Gentechnik und Kirche
1. November 2011 von Gemeinsame Redaktion
Abgelegt unter Im Blickpunkt
»Angstdebatte mit vielfach widerlegten Behauptungen«
Grüne Gentechnik: Brauchen wir gentechnisch veränderte Pflanzen? Im Gespräch mit Professor Reinhard Szibor.
»Gendreck weg«, lautet ein in Deutschland vielfach zu hörender Spruch. Der Magdeburger Naturwissenschaftler Reinhard Szibor hält dagegen. Für ihn ist die Ablehnung der Grünen Gentechnik ein unverantwortlicher Fehler. Harald Krille sprach mit dem bekennenden Protestanten.
Szibor: Ich habe keine Angst, sondern die Sorge, dass man sie nicht nutzt. Man muss festhalten, dass es ein unglaubliches Unwissen über Züchtung überhaupt und die Grünen Gentechnik im Besondern gibt. Viele wissen gar nicht, dass die große Mehrheit der Pflanzen, die wir essen, Ergebnisse ungerichteter Mutationen sind. Veränderungen in der konventionellen Züchtung werden oft dadurch erzeugt, dass man Pflanzen mit radioaktiven Strahlen und mit chemischen Mutagenen behandelt und eine Fülle von unkontrollierten Veränderungen erhält. Diese sind meist nachteilig, die wenigen erwünschten sucht man dann heraus. Eine Prüfung oder institutionelle Überwachung gab es dabei überhaupt nicht. Manches davon war gesundheitsschädlich und musste wieder vom Markt genommen werden.
Und das ist bei der Gentechnik anders?
Szibor: Bei der gentechnischen Veränderung einer Pflanze gibt es einen gezielten Eingriff an nur einer Stelle und dort wird eine gut analysierte Gensequenz eingebaut. Das wirkliche Alleinstellungsmerkmal der Grünen Gentechnik ist, dass alles dort Produzierte einer Sicherheitskontrolle unterworfen ist: Es wird genau geprüft, ob es Gefahren für die Umwelt oder die Gesundheit von Mensch und Tier gibt. Erst dann kommen solche Pflanzen auf den Markt.
Auch die Atomphysiker und Kraftwerksingenieure haben uns versprochen, dass Kernenergie eine saubere und beherrschbare Sache sei. Heute weiß man, dass die Risiken und Nebenwirkungen kaum beherrschbar sind.
Szibor: Ich bin kein Verfechter der Kernenergie. Aber: Wenn Sie mal die Toten und gesundheitlich Geschädigten durch Unfälle und Katastrophen in Atomanlagen zusammenzählen, dann sind das wenige Prozent von der Anzahl der Opfer, die früher im gleichen Zeitraum durch die Nutzung der Kohle zu beklagen waren. So schlimm Tschernobyl und Fukushima auch sind, man muss die Realitäten und die Relationen sehen. Um die enormen Probleme unserer Welt zu lösen, brauchen wir auch neue Technologien!
Ist das Misstrauen gegenüber neuen Technologien nicht verständlich wenn man bedenkt, wie oft die Heilsversprechen nicht eingehalten wurden?
Szibor: Das Problem ist, dass sich alles, was schief gegangen ist, fester in unser Gedächtnis einprägt als die Vieltausend guten Ergebnisse. Man hört zum Beispiel immer die Klagen über die Antibiotika-Therapien, dass es dadurch Resistenzen gibt und so weiter. Aber man vergisst, wie viele Millionen und Abermillionen Menschen durch diese Therapien gerettet wurden.
Wir müssen also mit Risiken leben?
Szibor: Es gibt kein Nullrisiko. Wir müssen immer die Vorteile einer Technologie realistisch abwägen gegen ihre zweifellos bestehenden Risiken und gegen die Risiken, die sich aus dem Verzicht darauf ergeben. Bei der Grünen Gentechnik sind die Risiken durch zugelassene Pflanzen nahe Null, die Chancen groß und ein Verzicht verschärft die bestehenden Probleme.
Und warum sollen wir uns den Chancen und Risiken der Grünen Gentechnik aussetzen?
Szibor: Weil alle sechs Sekunden auf der Welt ein Mensch an Hunger stirbt. Und weil die konventionelle Züchtung ausgereizt ist und kaum noch einen Zuwachs an Erträgen und an Ertragssicherheit bringt. Wir brauchen jetzt im Blick auf den Klimawandel dringend Pflanzen, die gegen Trockenheit resistent sind. Frau Käßmann hat es auf dem Dresdener Kirchentag auf den Punkt gebracht. Sie fragte, was wohl wäre, wenn jährlich 2,2 Millionen Kinder in Westeuropa an Mangel- und Unterernährung stürben? Dann wären wir alle sehr aufgeregt und würden nichts unversucht lassen, die Situation zu ändern.
Die Gentechnik also als Wunderwaffe gegen den Hunger in der Welt?
Szibor: Gentechnik allein kann die vielschichtigen Probleme nicht lösen. Aber gentechnisch veränderte Pflanzen sind wichtig im Ensemble der Möglichkeiten. In vielen Ländern müssen daneben politische Verhältnisse verändert, muss in Bildung investiert und eine moderne Form der Landwirtschaft entwickelt werden.
»Brot für die Welt« und andere Organisationen fordern vehement den Erhalt kleinbäuerlicher Strukturen mit konventioneller Landwirtschaft in den Entwicklungsländern …
Szibor: Gegen kleinbäuerliche Strukturen ist nichts einzuwenden. Sie sind aber nur gut, wenn die Bauern auch ertragsfähige Sorten, moderne Pflanzen- und Bodenschutzmöglichkeiten und Wissen vermittelt bekommen. Sonst erwirtschaften sie nur einen Bruchteil des Ertrages, der möglich wäre! Aber davon abgesehen: Derzeit steigt der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen gerade bei Kleinbauern in Entwicklungsländern jährlich um etwa sechs Prozent.
Die machen das doch nicht aus Jux und Tollerei oder nur um Firmen wie »Monsanto« und »BASF« einen Gefallen zu tun. Auch diese Bauern können rechnen. Höheren Kosten für das Saatgut stehen höhere Erträge gegenüber. Gerade die Kleinbauern profitieren überdimensional von dieser Technologie. Zu den höheren Erträgen kommen weitere Effekte: So fällt etwa durch Schädlingsresistenzen der Einsatz von Giften weg, der neben Kosten vor allem viele Umwelt- und Gesundheitsprobleme mit sich bringt.
Aber letztlich verdienen vor allem die Großkonzerne, die die Grüne Gentechnik auf den Markt bringen …
Szibor: Und genau das ist mein Vorwurf an diverse Umweltorganisationen und auch die Kirchen. Sie behindern die gentechnische Forschung in öffentlicher Hand! Wissenschaftler werden geradezu aus Deutschland vertrieben. Die gehen zu »Monsanto« und ähnlichen Firmen nach Amerika. Dort reibt man sich die Hände, hat das gesamte Wissen und kann diktieren, wie hoch die Lizenzgebühren sind. Wir müssen die Forschung und die Produktion von gentechnisch veränderten Pflanzen in die öffentliche Hand legen! Dann könnten die Politiker auch sagen, wir geben den Bauern in Afrika dieses Saatgut unter besonders günstigen Bedingungen.
Aber besteht nicht die Gefahr, dass sich gentechnisch veränderte Pflanzen unkontrolliert mit anderen Pflanzen kreuzen – mit unvorhersehbaren Folgen?
Szibor: Das Auskreuzungsproblem ist ein reales, aber es wird total überzogen dargestellt, zumal es bisher kein belegtes Beispiel dafür gibt. Aber: Aus Gründen der biologischen Schädlingsbekämpfung wurde beispielsweise der asiatische Marienkäfer bei uns eingeführt – der ist nicht rückholbar und frisst nicht nur Blattläuse, sondern gefährdet unsere heimischen Marienkäfer und andere Nutzinsekten. Die größte Umweltkatastrophe der letzen 20 Jahre, die uns ausgerechnet der biologische Landbau beschert hat! Darüber redet niemand, aber die hypothetische Frage, ob möglicherweise gentechnisch veränderte Pflanzen auswildern, wird zu einem riesigen Problem hochstilisiert. Aber auch dieses Problem steht im Focus der Sicherheitsprüfung.
Sie schrieben kürzlich, ausgerechnet die Kirche der Reformation drohe »aus Sicht vieler Biowissenschaftler in einen wissenschaftlichkeitsfeindlichen Zustand zu verfallen, wie wir ihn aus Zeiten kennen, als man Darwin noch einen Ketzer nannte«. Was wünschen Sie sich von Ihrer Kirche?
Szibor: Ich bin davon überzeugt, dass zur Lösung der größten Probleme der Zukunft – Ernährung und Energie – der Einsatz von Biotechnologien unumgänglich ist. Deshalb brauchen wir eine sachliche Diskussion mit wissenschaftlichen und ethischen Argumenten. Kirchenleute sollten sich von Wissenschaftlern mit nachgewiesener Kompetenz beraten lassen.
Derzeit führen wir auch in den Kirchen weithin eine Angstdebatte mit vielfach widerlegten Behauptungen. Ich habe deshalb ein Memorandum zur Verantwortung der Kirchen verfasst, das zu einer sachlichen Diskussion auffordert. Es ist im Internet abrufbar.


Das in dem Interview erwähnte Memorandum ist unter der unten folgender Adresse auffindbar: http://www.gruenevernunft.de/seite/fgv-publikationen
Laut Fütterungsversuchen führen einige gentechnisch veränderte Pflanzen zur Unfruchtbarkeit oder gar zum Tod. Auf Druck der Gentechnikkonzerne wurde mindestens ein darauf aufmerksam machender (britischer) Wissenschaftler entlassen und verleumdet. Diese gentechnischen Veränderungen breiten sich z.B. durch Bestäubung auf Felder in der Umgebung auf. Statt dass die betroffenen Landwirt(inn)e(n) dafür unbürokratisch entschädigt werden, werden sie von den Gentechnikkonzernen wegen angeblicher Patentverletzung verklagt. Auch durch Vermischung bei der Verarbeitung sind bei bestimmten Pflanzenarten aus bestimmten Ländern kaum sicher gentechnikfreie Produkte zu bekommen. Durch irreführende Werbung und durch Druck der Gentechnikkonzerne und in ihrem Auftrag handelnde Regierungen kaufen Landwirt(inn)e(n) das teure patentgeschützte gentechnisch veränderte Saatgut und eventuell das dazugehörige Schädlingsbekämpfungsmittel. Oder die Pflanzen produzieren selbst ständig das entsprechende Gift (so genannte Schädlingsresistenz). Das führt zu einem Anpassungsdruck bei den Schädlingen. Damit sind die Gifte nach einiger Zeit weniger wirksam. Spätestens nach einigen Jahren erleiden die Landwirt(inn)e(n) damit Verluste und geraten dadurch in die Schuldenfalle. Das führt zu vielen Selbstmorden. Gleichzeitig werden so die angepassten regionalen Sorten verdrängt. Das fördert Missernten. Zwar werden heutzutage genug Nahrungsmittel produziert, um 12 Milliarden Menschen zu ernähren. Die auch durch die Gentechnik geförderte ungerechte Verteilung führt aber bei 7 Milliarden Menschen zu etwa 1 Milliarde Hungernden. Deshalb bin auch ich für eine sachliche Diskussion, die nicht von im Interesse der Gentechnikindustrie handelnden Wissenschaftler(inne)n beherrscht wird.
Der Autor ist ein bekannter Gentechnik-Apostel! Schade, dass ausgerechnet die Kirche ihn in diesem einseitigen Artikel die Standard-Märchen der Gentechnik-Lobby auftischen läßt.
Sehr geehrte Rita, besser als mit Ihrem Beitrag hätte man den Titel des Interviews »Angstdebatte mit vielfach widerlegten Behauptungen« nicht betätigen können. Wenn Sie sich die Mühe machen, mein „Memorandum zur Verantwortung der Kirchen hinsichtlich des Themenkreises Grüne Gentechnik“ zu lesen, finden sie all Ihre Einwände beantwortet.
http://www.gruenevernunft.de/seite/fgv-publikationen (Download der Schrift)
Mit freundlichen Grüßen
Reinhard Szibor
Sehr geehrte Damen und Herren aus der Redaktion,
Ein gelungener Auftakt zur längst überfälligen Diskussion und sachlichen Auseinandersetzung der Kirche(n) mit der Gentechnik.
Nach meinem Verständnis übrigens eine göttliche Technologie, denn Evolutoin (ohne menschliches Zutun) bedeutet ganz offensichtlich auch Gentransfer.
Wenn Reinhard Szibor bei dieser Gelegenheit auch noch als “Gentechnik-Apostel” tituliert wird, dann kann doch eigentlich nichts mehr schief gehen, denn Apostel bedeutet lt. Duden:
Sendbote, Jünger (Jesu), Vertreter einer neuen Lehre.
Da bleibt nur zu hoffen, daß die Kirche dem neuen Apostel ihre Türen und vor allem ihr Denkorgan weit öffnet.
Erich Grantzau
Danke, Prof. Szibor,
für Ihre Verteidigungsschrift (Interview?!) zum Komplex “Grüne Gentechnik”.
Was in den gängigen Medien zu dieser Technik kommentiert und berichtet wird, widerspricht allen fachlichen Kenntnissen Hohn ( s. o.g. Beitrag:Rita)
In vielen Beiträgen scheint sich der Spruch zu bestätigen: “Der Mund um so schneller geht, je weniger er davon versteht”.
Bernhard Hesse
Werter Herr Grantzau,
das war mir klar das sie positiv auf diesem Bericht reagieren. Wer von der Genlobby Geld bekommt muss ja auch so reden. Ich muß als Imkerin meinen Honig entsorgen wenn jemand Genpflanzen anbaut. Das zahlt mir der Landwirt dann nicht und ich bleibe auf meinen Kosten sitzen.
Außerdem ist der Genpollen auch nicht gut für die Bienen.Nach zu lesen im Deutschen Bienen Journal auf Seite 8 Artikel “Nicht jedem Grün”.Aus dem Artikel:”Allerdings gibt es aus der Forschung nicht nur positive Nachrichten für die Grüne Gentechnik. So stellten Forscher fest, dass im US-Staat North Dakota 80% aller Rapspflanzen an Strassenrändern und tankstellen gentechnisch verändert sind. Sie warnen davor, dass diese Felder als Unkräuter wuchern könnten. Außerdem wurde in den USA erstmals eine erhöhte Resistenz von Maiswurzelboheren gegenüber dem Bt-Protein nachgewiesen, das dem Mais zur Abwehr dieses Schädlings dienen soll. Die Tiere wurden im US-Staat Iowa in den Feldern gefunden und im Labor vom Entomologen Aaron Gassman untersucht. Seine Ergebnisse sind Online-Fachzeitschtrieft Plos one veröffentlicht. Auch andere Wissenschaftler berichten von Funden des Maiswurzelbohrers in Bt-Maisfeldern. Diese Tiere wurden allerdings noch nicht im Labor untersucht. Während der Herstellerfirma Monsanto von Einzelfällen spricht, sagen einige Forscher bereits die Verbreitung der Resistenzen voraus. Davor hatten Wissenschaftler schon seit mehreren Jahren gewarnt, da verschiedene Vorsichtsmaßnahmen beim Anbau der Pflanzen nicht immer von den Landwirten eingehalten werden. Sollten sich die resistenten Schädlinge weiter ausbreiten, würde Bt-Mais bald seinen Sinn verlieren.(Artikel von Sebastian Spiewok)
Das gibt mir sehr zudenken auf, was in diesem Artikel stand, ich glaube nicht an die Vorteile der Gentechnik. Ich will auch nicht unsere Nahrung in den Händen einiger weniger Firmen wissen.
Denkt einmal über den Satz von Einstein nach:” Wenn die Biene stirbt, dann hat der Mensch nur noch 4 Jahre zu leben.”
Sehr geehrte Frau Hummel,
die Themen, die Sie ansprechen sind alle in dem erwähnten Memorandum behandelt worden. Nun muss nicht jeder mein Memorandum lesen. Aber wenn man hier, wo es ja darum geht, mitdiskutiert, wäre es schon nützlich zumindest die Passagen zu lesen, in denen es um die von Ihnen aufgeworfenen Themen geht. Ich fürchte, sonst ist die Diskussion ziemlich unproduktiv.
Mit freundlichen Grüßen
Reinhard Szibor
Hallo Herr Szibor,
warum sollte ich Ihr Memorandum lesen? Ich vertraue dieser nicht rückholbaren Technik nicht. es gibt andere Möglichkeiten.
Wie vom britischen Rothamsted Research Institue, das push und pull system.
Es wird in Afrika angewendet. Man pflanzt zwischen die Reihen des Maisfeldes Desmodium, diese Pflanze scheidet zwei Substanzen aus, zum einen läßt sie Striga keimen und zum anderen, sterben die Keimlinge des Krautes ab. Striga trotzt gegen jedes Herbizid. An den Rändern des Feldes wird Napiergras gepflanzt das der Falter des des Maisschädlings als Eiablageplatz nutzt, aber die Raupen können mit dem Gras nichts anfangen. Diese Methode ist billiger als Bt-Saatgut, was ja teurer ist und außerdem Patentgebühren nach St. Louis fließen lässt.
Ich schließe mich der Meinung von Felix zu Löwenstein an, der sagt:” Wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht mehr!”
In ökologischen Landwirtschaft liegt die Zukunft und nicht in der Gentechnik.
Wir brauchen kein Terminatorsaatgut, was Nachbau unmöglich macht und dazu noch die Natur sterilisiert. das hilft nur dem Geldbeutel der Konzerne.
Sie sollten sich mal den Film ” Gekaufte Wahrheit” ansehen, was ihre Kollegen dazu sagen.
Mfg Yvette Hummel Zivilcourage Sachsen ULLi!
Sehr geehrte Frau Hummel, Sie schließen sich der Meinung von Felix zu Löwenstein an, der sagt:” Wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht mehr!” Es geht gar nicht so sehr um uns, und was von Löwenstein vom Gar- nicht-ernähren sagt, trifft ja schon für einige Millionen Menschen in der Welt zu! Die werden gar nicht ernährt und verhungern. Der Leiter des Biotech-Institutes von der Universität Nairobi/Kenia James Ochanda bringt es auf den Punkt: “Die Anti-Gentechnik-Kampagne sagt weiterhin zu uns Afrikanern: „Esst diese Gen-Früchte nicht – und sterbt jetzt.“ Dabei ist es doch auch möglich, zu uns zu sagen: „Gerade, weil Gen-Food mit den modernsten Methoden getestet, zugelassen und weil es sicher ist – deshalb könnt ihr es wirklich essen!“ Im Übrigen habe ich den ganzen Schwachsinn, den sie laufend zitieren, gelesen und habe deshalb das Memorandum geschrieben.
Was das „push and pull system“ betriff, wird es jeder vernünftige Mensch prima finden, wenn es funktioniert. Niemand behauptet, dass für die Lösung der Probleme nur die Gentechnik in Frage kommt. Ob es ich durchsetzt und ob es auf andere Kulturen und Landstriche übertragbar ist, wird sich zeigen. Mich würde es freuen. Übrigens erinnern Sie mich sehr an die DDR Zeiten. Karl Eduard v. Schnitzler hat uns auch immer gesagt, wir bräuchten keine anderen Botschaften zu sehen bzw. zu lesen als die seinen und wenn wir die reinen Lehren von Marx, Engels und Lenin verinnerlichen, reicht das. Die Schriften (bzw. Sendungen) des Klassenfeindes brächten uns nur den rechten Weg ab. Nun, da ich für Sie der Klassenfeind bin, sollten Sie auch mein Memorandum und an der Schriften die ich zu Aufklärung empfehle auch nicht lesen. Behalten sie nur Ihre Scheuklappen auf, da können Sie wenigstens ruhig schlafen während in Afrika gestorben wird. Mit Christentum hat das aber nichts zu tun.
MfG
Reinhard Szibor
Hallo Herr Szibor,
ich brauche mich von ihnen nicht beschimpfen lassen. Diese Zeilen die sie geschrieben haben zeigen mir das sie sich für etwas besseres halten.
Die Gentechnik hat bis jetzt keinen Hunger auf der Welt stillen können, im gegenteil es hat nur zu mehr Leid geführt.
Arme Kleinbauern können sich das Gensaatgut plus das dazu gehörige Gift nicht leisten und verschulden sich.
Das zu dem Thema wir Gentechnikgegner sind schuld das die Welt hungert. Der Weltagrarbericht sagt selbst auch das es so nicht weiter gehen kann und das Gentechnik keine Lösung ist. Ich habe mir die Mühe gemacht diesen Bericht zu lesen.
Ich zitiere Robert T. Watson:” Wenn wir darauf bestehen, so weiterzumachen, wie bisher, wird es nicht möglich sein die Weltbevölkerung, über das nächste halbe Jahrhundert hinaus zu ernähren. Eine solche Handlungsweise würde die Umweltzerstörung verschlimmern und den Abstand zischen den Reichen und den Habenichtsen vergrößern. Wir haben jetzt die Möglichkeit, unsere intellektuellen Ressourcen so einzusetzen, dass wir diese Bedrohung vermeiden können. Wenn wir das nicht schaffen, dann werden wir uns einer Welt gegenübersehen, die niemand bewohnen möchte!”
Außerdem gibt es viele bessere Bespiele wie Landwirtschaft funktionieren kann.
Antoniets Semen Swiridonowitsch – Ukraine
“Die Mutter schenkt uns Leben, die Erde schenkt uns Leben. Die Erde ist ein lebendiger Organismus. Man muss sie ernähren, auch ihr Leben geben. Man darf sie nicht töten!”
In Sowjetzeiten war Antoniets Semen Swiridonowitsch Leiter einer Kolchose in der Ukraine, also eines jener kollektiven Landwirtschaftsbetriebe, die sich über mehrere Tausend Hektar erstreckten. Im Zuge der Agrar- und Industrierevolution, die sich nach dem zweiten Weltkrieg vollzogen hat, wurde er von Moskau mit Chemikalien (darunter DDT) beliefert, um damit die Feldfrüchte vor Krankheiten zu schützen und so ihre Erträge zu steigern. Die Frauen, die sich traditionell um den Anbau kümmerten, verstreuten besagte Wundermittel daher bereitwillig über ihre Pflanzungen, was freilich fatale Folgen hatte, denn schon bald musste Antoniets Semen Swiridonowitsch feststellen, dass sie eine nach der anderen schwere gesundheitliche Schäden (insbesondere Hautkrankheiten) davontrugen.
Also beschloss er, dass zu seinen Lebzeiten niemand mehr diese Produkte benutzen sollte. Von diesem Zeitpunkt an wandte er seinen gesamten Verstand und all seine Energien darauf, Anbaumethoden zu entwickeln, die der Gesundheit der Kolchosenarbeiterinnen und somit auch der Gesundheit der sie ernährenden Erde zuträglich waren. Die staatlichen Behörden ließen ihn damals gewähren, allerdings unter der Voraussetzung, dass er “den Plan erfüllt”. Nach der Umstellung auf eine biologische Form der Landwirtschaft ist es ihm indessen nicht nur gelungen, stets die Pläne zu erfüllen, vielmehr hatte er oftmals sogar die besten Erträge des gesamten Distrikts vorzuweisen.
Die Qualität seiner Erzeugnisse wird allgemein hoch geschätzt, doch das ist noch nicht alles: Seine Ländereien sind überdies kaum anfällig für klimatisch bedingte Extremsituationen wie beispielsweise Überschwemmungen oder lang anhaltende Dürreperioden, ein Punkt, in dem sie sich grundlegend von den anderen bewirtschafteten Böden der Umgebung unterscheiden, die meist hart wie Stein sind.
Heute, nach dem Übergang zu einem weitgehend liberalisierten Wirtschaftssystem, erstreckt sich sein Betrieb auf ein Areal, das rund 8.000 Hektar misst. Er wird durch die französisch-ukrainische Gesellschaft “BETEN International” unterstützt, die sich dafür einsetzt, Antoniets Semen Swiridonowitsch’ Werk auch außerhalb der Ukraine bekannt zu machen. Im Jahr 2006 erhielt der Betrieb die Bio-Zertifizierung von ECOCERT.
Mit seinem Engagement beweist Antoniets Semen Swiridonowitsch, dass biologischer Landbau auch in großem Maßstab möglich ist, und dies mit ebenso guten Erträgen wie die konventionelle Landwirtschaft.
Nebenberuflich als Professor an der Agrarakademie von Poltawa tätig, wurde Antoniets Semen Swiridonowitsch eine besondere Ehrung zuteil, als er den Titel “Held der Ukraine” erhielt.
Mfg Yvette Hummel!
Reinhard Szibor behauptet, alle Gegenargumente wären falsch. Als Begründung führt er Behauptungen der Gentechnik-Lobby an. Diese haben offensichtlich große wirtschaftliche Macht. Manipulationen von Studien sind aus den verschiedensten Bereichen bekannt, wenn sie wirtschaftlichen Interessen dienen. Außerdem erklärt er: “Sehr geehrte Rita, besser als mit Ihrem Beitrag hätte man den Titel des Interviews »Angstdebatte mit vielfach widerlegten Behauptungen« nicht betätigen können.”, ” ganzen Schwachsinn”, “Übrigens erinnern Sie mich sehr an die DDR Zeiten. Karl Eduard v. Schnitzler hat uns auch immer gesagt, wir bräuchten keine anderen Botschaften zu sehen bzw. zu lesen als die seinen und wenn wir die reinen Lehren von Marx, Engels und Lenin verinnerlichen, reicht das. Die Schriften (bzw. Sendungen) des Klassenfeindes brächten uns nur den rechten Weg ab. Nun, da ich für Sie der Klassenfeind bin, sollten Sie auch mein Memorandum und an der Schriften die ich zu Aufklärung empfehle auch nicht lesen. Behalten sie nur Ihre Scheuklappen auf, da können Sie wenigstens ruhig schlafen während in Afrika gestorben wird. Mit Christentum hat das aber nichts zu tun.” Ich erinnere an das Verleumdungsgebot aus der Bibel. Das gilt ebenso für: “Die Anti-Gentechnik-Kampagne sagt weiterhin zu uns Afrikanern: ‘Esst diese Gen-Früchte nicht – und sterbt jetzt.’” Im Gegenteil sagen viele Gentechnik-GegnerInnen: “Die gleichen Leute, die für den Hungertod bei Euch verantwortlich sind, wollen dies jetzt mit Gentechnik durchsetzen. Wir wollen dagegen, dass alle genug zum Leben haben.” Zu den fachlichen Einzelheiten hat sich Yvette Hummel geäußert. Reinhard Szibor wäre viel glaubwürdiger, wenn er sich dafür einsetzen würde, dass wirklich unabhängige Untersuchungen durchgeführt würden. Diese werden aber leider von der Gentechnik-Lobby behindert. Und was das Christentum betrifft: Jesus hat sich ganz klar gegen die wirtschaftlich Mächtigen gewandt, u.a. mit: “Ihr könnt nicht beiden zugleich dienen: Gott und dem Geld.” (Mt. 6,24, Lk. 16,13)
Das die Kirche gegen Gentechnik predigt, aber pro agiert, ist nicht neu. Einer der beiden Bioparks in Gatersleben war Werk der Kirche. An der Verpachtung der Flächen für den Schaugarten Üplingen (www.biogeldfarm.de.vu) ist die Kirche beteiligt. Szibor schreibt nun in der Kirchenzeitung der Region. In Hessen hetzt eine Kirchenangestellte ausgerechnet gegen dortige FeldbesetzerInnen und FeldbefreierInnen und hält sie aus aus dem Aktionsbündnis gentechnikfreies Hessen heraus (in Kungelei mit Grünen/Martin Häusling und BUND).
Doch ausgerechnet Reinhard Szibor zu Wort kommen zu lassen, ist schon ein besonderer Höhepunkt. Der Mann treibt sich ständig in den Gentechnik-Seilschaften rum, die gerichtlich bestätigt auch als “Mafia” bezeichnet werden dürfen. Er vergleicht Gentechnikkritik mit dem Nationalsozialismus im Dritten Reich. Für solche Verharmlosungen und Geschichtslosigkeiten hat er dieses Jahr den InnoPlanta-Preis erhalten – Szibor ist also ein bejubelter Propagandist. Und die Kirche fällt drauf rein.
Das Gerede über Hunger zeigt, wie wenig Ahnung der Mann hat – es gibt dicke genug zu essen für alle. Hunger ist gemacht von genau denen, die jetzt mit der Gentechnik wieder neue Profite machen wollen (siehe http://www.projektwerkstatt.de/gen/vorteile.htm). Es geht gar nicht in erster Linie um die Frage, ob Gentechnik – Ja oder Nein. Sondern darum, ob die zur Zeit entwickelte Agro-Gentechnik sinnvoll ist. Es sind doch die Freundinnen und Freunde des Herrn Szibor selbst, die in ihren internen Schriften sagen, wofür die Gentechnik da sein soll, nämlich wegen der “die Aussicht, in dem stagnierenden Pflanzenschutzmittelmarkt durch Anwendung der Pflanzenbiotechnologie Positionsverbesserungen zu erzielen” (Uwe Schrader, InnoPlanta-Chef, im Jahr 1999).
Wird die Kirche den Mut haben, diese Peinlichkeit bei der Auswahl eines reinen Lobbyisten einzugestehen? Wohl kaum – eine Organisation, die ca. 9,5 Mio. Menschen durch direktes Handeln auf dem Gewissen hat, ist geübt in der Verdrängung.
Zur Sache selbst äußere ich mich nicht mehr, solange immer wieder die alten Hüte hervorgezogen werden, die schon in meinem Memorandum behandelt worden sind (das war bisher in allen Gegenkommentaren der Fall) Da müssten schon wirklich neue und plausible Argumente hinzukommen.
Zu Frau Hummel: Da haben Sie der Biolandwirtschaftsbranche aber tüchtig eins reingewürgt. Die Bio-Marketingstrategen behaupten ja immer, sie hätten höhere Preise, weil sie 30 bis 50% weniger ernten. Jetzt sagen Sie, dass mit Bio-Landwirtschaft gleich hohe Erträge erzielt werden. Also doch alles nur Abzocke???
Zu Uwe: Sie zitieren “Ihr könnt nicht beiden zugleich dienen: Gott und dem Geld.” (Mt. 6,24, Lk. 16,13) Jesus hat mit Sicherheit nichts dagegen, dass indische und afrikanische Bauern Bt-Baumwolle anbauen, die nicht vom Baumwollkapselbohrer aufgefressen wird und sie auf diese Weise soviel Geld verdienen, dass sie damit ihre Familie ernähren können, den Kindern eine Schulausbildung ermöglichen und im Bedarfsfall auch den Arzt bezahlen können (siehe http://www.ajstein.de/cv/Stein_GeoR_Agrartechnologien_Manuskript.pdf
http://www.nature.com/nbt/journal/v28/n4/full/nbt0410-319.html
Zu Jörg Bergstedt:. Mit Propagandisten der extremen Ränder diskutiere ich nicht. Das gilt sowohl für die NPD als auch, wie in Ihrem Falle, für links außen. Ihre Schriften sind mir (soweit sie im Internet zugänglich sind), bestens bekannt.
Sehr geehrter Herr Szibot!
Ihre Aussagen irritieren mich, weil Vieles schlicht falsch ist. Folgende „harte“ Fakten werden von Ihnen nicht benannt. 1 Nach jahrelanger Aussaat von gentechnisch manipuliertem Saatgut in den USA, Kanada, Brasilien, Argentinien und Indien fällt die Bilanz weltweit enttäuschend aus: Keine der großen Heils-Versprechungen konnte erfüllt werden: Weder sind die Erträge höher, noch ist der Einsatz von Pestiziden und Insektiziden geringer geworden, soziale Probleme verschärfen sich. So schreibt der Gentechnik-Weltmarkt-Führer Monsanto schon am 24.06.2004 (Patentanmeldung WO 2004/053055): „Die Erfolgsrate, die gentechnisch veränderte Pflanze zu verbessern, ist niedrig. Dies geht auf eine Reihe von Ursachen zurück, wie die geringe Vorhersagbarkeit der Effekte eines spezifischen Gens auf das Wachstum der Pflanze, deren Entwicklung und Reaktionen auf die Umwelt. Dazu kommen die geringe Erfolgsrate bei der gentechnischen Manipulation, der Mangel an präziser Kontrolle über das Gen, sobald es in das Genom eingebaut wurde, und andere ungewollte Effekte, die mit dem Geschehen bei der Gentransformation und dem Verfahren bei der Zellkultur zusammenhängen.“ Auch aus wissenschaftlicher Sicht ist die grüne Gentechnik umstritten. Und es handelt sich dabei um eine risiko-behaftete Technologie. So mahnt das Bundesverfassungsgericht-Urteil, „auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen“. Skepsis gegenüber dem „großen Potential“ (wie Sie sagen) ist also angebracht. 2 Letzten Herbst hatte ich Gelegenheit, mich länger mit der Humangenetikerin Prof. Dr. Suman Sahai (Gencampaign, Indien) auszutauschen. Sie ist Gewinnerin des Borlaug-Preises 2002 (eine der höchsten Auszeichnungen der internationalen Agrarforschung). Was sie in Indien erlebt, ist erschütternd. Menschliche Tragödien spielen sich ab, weil teures und wirkungsloses (!) gentechnisch verändertes Saatgut Bauern in den Ruin treibt. Der Ansatz ihrer Gencampaign dagegen ist einfach, billig und erfolgreich: die Vielfalt traditioneller Reis-Sorten bietet ausreichend Optionen, um klimatische Schwankungen auszugleichen und um die Ernährungs-Souveränität zu sichern. Es ist moralisch verwerflich, wenn der weltweite Skandal des Hungers für wirtschaftliche Zwecke instrumentalisiert wird. 3 Zahlreiche Hilfsorganisationen (sowohl kirchliche aus auch von NGOs) fordern, die Patentierung von Saatgut (die mit der grünen Gentechnik einhergeht) zu verbieten: So z.B. Prof. Dr. Josef Sayer (Hauptgeschäftsführer und Vorstandsvorsitzender des katholischen Hilfswerks Misereor): „Wenn die europäischen Staaten das bestehende Patentsystem weiter unterstützen, untergraben sie ihre eigene Entwicklungspolitik. Die Erde ist ein gemeinsames Erbe, dessen Früchte allen zukommen sollen. Gott hat die Erde mit allem, was sie enthält, zum Nutzen aller Menschen und Völker bestimmt. Nahrung ist nicht ein Konsumartikel oder irgendein Produkt: Nahrung ist und bedeutet Leben.“ Wollen wir als Christen unseren diakonisch-karitativen Auftrag ernstnehmen, dürfen wir nicht schweigen, wenn unter dem Deckmäntelchen der Hungerbekämpfung Milliarden-Geschäfte auf Kosten der Ärmsten gemacht werden. 4 Richtig ist, dass es in der Bevölkerung ein differenziertes Meinungsbild gibt: – Wissenschaftskritik und -skepsis nehmen zu, weil Verflechtungen mit Wirtschaft und Industrie leider dazu geführt haben, dass es eine „freie Wissenschaft“ kaum mehr gibt. – Mehr und mehr Menschen hinterfragen in der fortwährenden Finanz- und nun auch Nuklearkrise Strukturen der Macht und der globalen Wirtschaft und fragen danach, wohin öffentliche Gelder fließen. – Unser „gen-frei Bündnis“ um Ulm wächst seit zwei Jahren: viele Kirchengemeinden, Umweltverbände und Einzelpersonen sagen „Ja zur bäuerlich-regionalen Landwirtschaft“, 20.000 Unterschriften liegen vor. – Stimmen werden lauter, Börsen-Spekulation mit Lebensmitteln oder mit Wasser zu verbieten. – Überall in der Republik wollen in Umfragen über 70% der Befragten keine grüne Gentechnik. – Der reichen Erfahrung von Landwirten und ihrem kulturellen Beitrag, der unsere Gesellschaft seit Jahrhunderten bereichert hat, wird wachsender Respekt entgegen gebracht. – Eine zunehmende Zahl von Molkereien stellt auf „konventionell gentechnik-frei“ um, weil eine wachsende Zahl von Verbrauchern das fordert und tatsächlich auch einkauft. – Richtig ist aber auch, dass Vielen o.g. Fragen gleichgültig sind. Das wäre gerade für uns Theologen eine wesentliche Aufgabe, Themen einzubringen, die wesentlich für die Zukunft sind, für uns und unserer Kinder – und erst recht weltweit. Ich möchte Sie bitten, auch diese o.g. Wirklichkeiten zu berücksichtigen, wenn Sie zum Thema „Grüne Gentechnik“ sprechen Denn Gentechnik ist keine Frage, die im „Elfenbeinturm“ zu diskutieren wäre, sondern es geht knallhart um Profit und um Menschenrechte. Mit freundlichen Grüßen Wolfgang Krimmer
Lieber Herr Szibor!
Tut mir leid, dass ich Ihren Namen eben falsch getippt habe …
Mfg WK
Was das Bienensterben betrifft:
Bekanntlich wird momentan die Gentechnik von großen Chemiefirmen (z.B. Monsanto, Bayer und BASF) beherrscht. Und das durch Chemiefirmen (Nervengift Clothianidin, siehe u.a. Sendung “Bienengifte” auf Deutschlandradio Kultur am 05.03.2011, 18:05 Uhr) verursachte Bienensterben dürfte bekannt sein.
Zum Nachdenken, diesen Spruch habe ich gestern gefunden.
“Der Mensch hat das Netz des Lebens nicht gewebt, er ist nur ein Strang diees Netzes. Was immer er dem Netz antut, tut er sich selbst an.”
Häuptling Saettle aus Amerika
Darum werden wir weiter kämpfen für gentechnikfreie Lebensmittel.
Zu Frau Hummel: Da haben Sie der Biolandwirtschaftsbranche aber tüchtig eins reingewürgt. Die Bio-Marketingstrategen behaupten ja immer, sie hätten höhere Preise, weil sie 30 bis 50% weniger ernten. Jetzt sagen Sie, dass mit Bio-Landwirtschaft gleich hohe Erträge erzielt werden. Also doch alles nur Abzocke???
Ihr neuester Spruch gefällt mir und ich füge noch einen aus unserem Kulturkreis an: „ Was ihr getan habt diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ Matth 25,40. Das ist auch für uns Auftrag und Prof. Potrykus und Prof. Beyer (Schöpfer des goldenen Reis) haben das verstanden.
Zu Uwe: Sie zitieren “Ihr könnt nicht beiden zugleich dienen: Gott und dem Geld.” (Mt. 6,24, Lk. 16,13) Jesus hat mit Sicherheit nichts dagegen, dass indische und afrikanische Bauern Bt-Baumwolle anbauen, die nicht vom Baumwollkapselbohrer aufgefressen wird und sie auf diese Weise soviel Geld verdienen, dass sie damit ihre Familie ernähren können, den Kindern eine Schulausbildung ermöglichen können und im Bedarfsfall auch den Arzt bezahlen können (siehe http://www.ajstein.de/cv/Stein_GeoR_Agrartechnologien_Manuskript.pdf
http://www.nature.com/nbt/journal/v28/n4/full/nbt0410-319.html
Zu Herrn Pfarrer Wolfgang Krimmer: Ich muss davon ausgehen dass auch Sie mein Memorandum nicht gelesen haben, weil auch Sie die alten Verschwörungstheorien, „die Wissenschaft sei nicht frei“ bedienen. Das ist kompletter Unsinn und wird immer wieder durch unseriöse Propagandisten behauptet. Ein Beispiel hier : http://gute-gene-schlechte-gene.de/ohne-krimi-geht-die-mimi-nie-ins-bett/
Ich habe ja Verständnis dafür, dass Sie die GGT kritisch sehen und die tatsächlichen bzw. vermeintlichen Probleme in den Fokus rücken. Aber eines sollte Sie bei Ihren ganzen Negativmeldungen doch mal nachdenklich machen: Der GVO Anbau (besonders in den Entwicklungsländern) steigt Jährlich um 5-10 %. Was macht Sie so sicher, dass all diejenigen die das tun (es sind überdurchschnittlich viele Kleinbauern darunter) alle dumm sind und Dinge permanent tun, die ihnen nicht nützen. Glauben sie wirklich, dass die das nur Monsanto zu Liebe tun?
Das Patentwesen ist tatschlich ein Problem. Aber dazu gibt es auch aus unseren Kreisen Nachdenkliches. (Lesen sie dazu auch die Stellungnahme von Prof Winnacker der das Patentwesen auch kritisch sieht: http://www.zeit.de/2011/46/N-Gentechnik/komplettansicht ) und wenn Sie sich dazu entschließen könnten (in Übereinstimmung mit mir), dass Entwicklung von Grüner Gentechnik in die öffentliche Hand gehört, wäre das Problem schon entschärft. Aber Sie lehnen sie vollständig ab und so spielen Sie mit Ihrer Blockadehaltung in Europa nur Monsanto in die Hände!
Und was sagen sie eigentlich zu der Tatsache das das Entwicklungsland Brasilien an staatlichen Instituten (ohne Gewinnaussichten für Monsanto etc.) eine virusresistente Bohne entwickelt hat, mit der man die häufigen Totalverluste durch das Golden-Mosaik-Virus verhindern kann?(wenn das eintritt, bedeutet das Hunger für die bäuerliche Familie!)
Übrigens bin ich nicht der Meinung, dass an lebenswichtigen Entwicklungen niemand verdienen darf. Als ich vor einiger Zeit im Krankenhaus war, haben mir die Ärzte das Leben gerettet mit guten Diagnosegeräten (MRT) und neuen Medikamenten. Da haben die großen Firmen gut mit verdient. Aber ich fand das gut. Wir haben die DDR abgeschafft, damit das möglich wird. In der DDR, in der kein Konzern an mir verdient hätte, wäre ich gestorben oder Invalide geworden. So bin ich gesund und schreibe Sachen, über die sie sich leider ärgern).
Die 70-80 % der Bevölkerung die i gegen GGT sind wundern mich nicht, solange soviel Desinformation betrieben wird. Noch zu meiner Kindheit war ein ebenso hoher Prozentsatz dagegen, dass Frauen verantwortungsvolle Berufe ausüben und das Homosexuelle frei herumlaufen. Wir, die Minderheit, die mit dem Kopf denkt und nicht mit dem Bauch, haben erreicht dass das jetzt anders ist. Wir wählen jetzt sogar Homosexuelle in höchste Ämter.
Ich werde auch noch erleben (sofern Gott mir die Gnade einer heute schon normalen Lebenserwartung von 80 Jahren erweist) das auch Sie Lebensmittel aus der GGT begrüßen. Wir haben das ja gerade erlebt. Bis vor kurzem war die Mehrheit (leider v. a. auch in unserer Kirche) gegen rote Gentechnik (RGT), aber jetzt wo Insulin und andere lebensrettende Peptidhormone aus gentechnischer Produktion nicht mehr wegzudenken sind, schweigen die ehemaligen vehementen Kämpfer gegen die RGT verschämt. Bei EHEC gab es über 50 Tote. Ohne Gentechnik wären es gut 10 bis 20 mal so viel geworden, denn das einzige was gegen das HUS-Syndrom half, stammt aus der RTG.
Ungeheurlich und widerlich ist das “Memorandum zur Verantwortung der Kirchen hinsichtlich des Themenkreises Grüne Gentechnik” zu lesen. Für Herrn Szibor ist die biologische Landwirtschaft der Verursacher der größten Umweltkatastrophe, er verharmlost die Strahlentoten von Fukushima gegenüber der Zahl von täglich Unfallgeschädigten, nennt Percy Schmeiser einen Lügner, bezeichnet Arpad Pusztai als unehrenhaft, Bertram Verhaag als Filmemacher eines reiserischen Thrillers, aber lobt die ökologischen Vorteile der Roundup Ready Technologie von Monsanto, um nur einige Ungeheurlichkeiten und Lügen zu benennen. Am Ende seiner “Monsanto-Propaganda-Schrift bedankte er sich dann noch bei den Größen des Deutschen Gentechnikfilzes! Darüber hinaus misbraucht er Margot Käßmann für seine Agrogentechnik-Propaganda.Ob sie das weiß???
Die Ausführungen von Herrn Szibor sind im Grunde nicht wert gelesen zu werden. Man kann diesen Mann nicht ernst nehmen. Er ist Lobbyist. Diese Lügen der Agrogentechnikbefürworter sind seit langem demaskiert!
Was mir jedoch die Zornesröte ins Gesicht treibt, ist die Tatsache, dass ihm die Kirche eine Plattform bietet, als Sprachrohr von Monsanto und co. zu agieren. Das Maß ist eigentlich schon dadurch übergelaufen, dass sie ihre Flächen für eine menschenverachtende Risikotechnologie zur Verfügung stellen. Doch damit nicht genug, auf diesen als Sicherheitsforschung getarnten Flächen, lassen die (un)verantwortlichen Wissenschaftler skrupellos, alles Mögliche auskreuzen. Das tun sie dann ab mit den Worten: “Diese Auskreuzungen sind biologisch nicht relevant”.
Noch bin ich nicht aus der Kirche ausgetreten, aber lange mache ich das nicht mehr mit.
Abschließend möchte ich noch einmal auf das selbst gesteckte Unternehmensziel von Monsanto hinweisen:
“Auf einem Gentechnikkongress im Jahr 1999 wurde den Teilnehmern das Unternehmensziel dieses Konzerns vorgestellt: Binnen 15 bis 20 Jahren solle sämtliches Saatgut auf der Welt gentechnisch verändert und damit patentiert sein. Die entscheidende Strategie, die der Konzern verfolgen solle, so die Empfehlung der Arthur Anderson Consulting Group, sei die Einflussnahme auf die US-Regierung. Deren Rolle solle es sein, genmanipulierte Produkte au die Märkte der Welt zu bringen, bevor sich Widerstand regt. Die Industrie hofft darauf, dass der Markt im Lauf der Zeit so überschwemmt wird, dass man nichts mehr dagegen tun kann.”
Dieser Konzern, zusammen mit den anderen Agrochemiemultis, ist kriminell und jeder der ihn unterstützt, macht sich mit schuldig an dem Elend und dem Leid, das die Menschen durch die Agrogentechnik schon heute weltweit erleiden!!!
Wir werden das, was hier geschieht mit Argusaugen beobachten und über unsere bundesweiten Verteiler schicken. Es ist ein Jammer, dass ich mich inzwischen beim Bund Naturschutz Gott näher fühle als in der Kirche!!!
Andrea Dornisch
Zivilcourage Roth / Stadt Schwabach
Sehr geehrter Herr Grantzau,
zu Ihrem ironischen Beitrag kann ich nur gratulieren und empfehle Ihnen auch bei Matthäus 24, Vers 11 und 24 mal zu lesen. Dort steht: “Es werden viele falsche Propheten und falsche Christusse kommen und grosse Zeichen und Wunder tun und die Menschen verführen.” Drum Vorsicht vor den Heilsbringern, die auch noch ihr Geschäft damit machen.
In der Broschüre “Grüne Gentechnik” der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die sicher nicht zu den ausgewiesenen Gentechnikgegnern zählt, steht zum Thema Markergene auf Seite 32:
Der völlige Verzicht auf Markergene hat sich in-
des als außerordentlich aufwendig erwiesen.
Denn wenn alle Zellen in einem Gewebeverband
die Möglichkeit haben, zu einer Pflanze heran-
zuwachsen, nutzen zuerst die unbeeinträchtig-
ten Zellen diese Chance und hemmen zugleich
die Regeneration benachbarter Zellen. Offenbar
geht die Aufnahme eines Transgens mit einer Ein-
schränkung des Regenerationsvermögens einher” Zitat Ende.
Wenn Herr Szibor und seinesgleichen uns erklären, dass Pflanzen, die in der Natur als Unfälle entsorgt würden, der Weisheit letzter Schluss seien, so ist hier wohl die Frage angebracht, ob die Weisheit des Herrn Szibor oder die Weisheit der Natur bzw. ihres Schöpfers der rechte Masstab sind.
Mfg Jürgen Schilling
So sieht die ach so schöne Welt der Gentechnik aus, anbei ein Artikel über Esther Leiva Parapuay.
Von Steffi Holz 24.05.2011 / Nord-Süd
»Paraguays Boden muss wieder den Kleinbauern gehören!«
Die Kleinbäuerin Esther Leiva klärt in Deutschland über das tödliche Sojageschäft auf
Für die Kleinbauernorganisation Organización lucha por la tierra (OLT) in Paraguay ist der Name Programm: Kampf um Land. Ihre Vorsitzende, Esther Leiva, klärt derzeit auf einer Deutschlandreise über das tödliche Sojageschäft auf – und darüber, was das mit uns zu tun hat.
Die paraguayische Kleinbäuerin Esther Leiva auf einer Hafen
Die paraguayische Kleinbäuerin Esther Leiva auf einer Hafenrundfahrt in Hamburg, vor den Silos von ADM, einer der größten Agrarhandelsfirmen weltweit.
Foto: Holz
»Wir haben keine andere Wahl als zu kämpfen«, sagt Esther Leiva bestimmt, »für unser Recht und ein Leben in Würde, »so die Vorsitzende der Kleinbauernorganisation OLT in Paraguay. Seit 18 Jahren streiten die Kleinbauern und -bäuerinnen für eine Agrarreform, denn der Zugang zu Land ist die Voraussetzung für die Selbstversorgung und damit das Überleben der Kleinbauern, die immerhin die Hälfte der Bevölkerung ausmachen. Paraguay hat eine der ungerechtesten Landverteilungen weltweit. »Rund drei Prozent der Bevölkerung verfügen über 86 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche«, zitiert sie die Statistik.
Seit gut einer Woche ist die 38 Jährige in Deutschland, um auf einer Rundreise über die Folgen der Sojaexpansion in ihrem Land zu sprechen und sich mit Verbrauchern und hiesigen Landwirten auszutauschen. Denn mit dem weltweit steigenden Sojabedarf verschärft sich auch der Landkonflikt.
»In den letzten zehn Jahren hat sich die Sojaanbaufläche verdoppelt«, sagt die energische Mutter von vier Söhnen. Heute wächst auf gut 2,7 Millionen Hektar die begehrte Eiweißpflanze. 2010 wurden rund 7,5 Mio Tonnen der Bohne geerntet. Das kleine Land im Herzen des südamerikanischen Kontinents ist damit der viertgrößte Sojaexporteur der Welt. Bei einem Weltmarktpreis von um die 300 Dollar pro Tonne ein lukratives Geschäft. Doch daran verdienen nur ausländische Investoren, Großgrundbesitzer, darunter Brasilianer und Deutsche, und das Agrarbusiness.
Mittlerweile wird auf 90 Prozent der Fläche gentechnisch verändertes Soja angebaut. Am häufigsten die Sorte Roundup des US-amerikanischen Marktführers Monsanto. Den Sojapflanzen wurde eine Resistenz gegen das firmeneigene Herbizid gleichen Namens eingebaut. Der darin enthaltene Wirkstoff Glyphosat tötet jeglichen Pflanzenwuchs ab, kann aber der Sojapflanze nichts anhaben. Diese Technologie soll die Pflanzen resistenter gegen Krankheiten und Schädlinge machen; bei weniger Pestizideinsatz und satter Ertragssteigerung. Doch Esther Leiva, die erste Frau an der Spitze ihrer landesweiten Organisation, kennt eine andere Realität: »Mit dem Gensoja stieg der Pestizideinsatz extrem an!« Gesetzlich vorgeschriebene schützende Grünstreifen gebe es meist nicht und wenn doch nützten sie nichts, denn der Wind wehe die Abdrift kilometerweit. Häufig wird aus der Luft gesprüht: »Sie behandeln uns als wären wir Ungeziefer«, empört sich Esther Leiva.
Die OLT informiert mit Kampagnen und Protestaktionen über die gesundheitlichen Auswirkungen der Ackergifte. Die Liste der Symptome ist lang: Kopfschmerzen, Übelkeit mit Erbrechen, Magenprobleme, Ausschlag. Besonders gravierend seien die Langzeitfolgen wie zunehmende Allergien, Haut-, Atemwegs- und Krebserkrankungen. Sie zeigt Fotos von Kindern mit Missbildungen und erschauert, weil sie sich nie an diesen Anblick gewöhnen wird und will.
Die Pestizide bedrohen zudem die Ernte der Kleinbauern und vergiften Böden und Gewässer. Viele Familien ertragen die Belastung nicht mehr und geben ihr Land auf, andere erliegen der Verlockung des Geldes und verkaufen ihr Land, so Leiva. Andere verschulden sich weil sie selbst Soja anbauen. Doch das lohne sich nur im großen Stil und so verlieren auch sie ihr Land. Sie alle landen in den Elendsvierteln der Stadt. »Soja bedeutet Hunger und Vertreibung für unser Volk«, betont die überzeugte Aktivistin. Umso wichtiger ist es für sie und die vielen Kleinbauernorganisationen im ganzen Land, Widerstand zu leisten. Mit lebenden Mauern stellen sie sich den Pestizidsprühfahrzeugen in den Weg, mobilisieren zu Demonstrationen oder unterstützen Landbesetzungen der 300 000 landlosen Familien. Das kann lebensgefährlich sein, berichtet sie. Denn der Staat antworte mit Polizei- und Militäreinsätzen und die Sojabarone schickten bewaffnete Schläger. Verschärfte Gesetze bedeuteten außerdem Haftstrafen bis zu fünf Jahren oder Hausarrest wegen Landbesetzungen und Störung der öffentlichen Ruhe. »Über 2000 AktivistInnen sind derzeit angeklagt oder sitzen im Gefängnis«, weiß Leiva. Gegen sie selbst laufen zwei Anklagen. Doch einschüchtern lässt sich die beeindruckende Frau davon nicht.
Auf ihrer bundesweiten Rundreise wirbt sie daher nicht nur für solidarische Unterstützung ihres Kampfes sondern vor allem auch für ein verändertes Konsumverhalten. Sind doch die Futtermittelimporte in die Europäische Union, zur Zeit 35 Millionen Tonnen jährlich, und der übermäßige Fleischkonsum maßgeblich für die Situation in Paraguay und anderen Ländern verantwortlich. Wollte man die rund 8 Millionen Tonnen Soja, die in Deutschland verfüttert werden, aus heimischen Eiweißpflanzen decken, würde das 20 Prozent der deutschen Ackerfläche beanspruchen. Dazu kommt der Boom der Agrarkraftstoffe. Für die Produktion von Nahrungsmitteln, für die Futtertröge und den stark wachsenden Bedarf an Energiepflanzen stehen in der EU nicht genügend Flächen zur Verfügung. Diese woanders zu beanspruchen, um hier weiterhin bedenkenlos zu konsumieren, ist für Esther Leiva kriminell: »Paraguays Boden muss wieder den Kleinbauern gehören!«
Mein Beitrag vom 14. 11. war lange Zeit nicht freigeschaltet worden, so dass ich das auch nicht mehr erwartet hatte. Deshalb hatte ich einige Aussagen in einen neuen Beitrag übernommen. Somit kam es zu Wiederholungen, nachdem beide Beträge freigeschaltet wurden. Ich bitte das zu entschuldigen.
An Frau Andrea Dornisch:
Sie schreiben unter Anderem:“Darüber hinaus missbraucht er Margot Käßmann für seine Agrogentechnik-Propaganda. Ob sie das weiß???“ Da zu ist zu sagen, dass sich Frau Käßmann ganz sicher nicht missbrauchen lässt, weder in der einen noch in der anderen Richtung. Ich habe Frau Käßmann auch nur zitiert und die Quellen können Sie über mein Memorandum anklicken. Da kann man lesen, was sie wirklich gesagt hat. Sie hat Herz und Verstand und falls sie sich gegen mein Memorandum aussprechen sollte, wird sie das sicher nicht so hasserfüllt tun, wie Sie, sondern sehr besonnen. Das würde ich dann respektieren aber nicht als Richterspruch werten, sondern weiter argumentieren (vielleicht unter Berücksichtigung überzeugender Argumente etwas modifiziert, aber nicht grundsätzlich anders). Ich habe Frau Käßmann das Memorandum vor einigen Tagen geschickt. Sie bekommt aber sicher sehr viel Post, so dass ich nicht sofort eine Antwort erwarte.
Ihr Totschlagargument: „Genlobby“ Ja, ich gehöre zur Genlobby die gute Medikamente z.B. gegen EHEC, Kleinwuchs , Diabetes etc haben will, die den Bauern in den Entwicklungsländern Sorten gönnt, wovon sie leben können. (Kranke und Arme brauchen eine Lobby!) Da bin ich übrigens in guter Gesellschaft mit Prof. Jens Reich, der seiner Zeit von den Grünen (könnte es sein, dass das Ihre Partei ist??) als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten aufgestellt wurde.
An Herrn Jürgen Schilling:
Sie beklagen, dass man bei der Schaffung von GVOs nicht auf Markergene verzichten kann. Muss man ja auch nicht, denn die sind naturwissenschaftlich gesehen überhaupt kein Problem (siehe Memorandum Punkt 9.6). Allerdings hat die Verwendung von Antibiotikaresistenzgenen in der Anti-Gentechnik-Bewegung ein großes Aufregungspotential auf das auch viele hereinfallen. Auch deshalb (auch weil es eleganter ist, und nicht weil es gefährlich wäre) nutzt man jetzt ganz andere Markergene, allerdings ohne dass die Antigentech-Front das zur Kenntnis nimmt
Reinhard Szibor hat sich immer noch nicht dafür eingesetzt, dass wirklich unabhängige Untersuchungen durchgeführt werden. Als Gentechnik-Lobbyist ist diese Haltung ja verständlich. Dafür gibt es weitere Beispiele für die Missachtung des 8.Gebots (nach Zählung von Luther, nach jüdischer Zählung 9.Gebot): “Also doch alles nur Abzocke???” (Ich kenne andere Begründungen.) “Mit Propagandisten der extremen Ränder diskutiere ich nicht.” “alten Verschwörungstheorien” “Das ist kompletter Unsinn und wird immer wieder durch unseriöse Propagandisten behauptet.” “vermeintlichen Probleme” “Was macht Sie so sicher, dass all diejenigen die das tun (es sind überdurchschnittlich viele Kleinbauern darunter) alle dumm sind und Dinge permanent tun, die ihnen nicht nützen.” “Aber Sie lehnen sie vollständig ab und so spielen Sie mit Ihrer Blockadehaltung in Europa nur Monsanto in die Hände!” “Die 70-80 % der Bevölkerung die i gegen GGT sind wundern mich nicht, solange soviel Desinformation betrieben wird. Noch zu meiner Kindheit war ein ebenso hoher Prozentsatz dagegen, dass Frauen verantwortungsvolle Berufe ausüben und das Homosexuelle frei herumlaufen. Wir, die Minderheit, die mit dem Kopf denkt und nicht mit dem Bauch, haben erreicht dass das jetzt anders ist.”
Wenn Reinhard Szibor schon Fakten bestreitet (siehe Kommentar von Andrea Dornisch vom 16. November 2011 um 22:10 und von Pfarrer Wolfgang Krimmer vom 15. November 2011 um 07:22) und stattdessen Texte der Gentechnik-Lobby als Begründung anführt, können wir uns vielleicht auf Logik einigen. Wenn Saatgut, Düngemittel und Schädlingsbekämpfungsmittel gekauft werden müssen, kostet das zuerst viel Geld. Gleichzeitig sinken für die Kleinbäuerinnen und -bauern die Preise für ihre Produkte im Verhältnis zu denen von Saatgut, Düngemitteln und Schädlingsbekämpfungsmitteln. Spätestens bei Missernten (z.B. durch den von den Industrieländern verursachten Klimawandel) können sie somit ihre Schulden nicht mehr bezahlen. Dass ständiger Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln (egal ob von der Agrochemiefirma gekauft oder von der gentechnisch veränderten Pflanze selbst erzeugt) zu Resistenzen führen, lernte ich bereits im Schulunterricht beim Thema Evolution. Einzelheiten erwähnte Yvette Hummel am 12. November 2011 um 10:48. Somit führt z.B. Bt-Baumwolle zur Verschuldung. Ganz anders bei Nutzung regionaler Sorten und angepasster Technologien (Kommentare von Yvette Hummel). Sie kosten nichts. Damit können “indische und afrikanische Bauern” “auf diese Weise soviel Geld verdienen, dass sie damit ihre Familie ernähren können, den Kindern eine Schulausbildung ermöglichen und im Bedarfsfall auch den Arzt bezahlen können”.
Zu dem eigentlichen Ziel von Monsanto schrieb Andrea Dornisch am 16. November 2011 um 22:10 etwas. Somit trifft voll zu: “Ihr könnt nicht beiden zugleich dienen: Gott und dem Geld.” (Mt. 6,24, Lk. 16,13)
Und was die Unabhängigkeit der Wissenschaft betrifft:
Ich bin Wissenschaftler. Deshalb kenne ich die Auseinandersetzungen und den Druck, im Interesse des Geldes zu arbeiten. So wurde als Aufgabe eines Ingenieurs genannt, Bedürfnisse zu erzeugen. Die Entwicklung der Atombombe galt für viele als “nice physics”. Das Problem der Rüstungsforschung ist bekannt. Die Mittel für die Hochschulen werden gekürzt. Dafür sollen Drittmittel eingeworben werden. In meiner jetzigen Firma erlebe ich, wie Hochschulressourcen für Firmeninteressen genutzt werden. Zu den Wirtschaftsgutachten will ich nichts weiter erwähnen. Dass die Pharmaindustrie mit Gutachten nachweisen will, dass ihre Produkte besser als die der Konkurrenz sind, ist auch bekannt. Ich könnte noch viele weitere Beispiele anführen. Somit stimmt die Aussage von Jesus auch in diesem Bereich. Das gilt auch für “Was ihr getan habt diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.” Reinhard Szibor scheint damit noch nicht einmal ein schlechtes Gewissen zu haben und sich wenigstens in seiner Freizeit für die “geringsten Brüder” einzusetzen.
Zur Ursache des Wachstums des Anbaus von GVO schrieb Yvette Hummel am 17. November 2011 um 09:15 Einzelheiten. Das ist nicht nur dort so.
Zu “Das Patentwesen ist tatschlich ein Problem. Aber dazu gibt es auch aus unseren Kreisen Nachdenkliches.”
Auf http://www.zeit.de/2011/46/N-Gentechnik/komplettansicht heißt es u.a.:
“Es stimmt: Die Kosten der Entwicklung von Pflanzen mit neuartigen Eigenschaften können so hoch sein, dass ein Patentschutz manchmal durchaus vertretbar erscheint. Zudem ist der in Europa seit Langem bewährte Sortenschutz nicht überall auf der Welt gängige und gesetzgeberisch abgesicherte Praxis.”
Die Nachteile des Sortenschutzes hat man bei der Kartoffelsorte Linda gesehen.
“etwa durch die Erteilung von Freilizenzen. Ähnlich sind Pharmafirmen bei der Produktion von Anti-Aids-Medikamenten verfahren.”
Pharmafirmen tun alles, um die Konkurrenz der Generika-Firmen aus der Zwei-Drittel-Welt auszuschalten. Dazu gehört auch, Medikamente billiger abzugeben. So kann der Markt gesichert werden (”Ihr könnt nicht beiden zugleich dienen: Gott und dem Geld.”). Aber selbst das geschieht nur auf starkem Druck hin.
Was an diesen Aussagen nachdenklich sein soll, erschließt sich mir nicht. Das ist eine knallharte Verteidigung von Gewinninteressen auf Kosten der Bevölkerung.
“Entwicklung von Grüner Gentechnik in die öffentliche Hand”:
Auch in anderen Bereichen ist es so, dass der Staat mit entwickelt, die Privatfirmen profitieren.
Da sagt also der Herr Szibor erstens: “Zur Sache selbst äußere ich mich nicht mehr, solange immer wieder die alten Hüte hervorgezogen werden”. Und dann, als ich einige hier noch nicht diskutierte Fragestellungen aufwerfe: “Zu Jörg Bergstedt:. Mit Propagandisten der extremen Ränder diskutiere ich nicht. Das gilt sowohl für die NPD als auch, wie in Ihrem Falle, für links außen. Ihre Schriften sind mir (soweit sie im Internet zugänglich sind), bestens bekannt.”
Das ist bereits widersprüchlich. Zum anderen ist es aber immer dasselbe: In der Debatte um Risiken rudern die Gentechnik-SeilschafterInnen mit. Wenn es um das Eingemachte ihrer eigenen Handlungen geht, ducken sie sich weg. Szibor ist da keine Ausnahme. Bemerkenswert ist sicherlich auch, dass das hier lässig übergangen wird, dass da einer der Fraktion, die sich immer für offen und nicht ideologisch erklärt, die Debatte verweigert.
Aber ich werde mich wohl dran gewöhnen müssen, außen vorzustehen, wenn sich die LobbyistInnen des Millionen-Steuerbetruges in triefender Ideologie inszenieren.
Lassen Sie einfach den ersten Satz aus dem Zitat weg, Herr Szibor, dann wird der Sinn verständlicher. Es ging mir nicht um die Tatsache der Markergene, sondern darum, dass ohne Markergene die GVOs sich laut Aussage der DFG nicht entwickeln würden. Das heisst im Klartext: Es werden lebensunfähige Organismen hochgepäppelt und uns dann als der Weisheit letzter Schluss verkauft.
Eine Bemerkung noch zum Thema Düngemittel. Justus von Liebig hat seine ersten Versuche mit Kochsalz gemacht. Machen Sie einfach mal folgenden kleinen Versuch: Nehmen Sie eine Bodenprobe von einem Boden, der längere Zeit nicht mit Düngern in Salzform gedüngt wurde. Teilen Sie diese Probe in zwei Teile. Den einen Teil giesen Sie mit einfachem Wasser, den anderen mit Wasser, das mit Kochsalz oder einem üblichen Dünger in Salzform. Bei der Probe mit nur Wasser wird das Wasser ziemlich klar bleiben. Bei dem Wasser mit Salzdünger wird das Wasser sofort schmutzig braun, weil das Salz die Ton-Humus-Komplexe angreift und zum Teil auflöst. deshalb haben wir auch die kräftige Färbung im Flusswasser nach starken Regenfällen. Das braune Wasser ist nämlich nicht nur Wasser, das oberflächlich abgeflossen ist, sondern es kommt auch mit dieser intensiven Farbe aus den Drainagen. Es gibt sogar Versuche mit radioaktiv markiertem Stickstoff, die ergeben haben, dass auf einem fruchtbaren Boden nur etwa 5 % des Stickstoff aus dem gedüngten N stammen. Die Wirkung ist hauptsächlich die, dass aus dem Humus massiv N freigesetzt wird, solange noch was vorhanden ist.
Pierre Rabhi – Frankreich
“Die Städter können sich sehr wohl mit der Landbevölkerung solidarisieren und auf diese Weise eine Brücke bilden, die über die Welt der Geschäftemacherei hinweg führt. Autonomie, das ist heute das Schlüsselwort.”
Pierre Rabhi ist einer der Pioniere der ökologischen Landwirtschaft. Schon sehr früh mit den Problemen eines intensiv betriebenen Ackerbaus konfrontiert und davon überzeugt, dass dieser verheerende Folgen für unsere Ökosysteme hat, beschließt er in den 60er Jahren, gemeinsam mit seiner Frau im Département Ardèche einen Experimentierbetrieb für ökologische Landwirtschaft auf die Beine zu stellen.
Seit 1981 gibt er sein Wissen auf der ganzen Welt bereitwillig weiter, um es auch den Mittellosesten zu ermöglichen, zu einer gewissen Autonomie bei der Nahrungsversorgung zurückzufinden und sich die Grundlagen ihrer Ernährung zu bewahren. 1985 gründet er in Partnerschaft mit dem Verein Point Mulhouse und mit Unterstützung des damaligen Präsidenten Thomas Sankara das erste Ausbildungszentrum für Agrarökologie in Burkina Faso (heute wenden über 90.000 Bauern dieses afrikanischen Landes die von ihm gelehrten Methoden an).
Später ruft er die Organisation CIEPAD ins Leben, ein internationales Forum zur Förderung von Entwicklungsprojekten, dessen Vorsitz er bis zum Jahr 1998 innehat. Als Chevalier der französischen Ehrenlegion ist er weltweit ein angesehener Experte für Ernährungssicherheit. So hat er auch an der Ausarbeitung der UN-Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung mitgewirkt.
Heute leitet er den Verein “Terre et Humanisme” und die Bewegung “Colibris”. Letztere ist nicht nur Koproduzent dieses Films, sondern hat sich überdies für die Unterstützung vielfältiger Projekte einen Namen gemacht, die allesamt Lösungen für eine bessere Zukunft bieten. Darüber hinaus hat Pierre Rabhi bei der Gründung verschiedener anderer Organisationen mitgewirkt, so etwa “Les Amanins”, “Les Amis de Solans” oder “Oasis en tous lieux”.
Beseelt von dem Wunsch, seine Erfahrungen und sein Wissen weiterzugeben, veranstaltet er im Rahmen des Vereins “Colibris” zahlreiche Lehrgänge und Workshops. Außerdem hat er vielfältige Schriften veröffentlicht, darunter “L’Offrande au crépuscule”, das mit einem Preis des französischen Landwirtschaftministeriums ausgezeichnet wurde, oder auch “La part du Colibri” und “Manifeste pour la terre et l’Humanisme”. Im letzten April ist sein neuestes Buch, “Vers la sobriété heureuse”, erschienen.
Sorry hatte den Namen des Filma vergessen mit rein zu nehmen, wenns schon mal schnell gehen soll. Der Film heißt “Good Food Bad Food”
Von dem Franzosen können wir noch viel lernen, ich schätze ihn sehr und auch seine Arbeit.
Wir müssen uns auch mehr mit Bodenleben uns auseiandersetzen und nicht nur auf Kunstdünger vertrauen, auch von Ihnen können wir noch viel lernen.
Lydia Bourguignon, diplomierte Ernährungswissenschaftlerin, und Claude Bourguignon, Agraringenieur und promovierter Mikrobiologe, haben dem französischen Institut für Agrarforschung INRA (Institut National de la Recherche Agronomique) den Rücken gekehrt, als sie sich mit der Ausrichtung und den Schwerpunktthemen dieser Organisation nicht länger identifizieren konnten.
Im Jahr 1990, also nach ihrem Austritt aus dem INRA, haben sie unter dem Namen LAMS (Laboratoire d’Analyse Microbiologique des Sols) gemeinsam ihr eigenes Forschungslabor für mikrobiologische Bodenanalyse gegründet.
Herr Szibor disqualifiziert sich als Experte sebst, wenn er bei der
künstlichen Erbgut-Veränderung von einem “gezielten Eingriff an nur einer Stelle” sprchht.
der Eingriff besteht
- bei Anwendung der Gen-Kanone aus einer Art Schrot-Schuss
in eine Zellkultur der zu verändernden, also mehr Zufall als alles andere
- bei Anwendung der “Genfähre” aus einer Infektion der Zellkulturen durch ein Bakterium, das sich die Stelle des Erbgut-Einbaus wohl auch von Herrn Szibor nicht vorschreiben lässt.
Solche Experten sollten besser schweigen.
Herr Lichter, wenn Sie das Memorandum gelesen hätten, wüssten Sie, was ich meine. Da sie den Weg dorthin offenbar nicht finden, hier der relevante Abschnitt:
13. Ist die GG mit einer besonderen Eingriffstiefe in das pflanzliche Genom verbunden?
Der Begriff „Genveränderung“ bzw. die tendenziöse Variante desselben Begriffs „Genmanipulation“ wird allgemein nur im Zusammenhang mit der GG angewandt. Die gentechnische Veränderung von Pflanzen wird als tiefer Eingriff in die Pflanzengenome10 gebrandmarkt und als vermeintliches Alleinstellungsmerkmal der GG angeführt. Daraus ergeben sich dann auch die immer wieder hervorgebrachten Forderungen nach stringenten Regulierungen, die auch umgesetzt werden. Dabei wird (aus Unwissenheit oder sogar bewusst) ausgeblendet, dass die moderne Pflanzenzüchtung seit langem mit viel tieferen Eingriffen in pflanzliche Genome verbunden ist. Um neue Sorten zu erhalten, bedient sich die Pflanzenzüchtung der natürlichen genetischen Vielfalt. Oft fehlen jedoch die zur Einkreuzung in die Kulturpflanzen gewünschten Eigenschaften im natürlich vorkommenden Genpool der betreffenden Art. Die GG hat die Möglichkeit, einen artübergreifenden Gentransfer durchzuführen. In der traditionellen Züchtung wird und wurde versucht, diese fehlenden Eigenschaften durch Mutationen mittels Zellgiften wie Colchizin, Strahlung (Röngten-, Gamma- oder Neutronenstrahlen) oder chemischer Mutagene künstlich zu induzieren. Man erzeugt so neue und in der Natur nicht vorhandene Eigenschaften. Als Folge der Mutationsbehandlung erhält man untüchtige und missgebildete Pflanzen, aber mit viel Glück auch einzelne Mutanten mit verbesserten Eigenschaften. In manchen Fällen werden durch mutagene Behandlung Regulationsmechanismen der Pflanze zerschlagen, so dass es in der Folge zu verstärktem Wachstum bestimmter Pflanzenteile (Fruchtfleisch, Knollengewebe) bzw. zur extensiven Produktion von Inhaltstoffen (Öl, Zucker, Geschmacksstoffe) kommt, die vom Menschen gewünscht sind. Die so gewonnenen Mutanten werden durch Auslesezüchtung isoliert und ggf. durch Kreuzungszüchtung in bestehende Sorten integriert.
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Die Internationale Atomenergiekommission (IAEA) berichtete von über 14.000 Experimenten mit Gammastrahlen, über 5.000 mit schnellen Neutronen und gut 500 mit anderen Mutagenen in den Jahren 1967 bis 1992 54. Dieser Behandlung wurden praktisch alle Getreidearten, viele Hülsenfrüchte und Gemüsearten sowie die wichtigsten Obstarten unterzogen. Die meisten Hartweizensorten und praktisch alle in Europa angebauten Gerstensorten haben in ihrem Erbgut Gene, die so in der Natur nicht vorkommen. Die entsprechenden Mutationssortenlisten unserer Kulturpflanzen sind durch den Einsatz von Mutagenen sehr umfangreich, und das alles verdanken wir sehr tiefen und ungezielten Eingriffen in die Genome. Die mutagene Behandlung gleicht einem Schrotschuss und zerrstört völlig unkontrolliert viele Gene. Bei Weizen beispielsweise können bis zu zwanzigtausend Mutationen auftreten. Die Folge ist, dass viele Gene betroffen sind und in ihrer Funktionen beeinträchtigt werden. Die behandelten Pflanzen verlieren auch erwünschte Eigenschaften, etwa Ertrags- und Leistungsfähigkeit. Diese neuen genveränderte Pflanzen verdienen die Bezeichnung „Black Boxes“, weil der Züchter normalerweise nicht weiß, welche Gene der neuen Sorte verändert worden sind, wie sich das auswirkt und sie dies aus methodischen Gründen praktisch auch kaum erforschen können. Auch wenn man zur Analyse moderne Methoden der DNA-Analyse anwendet, wüsste man nicht, wonach und wo man in den riesigen Pflanzengenomen suchen müsste. Das heißt, die meisten der induzierten Mutationen werden nicht entdeckt geschweige denn charakterisiert. Wer nun denkt, dass solcherart entstandene Sorten vor ihrer Marktzulassung einer umfangreichen Sicherheitsprüfung unterworfen wären, irrt. Wir geben unseren Kleinen ihre Lieblingsspeise Spaghetti (aus Hartweizen), Obst und Gemüse aus nahezu ungeprüften Sorten der Mutationszüchtung und niemand nimmt daran Anstoß. Am wenigsten kümmern sich darum die NGOs, die allerdings wegen vermeintlich unabsehbaren Risiken die GG verbieten möchten. Dieser Abschnitt ist nicht darauf angelegt, neue Ängste vor den Produkten der konventionellen Pflanzenzüchtung zu induzieren, sondern es soll nur gezeigt werden, dass in unserer Gesellschaft in Sachen Lebensmittelsicherheit die Fakten auf den Kopf gestellt werden – und es ist falsch, Ängste zu schüren, denn immerhin sind seit vielen Jahren auch effiziente Reparatur-Mechanismen der bestrahlten Genome wirksam.
Im Gegensatz zur Mutationszüchtung ist die GG eine sehr überschaubare Technik –Sie überträgt nur einzelne, sehr gut analysierte Gene von einer Art auf eine andere oder auch innerhalb einer Art (Letzteres z. B. wurde zur Erreichung einer Krautfäuleresistenz bei der Kartoffel praktiziert). Zwar ist es auch hier dem Zufall überlassen, wo sich das transferierte Gen im Genom einbaut, aber im Unterschied zur Mutationszüchtung wird hier die erfolgte Veränderung im Genom nachträglich exakt kartiert. Dazu gibt es ausgereifte Techniken. (Ein Hinweis auf einen neuen Meilenstein hinsichtlich der Zielgenauigkeit des Einbaus transferierter Gene siehe Abschnitt 17) Nur diejenigen Pflanzen werden zur Weiterzucht verwendet, für die der Einbau der transferierten Sequenz in einer gewünschten Genomregion dokumentiert werden kann und für die bewiesen ist, dass die übertragenen Gene in der beabsichtigten Weise funktionieren. Dazu gehört, dass sie keine unerwünschten Nebenwirkungen zeigen. Man kann genau analysieren, ob das nach dem erfolgten Gentransfer von der Pflanze produzierte transgene Eiweiß wirklich die gewünschte Struktur hat, oder ob das Genprodukt durch die neue Wirtspflanze unerwünscht modifiziert wurde (zur Problematik siehe Punkt 7.1). Trotzdem kommt es auch in der GG zu überraschenden Phänomenen. So berichteten kürzlich Wissenschaftler, dass eine von drei Versuchsreihen eines gv- Weizens im Probeanbau nicht die erwarteten Erträge erbrachte und krankheitsanfällig war. Aber trotzdem ist das Ausmaß der Unvorhersehbarkeit geringer als in traditionellen Züchtungsverfahren und zusätzlich gibt es vor der Zulassung, anders als in der konventionellen Züchtung, strenge Sicherheitstests und Umweltverträglichkeitsstudien. Aus der konventionellen Züchtung waren
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beispielsweise in den 60er und 90er Jahren zwei Kartoffelsorten (Lenape und Magnum Bonum) auf dem Markt, die zu viel toxisches Solanin aufwiesen und somit wieder zurückgezogen werden mussten. In einem anderen Fall enthielt eine neue Selleriezüchtung in hohen Mengen Furanocumarin, einen Inhaltsstoff, der bei Feldarbeitern schwere Hautauschläge verursachte. Derartige Vorgänge wären für die GG wegen deren hohen Sicherheitsstandards undenkbar. Das Alleinstellungsmerkmal der GG ist also nicht der tiefe Eingriff ins Genom, sondern, dass Eingriffe in das Genom, die weit weniger tief sind als bei der etablierten Mutationszüchtung, unauflösbar mit einer Sicherheitsphilosophie verknüpft sind. Bevor gentechnisch veränderte Pflanzen für den Anbau freigegeben werden, durchlaufen sie umfangreiche Sicherheitskontrollen.
Sehr geehrter Herr Szibor,
verstehen Sie unter “zielgerichtet” z.B., wenn Mais MON 810 “durch gezielten Eingriff nur an einer Stelle” zu einer Giftpflanze geworden ist, die in allen Teilen der Pflanze – Blätter, Stängel, Blätter usw. Gift erzeugt? Es stehen einem die Haare zu Berge, wenn Sie von Sicherheitskontrollen sprechen. Meinen Sie etwa die EFSA? Diese Skandalbehörde verstößt schon seit Jahr und Tag gegen ihre eigenen Vorschriften und ist verstrickt mit der Gentechnik-Lobby. Mit einer unglaublichen Dreistigkeit versuchen Sie, Tatsachen zu verdrehen, unabhängige Wissenschaftler zu diffamieren und Kritiker der Agro-Gentechnik lächerlich zu machen. Als ich ihre Ausführungen gelesen habe, habe ich gedacht, jetzt fehlt es nur noch, dass er behauptet, die Erde sei eine Scheibe….
Sehr geehrter Herr Szibor,
wenn Sie unbedingt Firmen die durch menschenverachtende Vorgangsweisen ihre Profite maximieren durch Ihre Beiträge vertreten wollen, so ist das Ihr persönliches Recht. Wenn man als Christ jedoch für solche bewusst Leben zerstörende Grossindustrie eintritt, dann kann man nicht gleichzeitig behaupten Jesu Nachfolge zu leben. Geben Sie Ihren Taufschein zurück und suchen Sie sich ein Sprachrohr in zur Genüge vorhandenen Medien die jede Ethik und damit auch die Menschenrechte mit Füssen treten.
Zu Herrn Günther Roy:
Sie haben da etwas nicht ganz verstanden: Die Taufe ist kein Verwaltungsakt, bei dem es um die Erteilung von Scheinen geht, vergleichbar mit einer Wohnbescheinigung. Sie finden das alles in der Bibel oder auch bei Luther. Aber Sie lesen ja offensichtlich weder die Bibel noch wissenschaftliche Schriften. Nur so können sie zu solchen abstrusen Entgleisungen kommen. Da müssten Sie übrigens auch einige sehr hochgestellten Theologen der päpstlichen Akademie der Wissenschaften (PAS) exkommunizieren. Aber auch die Ergebnisse der Studienwoche lesen sie ja nicht obwohl sie im Netz sind. http://www.gruenevernunft.de/seite/fgv-publikationen In der Bibel werden solche Leute als Pharisäer bezeichnet.
Zu Frau Marie-Luise Volk
Zielgerichtet bedeutet, dass man Pflanzen durch Gentransfer mit einer bestimmten Eigenschaft ausstatten will, die man vorher kennt und wovon man sich einen positiven Effekt verspricht (etwa die Fähigkeit Bt- Protein zu produzieren wodurch die Pflanze gegen Schmetterlingsraupen resistent wird). Nicht wie bei der von Ihnen (oder Ihren Freunden von Greenpeace) akzeptierten Methode, wo man fleißig radioaktiv bestrahl und hofft, dass unter der Masse von Pflanzenkrüppeln auch mal etwas Vernünftiges dabei ist. Der Mais MON 810 produziert ein Bt-Protein (das nur für bestimmte Insektenarten ein Toxin ist) in allen Teilen. Im Pflanzensaft ist es allerdings nicht enthalten. Deshalb kann es auch nicht von Blattläsen aufgenommen werden und Marienkäfer, die sich von Blattläusen ernähren, sterben davon nicht. Das Verbot mit der Begründung „Gefahr für Marienkäfer“ ist also Täuschung und rein populistischer Natur, um (in dieser Sache) ahnungslose Menschen wie Sie, als Wähler zu gewinnen.
Noch einmal zu Herrn Rainer Lichter:
Sie sind stolz, weil sie meinen, mich vom Sockel eines „Experten“ geschubst zu haben. Haben Sie aber nicht. Experten sind aus der Sicht von Wissenschaftlern (also auch von mir) Menschen, die auf einem Gebiet wesentliche wissenschaftliche Beiträge geleistet haben, Forschungsprojekte leiten oder zumindest maßgeblich daran beteiligt sind und aus dem daraus resultierenden Erfahrungsschatz es mit jedem aufnehmen können. Das trifft aber für mich nicht zu. Ich habe eine solide molekulargenetische Ausbildung, aber damit auf einem ganz anderen Gebiet als der Grünen Gentechnik (GG) gearbeitet. Deshalb verstehe ich aus meiner eigenen Ausbildung und Erfahrung, was dort vor sich geht. Ich beobachte seit langem das Gebiet der GG, lese alles was einigermaßen relevant ist (auch aus der Anti-GG-Kampagne und erkenne dort normalerweise groben Blödsinn) und ich bin auch in der Lage, Originalpublikationen zu lesen und verstehe sie meistens. Demzufolge würde ich mich nie „Experte“ nennen sondern mich nur als sachkundigen Beobachter und auf dieser Basis als Streiter für ein wichtiges Anliegen sehen.
Eine andere Definition von „Experten“ haben offensichtlich viele NGOs, wie Greenpeace. Sie bezeichnen Menschen als „Gentechnikexperten (-expertinnen)“ die keine oder kaum wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Molekularbiologie oder der Ökologie nachweisen können und manchmal, wie z. B. bei Stephanie Töwe-Rimkeit von Greenpeace, qualifiziert schon ein Abschluss an der Filmschule und eine „Leidenschaft für schwülstige Gedichte“, zur Führung der Bezeichnung „Gentechnik-Expertin“. Auch in diese Rubrik von „Experten“ kann und will ich nicht eingeordnet werden .Also: Sie haben keinen Experten vom Sockel gestoßen und Ihre Argumente beruhten ohnehin nur auf halbverstandene Fakten.
Zu Herrn Jürgen Schilling:
Mit mineralischen Düngemitteln kann man vieles richtig und vieles falsch machen. Sie sind aber eine wesentliche Grundlage unsres Nahrungsmittelreichtums. Ohne Ammoniaksynthese (die zur Stickstoffdüngerproduktion Voraussetzung ist) hätten wir auch in Europa Nahrungsmittelknappheit als Problem der Mehrheit (und nicht von Minderheiten, was schlimm genug ist). Natürlich wäre es toll, wenn wir alle Vegetarier wären, trotzdem riesige Rinderbestände hätten, die nur dazu da sind, Rindermist zu produzieren, der dann in großen industriellen Anlagen mit grünem Strom hitzesterilisiert wird, (damit uns auch das EHEC Problem nicht aus dem Ruder läuft) und wir dann diesen edlen Dünger mit Pferden in unsere Bio-Felder einpflügen würden. Aber so ist unsere Welt eben nicht. Außerdem ist dies hier auch eine Diskussion um die Gentechnik und nicht um Dünger.
Sehr geehrter Herr Szibor,
Mineraldünger in Salzform wirken in der von mir beschriebenen Weise und sind aus meiner Sicht deshalb per se ein Problem. Daran ändern auch Ihre unsinnigen Argumente nichts. Sehr interessant ist allerdings, auf welche Argumente Sie eingehen und welche Sie geschickt versuchen zu umschiffen.
Sehr geehrter Hr. Szibor,
Sie bilden sich ja wirklich ein alles zu kennen und zu wissen – sie scheinen sogar hellseherische Fähigkeiten zu haben indem Sie anderen unterstellen gewisse Schriften nicht gelesen zu haben. Die von Ihnen als hochgestellten Theologen bezeichneten und auch Sie selber sind es nicht wert unter dem Mantel des Christen Werte zu vertreten, die die Ärmsten dieser Welt noch ärmer und die rechtlosesten noch rechloser machen. Genau dies passiert derzeit jeden Tag durch Machenschaften der von Ihnen gepriesenen und durch Ihre Beiträge unterstützen Unrechtskonzerne. Es ist ein Faktum und kann auch durch notorische Besserwisser nicht verdreht werden, dass jeden Tag Menschen durch das Gift „Roundup“ in Krankheit, Elend und Tod getrieben werden. Vernichtung bäuerlicher Existenzen gehört zum Alltag der von Ihnen durch Ihre Beiträge unterstützten Wirtschaftsimperien.
Sehr geehrter Herr Szibor,
dei Behauptung der Welthunger ließe sich ohne Gentechnik nicht stillen ist bereits mehrfach wiederlegt worden. Es geht vor allem um Verteilungsgerechtigkeit. Solange wir (auch wenn es aktuell verboten ist, ist zur gesetzestreue wurde hier viel geschrieben) Getreideverbrennung statt PUmspeicherkraftwerken (vereinfacht gesagt) akzeptieren müssen wir die lebensmittel importieren.
Das Thema Verteilungsgerechtigkeit wird gerade durch die Gentechnik massiv verschlechtert (Auch dazu wurde hier schon genug geschrieben), und ihre “Lösung” öffentlicher Forschung ist in Zeiten von Gewinnpflicht für Angewandete Forschungsinstitute auch eine billige Masche um nochmehr Subventionen für die Forschung zu erhalten.
Das verwerfliche ist meiner Ansicht nach, das sie die Irrungen der Menschheit relativieren(z.B. Kernenergie), statt die Leistung der Menschheit die Schöpfung zu bewahren zu akzeptieren und sich gegen die Vermeintlichen HEilsbringer zu stellen. Der einfache Weg ist selten der Weg bei dem wir die schächsten und dazu zählen auch unsere Kinder denen wir diese Welt hinterlassen. Dazu gehören auch unbequeme Wahrheiten, wenn die Energie rein regenerativ ist müssen wir sparen, dann Kosten z.B. Autos mehr und hier ist es die Pflicht der Gemeinschaft, in erster Linie des Staates aber wenn der Versagt der Kirche, sich um die Schwachen zu kümmern und (am Beispiel des Autos durch Infrastruktur wie ÖPNV) ein Leben weiter zu ermöglichen. Unsere Aufgabe als Christen ist es diese Wege hinsichtlich ihrer Fähigkeit den Schwchsten zu unterstützen zu bewerten. Und hier schneidet der kleinbauer der bisher nicht gezwungen war mi Geld um zugehen und der in einer Wohngemeinschaft (Dorf) mit Subsitenzwirtschaft lebt schlecht ab. Er wird gezwungen Teile seiner Ernte zu verkaufen um an Geld zu kommen, um Saatgut zu kaufen darauf hin dann Steuern zu zahlen etc. In vielen Bereich der Entwicklungshilfe nimmt das Über mit Geld auf der untersten Ebene erst seinen Lauf, Geld sollte nur Eingesetzt werden wo andere Handlungsebenen Fehlen aber nicht verwendet werden um Menschen in Strukturen unserer Prägung zu pressen, die von Ihnen vorgetragene Gentechnik mit Lizenzgebühren etc. ist ein weiterer Nagel im Sarg der unabhängigen Kleinbauern und wie hier auch schon mehrfach zitiert wurde lässt sich nicht belegen das die positiven Effekte (außer für die distributoren überwiegen) in Zusammenhang mit der fehlenden Reproduzierbarkeit halte ich den Vergleich zu Drogenkartellen und deren Marktstruktur für mindestens so legitim wie ihren Vergleich zu Verkehrstoten. Ich fordere die Vertreter der Evangelischen Kirche auf, klar zu dem Memorandum Stellung zu beziehen und dabei die Grundchristlichen Werte des Schutz der Schwächeren, der Bewahrung der Schöpfung und der Freiheit (z.B. von Sachzwängen des Geldes) zu Grunde zu legen und sich nicht vom vermeintlich einfachen Weg verblenden zu lassen (Bibelverse hierzu existieren ausreichend).
Gruß, M. Haag
Studie beleuchtet Lobbyarbeit für Gentech-Kartoffel Amflora
15. November 2011 | Ein Kommentar
Das Corporate Europe Observatory (CEO) hat letzte Woche eine Studie veröffentlicht, die die Lobbyarbeit von BASF für die gentechnisch veränderte Kartoffel Amflora und die Verflechtungen der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit beleuchtet. Sie zeigt einmal mehr die engen Verbindungen der European Food Safety Authority (EFSA) zur Industrie und die fehlenden Sicherheitsvorkehrungen gegen Interessenskonflikte. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit ist eine Behörde der Europäischen Union und hat die Aufgabe, „sämtliche Risiken im Zusammenhang mit der Lebensmittelkette zu bewerten und zu veröffentlichen“.
Im März 2010 hatte die EU-Kommission Amflora nach massiver Lobbyarbeit von BASF zugelassen. Vorausgegangen war 2009 eine umstrittene Stellungnahme der EFSA zur Nutzung von Antibiotika-Resistenzgenen in gentechnisch veränderten Organismen (GMO). Mehr als die Hälfte der unterzeichnenden Mitglieder des zuständigen EFSA Panels zu GMO hatten laut der Studie Interessenkonflikte nach der Definition der OECD. Sie reichen von der Annahme von Fördergeldern der Gentechnik-Industrie über die Mitgliedschaft oder Mitarbeit in Pro-Gentechnik-Verbänden bis zum Schreiben oder Besprechen von Industrie-gesponserten Publikationen. Außerdem habe in dem Panel Experten zur Nutzung von Antibiotika in der Humanmedizin gefehlt.
Die Studie geht außerdem auf die Vorgeschichte der EFSA-Stellungnahme und die Rolle des niederländischen Wissenschaftlers Harry Kuiper ein. Er ist Vorsitzender des GMO Panel und hat enge Verbindungen zur Biotechnik-Industrie. Nach Recherchen von CEO bestätigt die Stellungnahme von 2009 eine Stellungnahme des GMO-Panels von 2004, die ihrerseits fast vollständig aus einem „review paper“ übernommen wurde, das von dem industrienahen EU-geförderten Forschungsprojekt ENTRANSFOOD gesponsert wurde:
The opinion in fact reconfirmed an April 2004 GMO panel opinion, which itself was almost entirely a copy-paste of a “review paper” sponsored by a controversial EU-funded research project called ENTRANSFOOD, in which the biotech industry played a major role. For some reason this review paper was not credited by the GMO panel in 2004.
CEO found that (a) the authors of that review paper did not appear to have the necessary medical expertise to credibly classify some antibiotics as having “no or only minor therapeutic relevance”, (b) several authors appear to have been positively biased towards the biotech industry, and (c) all the authors were selected by Harry Kuiper, who was at that time coordinator of ENTRANSFOOD.
CEO fordert angesichts dieser Ergebnisse eine neue Bewertung von Amflora und einen Stopp für alle laufenden Zulassungsverfahren für gentechnisch veränderte Pflangen mit dem betreffenden Antibiotika-Resistenzgen nptII. Die EFSA müsse alle Experten mit Industrieverbindungen aus dem GMO Panel entfernen und ein neues Panel mit unabhängigen Experten einrichten.
Die EFSA war in den letzten Monaten immer wieder in der Kritik wegen ihrer Verbindungen zur Industrie und ihres mangelhaften Umgangs mit Interessenkonflikten. Letzte Woche musste sich deshalb die Geschäftsführerin der Behörde den Fragen des Umweltausschusses des Europaparlements stellen.
Die Studie kann man im Internet nach lesen, unter corporateeurope.org
Donnerwetter – eine derart einseitige Diskussion hatte ich nicht erwartet.
Meine Einkünfte beziehe ich aus der Rentenversicherung, in die ich über 4 Jahrzehnte Beiträge entrichtet habe.
Herrn Pfarrer Krimmer und den “Gendreck-Lobbyisten” – Imkerinnen und Imker seien hier auch noch genannt – wünsche ich vor allem Erkenntnisgewinn.
Möglicherweise hilft gerade in diesem Falle auch ein volkstümliches
Gebet – also:
“Oh Herr schmeiß Hirn herab”.
Herrn Szibor wünsche ich Geduld und Ausdauer.
Gerade in Kirchenkreisen ist ja bekannt, daß es immer wieder Einzelpersonen sind, die die Sache der Kirche(n) voranbringen.
Den Kirche(n) wünsche ich, daß für den “Gentechnik-Apostel” Szibor die Türen geöffnet bleiben.
Geöffnete Türen werden vermutlich nicht ausreichen, auch Herzen und vor allem die Hirne aller Kirchenverantwortlichen bedürfen der Öffnung.
zu Herrn Jürgen Schilling:
Sie schreiben: „ sehr interessant ist allerdings, auf welche Argumente Sie eingehen und welche Sie geschickt versuchen zu umschiffen“. Die meisten kritischen Argumente sind schon in meinem Memorandum angesprochen worden. Da wollte ich mich nicht laufend wiederholen, wenn ich auch zugeben muss, dass ich da schon etwas inkonsequent war.
Wollen Sie eine Antwort haben auf diese Ihre Einlassung?:“ Wenn Herr Szibor und seinesgleichen uns erklären, dass Pflanzen, die in der Natur als Unfälle entsorgt würden, der Weisheit letzter Schluss seien, so ist hier wohl die Frage angebracht, ob die Weisheit des Herrn Szibor oder die Weisheit der Natur bzw. ihres Schöpfers der rechte Masstab sind.“ Also, Herr Schilling, es ist ganz allgemein so, dass Kulturpflanzen in der Natur ohne menschliche Hilfe nicht lange überdauern. Sonst wären all unsere Naturschutzgebiete von Mais , Getreide, Raps etc. schon längst zu gewachsen, denn die werden auch als „Unfälle entsorgt“. Das ist mit GVOs genauso. Das alles zeigt einmal mehr, dass sie über Biologie so gut wie nichts wissen. Außerdem, wenn Sie sagen, GVOs werden von der Natur als Unfälle entsorgt, warum sorgen Sie und Ihre Freunde sich immerzu um die angeblich große Gefahr der Auswilderung?
Zu Herrn Günther Roy
Sie schreiben: „Es ist ein Faktum und kann auch durch notorische Besserwisser nicht verdreht werden, dass jeden Tag Menschen durch das Gift „Roundup“ in Krankheit, Elend und Tod getrieben werden. Vernichtung bäuerlicher Existenzen gehört zum Alltag der von Ihnen durch Ihre Beiträge unterstützten Wirtschaftsimperien.“ Roundup ist eines der bestuntersuchten Substanzen in der Landwirtschaft und überall in der Welt zugelassen. Die Zulassung erfolgt in jedem Land nach eingehender Prüfung gesondert. In Deutschland wird es in großem Umfang angewandt ohne dass dadurch Erkrankungen auftreten. Die Krankheiten, die zunehmen, sind vorwiegend Wohlstandskrankheiten wie Fettsucht (mit Folgeerscheinungen ) und Diabetes etc. und psychische Erkrankungen. Letzte kommen zum großen Teil aus Angst. Noch nie waren Nahrungsmittel so sicher wie jetzt in Mittel-und Nordeuropa. Aber 70 % der Bevölkerung glauben, dass sie ständig bedroht sind, haben Angst und werden (auch) dadurch psychisch krank. Das geht auf Ihre Rechnung!
Noch einmal zu Roundup. Es ist unbestritten, dass argentinische Großfarmer damit unsachgemäß umgehen und damit Schäden verursachen. (z. B. ungezieltes Versprühen aus Flugzeugen, womit sie auch Kleingärten der Armen vernichten) .Wenn man mit Produkten unsachgemäß umgeht, ist noch lange nicht das Produkt schlecht. Wenn jemand mit 100km/h durch ein Dorf fährt, ist nicht das Auto schlecht, sondern der Fahrer. Die Nutzung einer bestimmten Methode durch schlechte Menschen(die damit ggf. Schaden anrichten) sagt nichts über die Methode aus. Ich sage ja auch nicht, die biodynamische Landwirtschaft ist schlecht, weil sie im KZ Dachau von der SS angeordnet und angewendet wurde. Sondern ich finde diese schlecht, weil es andere Argumente dagegen gibt: Sie ist unwissenschaftlich, unbiologisch und blödsinnig von der Philosophie her und letztlich auch wegen EHEC gefährlich.
Zu Frau Yvette Hummel :
Ich habe keine Ahnung, ob in der EFSA durchgehend die richtigen Leute sind und kann das auch nicht überprüfen, aber es töricht, zu fordern, dass da keine Leute drin sein sollten, die schon auf dem Gebiet der Grünen Gentechnik gearbeitet haben Nur das sind Experten. Über Experten habe ich schon oben geschrieben. Wer soll das sonst beurteilen. Etwa die sogenannten Experten von Greenpeace wie Frau Töwe-Rimkeit oder Fernseh-Köche, die die Grüne Gentechnik aus einem Buchgefühl heraus nicht mögen? Wenn es um Sicherheit von Brücken und Bauwerken geht, entscheiden das Ingenieure und Statiker, die in dem Fach gearbeitet haben, wenn es um Kunstfehler in der Medizin geht, beurteilen das Ärzte, die in dem einschlägigen Fach gearbeitet haben und wenn es um Flugsicherheit geht , entscheiden das auch Leute die mit der Flugzeugkonstruktion vertraut sind, also dort gearbeitet haben. Warum sollte es bei der Gentechnik anders sein? Auf jeden Fall sollten da nicht Herr Dr. Then von Testbiotech mitentscheiden, der nur davon lebt, Skandale zu beschreiben. Wo keine sind, muss er sie eben erfinden. Um es noch einmal zu sagen, ich kann es nicht entscheiden, ob bei der EFSA alles in Ordnung ist. Wenn ich aber sehe, wie oft Herr Dr. Christoph Then schon Blödsinn erzählt hat, um davon gut zu leben, glaube ich ihm auch hier eher nicht.
Sehr geehrter Herr Szibor,
auch bei der Atomtechnik wurde nur auf die sogenannten “Experten” gehört. Die Folgen: Tschernobyl und Fukushima. (Ganz zu schweigen über Uranabbau und Reaktor”zwischenfälle” – alles Hirngespinste?) Jahrzehntelang wurde gebetsmühlenartig verbreitet, Atomstrom sei sicher, obwohl keine Versicherung der Welt für die Risiken der Atomkraft einstehen wollte. Dass die Sicherheit von Atomkraft eine Lüge war, hat sich bestätigt. Bereits heute können wir schon die Lüge der Agro-Gentechnik entlarven, die da heißt: Koexistenz. Es nutzt Ihnen nichts, Percy Schmeiser als Lügner hinzustellen. Die Fakten, die in Kanada geschaffen wurden, zeigen, dass die Lüge der Koexistenz entlarvt wurde. Am 10. Juni 2009 gab Nordeuropa-Chefin von Monsanto, Ursula Lüttmer-Ouazane, zu, dass es keine Koexistenz geben kann. Auf die Frage, wie verhindert werden kann, dass Gen-Pollen auf andere Pflanzen übergehen, sagte sie: „Dafür hat der Gesetzgeber eine eindeutige Regelung geschaffen. Die Vermischung muss minimiert werden. Ausschließen kann man so etwas nie. Schließlich befinden wir uns in freier Natur und nicht in einem klinisch sauberen Raum.“ (SZ 10.06.2009) Prof. Ernst Ludwig Winnacker, Generalsekretär des Europäischen Forschungsrates, hat mit seinem Eingeständnis, dass man Abschied nehmen müsse von dem Denken, dass das Genom mehr ist als die „Summe seiner Gene“, zugegeben, dass die bisherige Wissenschaft sich von der isolierten Betrachtung von Einzelelementen ohne ihre Verflechtung in einem Ganzen (Reduktionismus) lösen muss. Wir Bürger/innen nehmen uns das Recht heraus, bei der Agro-Gentechnik eine Entscheidung zu treffen, die auf bereits heute gemachten Erfahrungen beruhen. Wir sind außerdem mündig genug, zu erkennen, wer die Rolle der “kaiserlichen Weißwäscher” (Turandot – Bert Brecht)übernommen hat, bzw. als Sprachrohr der Agrogentechnik-Konzerne dient.
Mit freundlichen Grüßen
Marie-Luise Volk
Gesundheitsberaterin (GGB) und Sprecherin der Bürgerinitiative “Bürger/innen sagen NEIN zur Agro-Gentechnik” im Landkreis Cochem-Zell
Verbraucher ohne Schutz? Umstrittene EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit
Information
Der umstrittene Süßstoff Aspartam, gentechnisch veränderte Pflanzen oder der Weichmacher Bisphenol A – Die EFSA, die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, sieht nur selten Risiken oder Probleme bei diesen Stoffen. Doch wie unabhängig sind deren Risikobewertungen? Welchen Einfluss hat die Industrie auf Mitarbeiter der Behörde?
Quelle: Rundfunk Berlin Brandenburg
ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=8659426
Zu der Diskussion möchte ich hier einen Brief eines Britischen Biologen bekannt machen:
“”
Offener Brief von Dr. Brian John an Sir Paul Nurse (Royal Society) Im Januar 2011
Sehr geehrter Sir Paul,
ich war daran interessiert, bei BBC die Sendung “Horizon” zu sehen, in deren Verlauf Sie einige der Gründe untersuchen, warum eine breite Öffentlichkeit der Wissenschaft und speziell den Wissenschaftlern der Gen-Industrie nachhaltig skeptisch gegenübersteht. Ich möchte Sie zu diesem „Klimawechsel“ im Programm beglückwünschen, wurden doch einige der Schlüsselprobleme in logischer und feinfühliger Weise analysiert und einige der Gründe erläutert, warum sich Wissenschaftler als weniger klug erweisen als sie sein sollten, jedenfalls im Hinblick auf die Kommunikation von Fakten und Schlussfolgerungen, die für die Zukunft dieses Planeten von existentieller Bedeutung sind. Dennoch muss ich Ihnen mitteilen, dass ich den letzten Teil der Sendung, der sich mit genmanipuliertem Getreide und Nahrungsmitteln befasste, als herablassend, selbstgefällig und sogar naiv empfunden habe.
Bei allem Respekt Ihnen gegenüber möchte ich mich doch zu einigen der Sachverhalte auf eine Auseinandersetzung mit Ihnen einlassen, da Sie diese so darstellten, als wären sie selbstverständlich.
(1) Ich war sehr enttäuscht über Ihre Auswahl der Bildmaterialien zum Thema Genmanipulation. Prof. Jonathan Jones ist immer gut für eine wild entschlossene und vorurteilsschwangere Zusammenfassung zum Spielstand in der GM[1]-Debatte, und Sie hätten zumindest einige seiner Beurteilungen und Behauptungen in Frage stellen müssen. (Jones ist schwer verflochten mit den GM Multinationalen und außerdem hat er ein starkes finanzielles Interesse daran, GM Technologie zu fördern. Er ist, trotz des Images, das er projizieren möchte, kein lupenreiner Akademiker. ) Und dann hat Ihre Episode über die Aktivisten der GM-Feldbesetzung in der Sendung, die wohl die Intention hatte, GM Gegner als gesetzlose, emotional agierende Aktivisten darzustellen, weder Ihnen noch den Produzenten Ehre gemacht. Sie wissen genauso gut wie ich, dass es mindestens genauso viele aggressive Aktivisten (wie Jonathan Jones und Vivian Moses) gibt, die innerhalb der GM Industrie und innerhalb der akademischen Welt arbeiten, wie außerhalb dieser Bereiche – und somit war ich total enttäuscht darüber, dass Sie sich billiger Stereotype über diejenigen bedienten, die ernsthafte Bedenken hinsichtlich der GM Unternehmungen haben.
(2) Sie hinterließen durch Ihre Wortwahl den starken Eindruck, dass es so etwas wie eine GM Wissenschaft gäbe (über Jahre entwickelt durch die allgemein anerkannte wissenschaftliche Meinung) und das es jene gäbe, die aus welchen Beweggründen auch immer, dieser wissenschaftlichen Meinung keinen Glauben schenken. Auf der einen Seite die vornehmen und kultivierten wissenschaftlichen Unternehmen, auf der anderen Seite die Mächte der Dummheit und Dunkelheit. Dies kann natürlich nur eine Karikatur sein. Die einzige Sache, derer man sich in der GM Debatte sicher sein kann, ist, dass es wissenschaftliche Unsicherheit diesbezüglich gibt, und vorzugeben, es wäre anders, ist schlicht arglistig und unehrlich. Sie müssten wissen, falls Sie jede erdenkliche Anstrengung unternommen haben, um hinsichtlich der Literatur zum Thema der Gesundheits- und Sicherheitsprobleme zu GM auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu bleiben, dass es viele Artikel vom einen Lager gibt, die aussagen, GM-Getreide und Lebensmittel seien harmlos. Es gibt jedoch viele Beiträge aus dem Gegenlager, die dies anders sehen. Die Gerichtsverhandlung ist noch nicht abgeschossen, d. h. die Urteilsverkündung steht noch aus, aber die Anzahl der Artikel die zeigen, dass GM Futtermittel körperliche Schäden verursachen bei den Tieren, an die sie verfüttert werden, nimmt in bemerkenswertem Maße zu – und Wissenschaftler Ihres Schlages können nicht weiter so tun, als ob diese Papiere nicht existierten oder darauf hoffen, dass diese Forschungsergebnisse einfach verschwänden.
(3) Ich bin durch Ihren offenkundigen Glauben, dass Wissenschaftler immer wahrhaftig und ehrlich sind, wirklich fasziniert, wie auch darüber, dass sie sich alle einem bindenden ethischen Codex verpflichtet sehen. Wenn dies nur so wäre! Im Bereich GM genau wie in der pharmazeutischen Industrie ist die Forschung vor allem anderen angetrieben vom Profitgedanken, und die Finanzierung von Forschung durch Firmen hat weitgehend die öffentliche Finanzierung abgelöst, was sowohl auf die Prioriäten der Forschung als auch auf die Durchführung von Experimenten Einfluss hat. Unsere Nachforschungen im letzten Jahrzehnt haben zahlreiche Fälle von schlechter Forschung, selektiver und befangener wissenschaftlicher Deutung und betrügerischer Wissenschaft offengelegt. Wir haben viele Beispiele von „ernährungsbezogener Gleichwertigkeit“ bei Fütterungsversuchen festgestellt, die als „Sicherheitsversuche“ getarnt waren. Ebenso von wissenschaftlichen Schlussfolgerun¬gen, die unvereinbar sind mit den entsprechenden Datensätzen. Außerdem haben wir gezeigt, dass in der überwiegenden Mehrheit der Fälle Wissenschaftler selbst es zuließen, dass ihre Arbeitsergebnisse verdreht dargestellt oder fehlinterpretiert wurden, auf der Basis, dass der Zahlmeister (sei es Monanto, Syngenta oder jedweder andere Antragssteller von GM-Zulassungen) das Sagen hat. Leute, die diese Machenschaften auffliegen lassen wollen, werden nicht toleriert. Die Verschwörung von stillschweigender Einwilligung und Schweigen schlechthin, die wir aufgedeckt haben, ist wirklich erschreckend – und etwas, dessen sich die wissenschaftliche Gemeinschaft wahrhaftig schämen sollte.
(4) Parallel zum Niedergang der wissenschaftlichen Standards, gibt es eine höchstbedauerliche Nachlässigkeit hinsichtich der Standards im Benehmen unter den führenden Wissenschaft¬lern, die erfahren, dass ihre Forschung sorgfältig geprüft und von anderen kritisiert wird. Mittlerweile haben seit über einer Dekade Wissenschaftler, die sich mit GM befassen, bösartige persönliche Angriffe (die manchmal eher politisch als wissenschaftlich motiviert sind) über seriöse Wissenschaftler kommen lassen, die die Frechheit besaßen, „unbequeme Dinge über GM Getreide und Lebensmittel“ zu entdecken. Dieser Trend begann mit der üblen Strafe, die – mit der Royal Society an der Spitze – über Arpad Pusztai und Stanley Ewen ein Jahrzehnt zurück, verhängt wurde. Und es ging weiter weiter mit der Kreuzigung von Ignacio Chapela und David Quist, Angelika Hilbeck, Mae-van Ho, Judy Carman, Gilles-Eric Seralini, Andres Carrasco, Manuela Malatesta, Christian Velot, Irina Ermakova und vielen anderen.
Es gibt eine reale und sogar zunehmende Verschwörung, um andersdenkende Stimmen im GM-Forschungsbereich zum Schweigen zu bringen. Aktive Wissenschaftler wie Vivian Moses, Bruce Chassy, Adrian Dubock, Val Giddings, Alan McHughen, Henry Miller und David Tribe haben sich bei diesen Angriffen besonders hervorgetan. Sogar die vermeintlich ehrenhafte Zeitschrift „Nature Biotechnology“ war in die infame „wasserdichte Attacke“ gegen Irina Ermakova verwickelt (wofür sich die Redaktion entschuldigen musste, als das GM-freie Wales die Geschichte weitreichend publik machte. Was hat die Royal Society getan, um die Standards wissenschaftlicher Integrität im Zusammenhang mit jeder dieser üblen Episoden aufrecht zu erhalten ?
Überhaupt nichts, außer sich als unfehlbar hinsichtlich wissenschaftlicher Ethik zu geben und sich über die Existenz wissenschaftlicher Außenseiter zu beklagen. Die Royal Society wurde selbst schuldig als sie bei der Pusztai Affäre eine Überarbeitung wissenschaftlicher Literatur durch Derek Burke und Mike Gasson initiierte, um diese dann als neue Forschungsergeb¬nisse bzw. Grundlagenforschung zu verkaufen. Dies ist, wenn ich mir das zu sagen erlauben darf, absolut unverzeihlich.
(5) Offensichtlich können Sie nicht erkennen, dass sich GM Forschung sehr von öffentlich finanzierter Klimaforschung unterscheidet, und zwar darin, dass Erstgenannte entweder direkt oder indirekt durch Firmen finanziert wird, wobei sich Monsanto, Syngenta und Bayer besonders hervortun. Die Involvierung dieser und anderer Unternehmen wird manchmal bestätigt und manchmal erscheint sie nicht in den wissenschaftlichen Papieren. Es hat bisher viele Gelegenheiten gegeben, bei denen sogenannte öffentliche Labors und Forschungsinstítute in deren Auftrag gearbeitet haben, ohne zu erwähnen, wie bei ihnen die Prioritäten gesetzt und von wem ihre Gehälter bezahlt werden.
Diese Situation ist immanent gefährlich im Hinblick auf die wissenschaftliche Integrität und Unabhängigkeit.
Sie mögen sich nicht dessen bewusst sein, dass der überwiegende Teil der Forschungsarbeit zur GM Sicherheit in Zusammenhang mit den Anträgen bei den Registrierungsbehörden zwecks Anbau und Vermarktung (wie ACNFP in UK und EFSA in Europa) durchgeführt wird. Der Großteil der Daten zu diesen Studien wird in „unterstützenden Dossiers“ eingereicht, die unabhängigen Interessengruppen nicht zur Einsichtnahme oder Überprüfung zur Verfügung gestellt werden. Immer wieder mussten sich Organisationen wie die unsere auf das Recht der Informationsfreiheit berufen oder uns sogar an Gerichte wenden, um Einsicht in die Dossiers zu erhalten, die dann mit vielen geschwärzten Passagen zu uns kamen. Trotzdem wurden diese Dossiers durch die Behörden immer als korrekt und wahrhaftig beurteilt, bevor diese dann der EC entsprechende Empfehlungen zur Zulassung aussprachen. Wenn wir Datensätze und Dossiers prüfen, finden wir fast immer ernsthafte Unzulänglichkeiten und wissenschaftlichen Betrug. Als Prof. Gilles-Eric Seralini dies in einer Serie von Papieren nachwies, die von Interessengruppen gesichtet worden waren, und darauf aufmerksam machte, wurde er einer Reihe von bösartigen Angriffen durch Sprecher der GM Industrie ausgesetzt, deren Ergebnis eine Klage wegen verleumderischer Beleidigung an einem französischen Gericht war. Den Prozess gewann er.
(6) Dies ist schon ernsthaft genug, aber Sie sollten sich auch bewusst sein, dass fast alle dieser Forschungsergebnisse aus eingereichten Zulassungsunterlagen (Dossiers) nicht wiederholbar sind. Das Material gehört Monsanto oder einem der anderen Haupt GM Pflanzenzüchter und wird von ihnen geschützt. Und diese Firmen sind darin entschlossen, ihre Patente so wehrhaft zu schützen, damit sie unabhängigen Forschern keinen Zugang zu ihren GM Aussaaten, Bezugsmaterialien oder Pflanzenprodukten gewähren müssen. Nur wohlgesonnenen Labors und ihnen genehmen Forschern ermöglichen sie Zugang, und diese dürften dann eine vorab zugestandene Forschungsfrage untersuchen. Forscher werden in Knebelverträge gezwungen, und der Patentinhaber behält sich das Recht vor, die Forschungsergebnisse einsehen zu dürfen. Seine Zustimmung zur Veröffentlichung kann nach Gutdünken gewährt oder zu verweigert werden.
Uns sind Fälle bekannt, bei denen Forscherteams die Forschungsarbeit geleistet haben, und dann kam Monsanto und machte die statistische Analyse der Forschungsergebnisse und schrieb die Schlussfolgerungen in ihrem Sinne. Auf diese Art und Weise stellt Monsanto sicher, dass niemals etwas Unbequemes gedruckt wird. Wenn Sie nicht besorgt sind über eine Forschungsbehinderung dieser Art, rate ich Ihnen zur Sorge – Mir wurde jedenfalls als junger Mann beigebracht, dass KEIN Forschungsexperiment vertrauenswürdig ist, das nicht wiederholbar ist. Bis jetzt ist das ganze Konstrukt der „GM-Sicherheit“ auf Forschung begründet, die nicht wiederholbar sein kann und sein wird.
Das ist ein wissenschaftlicher Skandal, zu dem sich die Royal Society blind stellt.
(7) Es wird Ihnen bewusst sein, dass es niemals auch nur ein einziges Stück an epidemiologischer Forschung zur Stützung der Behauptung gibt, dass GM Lebensmittel völlig sicher zum Verzehr sind. Seit den frühesten Tagen des GM Geschäfts, hat sich diese Industrie selbst gegen solche Forschung gestellt und Regierungen, Registrierungsbehörden und ehrwürdige Institutionen wie die Royal Society haben bei dem listigen kleinen Plan, GM-Anwälten wie Julian Little diese Art von Schwachsinn aufzutischen, ein Auge zugedrückt: „Zwei Billionen Mahlzeiten, die GM Inhaltsstoffe enthielten, sind bisher verzehrt worden ohne nachteilige Auswirkungen auf die Gesundheit.“ Wie wir alle wissen, gibt es reichlich Material an Tierfütterungsstudien, die zeigen, dass GM Bestandteile in der Ernährung zu physiologischen Veränderungen und Zellschäden führen.
Die Amerikanische Akademie für Umweltwissenschaften lenkte die Aufmerksamkeit auf Studien, die anzeigen:
„ernsthafte Gesundheitsrisiken verbunden mit GM Lebensmittelgenuss wie Unfruchtbarkeit, Störungen des Immunsystems, beschleunigtes Altern, Störungen der Gene verbunden mit der Cholesterin-Synthese, Insulin-Regulierung, Zellsignalübertragung, Eiweißbildung und Veränderungen in der Leber, den Nieren, der Milz und im gastrointestinalen System“.
„Es gibt mehr als eine zufällige Verbingung zwischen GM Lebensmitteln und nachteiligen Gesundheitsauswirkungen. Es gibt eine Kausalbeziehung ….“
Es ist unerlässlich, darauf hinzuweisen, dass diese Studien fast alle Kurzzeit-Studien waren (90 Tage oder weniger) und dass die Nachfrage durch Prof. Gilles-Eric Seralini und anderen für lebenslange und Mehr-Generationen-Studien bisher auf taube Ohren stießen. Warum ? Weil die GM Unternehmen, die Zulassungsbehörden und sogar nationale Regierungen große Angst vor den Ergebnissen dieser Studien haben.
(8) Das Zulassungssystem für GM Produkte sowohl im VEREINIGTEN KÖNIGREICH als auch in Europa sind korrupt.
Es gibt ein inzestuöses Beziehungsgeflecht zwischen dem GM Forschungsbereich, der GM Industrie und den beratenden Kommissionen und Zulassungsbehörden. Die Drehtüren sind permanent in Bewegung und dieselben Namen tauchen immer wieder in Schlüsselstellungen auf.
Immer wieder haben wir uns beschwert, dass GM Zulassungsanträge nicht ordnungsgemäß geprüft werden im VEREINIGTEN KÖNIGREICH und über die Art und Weise, wie DEFRA und FSA im Einklang mit diesen Aktivitäten – und den Entscheidungen — von Kommissionen wie ACRE und ACNFP – sind.
Heutzutage geht man einfach weiter zur EFSA, dessen GMO Gremium/Forum der GMO Industrie sehr wohlgesinnt ist und GM Zulassungen erleichtet, statt die europäische Öffentlichkeit zu schützen. Wie Sie sicher wissen, wurde die EFSA in den letzten Jahren vom europäischen Parlament, nationalen Regierungen und gemeinnützigen Institutionen und sogar der Kommission schwer angegriffen wegen Inkompetenz und der Bereitschaft, alles zu glauben, was die GM Industrie auftischt. Ganz aktuell gibt es Vorwürfe wegen Geheimhaltung, Mangel an Transparenz und der Agenda (unter der Ägide von Dr. Harry Kuiper) zur Lockerung des Zulassungssystems, um damit schnelle und unkomplizierte GM Zulassungen zu erreichen.
Ich könnte noch fortfahren, aber das wäre wohl zu deprimierend.
Falls Sie denken, dass die Mitglieder der allgemeinen Öffentlichkeit (inklusive Ihres Freundes, der gegen die Vorstellung ist, Nahrung mit künstlich veränderten Genen zu sich zu nehmen) einfach nur dumm sind, und der Aufklärung über die Vorteile von GM Getreide und Nahrungsmitteln bedürfen, so befürchte ich, dass Sie da ganz falsch liegen. Die Leute sind bei weitem kultivierter und gebildeter als Sie denken. Ihr gesundes Empfinden sagt ihnen einfach, dass es falsch sein muss, Gene in Pflanzen einzubauen, die von nicht verwandten Arten stammen. Jawohl, die Frankenstein-Nahrung-Kampagne hat bis jetzt sehr effektiv die Abneigung und das Misstrauen am Leben erhalten. Aber man hat auch die Nase voll von den endlosen Versprechungen der GM Industrie (seit mehr als zwei Jahrzehnten), die leider nicht eingelöst wurden. Man ist entsetzt über eine Industrie, die in derartig leichtsinniger Weise operiert, dass sich ein Skandal von Verunreinigung mit GM Nahrungsbestandteilen an den anderen reiht.
Man mag den Gedanken einer Kontrolle der Nahrungsmittelversorgung durch Firmen nicht.
Man hat über die Medien die schrecklichen sozialen und gesundheitlichen Auswirkungen von riesigen GM Monokulturen in Argentinien, Paraguay und Indien mitbekommen. Man ist sich dessen bewusst, dass noch kein einziges GM Produkt auf dem Markt ist, das billiger ist, besser schmeckt, gehaltvoller, besser aussehend ist und überhaupt irgendeinen Verbraucher-Nutzen hat, der über der GM-freien Nahrungsmitteln liegt, die man kennt. Die Regierung des VEREINIGTEN KÖNIGREICHS hat zugegeben, dass es gegenwärtig keine GM Produkte mit Nutzen für die Konsumenten gibt – warum also sollte irgendjemand sie wollen, oder bereit sein, sie zu tolerieren, bei all den damit verbundenen Risiken ??
Und die Öffentlichkeit hat die Behandlung durch die GM Rottweiler von „GM Märtyrern“ wie Arpad Pusztai, Ignacio Chapela und Percy Schmeiser gesehen – und die Behandlung durch Akademiker, die es eigentlich besser wissen sollten – und man ist entsetzt.
Bedauerlicherweise sind die Versuche der GM Wissenschaftsgemeinde, ihre Kommunikation zu verbessern und die Britische Öffentlichkeit „ aufzuklären“ und zu „belehren“, zum Scheitern verurteilt. Diese Gemeinde muss das Vertrauen der Öffentlichkeit gewinnen. Um das zu erreichen, müssen die eigenen Glaubenssysteme und Arbeitspraktiken untersucht werden, um sich von innen heraus zu reformieren. Die Royal Society könnte bei diesem Prozess eine Schlüsselrolle spielen. Hat sie den Mumm dazu ?
Nachdem ich schon einer Reihe von ehemaligen Präsidenten der Royal Society dieselbe Frage gestellt habe, ohne auch nur eine einzige Antwort von einem der Herren zu bekommen, habe ich so meine Zweifel.
Ich möchte diesen Brief mit einem Zitat von Lord Robert Winston beenden:
„Wissenschaftler müssen auf die Ängste der Öffentlichkeit hören und auf die Befürchtungen und Sorgen der normalen Leute eingehen. Wir müssen verantworungsbewusst handeln und somit sicherstellen, dass unsere Arbeit den höchsten ethischen Standards unterliegt.“
Ich freue mich von Ihnen zu hören
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Brian John
“”
Leider ist mir die Antwort bisher nicht bekannt.
Aber eines ist mir klar: jeder, der den kommerziellen Interessen der GMO-Hersteller / chemischen Industrie in die Quere kommt, wird massiv angegriffen und verfolgt.
Mit in der Sache kundigen Gegenern wie Herrn Bergstedt diskutiert man gar nicht erst. Hybris und Hoffart bestimmen das Verhalten der GMO-Experten. Sünde?
Nicht, wenn es um die Verteidigung kommerzieller Interessen geht.
Da verleumdet man die Kritiker schon mal mit Vergleichen zu von-Schnitzler.
Wir haben heute die Situation, dass Leute wie Sie, Herr Szibor, glauben, alles behaupten zu können, nur weil Sie Wissenschaftler sind.
Es ist nur zu dumm, dass die breite Masse der Menschheit das Spiel von Markt, Geld und käuflicher Wissenschaft mehr und mehr durchschaut.
Wenn Forschung zum Großteil durch Drittmittel finanziert wird, dann ist es logisch, dass nur das herauskommen darf, was Konzernen Profit beschert. Entweder Sie machen das als Wissenschaftler mit oder Sie sind Ihren Job los!
Wenn Sie behaupten, dass Wissenschaftler, die den Konzernen nicht nach dem Mund reden, davon gut leben können, dann machen Sie sich ja wohl völlig unglaubwürdig. Sie wissen doch genau, dass es die so genannten “Mietmäuler” sind, die sich um ihren Verdienst nicht zu sorgen brauchen.
Wir haben die Situation, dass Wissenschaftler heutzutage glauben, einen gottähnlichen Status innezuhaben, nur weil sie Wissenschaftler sind. Das führt zu der Situation, dass wir es mit Wissenschaftlern zu tun haben, die glauben, alles behaupten zu dürfen, deren Aussagen jedoch lediglich auf Behauptungen, Hypothesen und Glauben beruhen und wissenschaftlichen Überprüfungen nicht Stand halten.
Aber die Zeiten, in denen Sie den Menschen ihre Monsanto-gesteuerten Pro-Gentechnik-Lügen auftischen können sind vorbei, Herr Szibor. Sie ignorieren die sozioökologischen Auswirkungen der Gentechnik, Sie ignorieren, dass sowohl Wildkräuter wie auch Schadinsekten Resistenzen entwickeln, Sie ignorieren, dass Sich eine Handvoll Agrochemiekonzerne alles Saatgut zu eigen machen und dass amerikanische Landwirte kaum noch gentechnikfreies Saatgut kaufen können weil Monsanto es nicht mehr listet, Sie ingorieren, dass wir es mit einem noch nie gekannten Ausmaß an Superunkräutern haben, Sie ingorieren, dass die Natur dem Menschen überlegen ist. Kurz gesagt, Sie ingorieren all die schlimmen “Kollateralschäden”, welche die Agrogentechnik für die Menschen mit sich bringt.
Und Sie ignorieren die Tatsache, das auch das “gemeine Fußvolk” in der Lage ist, sich das nötige Wissen anzueignen, um sich eine Meinung zu bilden.
Um die Auswirkungen der Agrogentechnik beurteilen zu können, muss man kein Wissenschaftler sein, sondern es genügt ein gesunder Menschenverstand, der Ihnen anscheinend vollig abhanden gekommen ist.
Sie bezeichnen all die anderen Diskussionsteilnehmer als dumm und unfähig. Was für eine anmaßende Arroganz Sie an den Tag legen!
Kennen Sie übrigens die Definition eines “Experten”, Herr Szibor? “Ein Experte ist ein Mensch, der von immer weniger immer mehr weiß, bis er von nichts alles weiß.”
Also, entweder Sie haben einen völligen Tunnelblick oder Sie verdienen Ihr Geld mit Ihrer Arbeit.
Sie schreiben, dass Roundup eines der bestgeprüftesten Substanzen der Welt ist und dass dadurch keine Erkrankungen auftreten. Woher wollen Sie das wissen? Man fällt nicht sofort tot um, nachdem man mit Spritzmitteln behandelte oder gentechnisch veränderte Lebensmittel isst! Sie schreiben, noch nie waren unsere Lebensmittel so sicher wie jetzt- warum steigen dann unserer Zivilisationserkrankungen kontinuierlich an? So einen Blödsinn kann nur jemand verzapfen, der von Ernährungslehre keine Ahnung hat. Wir ernähren uns zunehmend von Fabriknahrungsmitteln, das ist nicht gesundheitsförderlich, sondern erzeugt Krankheiten!!! Und dazu kommen jetzt noch gentechnisch veränderte Nahrungsmittel – nein danke! Bitte ersparen Sie uns Ihre unwissenschaftliche Darstellung “sicherer Lebensmittel”.
Nur zu dumm, dass Ihnen die Menschen Ihre Lügen nicht mehr abnehmen.
Und je mehr Sie die Unwahrheit über die Vorzüge der Agrogentechnik verbreiten, desto mehr werden wir den Menschen erzählen, wie menschenverachtend diese Hochrisikotechnologie ist. Auch der Weltagrarbericht, in Auftrag gegeben von den Vereinten Nationen und der Deutschen Bank, bestätigt dass die Agrogentechnik den Welthunger nicht löst, sondern dass er eine der Ursachen von Hunger ist.
Sie sollten endlich akzeptieren, dass Ihnen der Großteil der Menschen Ihre Behauptungen nicht mehr abnimmt, denn die katastrophalen Auswirkungen der Agrogentechnik sind für jeden ersichtlich, der sich mit der Thematik befasst.
Erkennen Sie an, dass die Menschen keine gentechnisch veränderten Lebensmittel wollen. Die Lebensmittelkonzerne haben den Wink der Zeit längst erkannt.
Wenn wir die Klugheit der Natur, des göttlichen Bauplans, für uns nutzen würden, müsste kein Mensch dieser Erde an Hunger leiden. Die Natur macht keinen Fehler, den Fehler begehen wir Menschen. Sie glauben, den Bauplan des Wunder des Lebens zu beherrschen, dabei wissen Sie nichts, aber Sie fangen schon mal an, weil Sie alles machen müssen, was machbar ist und weil Sie glauben Gott spielen zu müssen.
Seit Jahrtausenden haben die Menschen Züchtung betrieben und haben – oh Wunder – ganz ohne die Agrogentechnik eine enorme Biodiversität geschaffen. Genau diese Vielfalt zerstören jetzt die Agrochemiekonzerne, indem sie sich immer mehr Saatgut zu eigen machen, was man Biopiraterie nennt!
Die Zeit spielt uns in die Hände, denn je mehr Zeit vergeht, desto mehr kommen die menschenverachtenden Machenschaften der großen Agrochemiekonzerne und der damit verbundene Gentechnikfilz an die Öffentlichkeit und desto mehr werden wir die Falschaussagen der Konzerne demaskieren.
Der Markt kippt längst zu unserer Seite. Erkennen Sie endlich an, dass die Agrogentechnik nicht funktioniert, wie sie das gerne hätten – selbst Monsanto hat das inzwischen erkannt und zugegeben.
Zu Frau Yvette Hummel:
Zur EFSA habe ich meine Meinung schon gesagt, die ändert sich auch nicht durch Ihren Hinweis. Dass der Süßstoff Aspartam immer wieder in die Negativdiskussion gerückt wird, liegt wohl am ehesten daran, dass das Patent von Monsanto gekauft wurde und Monsanto daran verdient. Da sich die Wutbourgeoisie auf Monsanto eingeschossen hat, passt es ins Bild. Zu Bisphenol habe ich mangels Sachkenntnis keine eigene Meinung.
Zu Frau Marie-Lulse Volk
Eigentlich ist die Atomenergie nicht mein Thema, weil ich hier kein tiefgründiges Wissen habe. Aber da sie die Debatte aufzwingen, hier trotzdem ein paar Gedanken, die nicht an Fachwissen geknüpft sind sonden nur logisches Denken zur Grundlage haben. Die Kernenergie wurde von vornherein immer so diskutiert, dass es da ein Restrisiko gibt. Richtig ist ,dass dieses zu niedrig angesetzt wurde. Trotzdem ist Ihre Sichtweise (hier die böse Industrie und Atommaffia und dort die gute Anti-AKW-Bewegung) ein bisschen zu platt. Nehmen wir an, die Gegner hätten AKWs von vornherein weltweit verhindert. Dann hätte die gesammte Energie (Wind- und Sonnenenergie und auch effiziente Spartechnologien gab es ja noch nicht) aus fossilen Energien gewonnen werden müssen. Erdöl wäre schon jetzt aufgebraucht und wenn der Zusammenhang zwischen Treibhausgasemmission und Erderwärmung zutrifft, wovon die Mehrheit der Klimaforscher ausgeht, hätten wir schon jetzt eine Erderwärmung um 5°C, die uns nach dem jetzigen Stand erst zum Ende des Jahrhunderts vorausgesagt wird. Mit anderen Worten: Viele dicht besiedelte Landschaften der Erde wären schon jetzt (wegen Abtauen der Pole) überflutet und die Anzahl der Heimatvertrieben und Hungernden wäre noch größer als ohnehin. So haben wir etwas Zeit gewonnen und Deutschland kann ausprobieren, ob es auch ohne AKWs geht. Da gehört dann aber auch logischerweise dazu, dass Sie und Ihre Freunde ein paar bittere Pillen akzeptieren (Überlandleitungen, Pumpspeicherwerke etc.)Das sehe ich gegenwärtig nicht.
Zu Herrn Erich Grantzau:
Danke für Ihre aufmunternden Worte. Was hier im Blog nicht so richtig ersichtlich wird, ist, dass es aus Kirchenkreisen auch ein ganze Menge Zustimmung gibt. Ich bekomme Anrufe und Schulterklopfen von Pfarrern, Mitgliedern von Gemeidekirchenräten und anderen Gemeindegliedern. Also, wenn die alle Ihren Taufschein abgeben müssten, wie Günther Roy fordert, wäre es ganz schön aufregend. Ich kann aber nicht sagen, ob das, gemessen am gesamten Kirchenvolk, eher viele oder wenige sind. Aber ist es nicht bedenklich, dass in einem Leserbrief (in der Printversion der Kirchenzeitung) dem Chefredakteur Mut bescheinigt wird, nur weil der zu einem größten Problem der Menschheit (Hunger) eine ergebnisoffene Diskussion zulassen will? Wieweit sind wir schon gekommen?Ich habe kaum Hoffnung, dass man bei denen, die hier von der Basis ihrer Dogmen diskutieren, ein Nachdenken induzieren kann. Aber es lesen ja auch andere und deshalb mache ich mir die Mühe, hier geduldig zu diskutieren.
Ich bin alt genug, um erlebt zu haben, wie damals auch maßgebliche Vertreter der Kirche die Rote Gentechnik verhindern wollten. Heute, wo wir wissen, dass dank Roter Gentechnik vielen tausend Menschen ihre Krankheit überlebt haben oder diese als nun erträgliches Leiden erfahren, wissen wir, dass die Kirche mit der Verhinderung der Roten Gentechnik eine schwere Schuld af sich geladen hätte. Nur weil die Wissenschaft, die Wirtschaft und auch die Politik die Kirchenmeinung ignoriert haben und die Rote Gentechnik sich deshalb trotzdem etableieren konnte, ist die Kirche davor bewahrt worden, durch Konservierung des Leids schuldig zu werden. Das darf nicht noch einmal geschehen und deshalb schreibe ich, als einer der sich zur Kirche bekennt, hier geduldig Antworten, auch wenn die Einwände gegen Grüne Gentechnik zum großen Teil absurd sind.
Zu Herrn Anton Safer:
Vielleicht antworte ich Ihnen morgen
Zu Frau Marie-Luise Volk
mein Tippfehler in Ihrem Vornamen tu mir leid. Pardon!
Sehr geehrter Herr Szibor,
sie bestätigen genau meinen Vorwurf. Es geht nicht darum, dass jede Pflanze und jeder andere Organismus ein bestimmtes Umfeld braucht, um existieren zu können. Bei unseren Kulturpflanzen ist dies natürlich ein, durch ackerbauliche Massnahmen geschaffenes Umfeld, denn sie sind durch Züchtung für und in diesem Umfeld entwickelt worden. Es geht darum, dass in einem widernatürlichen Vorgang Pflanzen geschaffen werden, die die Natur so nicht entstehen lassen würde, und ich bin überzeugt, dass dies auch seinen Sinn hat.
Zum Thema Auskreuzung muss ich Sie doch fragen, wieviel Sie von Biologie verstehen. Es gibt in der Natur immer zwischen artverwandten Pflanzen Kreuzungen. Sehr schön kann man dies beobachten, wenn man Zuckermais und normalen Silomais nebeneinander anbaut, oder ein paar Pflanzen von Ziermais mit farbigen Kolben in einem Silomaisfeld aussät. Die Kreuzungen sind dann offensichtlich und leicht zu sehen durch eine Veränderung am Kolben. Es gibt mit Sicherheit auch “Auskreuzungen” von Nicht GVO-Mais in GVO-Mais, aber dies ist wenig von Interesse, da auf Nicht-GVO keine Patentrechte sind.
MfG Jürgen Schilling
Zu Frau Andrea Dornisch
Sie schrieben an meine Adresse gerichtet: “Sie bezeichnen all die anderen Diskussionsteilnehmer als dumm und unfähig.“ Nein, das habe ich bisher nicht getan. Sie sind jetzt die Este, der ich das vorwerfe, weil alles, was sie schreiben, horrender Blödsinn ist. Es ist zu primitiv um sich damit auseinanderzusetzen.
Zu Herrn Anton Safer:
Sie haben einen ellenlangen Brief von Dr. Brian John an Sir Paul Nurse reinkopiert, den Sie als relevant ansehen (ein link hätte es auch getan). Er enthält nichts, als unsinnige Verschwörungstheorien. Ich zitiere eine Stelle:
„Mittlerweile haben seit über einer Dekade Wissenschaftler, die sich mit GM befassen, bösartige persönliche Angriffe (die manchmal eher politisch als wissenschaftlich motiviert sind) über seriöse Wissenschaftler kommen lassen, die die Frechheit besaßen, „unbequeme Dinge über GM Getreide und Lebensmittel“ zu entdecken. Dieser Trend begann mit der üblen Strafe, die – mit der Royal Society an der Spitze – über Arpad Pusztai und Stanley Ewen ein Jahrzehnt zurück, verhängt wurde. Und es ging weiter weiter mit der Kreuzigung von Ignacio Chapela und David Quist, Angelika Hilbeck, Mae-van Ho, Judy Carman, Gilles-Eric Seralini, Andres Carrasco, Manuela Malatesta, Christian Velot, Irina Ermakova und vielen anderen. Es gibt eine reale und sogar zunehmende Verschwörung, um andersdenkende Stimmen im GM-Forschungsbereich zum Schweigen zu bringen.“
In der Tat, die wissenschaftliche Welt lacht über manche dieser „Wissenschaftler“. Ausnahme: Arpad Pusztai war ein an sich akzeptierter Wissenschaftler von Format, über den man nicht lacht. Er hat sich aber unehrenhaft verhalten hat unausgegorene Sachen dem TV-Journalisten auf- getischt, konnte die dann aber nicht beweisen und hat sie daraufhin auch nicht wissenschaftlich adäquat publiziert. Also, eine tragische Figur der Wissenschaftswelt! Ignacio Chapela und David Quist haben einfach eine grottenschlechte Arbeit publiziert. Jeder, der selbst schon einmal am Labortisch stand und PCRs gemacht hat, erkennt das. Auch wenn ich mich wiederhole, hier noch einmal ein relevanter link. http://gute-gene-schlechte-gene.de/ohne-krimi-geht-die-mimi-nie-ins-bett/
Und was soll man von Angelika Hilbeck halten, die den Zwei-Punkt-Marienkäfer durch Bt-Mais 810 gefährdet sieht, obwohl weder Marienkäfer noch die Blattläuse, von denen die Marienkäfer leben, Bt-Toxin aufnehmen, weil Maissaft (den die Blattläuse saugen)gar kein Bt-Protein enthält?
Wie gesagt, es sind dumme Verschwörungstheorien, die Sie hier reinkopirthaben. Eigentlich hatte ich ja mal angekündigt, dass ich auf Dinge, die in meinem Memorandum schon ausgiebig behandelt worden sind, nicht mehr antworte. Aber ich bin eben manchmal nicht ganz konsequent. Pardon!
Sehr geehrter Herr Szibor,
wäre es nicht gerade förderlich für die Kirche wenn Sie und die von Ihnen angesprochenen noch im Mittelalter lebenden endlich ihren Hut nehmen würden. Sie können sich ja um einen Direktionsposten bei Monsanto oder einem anderen der besonders über die wehr- und hilflosen Unheil bringenden Agro-Multis bewerben. Jemand mit Ihrer Meinung wird dort sicherlich mit offenen Armen willkommen geheissen – oder sind Sie bereits dabei? Vielleicht könnte dann endlich die derzeitige Monarchie durch junge, das Leben bejahende und noch von der unendlichen Kraft der Liebe überzeugte Christen ersetzt werden.
Don Huber, Professor an der Purdue Universitaet in den Staaten, warnt vor einem neuen Krankheitserreger bei Pflanzen, der auch fuer Tiere und Menschen gefaehrlich sein kann. Dieser Krankheitserreger wurde besonders bei Mais und Soya beobachtet, die fuer den Anbau mit Roundup (RR: Roundup Ready) genetisch modifiziert wurden. Der Virus verursacht das Welken und Absterben der Pflanzen und, nach ersten Erkenntnissen, kann auch fuer Unfruchtbarkeit oder Abgaengen bei landwirtschaftlichen Nutztieren verantwortlich sein, die mit genetisch veraenderten Pflanzen gefuettert wurden. Don Huber warnt vor katastrophalen Folgen fuer die amerikanische Landwirtschaft.
Hier ist ein offener Brief von Don Huber an die amerikanische Aufsichtsbehoerde:
Dear Secretary Vilsack:
A team of senior plant and animal scientists have recently brought to my attention the discovery of an electron microscopic pathogen that appears to significantly impact the health of plants, animals, and probably human beings. Based on a review of the data, it is widespread, very serious, and is in much higher concentrations in Roundup Ready (RR) soybeans and corn-suggesting a link with the RR gene or more likely the presence of Roundup. This organism appears NEW to science!
This is highly sensitive information that could result in a collapse of US soy and corn export markets and significant disruption of domestic food and feed supplies. On the other hand, this new organism may already be responsible for significant harm (see below). My colleagues and I are therefore moving our investigation forward with speed and discretion, and seek assistance from the USDA and other entities to identify the pathogen’s source, prevalence, implications, and remedies.
We are informing the USDA of our findings at this early stage, specifically due to your pending decision regarding approval of RR alfalfa. Naturally, if either the RR gene or Roundup itself is a promoter or co-factor of this pathogen, then such approval could be a calamity. Based on the current evidence, the only reasonable action at this time would be to delay deregulation at least until sufficient data has exonerated the RR system, if it does.
For the past 40 years, I have been a scientist in the professional and military agencies that evaluate and prepare for natural and manmade biological threats, including germ warfare and disease outbreaks. Based on this experience, I believe the threat we are facing from this pathogen is unique and of a high risk status. In layman’s terms, it should be treated as an emergency.
A diverse set of researchers working on this problem have contributed various pieces of the puzzle, which together presents the following disturbing scenario:
Unique Physical Properties
This previously unknown organism is only visible under an electron microscope (36,000X), with an approximate size range equal to a medium size virus. It is able to reproduce and appears to be a micro-fungal-like organism. If so, it would be the first such micro-fungus ever identified. There is strong evidence that this infectious agent promotes diseases of both plants and mammals, which is very rare.
Pathogen Location and Concentration It is found in high concentrations in
Roundup Ready soybean meal and corn, distillers meal, fermentation feed
products, pig stomach contents, and pig and cattle placentas.
Linked with Outbreaks of Plant Disease
The organism is prolific in plants infected with two pervasive diseases that are driving down yields and farmer income-sudden death syndrome (SDS) in soy, and Goss’ wilt in corn. The pathogen is also found in the fungal causative agent of SDS (Fusarium solani fsp glycines).
Implicated in Animal Reproductive Failure
Laboratory tests have confirmed the presence of this organism in a wide variety of livestock that have experienced spontaneous abortions and infertility. Preliminary results from ongoing research have also been able to reproduce abortions in a clinical setting.
The pathogen may explain the escalating frequency of infertility and spontaneous abortions over the past few years in US cattle, dairy, swine, and horse operations. These include recent reports of infertility rates in dairy heifers of over 20%, and spontaneous abortions in cattle as high as 45%.
For example, 450 of 1,000 pregnant heifers fed wheatlege experienced spontaneous abortions. Over the same period, another 1,000 heifers from the same herd that were raised on hay had no abortions. High concentrations of the pathogen were confirmed on the wheatlege, which likely had been under weed management using glyphosate.
Recommendations
In summary, because of the high titer of this new animal pathogen in Roundup Ready crops, and its association with plant and animal diseases that are reaching epidemic proportions, we request USDA’s participation in a multi-agency investigation, and an immediate moratorium on the deregulation of RR crops until the causal/predisposing relationship with glyphosate and/or RR plants can be ruled out as a threat to crop and animal production and human health.
It is urgent to examine whether the side-effects of glyphosate use may have facilitated the growth of this pathogen, or allowed it to cause greater harm to weakened plant and animal hosts. It is well-documented that glyphosate promotes soil pathogens and is already implicated with the increase of more than 40 plant diseases; it dismantles plant defenses by chelating vital nutrients; and it reduces the bioavailability of nutrients in feed, which in turn can cause animal disorders. To properly evaluate these factors, we request access to the relevant USDA data.
I have studied plant pathogens for more than 50 years. We are now seeing an unprecedented trend of increasing plant and animal diseases and disorders. This pathogen may be instrumental to understanding and solving this problem. It deserves immediate attention with significant resources to avoid a general collapse of our critical agricultural infrastructure.
Sincerely,
COL (Ret.) Don M. Huber Emeritus Professor, Purdue University APS Coordinator, USDA National Plant Disease Recovery System (NPDRS)