»weltwärts«: Von der Pleiße nach Quindao

10. September 2010 von Gemeinsame Redaktion  
Abgelegt unter Eine Welt

Wenn diese Zeilen in der Kirchenzeitung gedruckt vorliegen, ist die junge Leipzigerin Mechthild Sasse wahrscheinlich bereits am anderen Ende der Welt. Und sie wird nicht mehr Mechthild gerufen, sondern ZhenZhu(孙珍珠), was im Chinesischen so viel wie »Perle« heißt.

Mechthild Sasse

Mechthild Sasse

Mechthild Sasse, die zierliche Abitu­rientin aus der Leipziger Thomasschule, ist mit dem Verein »Jugend im Ausland« und dem Programm »weltwärts« der Bundesregierung für ein Jahr nach Quindao im Osten Chinas gegangen.

Die Hafenstadt ist manchem noch als ehemalige deutsche Kolonie Tsingtau bekannt.

Doch Mechthild, alias ZhenZhu, geht nicht aus touristischen Gründen in das Reich der Mitte. Auf Grund ­ihrer guten Sprachkenntnisse soll sie gemeinsam mit vier weiteren Freiwilligen an der dortigen Universität Deutsch und Englisch unterrichten. Daneben will »Jugend im Ausland« gemeinsam mit einer chinesischen Partnerorganisation ein soziales Projekt aufbauen. Dabei geht es um Altkleiderspenden für arme Bergbauern in benachteiligten Regionen im Süden Chinas.

Den Gedanken der christlichen Nächstenliebe bekam Mechthild Sasse quasi schon mit der Muttermilch vermittelt. Sind doch ihre Eltern seit Jahrzehnten in einer Leipziger Kirchengemeinde engagiert – der Vater im Kirchenvorstand, die Mutter 13 Jahre als Katechetin.

Das Interesse für China weckte eine chinesische Studentin in Leipzig. Wie ein Schwamm sog die damals achtjährige malbegeisterte Mechthild auf, was die Studentin ihr über chinesische Kunst und Kultur berichtete. Mit Freunden begann sie Chinesisch zu lernen. Ei­ne Reise des Schulorchesters nach China gab der Begeisterung weiteren Auftrieb. Fast selbstverständlich, dass sie nach der zehnten Klasse ein Auslandsjahr bei Gasteltern in China verbrachte.

Ihre eigenen Eltern beneiden sie und ihre drei Geschwister je fast ein wenig um die Möglichkeiten, von denen sie selbst in DDR-Zeiten nie zu träumen wagten. Und sie unterstützen ihre Tochter nach Kräften. Dennoch muss ein Teil der Kosten des Einsatzes durch Spenden abgedeckt werden.

Wer die junge Leipzigerin, die danach ein Studium der Sinologie und Koreanistik beginnen will, dabei unterstützen möchte, kann sich per E-Mail ­direkt an sie wenden: zhongguoren@gmx.net.

Natürlich betreibt Mechthild Sasse auch einen eigenen Blog im Internet. Alle anderen aber werden in den nächsten Monaten gelegentlich von ihr lesen können – hier in der Kirchenzeitung wird sie unter der Rubrik Blickwechsel von ihren Eindrücken berichten.

Harald Krille

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