Naher Osten: Schulfernsehen für Flüchtlingskinder

12. Juli 2017 von Gemeinsame Redaktion  
Abgelegt unter Eine Welt

Der christliche Fernsehsender SAT-7 plant, ab September rund um die Uhr ein eigenes Schulfernsehen für Kinder in den Flüchtlingslagern des Nahen Ostens zu senden. »Wir wollen acht bis zehn Stunden am Tag Mathematikunterricht, Englisch oder Naturwissenschaften für Kinder im Grundschulalter ausstrahlen«, so der Europa-Referent des Senders, Kurt Johansen (Christiansfeld/Dänemark). In den Flüchtlingslagern des Nahen Ostens gebe es kaum Schulen. Aber fast in jedem Flüchtlingszelt stehe ein Fernseher, mit dem die Programme empfangen werden könnten.

Kleiner Bildschirm, große Wirkung: In einem Flüchtlingslager im Nahen Osten schauen Kinder den Sender SAT-7; bald soll hier ein eigenes Schulfernsehen ausgestrahlt werden. – Foto: DMG/SAT-7

Kleiner Bildschirm, große Wirkung: In einem Flüchtlingslager im Nahen Osten schauen Kinder den Sender SAT-7; bald soll hier ein eigenes Schulfernsehen ausgestrahlt werden. – Foto: DMG/SAT-7

Derzeit sendet das 1995 gegründete Medienunternehmen aus Studios in Kairo, Istanbul, Beirut und Zypern auf vier Kanälen in Arabisch, Farsi und Türkisch. Ferner gibt es ein eigenes Kinderprogramm.

Einer Umfrage des renommierten Instituts »Ipsos« zufolge, die im vergangenen Jahr unter 28 000 Menschen im Nahen Osten per Telefon durchgeführt wurde, könnten mehr als 21 Millionen Menschen regelmäßig die Programme von SAT-7 verfolgen.

Neben dezidiert christlichen Programmen, die der Glaubensstärkung der christlichen Minderheiten im Nahen Osten dienen, werden auch Programme zu Frauen- und Menschenrechten ausgestrahlt. Dabei arbeitet SAT-7 eng mit den Kirchen der Region zusammen: So gehört der Generalvikar des maronitischen Patriarchen, Erzbischof Paul Sayah, ebenso zum Aufsichtsrat des Senders wie der Generalsekretär des mittelöstlichen Kirchenrates, Michel Jalakh.

In Deutschland wird SAT-7 nach Angaben von Johansen von immer mehr Landeskirchen, Bistümern und kirchlichen Werken unterstützt. So beteiligen sich die Erzdiözese Köln, das Bistum Rottenburg-Stuttgart und die evangelischen Landeskirchen von Bayern, Württemberg, Baden, Hessen-Nassau und dem Rheinland an der Finanzierung des Senders. Auch vom Evangelischen Missionswerk, dem christlichen Hilfs- und Missionswerk DMG, dem Aachener Hilfswerk Missio, dem Kindermissionswerk »Die Sternsinger« und der Hilfsorganisation »Kirche in Not« werde SAT-7 unterstützt.

Benjamin Lassiwe

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