Mit Zuversicht wieder loslegen

30. Juli 2009 von Gemeinsame Redaktion  
Abgelegt unter Familie

Ferienende: Es lässt sich etwas tun, damit der Schulstart nach der Sommerpause gelingt

Wenn in Mitteldeutschland in der nächsten Woche die Ferien zu Ende gehen, heißt es für die Schülerinnen und Schüler, sich wieder umzustellen auf den Alltag. Einige Tipps für einen reibungslosen Schulstart.

Gut vorbereitet den Weg ins neue Schuljahr gehen. Foto: Bilderbox.com

Gut vorbereitet den Weg ins neue Schuljahr gehen. Foto: Bilderbox.com

Abends erst spät ins Bett, morgens lange schlafen, spielen, ein bisschen rumgammeln, Freunde treffen, womöglich wegfahren oder zu Hause das Leben im ­eigenen Rhythmus genießen: Sommerferien nennen sich diese paradiesischen Zeiten. Aber auch die schönsten langen Sommerferien haben ein Ende. Schulbank drücken, Hausauf­gaben machen und Wecker stellen sind angesagt.

Gemischte Gefühle
Während bei den Erstklässlern die Vorfreude auf die Schule überwiegt (laut Umfrage freuen sich 96 Prozent darauf, in die Schule zu kommen), gehen viele »alte Schul-Hasen« eher mit gemischten Gefühlen an den Schulstart: Yannick (11) ist gespannt, was das Gymnasium bringt. Mareike (16) hat ein bisschen Grummeln in der Magengrube, ob sie den Anforderungen der Oberstufe gewachsen ist. Ben (12) ist gespannt, welcher Lehrer wohl welches Fach unterrichtet. Lukas (16) hat riesige Lust auf sein Lieblingsfach Physik und Jan (10) hegt die leise Hoffnung, an seiner neuen Schule endlich der ungeliebten Rolle des Klassenclowns entschlüpfen zu können. Anna (15) sorgt sich, ob ihr Stundenplan so ausfällt, dass das Handballtraining noch passt.

Start mit Anwärmphase
Damit der Übergang vom freien Ferienleben zum geregelten Schulalltag möglichst nicht zum Kaltstart missrät, rät Kinderarzt Dr. Ulrich Fegeler vom Bundesverband der Kinder- und ­Jugendärzte, Eltern dazu, keinesfalls erst »auf den letzten Drücker« aus dem Urlaub zurückzukommen. Zumindest die letzten beiden Ferientage sollten zum »Akklimatisieren« und atmosphärischen Eingewöhnen genutzt werden.

Besonders wenn der Schulbeginn – wie in etlichen Bundesländern – mitten in der Woche liegt, sollten Jugendliche ein paar Tage vorher schon mal ausprobieren wie es sich anfühlt, nicht erst mitten in der Nacht ins Bett zu gehen und erst gegen ­Mittag in die Sonne zu blinzeln. Der Körper braucht ein bisschen Zeit, um sich an den neuen alten Rhythmus zu gewöhnen. »Niemand kann sich von 0 auf 100 hochpeitschen, auch Kinder und Jugendliche nicht«, betont Fegeler.

Davon, in den Ferien, Schulstoff mit regelmäßigem Wiederholen »frisch« zu halten oder Lücken aufzuarbeiten, hält der Mediziner nicht allzu viel. »Ferien sind Ferien«, meint er. Überhaupt rät er Eltern in Sachen Schulstart zur Gelassenheit. Übergänge sollten nicht problematisiert, sondern vorbereitet werden. Über
das, was dann dennoch »klemmt«, sollten Eltern mit ihren Kindern in Ruhe reden.

Klar Schiff machen
Dennoch lässt sich für einen reibungslosen Start etwas tun. Etwa in Gestalt rechtzeitiger Vorbereitungen auf den ganz normalen Schulalltag: Oberstufenschüler sind selbst dafür verantwortlich, die neuen Schulbücher zu bestellen und sich ihren Stundenplan fürs Kurssystem abzuholen, der an vielen Schulen schon in der letzten Ferienwoche zu bekommen ist. Jüngeren Schülerinnen und Schüler kann es zur Vorbereitung des neuen Schuljahres helfen, ihr Zimmer oder zumindest den Ranzen mit Wonne zu entrümpeln. Sich mit verheißungsvoll leeren Heften und Ordnern einzudecken, kann die Lust auf Schule genauso fördern wie ein schönes Ferienabschluss-Essen mit Freunden oder in der Familie, bei dem sich trefflich über die zurückliegenden Wochen erzählen lässt. »Das war immer schön, danach fiel es leichter wieder loszulegen«, erinnert sich Judith (29) an ihre Schul-Ferien-Zeit.

Sich vertraut machen
Wo das neue Schuljahr mit dem Übergang zu einer weiterführenden Schule verbunden ist, sind Eltern häufig besorgter als ihre Kinder. Wo ein neuer Schulweg für Verunsicherung sorgt, hilft womöglich ein gemeinsamer »Ausflug« mit dem Verkehrsmittel, das dann auch im »Ernstfall« genutzt werden muss. Das schafft Sicherheit und mindert das Risiko von Verkehrsunfällen. Viele Schulen veranstalten für die »Neuen« zudem Schul-Rallyes zur Orientierung am neuen Ort und setzen ältere Schülerinnen und Schüler als Paten ein.

Gottesdienst zum Start

Weil der Beginn eines neuen Schuljahres wie ein Start zu einer neuen Etappe ist und weil das neue Schuljahr mit seinen vielfältigen Aufgaben, Kinder, Eltern und Lehrer immer wieder herausfordert, werden mancherorts Schulgottesdienste angeboten, in denen es um Kraftsammeln und Vergewisserung, um Ermutigung und um menschliche Nähe und Vertrauen geht. Womöglich ist auch dieses Atemholen für die Seele ein guter Auftakt, wenn es darum geht, im neuen Schuljahr mit Zuversicht und Freude wieder loszulegen.

Von Karin Vorländer

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