Schweiz: Freidenker am Ende doch noch erfolgreich?
18. Juni 2009 von mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de
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Die größte Kirchenzeitschrift der Schweiz – »reformiert.« – darf bei Schweizer Verkehrsbetrieben nicht mehr werben. Grund: Die Verkehrsbetriebe – unter ihnen die Postauto Schweiz – wollen keine »religiöse Werbung« in ihren Fahrzeugen mehr dulden.

Das umstrittene Plakat der schweizerischen Kirchenzeitung.
Hintergrund der restriktiven Maßnahme ist eine Entscheidung der Verkehrsbetriebe mehrerer Schweizer Städte, die Plakate der Freidenker Vereinigung der Schweiz (FVS), nicht aufzuhängen. Die Freidenker wollten im Februar – analog zur Werbekampagne in Deutschland – in Bussen und Straßenbahnen mit dem Slogan werben: »Wahrscheinlich gibt es keinen Gott. Kein Grund zur Sorge, genieß das Leben.« Die Verkehrsbetriebe lehnten ab, weil sie keine Werbung wollten, die gegen weitverbreitete religiöse Überzeugungen der Bürger verstieß.
Es sollte eine Ablehnung mit ungeahnten Folgen werden. Denn als der Verlag der kantonalen Berner Ausgabe der Zeitschrift »reformiert.« eine Plakatkampagne für das Juni-Thema des Blattes lancieren wollte, zögerte die zuständige Plakatgesellschaft plötzlich. Die Werbeverbote hatten in der Zwischenzeit eine größere Debatte zum Thema »religiöse Werbung« vom Zaun gebrochen. Als die Redaktion von »reformiert.« bei »Bernmobil«, den Verkehrsbetriebe der Stadt Bern, nachfragte, meinte deren Sprecherin: »Die Direktion hat aufgrund dieser Debatte entschieden, inskünftig keinerlei Werbung mit religiösem Inhalt mehr zuzulassen.« Die Redaktion stellt jetzt betroffen fest: »Obwohl ›reformiert.‹ Eine Zeitschrift ist – eine zudem, die redaktionell unabhängig ist und durchaus kritisch über Kirche und Religion berichtet –, fällt sie offenbar bei ›Bernmobil‹ unter eine Art ›Lex Freidenker‹.«
Ob die Botschaft des Plakates bei dieser Entscheidung mitgespielt hat? Es enthält nicht nur in großen Lettern das Thema der Juni-Ausgabe der Zeitung »Die Kirche am Ende. Am Ende die Kirche?«, sondern darüber noch fetter die Worte »ogottogott!«, wobei die »o« rot ausgefüllt sind.
Bei den Verkehrsbetrieben scheint somit folgende Logik gespielt zu haben: Wenn wir schon Plakate verbieten, die Gott infrage stellen, dürfen wir aus Gründen der Fairness auch keine Plakate aushängen, die direkt für »Gott« werben. Sonst wäre unsere Neutralität gegenüber den Auftraggebern verletzt. Die Kirchen und ihre Publikationen werden nicht mehr als Träger einer staatstragenden Kultur wahrgenommen, sondern als religiöse Organisation, die in Konkurrenz zu andern – auch Organisationen mit einer atheistischen Philosophie – stehen. Ob das den Kirchen passt oder nicht. Oh Gott, oh Gott!
Der Verlag wird jetzt die Plakate auf Plakatsäulen und in einigen Verkehrsbetrieben aufhängen, die das immer noch gestatten und hofft, dass die Entscheidung bei den übrigen Verkehrsbetrieben nicht in Stein gemeißelt sei.
Fritz Imhof

Liebe Leser,
das Plakat stellt eine Frage ?
Ich sehe “Unsere Kirche ” nicht am Ende . Vielmehr in einem Prozeß der “Erneuerung” ,vieleicht auch ein wenig in die Richtung der Ökumene.
Eines Tages werden sich eh , die Ev.und Kath. Kirche vereinen, denn durch das bereits durchgeführte Zusammenspiel in sehr vielen Gemeinden unter dieser Ökumene ,beweist uns täglich , es geht ja doch .
Was noch ein Problem Darstellt ,sind die vielen Kirchenämter , die eigendlich nur aus ” Eifersucht” sich gegen diesen großen Schritt stellen.
Aber “Eifersucht” wird eines Tages zur Trauer führen und dann stehen diese Ämter ohne Gemeinden da.
Wozu wären sie dann noch nütze?
Danke
Michael H.
Ein Zitat aus Ihrem Bericht:”Organisationen mit einer atheistischen Philosophie “??
Ist das unverblendete Leben, frei von Religion plötzlich Philosophie?
Und wieso “atheistisch”?
Ein Freidenker ist FUER die Menschen, Pro Human, humanistisch!
Irgendwie sollte ein Journalist, auch wenn er gläubisch ist, oder religionsverliebt, sehen dass die Kirchen nicht in Konkurrenz zu Menschen mit naturalistischem Weltbild (Brights) stehen, sondern allermeistens mit anderen Gottverehrern anderer Religionen.
Es geht bei der Frage nach Gott nicht um die Wahrheit, sondern um die wissenschaftliche Richtigkeit (Beweisbarkeit), oder Falschheit (Widerlegbarkeit) der Gott Theorie.
Jede Religion kennt nämlich eine eigene Wahrheit über Gott.
Bis jetzt wurde kein einziger wissenschaftlicher Beweis für eine Existenz auch nur eines Gottes vorgelegt.
Das wird auch so bleiben.