»Brot«: Spendenrückgang auch in Mitteldeutschland

16. Juli 2009 von Gemeinsame Redaktion  
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Quelle: epd-bild

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Einen leichten Spendenrückgang verzeichnet das christliche Hilfswerk »Brot für die Welt«. Kamen 2007 noch 52,8 Millionen Euro aus Spenden und Kollekten zusammen, waren es 2008 nur 51,4 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang von 2,7 Prozent. 2006 hatte das Hilfswerk allerdings ebenfalls nur 51,5 Millionen Euro Spendeneinnahmen zu verzeichnen. Größte Spender waren auch im abgelaufenen Jahr die Christen in Bayern, deren Spendenergebnis sich von 7,73 Millionen Euro auf 7,88 Millionen steigerte. In Mitteldeutschland hingegen sanken die Spenden durchgehend: In der Evangelisch-Lutherischen Kirche Sachsens um gut 200000 Euro von 1,84 auf 1,64 Millionen Euro, in der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland um gut 120000 Euro von 1,32 auf 1,20 Millionen Euro und in Anhalt um 4600 Euro – von 132639 auf 128047.

Damit freilich hat die kleine anhaltische Landeskirche immer noch ein deutlich besseres Spendenergebnis erzielt, als die größere West-Kirche von Schaumburg-Lippe, die im vergangenen Jahr auf lediglich 98704 Euro kam. Die größten Verluste verzeichnete »Brot für die Welt« im Übrigen in der westfälischen Landeskirche, deren Spendenergebnis von 4,2 auf 3,3 Millionen Euro sank, sowie bei den evangelischen Freikirchen, von denen einige die Spenden des vergangenen Jahres allerdings zum Stichtag noch nicht überwiesen hatten.

Vor Journalisten in Berlin warnte die Direktorin des Hilfswerks, Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel, vor den Folgen des Klimawandels für die Entwicklungsländer. »Wenn wir die Finanz- und Wirtschaftskrise eine Jahrhundertkrise nennen, geht es beim Klimawandel um eine Jahrtausendkrise«, sagte die Brot-für-die-Welt-Direktorin. »Die in den letzten Jahrzehnten geförderten Entwicklungsfortschritte werden durch den Klimawandel erbarmungslos zerstört.« »Brot für die Welt« habe daher den Kampf gegen den Klimawandel zu einem Schwerpunkt der eigenen Arbeit erhoben. In Bangladesch, der Südpazifikregion und der Sahelzone bemühe man sich um eine Anpassung der örtlichen Landwirtschaft an die Folgen des Klimawandels.

»Teilweise ist die Bodenzerstörung aber auch schon so weit fortgeschritten, dass Landwirtschaft nicht mehr möglich ist«, sagte Füllkrug-Weitzel. Allein in der Hauptstadt von Bangladesch, Dhaka, würden deswegen täglich Hunderte Familien als Klimaflüchtlinge stranden. Ihre Zahl werde in den nächsten Jahren zunehmen.

Benjamin Lassiwe

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