Versöhnung – aber wie?
29. Januar 2011 von Gemeinsame Redaktion
Abgelegt unter Im Blickpunkt
Streitpunkt: Bischöfin Ilse Junkermann tritt für Versöhnung zwischen Opfern und Tätern der ehemaligen DDR-Diktatur ein – und trifft auf Kritik
Im Jubiläumsjahr 2009, in dem wir 20 Jahre friedliche Revolution bedacht und gefeiert haben, bin ich nach Mitteldeutschland gekommen. Ich habe eine große Freude über das Wunder des Herbstes 1989 wahrgenommen, aber auch Enttäuschungen über nicht eingelöste Erwartungen und zu wenig Gerechtigkeit. Auch viele Wunden habe ich gespürt, die Menschen in der Diktatur zugefügt wurden und die noch schmerzen. In vielen Veranstaltungen haben sich die Menschen erinnert und überlegt, worum wir uns heute kümmern sollten. Eines habe ich, die ich ganz von außen gekommen bin, immer wieder sehr deutlich gespürt: Es gibt eine Wand des Schweigens zwischen denen, die zum Opfer und denen, die zum Täter in einem durch die Stasi durchsetzten Beziehungsgeflecht geworden waren.Das habe ich in meiner Rede vor der Landessynode im November 2009 benannt: »Wo Menschen nach einem Sinn mitten im Widersprüchlichen suchen, nach einem Ausweg aus dem, was nicht zueinander passt, sollten wir das Gespräch anregen. So ist Versöhnung oder zumindest Schritte dorthin mit denen, die einen einst bespitzelt und verraten haben, eine Aufgabe, die noch mehr vor als hinter uns liegt. Auch wenn viele in unserer Kirche während und unter der DDR-Zeit gelitten haben und sich berechtigt als Opfer verstehen, sollten wir Menschen, die dem Regime nahestanden, nicht in Schubladen sperren. Mit Menschen in Schubladen lässt sich nicht reden und nicht Gesellschaft bauen.«
Ich habe als Christin zu Christen gesprochen. Mir lag und liegt am Herzen: Wie können Christen die Mauer der Sprachlosigkeit überwinden helfen? Wie können Christen dazu beitragen, dass der, der etwas loswerden will an Schuld und Versagen, nicht fürchten muss, auch als Person verurteilt zu werden? Dass Gott bei jedem von uns unterscheidet zwischen mir als Person und meinen Werken – das ist die Versöhnung, die Er in Jesus Christus ermöglicht. Diese Frohe Botschaft weiterzugeben, das ist unser Auftrag. Wenn jemand auf uns zukommt, sollten wir als Christen offen sein für das, was er zu sagen hat, was er loswerden will. Wir sollten ihn als Person nicht darauf reduzieren, was er getan hat.
Sollen jetzt etwa die Opfer die Täter suchen gehen? Nein, bestimmt nicht. Aber bereit sein, in dem früheren Täter den Menschen zu sehen, das hat uns Jesus in der Bergpredigt zur Aufgabe gemacht. Dabei ist mir völlig bewusst: Vergebung ist nur möglich, wenn die, die Unrecht begangen haben und an anderen schuldig geworden sind, dieses einsehen, dazu stehen und selbst um Vergebung bitten.
Aber wie kommt es zu solcher Einsicht? Dafür gibt es kein Rezept. Auch in der Bibel werden uns ganz unterschiedliche Geschichten erzählt, wie es zur Einsicht von Schuld und zur Umkehr und in der Folge dann zur Versöhnung kommt. Wichtig ist, dass wer umkehrbereit ist, auch offene Ohren findet und einen Raum und Menschen, die zum Gespräch bereit sind. Das ist das, was wir als Christen tun können. Und das zweite ist: Für die Täter beten, dass sie zur Einsicht gelangen und dass sie mit dem Eingeständnis ihrer Schuld nicht fürchten müssen, als Person und Mensch verdammt zu werden. Damit wird nicht unter den Teppich gekehrt, was Menschen in der DDR angetan wurde. Im Gegenteil, damit kommt es neu zur Sprache. Es wird so auch Raum sein für die Traurigkeit der Opfer angesichts erlittenen Unrechts, für ihren Zorn, den sie endlich einmal an die wenden können, die sie verletzt haben, und vielleicht auch für Versöhnung. Sich zu versöhnen, dazu kann niemand einfach aufrufen. Bewirken kann das nur der Heilige Geist. Darum bete ich.
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Unsere neue Bischöfin hat eine Mission: Sie will versöhnen, da »bin ich streng«, sagt sie und da werde sie »hartnäckig bleiben«. Will sie die noch immer kontroverse Debatte um die DDR-Vergangenheit befrieden? Dies könnte gelingen, wenn sich ein gesellschaftlicher Konsens über die Bewertung des Kommunismus in Deutschland und (Ost-)Europa bildet. Dazu könnte die Kirche beitragen.Gesine Lötzsch (Die Linke) hat kürzlich Klartext geliefert. Der Kommunismus bleibt ihr Ziel, das Programm ihrer Partei spricht verschleiernd von der »Überwindung des derzeitigen Systems«.
Reden wir also darüber, ob die »Wege zum Kommunismus« der Ausbreitung des Evangeliums dienen. Die Erfahrungen der Kirche in Thüringen und Sachsen-Anhalt sprechen dagegen. Auch weltweit haben kommunistische Regime stets nicht nur Christen verfolgt, sondern auch alle anderen Religionen. Das kann auch nicht anders sein, denn der Kommunismus versteht sich selbst als eschatologische Endlösung aller menschlichen Probleme und stellt sich als allein seligmachender Religionsersatz (»Wissenschaftliche Weltanschauung«) in Gegensatz zu allen Religionen.
Es ist fahrlässig gerade von einer Bischöfin, den Text von Lötzsch in dieser Dimension nicht ernst zu nehmen. Sie empfiehlt ihrer Partei die Strategie Rosa Luxemburgs von der »fortschreitenden Machteroberung«, nach der sie sich »hineinpressen in den bürgerlichen Staat, bis« sie » alle Positionen besitzen und sie mit Zähnen und Nägeln verteidigen.« Wie diese Machtverteidigung der Kommunisten aussieht, haben Millionen von Opfern des Kommunismus weltweit, Tausend Maueropfer, 250000 politische Gefangene in der DDR, die Vertriebenen und Enteigneten erfahren. Und auch die Kirche, der Leib Christi, wurde geschunden: Kirchen wurden gesprengt oder dem Verfall preisgegeben, Schulen verstaatlicht und diakonisches Engagement behindert, die Mitglieder bedrängt und aus den Eliten ausgeschlossen. Es gab keine Christen unter den Richtern, den Soldaten, den Diplomaten, wenige unter den Lehrern, Professoren, Ärzten. Die Nachwirkungen spüren wir bis heute.
Darüber zu sprechen kann auch dazu beitragen, Versöhnung in Wahrheit möglich zu machen. Die Bischöfin meint: »Die Täter sollten einsehen, dass sie damals Unrecht begangen haben.« Aber ehemalige MfS-Offiziere sagen: »Wir sind alle nicht verurteilt, also nicht schuldig.« Da Strafurteile nicht mehr möglich sind, wäre das gesellschaftliche Urteil eine Hilfe für die Täter, ihre Schuld zu erkennen.
Wenn Bischöfin Junkermann Beiträge zur Versöhnung leisten will, kann sie das in zweierlei Hinsicht tun. Wenn es um konkrete Menschen und Konflikte geht, müssen diese zwischenmenschlich bearbeitet werden. Dabei kann eine unter das Beichtgeheimnis gestellte Mediation hilfreich sein. In der öffentlichen Diskussion sollte sie anregen, dass das jüngste Kapitel der Kirchengeschichte endlich geschrieben wird, dass die »Gesellschaftsformation des Sozialismus/Kommunismus« daraufhin befragt wird, was sie für die Ausbreitung des Evangeliums, für die Christen und Nicht-Christen bedeutet hat. Dass die Kirche sich zu ihrer eigenen Schuld bekennt, wo sie nicht genug widerstanden und gebetet, die Mitglieder um der Institution willen nicht genug geschützt, die Verfolgten nicht vorbehaltlos unterstützt hat. Unterstellungen und forsche Aufforderungen an die Opfer sind kontraproduktiv.
Hintergrund:
Der Streit um die Versöhnung
Seit sich die Bischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) kurz nach ihrem Amtsantritt vor eineinhalb Jahren erstmals für die Versöhnung zwischen Tätern und Opfern der DDR-Diktatur aussprach, schlägt ihr neben Zustimmung auch Kritik entgegen. Zuletzt nach einem Interview mit der Illustrierten »Superillu« am Ende des vergangenen Jahres. Für Aufregung sorgte darüber hinaus die Reaktion der aus Württemberg stammenden Theologin auf einen Beitrag der »Linken«-Vorsitzenden Gesine Lötzsch in der Zeitung »Junge Welt« zum Thema »Wege zum Kommunismus«.In einer demokratischen Gesellschaft dürfe es keine Denkverbote geben, sagte Junkermann dazu bei einem Journalistenempfang am 11. Januar. Das Thema Versöhnung wird auch Schwerpunkt einer Diskussionsveranstaltung sein, zu der die EKM am Mittwoch, 23. Februar, um 19 Uhr nach Erfurt einlädt. »Aufarbeitung, Gerechtigkeit, Versöhnung« steht dabei über einem Gespräch zwischen Landesbischöfin Ilse Junkermann und der derzeitigen Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler. (GKZ)




Vielen Dank für den ergänzenden Artikel von Frau Hildigund Neubert zu Frau Junkermanns Ausführungen! Frau Junkermann muß noch empfindsamer werden für unsere “ostdeutsche Befindlichkeit” (damit sie wirklich auch “unsere Bischöfin” wird (wir leben in Erfurt) – das sagten mir am Telefon auch unsere Verwandten aus Emmelshausen/Koblenz, die “Glaube und Heimat” beziehen. Also, danke!
Wenn Frau Junkermann ” die Wand des Schweigens zwischen denen, die zum Opfer und denen, die zum Täter in einem durch die Stasi durchsetzten Beziehungsgeflecht geworden waren” beklagt, so begrüße ich hingegen genau dieses Schweigen. Ich kann nämlich die dümmlichen Sprüche “Es gibt doch überall in jedem Staat Geheimdienste” und “Wir haben den Frieden gesichert” nicht mehr hören!! Und traumatisierte Personen können erst sehr viel später reden, so sprechen doch erst jetzt (und nicht nur in Deutschland!) die Betroffenen und Beteiligten des letzten Krieges über ihre Erlebnisse, die doch immerhin z.T. mehr als 60 Jahre zurück liegen. Nein, mit dem Verzeihen soll man sich das nicht zu einfach machen.
Aber natürlich gibt es keine Denkverbote, hier kann jeder soviel Schwachsinn erzählen, wie er oder sie möchte, das gilt auch für Frau Lötsch. Und das kann dann auch kritisiert werden. Und so wie ich das sehe, hat Frau Lötsch die Kritik auch gut überstanden. Ob sie sie beherzigt hat, wird sich zeigen.
Kurze Anmerkung: Frau Hildigund Neubert ist Mitglied der CDU. Sie muss also genau so zum Kommunismus reden, damit sie in die Schublade passt. Mit der erneuten Kommunismus-Debatte werden die heutigen Probleme in den Hintergrund gedrängt. Fakt ist: Jeden Tag verliert Thüringen 22 junge Menschen durch Abwanderung. Das sind in einem Jahr 8030 Menschen. Die Größe von Bad Frankenhausen. Wie lange soll noch über eine Versöhnung gestritten werden? Fällt es so schwer gemeinsam an einem Strang zu ziehen?
Ich würde mich freuen, wenn Frau Junkermann zur Versöhnung in ihrer eigenen Gemeinde, der Domgemeinde in Magdeburg, deren Mitglied ich bin, beitragen würde. Sie hat zugelassen, daß eine kleine Gruppe unseren verdienstvollen Domprediger Giselher Quast, der die Wende in Magdeburg maßgeblich gestaltet hat, der für die Stasi ein Staatsfeind war, jetzt aus dem Amt und der Wohnung gemoppt wird. Die Meinung der Mehrheit der Gemeinde und Magdeburger ignoriert sie. Auf meinen Brief vom September an Frau Junkermann habe ich z.B. noch keine Antwort.
Mit ihrer unsensibelen Forderung über die Medien nach Versöhnung macht sie sich unglaubwürdig. Offensichtlich ist sie hier in Mitteldeutschland mental und geistig noch nicht angekommen.
Gesine Lötzsch endete ihren Text (http://www.jungewelt.de/2011/01-03/001.php) mit:
“Es sind viele Bausteine, mit denen wir darum kämpfen, in der heutigen bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft über sie hinaus zu wirken, die Profitdominanz über Wirtschaft und Gesellschaft zu überwinden, die Ansätze einer neuen Gesellschaft »hineinzupressen« in die alte, bis sich beweist, daß dem demokratischen Sozialismus die Zukunft gehört.”
Sie ist somit gegen Kommunismus und für den demokratischen Sozialismus. Leider hat Hildigund Neubert somit die Aussagen von Gesine Lötzsch verfälscht. Wie war das mit dem 8. Gebot? Außerdem spricht sich auch Jesus für Herrschaftsfreiheit und für genug für alle und gegen Besitz- und Gewinnstreben aus (z.B. Mt. 6,19f..24.33; 20, 1-15. 25-27; Lk. 16,13). Somit wollte er den Kommunismus. Die DDR hat sich sogar selbst nicht als kommunistisch bezeichnet. Auch über die Millionen Opfer des gegenwärtigen Systems (z.B. über 10 Millionen Hungertote jährlich, Tote wegen teuren patentgeschützten Medikamenten, Tote in Bürgerkriegen zur Sicherung von Rohstoffen für deutsche Betriebe – z.B. Kongo, Kriegstote in Kriegen angeblich zur Durchsetzung von Demokratie und Menschenrechten, tote Flüchtlinge an den Grenzen der EU und der USA) wäre zu reden (Mt. 7,1f.). Auch aus diesem Grund unterstütze ich die Versöhnungsbemühungen von Bischöfin Ilse Junkermann. Sie steht damit in der Tradition Jesu.
Gespenstisch, solche Diskussionen.
Sie kommen vollkommen ohne ehemalige politische Gefangene aus.
Auf dem Platz des Widerspruchs, auf dem wir ehemaligen politschen Gefangenen oder andere Verfolgte sitzen sollten, sitzt Hildigund Neubert.
Die doch in der DDR sehr wohl die Erweiterte Oberschule besuchen durfte.
Und auf der Musikhochschule Franz Liszt in Weimar sehr wohl studieren durfte. Und die dann am “National”theater der sozialisteischen Nation der Arbeiter und Bauern ihre Hymnen sang. Als Bedienstete des heute von ihr so genannten SED-Unrechtsstaates.
Frau Neubert, die Tochter eines DDR-Auslandsreisekaders ist für die Sache der ehemals in der DDR Eingesperrten so was ähnlich Kontraproduktives wie Erika Steinbach, die Tochter eines in Posen stationierten Besatzungssoldaten für die Sache der Vertriebenen.
Bodo Walther, stellvertretender Vorsitzender des Bautzen-Komitees
p.s., übrigens: @Miriam zu den ausgewanderten Thüringern
Noch in der Morgenausgabe des “Neuen Deutschland” und 10 Stunden VOR dem Mauerfall, am 9. November 1989 verlautbarten H. und Ehrhart Neubert:
“…wir alle sind tief beunruhigt. Wir sehen die Tausende, die täglich unser Land verlassen. … Wir bitten Sie, bleiben Sie doch in Ihrer Heimat, bleiben Sie bei uns! …
Helfen Sie uns, eine wahrhaft demokratische Gesellschaft zu gestalten, die auch die Vision eines demokratischen Sozialismus bewahrt.”
Solche Sprüche werden Sie von Neuberts heute allerdings nicht mehr hören.
Die CDU zahlt inzwischen besser.
Gespenstisch, solche Diskussionen.
Sie kommen vollkommen ohne ehemalige politische Gefangene aus.
Auf dem Platz des Widerspruchs, auf dem wir ehemaligen politschen Gefangenen oder andere Verfolgte sitzen sollten, sitzt Hildigund Neubert.
Die doch in der DDR sehr wohl die Erweiterte Oberschule besuchen durfte.
Und auf der Musikhochschule Franz Liszt in Weimar sehr wohl studieren durfte. Und die dann am “National”theater der sozialisteischen Nation der Arbeiter und Bauern ihre Hymnen sang. Als Bedienstete des heute von ihr so genannten SED-Unrechtsstaates.
Erika Steinbach, die Tochter eines in 1943 in Westpreußen stationierten bremischen Besatzungssoldaten ist ja ebenso geeignet für das Anliegen der Vertreibung —
Wie für das Anligen der in der DDR eingekerkerten Frau Neubert, die Tochter eines DDR-Auslandsreisekaders mit einem Schreibtisch in Genf.
Neuberts schrieben ja noch in der Morgenausgabe des “Neuen Deutschland” und 10 Stunden VOR dem Mauerfall, am 9. November 1989 :
“…wir alle sind tief beunruhigt. Wir sehen die Tausende, die täglich unser Land verlassen. … Wir bitten Sie, bleiben Sie doch in Ihrer Heimat, bleiben Sie bei uns! …
Helfen Sie uns, eine wahrhaft demokratische Gesellschaft zu gestalten, die auch die Vision eines demokratischen Sozialismus bewahrt.”
http://www.chronik-der-mauer.de/index.php/de/Common/Document/field/file/id/47765
Bodo Walther,
stellvertretender Vorsitzender des Bautzen-Komitees
In ihrem Beitrag beklagt Hildigund Neubert, dass es in der DDR unter Richtern, Professoren und Ärzten keine oder nur wenig Christen gab. „Die Nebenwirkungen spüren wir bis heute“, schreibt Neubert. Meint sie damit Axel Noack, Joachim Gauck und Richard Schröder? Diese Männer wären nie Theologen geworden, hätten sie ihren Studienplatz frei wählen können. Vermutlich wäre Noack heute Mathematikprofessor in Halle. Die Kirche war doch in Sachen „Personalgewinnung“ der größte Profiteur der DDR-Verhältnisse. Die Kirche in der DDR hat über Jahre hinweg den intellektuellen Rahm abgeschöpft. Wenn Neubert außerdem über die Opfer des Kommunismus schreibt, sollte sie auch nicht so tun, als gäbe es heute keine mehr. Die Opfer des Kapitalismus lassen sich vielleicht nicht so gut zählen wie die Mauertoten, weniger sind es gewiss nicht.
Sehr geehrte Frau Junckermann,
morgen um zehn Uhr ist in der Gedenkstätte Bautzen Vorstandssitzung.
Gegenstand ist das nun drohende Finanzdesaster. Ja, auf staatliche Subventionen angewiesen zu sein, macht einen Verein eben doch empfindlich …
Frau Hildigund Neubert sagte dazu mal unter Zeugen: “Es gibt keine Zusammenarbeit mit Verbänden, in denen Bodo Walther im Vorstand sitzt.”
Mein Haftkamerad Günter Mühle hatte dazu einmal eine Stunde auf Frau Neubert eingeredet, sie möge sich doch endlich einmal mit mir an einen Tisch setzen.
Ich habe Sie persönlich sogar dazu eingeladen.
Können Sie vielleicht vermitteln ?
In einer Mediation ?
Oder soll ich die CDU anschreiben, in der ich gemeinsam mit ihr Mitglied bin (Na, ja, meine Partei hatte ich ja auch nicht gerade geschont mit dem Beitrag oben).
Ihr
Bodo Walther
stellvertretender Vorsitzender des Bautzen-Komitees
Versöhnung” kommt zu spät und ist überholt, hiervon hätte man gleich nach dem Mauerfall reden müssen. So hätte man missionieren können. Das ist vorbei, denn man unterstützte ja die Trittbrettfahrer der Kirche in ihren anprangern. Die, die Wehrloseste, die Stasi IM aus den öffentlichen Dienst jagten, als angeblich schlimmste Täter anprangerten. Aktuell, ist solches IM anprangern verlängert bis 2011.
Gründend auf einer Lüge, denn ein IM war kaum kriminell, mehrheitlich nicht mal Genosse sondern rekrutiert. Noch hat er kaum jemand ins Gefängnis gebracht sonder im Gegenteil, durch sein überwachen verhinderte er es fast immer.
Anders die, die massenhaft bleiben durften. Meist Ex Genossen, die sich nun verbeamteten, sie die einst das Einsperren speziell von Christen forderten, bei der Stasi anriefen. Die es aber meist nur bei einer Überwachung beließ, u. a. da die Anrufer sich oft als politisch übereifrige, egoistische Spießbürger rausstellten. Das sind die, inzwischen auch ihre Kinder, die in den Ämtern sitzen und wieder übereifrig die o. g. Verlängerung forderten.
Übrigens, wie will man Christen eigentlichn definieren. Sieht man sich die 10 Gebote an oder das Wirken Jesus, könnte man glatt zu dem Schluß kommen, das Jesus der 1. Kommunist ist. Auch andere Parallelen drängen sich da auf, was die Legitimation von Gewalt betrifft, ich erinnere nur an David und Goliath. Gott sei Dank ist Gott viel mehr als Politik.
Ich bin bestimmt nicht dagegen, das Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die zweifellos auch in der DDR von der Staatsicherheit begangen worden sind, aufgeklärt werden und den wirklichen Opfern auch Gerechtigkeit geschieht. (Das hat man aber noch nicht mal mit den Opfern aus der Zeit des Faschismus geschafft oder auch nur schaffen wollen).
Was diese Regierung bzw. die Birthler-Behörde macht, ist eine Instrumentalisierung für Ihre eigenen Zwecke. Und heute politisch unbequeme Geister, die nicht selten auch in der DDR von sogenannten Vertretern des “Arbeiter-und Bauernstaates” können auch ein Lied davon singen, wie sie “demokratisch” behandelt werden. Da gibt es ja schon wieder Parallelen zu Jesus Na schau mal an.
Bodo Walther sagt:
5. Februar 2011 um 17:57
Gespenstisch, solche Diskussionen.
Finde ich nicht.
Bodo Walther sagt:
Sie kommen vollkommen ohne ehemalige politische Gefangene aus.
Stimmt nicht.
Ohne die 250000 politischen Gefangenen in der DDR zu erwähnen, kommt Frau Hildigund Neubert in ihrer Diskussion jedenfalls nicht aus…
weiter: http://opk-akte-verfasser.com/
Verfasser K.