu Geburt eine undankbare Rolle.
Ein neuer Blick auf ihn.
Seit Rut am 3. Elul gestorben ist, quäle ich mich durch die Tage. Nichts macht mir Freude, nirgends sehe ich einen Sinn. Dabei bemühe ich mich, von meiner Leere nichts nach außen dringen zu lassen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Erzählung: Eine Variation zur biblischen Weihnachtsgeschichte</strong><br />
<div id="attachment_4860" class="wp-caption alignleft" style="width: 590px"><img src="http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/files/2011/12/wirt2.jpg" alt="Foto: picture-alliance/dpa" title="wirt" width="580" height="387" class="size-full wp-image-4860" /><p class="wp-caption-text">Foto: picture-alliance/dpa</p></div><br />
<em>Der Wirt spielt in der Geschichte von Jesu Geburt eine undankbare Rolle.<br />
Ein neuer Blick auf ihn.</em></p>
<p>Seit Rut am 3. Elul gestorben ist, quäle ich mich durch die Tage. Nichts macht mir Freude, nirgends sehe ich einen Sinn. Dabei bemühe ich mich, von meiner Leere nichts nach außen dringen zu lassen, und vermutlich gelingt mir das auch. Ich begrüße die Gäste freundlich wie immer, bediene sie schnell, nehme keine überhöhten Preise und versuche, jedem zu helfen. Aber ich habe keine Freude daran.</p>
<p>Es gab ja immer einmal Zeiten, in denen wir viele Gäste hatten und weder die Schlafplätze für die Menschen noch die ­Abstellplätze für die Gespanne ausreichten. Wie haben wir da geräumt und überlegt, um keinen abweisen zu müssen! … Dabei ging es uns nicht in erster Linie ums Geld, sondern wir hatten Freude, wenn uns die Arbeit gelang. Rut besonders. Wie war sie ­erfinderisch, wenn sie unbedingt noch Platz für einen Strohsack brauchte. Nie wurde ihr die Arbeit zu viel. Ich entsinne mich, wie sie mich einmal hinters Haus rief und mir die viele ­Wäsche zeigte, die sie gewaschen und aufgehängt hatte. Ich hatte gar nicht bemerkt, dass sie lang weg gewesen wäre. Stolz und glücklich sah sie mich an.</p>
<p>Obwohl Rut nun fast vier Monate tot ist, kann ich ihren Verlust immer noch nicht fassen. Wenn ich an ihrem Grab stehe, und ich gehe jeden Morgen zum Friedhof, begreife ich nicht, dass sie darin liegt. Wenn ich morgens aufwache, verstehe ich nicht, weshalb sie nicht neben mir liegt. Soll das denn nun das ganze Leben so weitergehen, ohne sie aufwachen, ohne sie den Tag über arbeiten, ohne sie die nächtliche Runde gehen und dann ohne sie einschlafen?</p>
<p>Ich kann nicht sagen, dass niemand Anteil nähme. Vor allem natürlich die beiden Kinder; sie sind selbst traurig, aber sie haben ihre eigenen Familien, ihr Alltag hat sich nicht geändert. Die Tochter hat neulich vorgeschlagen, ich solle die Gastwirtschaft verkaufen und zu ihr ziehen. Auf ­ihrem Hof gäbe es genug Arbeit, und ich wäre nicht allein. Aber Rut fehlte mir dort genauso, wie sie mir hier fehlt. Hier habe ich wenigstens meine gewohnte Umgebung und meinen ­gewohnten, mit Rut gelebten Tagesablauf – wenn mir das alles auch nicht hilft.</p>
<p>Und die vielen herzlichen, teilnehmenden Worte, die ich seit Ruts Tod immer wieder höre. Die meisten sind wirklich ehrlich gemeint, denn wir ­haben viele Freunde. Die Nachbarn und die Verwandten wollen mir etwas Gutes tun. Ich höre, was sie sagen, denke, ja, sie haben Recht mit ihrer Mit-Trauer, mit ihren Beileidsäußerungen, mit den Versicherungen ihrer treuen Verbundenheit und auch mit den oft hilflosen Trostversuchen – aber sie erreichen mein Herz nicht. Ich hatte mir nie vorstellen können, jemals so verzweifelt, so ohne jede Freude und Hoffnung zu leben.</p>
<p>Das ist vielleicht die einzige Veränderung, die die Menschen in meiner Umgebung spüren: Ich singe nicht mehr. Ich habe früher stets bei der ­Arbeit gesungen. Und: Ich scheuche die Mägde und Knechte nicht mehr so heftig wie früher. Nicht, dass ich nicht nach wie vor auf Sauberkeit und Schnelligkeit achtete. Aber das tue ich eher aus Gewohnheit, es ist mir gleichgültig geworden.</p>
<p>Jetzt ist das Haus wieder voll. Ich habe mich all der Ecken und Winkel entsonnen, in denen Rut zusätzliche Schlafplätze eingerichtet hatte. Ich selbst werde heute Nacht auf dem Dach schlafen. Ganz zum Schluss, es war schon dunkel, hat mir Rut besonders gefehlt, und ich spürte meine Einsamkeit stärker als den ganzen Tag über: Ein Mann stand vor mir, seine schwangere Frau saß auf einem Esel, und sie suchten eine Unterkunft. Dass ich sie nicht abweisen konnte, war klar.</p>
<p>Ich wollte sie aber auch nicht aufs Dach schicken, dort war noch Platz. So habe ich die vier jungen Männer, die sich im Stall schon eingerichtet hatten, gebeten, aufs Dach zu gehen und dem Paar Platz zu machen. Sie haben gescherzt und gelacht und gesagt, wenn das Kind heute Nacht noch geboren würde, müsste ich ihnen Wein spendieren, am besten gleich allen Gästen, die hier übernachteten.<br />
So vergnügt war ich auch einmal.</p>
<p>Wie hätte sich Rut um die Schwangere gekümmert! Fürsorglich hätte sie sich ihrer angenommen und es ihr so bequem wie möglich gemacht. Ich will der Magd gegenüber nicht ungerecht sein, die ich in den Stall geschickt habe. Sie hat sich große Mühe gegeben, und der Mann kam eigens noch einmal in die Wirtsstube, um sich für die Aufnahme und die Hilfsbereitschaft zu bedanken. Er wirkte sehr erschöpft und ist gleich wieder zu seiner Frau hinübergegangen.</p>
<h5>»Dass die Familie morgen auf jeden Fall noch da sein wird, wirkt wie ein Trost«</h5>
<p>&#xA0;<br />
Auch ich war erschöpft, als ich vorhin ums Gehöft gegangen bin. Es ist heute sehr spät geworden. Trotzdem wäre mir nicht in den Sinn gekommen, von etwas abzuweichen, woran ich mit Rut gewohnt war, und ohne diesen abendlichen Gang schlafen zu gehen. Natürlich habe ich auch einen Blick in den Stall geworfen, vermutlich von dem Paar gar nicht bemerkt: Die Frau hat tatsächlich ein Kind ­geboren.</p>
<p>Der Vater hielt es gerade in den Händen, als ich vorbeiging. Am liebsten wäre ich stehen geblieben und hätte es länger angeschaut. Aber ich sagte mir, lass die drei jetzt allein, du kannst morgen am Tag zu ihnen gehen und das Kind in Ruhe anschauen. Dass die Familie morgen auf jeden Fall noch da sein wird, wirkt wie ein Trost.</p>
<p>Nun sitze ich hier, wo ich mit Rut auch gesessen habe, und mit einem Mal habe ich das Gefühl, ich hätte sie nicht für immer verloren. Das ist Unsinn, denn sie liegt ja dort auf dem Friedhof begraben, und Tote sind noch nie wiedergekommen. Aber das neue Gefühl lässt sich nicht unter­drücken, und ich will es ja auch nicht unterdrücken; ich will mir nur nichts vormachen und mich nicht selbst betrügen.</p>
<p>Auch denke ich plötzlich, mein restliches Leben müsse nicht nur stumpf und sinnlos sein. Und vielleicht wache ich morgen zum ersten Mal nicht mit dem Gefühl auf, der neue Tag sei eine riesige Last, die ich auf mich zu nehmen und zu tragen habe. So hat seit Ruts Tod jeder Tag begonnen, und ich habe gedacht, das bliebe für immer so.</p>
<p>Ach Rut, wärst du doch bei mir! Du schautest gewiss noch einmal nach dem neugeborenen Kind und seiner Mutter.<br />
Ich habe das Gefühl, du bist mir zum ersten Mal seit dem 3. Elul wieder nahe.</p>
<p><em>Jürgen Israel</em></p>
<blockquote><p>Aus: Bick, Amet (Hg.): Der Wirt packt aus. Zwölf Variationen zur Weihnachtsgeschichte, Wichern-Verlag, 132 S., ISBN 978-3-88981-332-9, 12,90 Euro<br />
Bezug über den Buchhandel oder den Bestellservice Ihrer Kirchenzeitung:<br />
Telefon (03643)246161</p></blockquote>
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		<title>Vorbereitung – Erwartung – Hoffnung</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 15:00:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gemeinsame Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Glaube und Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Advent]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Gerhard Behringer]]></category>
		<category><![CDATA[Meditation]]></category>
		<category><![CDATA[Vorweihnachtszeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Vorweihnachtszeit spirituell gestalten
Die Zeit vor Weihnachten sollte eine Vorbereitung sein auf das, was kommt. Advent heißt ursprünglich (lateinisch) Ankunft: Ankunft Gottes als Kind, als Mensch, bei/unter uns. Nun ist es im Jahresfestkreis immer so, dass große Feste eine Vorbereitungszeit haben, damit wir nachkommen innerlich. Wir sind getrieben vom sonstigen Lebenstempo, von Hast, die uns [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Vorweihnachtszeit spirituell gestalten</strong><br />
<div id="attachment_4804" class="wp-caption alignnone" style="width: 590px"><img src="http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/files/2011/12/Kerze.jpg" alt="Urheber: Steffen Giersch" title="Kerze" width="580" height="402" class="size-full wp-image-4804" /><p class="wp-caption-text">Urheber: Steffen Giersch</p></div><br />
Die Zeit vor Weihnachten sollte eine Vorbereitung sein auf das, was kommt. Advent heißt ursprünglich (lateinisch) Ankunft: Ankunft Gottes als Kind, als Mensch, bei/unter uns. Nun ist es im Jahresfestkreis immer so, dass große Feste eine Vorbereitungszeit haben, damit wir nachkommen innerlich. Wir sind getrieben vom sonstigen Lebenstempo, von Hast, die uns normalerweise treibt. Und so vergessen wir leicht dieses Lebensgesetz, dass alles eine Wartezeit braucht, Ouvertüre, Vorgeschmack.</p>
<p>Das zu erinnern, das zu lehren, das zu lernen, dazu hilft Advent. Damit wir bewusst erleben und üben können: Wenn Gott ankommen soll in der Welt und in unserem Leben, dann braucht das Vorlaufzeit. Wenn Liebe und Glück landen sollen in unserem Leben, dann braucht das auch Vorlaufzeiten.</p>
<p>Fragen Sie sich bitte einmal selber: Wie geht es mir beim Thema »Warten«? Was löst Warten in mir aus? Wenn man an einem beliebigen Tag im Dezember durch die Straßen einer deutschen Stadt geht, so wird jedem eines deutlich und klar: Hier muss ­irgendetwas los sein! Irgendetwas macht, dass die Menschen aufgeregter, geschäftiger, eiliger und unruhiger sind als sonst.</p>
<p>Wenn man sich in diesem bunten Gewühl treiben lässt, so fängt man vielleicht an, sich zu fragen: Was ist es eigentlich, was diese Menschen hier in Bewegung bringt? Was ist das Besondere an dieser Zeit? Was kann es sein, was die Menschen hier gewinnen oder zu ­gewinnen suchen? Kann es auch sein, dass das Ganze eine Kehrseite hat und dass die Menschen hier etwas verlieren oder gar vor etwas fliehen? </p>
<h5>»Wenn Gott ankommen soll in der Welt und in unserem Leben, dann braucht das Vorlaufzeit«</h5>
<p>&#xA0;<br />
Stellen Sie sich in eine belebte Geschäftsstraße oder mitten in ein Kaufhaus, und versuchen Sie, einige Minuten ganz still zu sein, Ihre »stille Zeit« zu haben, eine Insel der Ruhe, der Einkehr und der Stille zu finden! </p>
<p>Gehen Sie in eine Advents- oder Weihnachtsveranstaltung und achten Sie darauf, was die Klänge, Lichter, Gerüche und Inhalte in Ihnen bewirken! Finden Sie durch diese Beobachtungen eine Antwort auf diese Frage, was uns an der Advents- und Weihnachtszeit so anziehend und zugleich so schwer ist? </p>
<p>Und nun lassen Sie uns noch konkreter werden&#xA0;– Spiritualität mitten im Leben. Überlegen Sie bitte einmal, wie man die Advents- und Weihnachtszeit auch anders gestalten könnte&#xA0;… Dazu gäbe es eine wesentliche Voraussetzung: Wie gestalten Sie selbst denn die Feiertage und die Adventszeit? Sie können ja nicht gut Ruhe und Frieden verbreiten, den Sie selbst nicht haben! Es würde sich also vielleicht lohnen, selbst einmal nachzugraben in der eigenen Lebensgeschichte, welche Formen des Feierns für Sie angenehm sind? Wie war es für Sie früher? Wie ist es für Sie jetzt? Werden Sie kreativ und fangen Sie an, neue Formen des Feierns zu suchen und zu entwickeln. </p>
<p>Üben Sie selbst die Praxis der Stille und Meditation? Setzen Sie sich einmal hin vor eine brennende Kerze, ­legen Sie meditative und beruhigende klassische Musik auf und versuchen Sie, einfach ins Licht zu schauen und Ihre Gedanken kommen und gehen zu lassen. »Ich konzentriere mich nur auf das Licht, gleichzeitig auf meinen Atem, sonst nichts. Gedanken ziehen lassen wie Wolken am Himmel, Vögel oder Schmetterlinge, denen ich mich jetzt nicht zuwende, sondern ganz in diesen einen Augenblick eintauche, jetzt ganz bei mir bin.« Diese Übung, häufig wiederholt, stärkt Ihre eigene Persönlichkeit, Ihre Nerven, bringt Ihnen selbst Ruhe und Konzentration, die dann wiederum von innen ausstrahlen&#xA0;– aus Ihnen heraus.</p>
<h5>»Nur in der Nacht siehst du die Sterne«</h5>
<p>&#xA0;<br />
Bedenken Sie bitte einmal für sich selbst und auch mit anderen die Grundaussage des Glaubens in Bezug auf Advent und Weihnachten, dass wir »im ganz Unscheinbaren Gott erkennen« können, dass der Urgrund des Lebens sich nach christlicher Botschaft in einem Baby zeigt, mit menschlichem Gesicht. Dass die »Urkraft des Lebens und der Liebe« sich schenken und unser Schicksal teilen will. Das ist gemeint mit dem Lebensweg Jesu.</p>
<p>Meditieren Sie darüber ­hinaus auch einmal den Satz »Nur in der Nacht siehst du die Sterne.« Eine Aussage speziell für die hoffnungs­losen und schwärzesten Stunden des Lebens, der die Hoffnung beinhaltet, dass man das Licht manchmal erst und besonders dann sieht, wenn es im Leben dunkel geworden ist. Das bedeutet Advent: Ankunft »Gottes«&#xA0;– wie auch immer wir ihn verstehen&#xA0;– inmitten unseres Lebens!</p>
<p><em>Hans Gerhard Behringer</em></p>
<p>Der Autor ist Theologe, Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut, Seminartrainer und Schriftsteller.</p>
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		<title>Biblische Gaben: Gold, Liebe, Kinder</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Dec 2011 10:32:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de</dc:creator>
				<category><![CDATA[Glaube und Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Geschenktipps aus der Bibel]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst des Schenkens]]></category>
		<category><![CDATA[Uwe Birnstein]]></category>

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		<description><![CDATA[In vielen Facetten beleuchtet die Bibel die Kunst des Schenkens.
&#xA0;
Sie wissen noch nicht, was Sie Ihren Lieben schenken sollen? Die Bibel hat viele Tipps parat&#xA0;– und die stammen nicht nur von den »Heiligen Drei Königen«.
Eine Stimmung, ähnlich wie nach der Wahl Barak Obamas. Vor 2100 Jahren hieß der neu gewählte Herrscher Saul, das Volk jauchzte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h5>In vielen Facetten beleuchtet die Bibel die Kunst des Schenkens.<br />
&#xA0;</h5>
<p><img src="http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/files/2011/12/geschenk.jpg" alt="geschenk" title="geschenk" width="300" height="428" class="alignright size-full wp-image-4766" /><strong>Sie wissen noch nicht, was Sie Ihren Lieben schenken sollen? Die Bibel hat viele Tipps parat&#xA0;– und die stammen nicht nur von den »Heiligen Drei Königen«.</strong></p>
<p>Eine Stimmung, ähnlich wie nach der Wahl Barak Obamas. Vor 2100 Jahren hieß der neu gewählte Herrscher Saul, das Volk jauchzte ihm zu und skandierte freudetrunken: »Es lebe der König!« Eigentlich ein Anlass für viele Geschenke. Das dachte Saul wohl auch, nachdem er von Samuel zum allerersten König Israels gesalbt worden war. Nur einigen »ruchlosen Leuten« missfiel die Einführung des Königtums. »Was soll der uns helfen?«, fragten sie murrend. Und gaben ihm ohne Worte, aber um so deutlicher, zu verstehen, was sie von ihm hielten: »Und sie verachteten ihn und brachten ihm kein Geschenk.« (1.&#xA0;Samuel&#xA0;10)</p>
<p>Geschenke als Wiedergutmachung: Diese Strategie wollte Jakob gegenüber seinem Bruder Esau einsetzen. Zu einem schlechten Gewissen hatte er guten Grund: Mit einer List hatte er seinem älteren Zwillingsbruder den Erstgeburtssegen seines Vaters Isaak abgeluchst. Esau war dermaßen betrübt und sauer, dass er Jakob töten wollte. Der floh und wurde in der Fremde ein reicher Mann. Doch die unversöhnte Situation mit seinem Bruder ließ ihm keine Ruhe. Eines Tages stellte er riesige Tierherden zusammen, um mit ihnen Esau zu besänftigen. Als die beiden Brüder sich begegnen, fallen sie sich in die Arme und weinen vor Rührung. Der Wille Jakobs zur Versöhnung hätte Esau ­genügt, um zu verzeihen: »Ich habe genug, mein Bruder; behalte, was du hast!«&#xA0;(1.&#xA0;Mose&#xA0;32&#xA0;bis&#xA0;33,&#xA0;16)</p>
<p>Der Himmel hängt voller Glocken: nicht nur für Weihnachts-Enthusiasten, sondern auch für Verliebte. Zum Beispiel für Salomo und Sulamith, das herzig-hemmunglose Liebespaar im »Hohenlied«. Wunderschön und fantasievoll kleiden sie ihre Leidenschaft in Worte. Ihre Geschichte ist ein flammendes Plädoyer für die erotische Liebe. Sulamith lädt ihren Freund ein, die Nacht »unter Zyperblumen« zu verbringen und von da aus früh am Morgen aufzubrechen zu Weinbergen. »Da will ich dir meine Liebe schenken.« (Hohes Lied&#xA0;7,&#xA0;Vers&#xA0;13)</p>
<p>»Wer hat, dem soll gegeben werden«: Das mag sich die Königin von Saba gesagt haben, als sie Sachen für ihre Reise nach Jerusalem packte. Dort wollte sie endlich Salomo, den sagenumwobenen König Israels kennenlernen. Der lebte zwar schon in Saus und Braus – aber wer würde schon ein paar Zentner Gold und wertvolles Baumaterial ausschlagen? Mehrere Schiffe waren nötig, um das Holz zu transportieren, unzählige Kamele mühten sich mit den Geschenken ab. »Es kam nie mehr so viel Spezerei ins Land, wie die Königin von Saba dem König Salomo gab.« (1.&#xA0;Könige&#xA0;10,&#xA0;1 bis&#xA0;13)</p>
<p>Kaum ein anderer Wunsch kann so stark sein wie der nach Kindern. Viele Geschichten des Alten Testaments machen Hoffnung, dass vermeintliche Kinderlosigkeit nicht für immer bleiben muss. Allesamt stellen sie in den Vordergrund, dass es nicht Menschenwerk, sondern Gottes Sache ist, ob Kinder gezeugt und geboren werden. Kinder sind eines der eindrücklichsten Zeichen der geschenkten Gnade Gottes. »Siehe, Kinder sind eine Gabe des Herrn, und Leibesfrucht ist ein Geschenk.« (Psalm&#xA0;127,&#xA0;Vers)</p>
<p>Nur wen Schulden selbst mal drückten, kann die Erleichterung des Schuldners nachempfinden, dem sein Gläubiger 500&#xA0;Silbergroschen erlassen hat. Jesus verwendete diese Situation für ein Gleichnis. Im alten Israel war der Schuldenerlass eine feste Instution: Alle sieben Jahre wurde das »Erlassjahr« begangen, in dem sämtliche Schulden erlassen werden sollten. Auch zu Weihnachten würden sich wohl mehr über einen Schuldenerlass als über Verlegenheitsgeschenke freuen. »Da sie aber nicht bezahlen konnten, schenkte er’s beiden.« (Lukas&#xA0;7,&#xA0;39 bis&#xA0;43) </p>
<p>Viel tragen wollten die drei Weisen aus dem Morgenland nicht, als sie aufbrachen und dem Stern folgten. Er würde ihnen zeigen, wo der Messias geboren ist. In Bethlehem finden sie »das Kindlein mit Maria, seiner Mutter«, sie fallen auf die Knie, beten Jesus an und überreichen ihm ihre symbolträchtigen Geschenke: Gold als Zeichen des wahren Reichtums; Weihrauch, ein weißes Baumharz, das im Jerusalemer Tempel als Rauchopfer dargebracht wurde; und Myrrhe, ein Balsam aus Baumharz, das als heiliges Salböl gilt. »Und (sie) fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe.« (Matthäus&#xA0;2,&#xA0;1 bis&#xA0;11)</p>
<p>In erstaunlich vielen Facetten beleuchtet die Bibel die Kunst des Schenkens. Ihren Ursprung findet das Schenken im Opfer: Menschen schenken Gott ihre erste Ernte oder ihr erstgeborenes Vieh. Aber auch zwischen den Menschen erhält das Schenken einen hohen Stellenwert. Beispielsweise soll der Zehnte des Einkommens den Bedürftigen geschenkt werden. Wichtig bei alledem ist, so mahnt ein biblischer Weisheitsspruch, nicht mit einem Gegengeschenk zu rechnen: »Das Geschenk des Narren wird dir nicht viel nützen; denn mit einem Auge gibt er und mit sieben Augen wartet er, was er dafür bekommt.« (Jesus Sirach&#xA0;20, Vers&#xA0;14)</p>
<p><em>Uwe Birnstein</em></p>
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